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Die Nachrichten der ARD
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  • 15. BAYREUTHER GESPRÄCHE 2019

    Heuer finden die Bayreuther Gespräche in Kooperation mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung seit 2005 zum fünfzehnten Mal statt. Waren die bisherigen Veranstaltungen geprägt durch Themen zur europäischen Erinnerungskultur steht heuer der 75. Todestag Wilhelm Leuschners im Mittelpunkt der Gespräche. Seine Rolle im Netzwerk der gewerkschaftlichen Vertrauensleute im Hintergrund des Putsches der Militärs am 20. Juli 1944 wird ein Schwerpunkt des Gedenkens sein neben seiner Rolle als hessischer Innenminister in der Weimarer Republik.

    Zusammen mit der Stadt Bayreuth gedenkt damit die Wilhelm-Leuschner-Stiftung ihres großen Sohnes der Stadt. Seit 2003 besteht die Kooperation der Stiftung mit der Stadt in der gemeinsamen Arbeit in der Gedenkstätte im Geburtshaus Leuschners. Der historische Ort des Erinnerns ist Lernort für die kommenden Generationen.

     

    Am 29. September jährt sich zum 75. Mal der Todestag von Wilhelm Leuschner (15.6.1890-29.9.1944). Er wurde von den Nazi-Schergen am 29.9.1944 in Berlin-Plötzensee in der Todesbaracke des Zuchthauses durch den Strang ermordet. Dies nimmt die Wilhelm-Leuschner-Stiftung zum Anlass für eine Gedenkveranstaltung im Rahmen ihrer Traditionsreihe ‚Bayreuther Gespräche‘. Diese findet heuer im fünfzehnten Jahr statt. Das nachfolgende Programm ist in Kooperation mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung entstanden:

    ‚Wilhelm Leuschner und der zivile Widerstand gegen das NS-Regime‘

    Gedenkveranstaltung zum 75. Todestag am Sonntag, 29. September 2019 um 18 Uhr

     

    Achtung Baustelle!!!

    im Alten Rathaussaal Bayreuth (Kunstmuseum Maximilianstraße 33, Eingang Brautgasse Kunstmuseum Bayreuth I. Stock)

     

    Schirmherrin: Oberbürgermeisterin von Bayreuth, Brigitte Merk-Erbe

    Programmablauf:

    Grußworte:     für die Stadt Bayreuth – Benedikt Stegmayer, Kulturreferent

                           für den DGB Oberfranken – Mathias Eckardt, Regionsgeschäftsführer

    Referate:     Dr. Ludwig Unger, Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München
                        ‚Der Widerstand gegen das NS-Regime in Oberfranken‘

                        Wolfgang Hasibether, Vorsitzender Wilhelm-Leuschner-Stiftung, Bayreuth
                        ‚Leuschners reichsweites Widerstands-Netzwerk gegen das NS-Regime 1934-1944‘

    Anschließend Diskussion mit Dr. Ludwig Unger, Wolfgang Hasibether, Dr. Barbara Distel, Mathias Eckardt und dem Publikum zur aktuellen Bedeutung des Widerstands gegen das NS-Regime unter Moderation von Hans-Otto Hemmer, Kuratoriumsvorsitzender Wilhelm-Leuschner-Stiftung, Mettmann

    In der Diskussion wird auf die aktuelle Diskussion zu den Widerstandsnetzwerken (u.a. Keyserlingk-Rehbein) und deren Verbreitung in der deutschen Bevölkerung eingegangen sowie auf die Bedeutung für den Gründungsmythos der Bundesrepublik nach 1945. Die Erörterung der Fragestellung: „Ist das Erbe des deutschen Widerstands in das Grundgesetz der Bundesrepublik aufgenommen worden?“ ist dabei von zentraler Bedeutung.

    In einem zweiten Aspekt wird der aktuelle Vorwurf (Frankfurter Rundschau November 2018) des Antiziganismus in der hessischen Politik von 1928/29 erörtert, für den Leuschner als hessischer Innenminister verantwortlich gemacht wird. Es sollen die Fragen geklärt werden, ob politische Fehler die Vorbildfunktion des Widerstands in Frage stellen können.

    Abschließend wird die Bedeutung des deutschen Widerstandes gegen das NS-Regime für die heutige politische Auseinandersetzung in der Bundesrepublik diskutiert.

    Ende gegen 20:30 Uhr

    Anschließend Möglichkeit der Besichtigung der Gedenkstätte und Abschluss mit Stehempfang im Leuschner-Zentrum

    hier Download Flyer 15. Bayreuther Gespräche

     

  • 14. BAYREUTHER GESPRÄCHE

    Die diesjährigen Bayreuther Gespräche befassen sich mit dem in der jüngsten politischen Auseinandersetzung häufig strapazierten Begriff der ‚Heimat‘. Er wird von der politischen Rechten zur Ausgrenzung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen benutzt, insbesondere von Geflüchteten. Aber auch politische Kräfte die eine Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte und deren weltweiten Gräueltaten fordern und dies in ihrer täglichen Arbeit tun, werden oftmals diffamiert.

    Den Veranstaltungsflyer können sie hier downloaden!

  • „ROCK AGAINST RACISM“ VOM 31.05. – 02.06.2018 KOOPERATIONSVERANSTALTUNG MIT FÖRDERVEREIN LEUSCHNER-ZENTRUM, LEUSCHNER-STIFTUNG UND SCHOKO-VEREIN

    Am 31. Mai 2018 startete um 19:30 Uhr im Leuschner-Zentrum das Wochenende von „Rock against Racism“, das von Tobias Ludwig, Elisabeth Renger und Cosmas Tanzer bereits zum vierten Mal in Folge organisiert wurde. Mit der Lesung von Sören Kohlhuber aus seinem Buch ‚Nach dem Sturm‘ war ein guter Anfang gelungen. Er erzählte auf lustige und spannende Art und Weise seine Erlebnisse mit Nazis und Polizisten, wie seine Bücher zustande kamen und welche Dinge er in Zukunft plant. Nach der Lesung und der anschließenden Fragerunde klang der Abend im gemeinsamen Gespräch aus.


    Der 1. Juni 2018 war der Ausstellungseröffnung von „Es lebe die Freiheit  - Junge Menschen gegen den Nationalsozialismus“  gewidmet. Auf 27 Ausstellungstafeln wird der Jugendwiderstand im 3. Reich vorgestellt und in bewegenden Einzelschicksalen der Mut von jungen Menschen gegen das Terrorregime Widerstand in vielfältiger Form zu leisten. Um 15 Uhr ging es los und um 16:30 folgte der Workshop „Entschlossen Rassismus entgegentreten – ein How-To Workshop“ mit Cosmas Tanzer. Ab 19 Uhr fanden dann die Auftritte der einzelnen Bands in der Schokofabrik statt.


    Am 2. Juni 2018 fand im Leuschner-Zentrum um 17 Uhr die Lesung von Jan Off statt. Er nahm das Publikum so für sich ein, das es nach einer Zugabe verlangte, die es auch in Form einer kurzen und einer langen Geschichte bekommen hat. Auch an diesem Abend fanden wieder Konzerte in der Schokofabrik statt.


    Der Förderverein Leuschner-Zentrum bedankt sich ganz herzlich bei unseren Kooperationspartnern, die das Festival so schön organisiert haben, für die gute Kooperation und die herrlichen Abende. Ebenfalls bedanken wir uns bei den beiden Autoren für ihre Lesungen, die begeisternd waren und beim Publikum eine nachhaltige Wirkung hinterlassen haben.


    Das Wochenende mit seinen Veranstaltungen wurde von Demokratie leben! in Stadt und Landkreis Bayreuth gefördert und diente der Vertiefung der demokratischen Kultur in der Abwehr von Fremdenhass und undemokratischen Verhaltensweisen.

     

     

     
  • 13. BAYREUTHER GESPRÄCHE AM 29. SEPTEMBER 2017

    Seit dem Jahr 2005 finden alljährlich anlässlich des Todestages von Wilhelm Leuschner am 29. September 1944 die „Bayreuther Gespräche“ statt. Die erste Veranstaltung wurde am 30. September 2005 im Leuschner-Geburtshaus in der Bildungswerkstatt durchgeführt. Neben einem Vortrag von Prof. Hans Mommsen fanden zahlreiche Veranstaltungen sowohl im Alten Rathaus der Stadt wie auf dem Gelände des Geburtshauses statt. Dieser dreitägige Auftakt war der Anlass für die bis heute durchgeführte Traditionsveranstaltung der Stiftung immer zum Ende September des jeweiligen Jahres. 

    Heuer finden die Bayreuther Gespräche wieder genau zum Todestag von Wilhelm Leuschner am 29. September 2017 um 18 Uhr im Wilhelm-Leuschner-Zentrum statt. Da die Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Rahmen ihrer Gedenkstättenarbeit an einem Erinnerungskonzept zum Widerstand in der Region Bayreuth arbeitet, soll bei dieser Veranstaltung mit Fachleuten aus der Region über Erinnerungskonzepte zur NS-Zeit in Oberfranken diskutiert werden. Eingeladen sind u.a. Prof. Dr. Martin Ott vom Institut für Fränkische Landesgeschichte an den Universitäten Bamberg und Bayreuth, sowie Prof. Dr. Manfred Miosga, Professor für Stadt- und Regionalentwicklung Universität Bayreuth sowie der Bayreuther Kulturreferent Dr. Fabian Kern. Mit ihnen und den Leiterinnen des Historischen und Kunstmuseums der Stadt Bayreuth sollen die Aspekte eines Konzepts zur regionalen Erinnerungskultur in der Region erörtert werden. Das von der Stiftung vorgeschlagene Konzept eines NS-Dokumentationszentrums in Bayreuth soll dabei ebenfalls diskutiert und an die Öffentlichkeit gebracht werden.
    Den Veranstaltungsflyer können Sie hier downloaden!

  • INTERNATIONALER MUSEUMSTAG 2017 IN DER STÄDTISCHEN WILHELM-LEUSCHNER-GEDENKSTÄTTE

    Am Sonntag, den 21. Mai war in Bayreuth der Internationale Museumstag unter dem Motto "Spurensuche. Mut zur Verantwortung!". Auch die Wilhelm-Leuschner-Stiftung beteiligte sich daran und bot von 13 bis 16 Uhr Führungen in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte an. Obwohl es anfangs danach aussah, dass keine Gäste kommen würden, da die halbe Stadt aufgrund des Maiselslaufs gesperrt war, konnten doch einige Besucher und Interessierte dann gezählt werden. Sie wurden durch die Mitarbeiter der Stiftung durch die Gedenkstätte geführt und erhielten so einen Überblick über das Leben und Wirken Wilhelm Leuschners.

     

  • VERANSTALTUNG ZUM 15-JÄHRIGEN JUBILÄUM DER WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG

    Am 10. März 2017 wurde im Wilhelm-Leuschner-Zentrum in der Herderstrasse 29 das 15 jährige Bestehen der Wilhelm-Leuschner-Stiftung mit dem Themenabend „Zur Notwendigkeit der Erinnerungskultur in der heutigen Zeit“ gefeiert.

    Der Stiftungsratsvorsitzende und wissenschaftlicher Leiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, Wolfgang Hasibether, begrüßte die Gäste. Thomas Ebersberger, der zweite Bürgermeister der Stadt Bayreuth sprach das Grußwort der Stadt. Er verwies in seiner Rede auf die Wichtigkeit der Erinnerungskultur, da die Zeitzeugen immer weniger werden. Auch aus seiner eigenen Geschichte erzählte er eine Anekdote in Bezug auf Erinnerung und den Umgang damit. Er unterstrich noch einmal die Wichtigkeit der pädagogischen Bildungsarbeit, die die Stiftung seit nunmehr 15 Jahren leistet.

    Wolfgang Hasibether ließ dann noch einmal 15 Jahre Stiftungsleben und Stiftungsarbeit Revue passieren und verwies auf die Schwierigkeiten aber auch auf die gelungenen Projekte, die die Stiftung in ihren 15 Jahren hinter sich gebracht hat. Er sprach von den Hürden die Gedenkstätte im Geburtshaus Leuschners ab dem Jahr 2000 bis zur Eröffnung der Ausstellung im Geburtshaus am 28.3.2003. In den zehn Jahren von 2002 bis 2012, von der Gründung der Stiftung und der Arbeit für die Gedenkausstellung bis zum Auszug aus dem Geburtshaus und dem Aufbau des Wilhelm-Leuschner-Zentrums kann man von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Heute ist ein umfangreicher Bestand des persönlichen Nachlasses von Wilhelm Leuschner im Besitz der Stiftung und wird seit 2014 in einem umfangreichen wissenschaftlichen Projekt digital aufbereitet. Die Datenbank ist die Basis für die Biographie Leuschners, deren Veröffentlichung demnächst ansteht.

    Der Stiftungszweck des Sammelns, Forschens, Ausstellens und Vermittelns ist in diesen fünfzehn Jahre erfolgreich umgesetzt worden und bietet die Basis für die zukünftige Gedenkstättenarbeit. Dies wird jedoch von der finanziellen Förderung in Zukunft abhängig sein.

     

  • STIFTUNGSRATSSITZUNG AM 10. MÄRZ 2017

    Am 10. März 2017 fand im Wilhelm-Leuschner-Zentrum die letzte Stiftungsratssitzung in der Wahlperiode 2012-2017 statt. Der Stiftungsratsvorsitzende Hans Otto Hemmer legte nach fünfzehn Jahren zum Ende der Wahlperiode sein Amt nieder. Ebenso schieden die Vorstandsmitglieder aus ihren Ämtern. 

    Dieser Umstand veranlasste den Stiftungsrat Umstrukturierungen bei den Stiftungsorganen vorzunehmen und Satzungsänderungen zu beschließen. Die Stiftungsaufsicht muss jetzt noch die Änderungen genehmigen. Es wurde beschlossen, dass der Stiftungsvorstand in Zukunft entfällt und der neue Stiftungsratsvorsitzende Wolfgang Hasibether die rechtlichen Belange der Stiftung an Stelle des bisherigen Vorstands vertreten wird. Neu geschaffen wurde ein beratendes Kuratorium, das fünf bis sieben Mitglieder haben wird.

    In der nächsten Sitzung des Stiftungsrates in der neuen Wahlperiode 2017-2021 werden die neuen Stiftungsratsmitglieder und die Mitglieder des neuen Kuratoriums in ihrem Mandat bestätigt.

    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung dankt Hans Otto Hemmer für sein Engagement in fünfzehn Jahren für die Belange der Stiftung und hat ihn in das Kuratorium gewählt. Dieses Stiftungsorgan soll vor allem den Stiftungsrat in den wissenschaftlichen Belangen der Stiftung und der Weiterentwicklung der Archivarbeit und deren Vermittlung an die Besuchergruppen beraten und sich für die Belange der Stiftung gegenüber öffentlichen und gewerkschaftlichen Einrichtungen einsetzen.


     
  • STIFTUNGSRATSSITZUNG AM 10. MÄRZ 2017

    Am 10. März 2017 fand im Wilhelm-Leuschner-Zentrum die letzte Stiftungsratssitzung in der Wahlperiode 2012-2017 statt. Der Stiftungsratsvorsitzende Hans Otto Hemmer legte nach fünfzehn Jahren zum Ende der Wahlperiode sein Amt nieder. Ebenso schieden die Vorstandsmitglieder aus ihren Ämtern. 

    Dieser Umstand veranlasste den Stiftungsrat Umstrukturierungen bei den Stiftungsorganen vorzunehmen und Satzungsänderungen zu beschließen. Die Stiftungsaufsicht muss jetzt noch die Änderungen genehmigen. Es wurde beschlossen, dass der Stiftungsvorstand in Zukunft entfällt und der neue Stiftungsratsvorsitzende Wolfgang Hasibether die rechtlichen Belange der Stiftung an Stelle des bisherigen Vorstands vertreten wird. Neu geschaffen wurde ein beratendes Kuratorium, das fünf bis sieben Mitglieder haben wird.

    In der nächsten Sitzung des Stiftungsrates in der neuen Wahlperiode 2017-2021 werden die neuen Stiftungsratsmitglieder und die Mitglieder des neuen Kuratoriums in ihrem Mandat bestätigt.

    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung dankt Hans Otto Hemmer für sein Engagement in fünfzehn Jahren für die Belange der Stiftung und hat ihn in das Kuratorium gewählt. Dieses Stiftungsorgan soll vor allem den Stiftungsrat in den wissenschaftlichen Belangen der Stiftung und der Weiterentwicklung der Archivarbeit und deren Vermittlung an die Besuchergruppen beraten und sich für die Belange der Stiftung gegenüber öffentlichen und gewerkschaftlichen Einrichtungen einsetzen.

  • EINLADUNG ZUR VERANSTALTUNG - 15 JAHRE - WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG BAYREUTH

    „Zur Notwendigkeit der Erinnerungskultur in der heutigen Zeit“

    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung begeht im März 2017 ihr fünfzehnjähriges Bestehen. Gegründet am 5. März 2002 erlebte sie im Geburtshaus Leuschners bewegte Zeiten und hat seit Sommer 2012 ihr eigenes Refugium im Leuschner-Zentrum. An dieser Stelle wird das Vermächtnis Leuschners in seinem nachgelassenen Archiv bewahrt und durch die Erinnerungsarbeit in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte am historischen Ort und im Zentrum durch Forschung und Vermittlung als Ort der Erinnerungskultur aktiv vermittelt.

     

    Wir laden daher am 10. März 2017 ab 18 Uhr

    in das Wilhelm-Leuchner-Zentrum Bayreuth, Herderstraße 29

    zum Nachdenken und Feiern ein.


    Wir bitten um kurze Nachricht über Ihre/Eure Teilnahme per Mail oder Telefon, damit wir die Veranstaltung planen können.

    Einladung HIER als PDF herunterladen!

  • INTERNATIONALER HOLOCAUSTGEDENKTAG 27. JANUAR 2017

    Am Freitag, den 27. Januar wurde auch im Leuschner-Zentrum Bayreuth des internationalen Holocaustgedenktages gedacht.

    Weltweit wurde an diesem Tag der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Holocaust-Überlebende und Politiker warnten davor, die Geschichte zu vergessen: "Die Menschen sind und bleiben zu Unmenschlichkeit imstande."
     

    Zusammen mit der VVN BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten)  Kreisvereinigung Bayreuth hatte der Förderverein Leuschner-Zentrum Dr. Ulrich Schneider eingeladen. Der Bundessprecher der VVN und Generalsekretär der FIR (Fédération Internationale des Résistants) hielt einen Vortrag über die Widerstandsgruppen in Europa seit Beginn der 1920er Jahre bis 1945.

     

    Um 19 Uhr, nachdem sich der Seminarraum bis auf den letzten Platz gefüllt hatte begrüßte Katharina Dötterl, 1. Vorsitzende des Fördervereins Leuschner-Zentrums, das Publikum und den Referenten.

    Dr. Ulrich Schneider begann danach seinen Vortrag. So ging er unter anderem auf verschiedene außerordentliche Geschehnisse in den verschiedenen Ländern ein, so genannte Narrative. Am Beispiel Griechenlands, dass heimliche Einholen der Hakenkreuzflagge von der Akropolis und das Hissen der griechischen Flagge. Manolis Glezos und Apostolos Sandas erklommen die Akropolis am 30. Mai 1941 und rissen die dort seit der deutschen Einnahme von Athen am 27. April 1941 gehisste Hakenkreuzfahne herunter. Diese erste Widerstandshandlung in Griechenland, durch die Glezos ein antifaschistischer Held wurde, war ein Fanal, das viele Griechen zum Widerstand anregte.

    In der Tschechoslowakei begann der Widerstand 1933 mit dem Kampf gegen die nationalsozialistische Henlein-Partei und wurde von deutschen politischen Emigranten aus SPD und Gewerkschaften verstärkt. Das Prager Manifest von 28. Oktober 1938 der Führung der Exil-SPD (SoPaDe) richtete sich gegen die Zerschlagung des tschechischen Staates durch das sogenannte ‚Münchner Abkommen’ (Vertrag zwischen Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien). Dieses Narrativ war die Grundlage für den deutschen Widerstand im II. Weltkrieg.

    Einen Gesamtüberblick über diese Gesamtheit des Europäischen Widerstands gibt eine Ausstellung, die die FIR zur Zeit in verschiedenen Stätten zeigt und die im Rahmen der 14. Documenta vom 10.6 bis 14.9.2017 während dieser Internationalen Kunstausstellung in Kassel zu sehen sein wird.

    Besonders wichtig war die Aussage von Dr. Schneider, dass der Widerstandskampf eine Sache von Männern und Frauen war, bei dem im Widerstand politische und religiöse Grenzen überwunden wurden. Dieses Erbe ist auch für uns Heutige noch gültig und ist die Grundlage jedes Kampfes gegen die Feinde der Demokratie.

    Nach seinem sehr ausführlichen Vortrag hatten alle Anwesenden noch die Möglichkeit Fragen zu stellen. Dabei wurde auch über den Widerstand Wilhelm Leuschners und sein Netzwerk von Vertrauensleuten im Kampf gegen den Hitler-Faschismus diskutiert.

    Wir bedanken uns noch einmal sehr herzlich bei allen Besuchern und ganz besonders bei unserem Referenten Dr. Schneider, mit dem wir auch zukünftige Veranstaltungen durchführen werden. Die erste Veranstaltung des neuen Vorstands des Fördervereins war ein gelungener Auftakt für das geplante Jahresprogramm und wird vom Demokratieprojekt der Stadt Bayreuth gefördert.

     

                     

  • EINLADUNG ZUM INTERNATIONALEN HOLOCAUST-GEDENKTAG AM 27. JANUAR 2017 IM WILHELM-LEUSCHNER-ZENTRUM

    Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz Birkenau von der Roten Armee befreit. Dieser Tag wird seit 1996 in Deutschland als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. 60 Jahre nach der Befreiung der Lager in Auschwitz wurde auch von den Vereinten Nationen dieser 27. Januar als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust eingeführt.

    Der Förderverein Leuschner-Zentrum und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN BdA. e.V.)laden hiermit herzlich zu unserer Veranstaltung am 27. Januar 2017 um 19 Uhr im Wilhelm-Leuschner-Zentrum ein.

    Dr. Ulrich Schneider ist seit 1975 Mitglied der VVN-BdA, seit 1991 ist er als Vorstandsmitglied deren Bundessprecher. Ebenfalls ist er Geschäftsführer der Lagergemeinschaft Buchenwald - Dora/ Freundeskreis e.V. und Herausgeber der antifaschistischen Zeitschrift Glocke vom Ettersberg tätig.

    Seit 1991 ist er der Vertreter der VVN-BdA in der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) und seit 2003 deren Generalsekretär. Er ist verantwortlich für die Durchführung der FIR-Kongresse in Berlin (2005), Athen (2007), Berlin (2010), Wien (2011) und Sofia (2013) sowie der Konferenzen beim Europäischen Parlament 2006 und 2007. Schneider ist Koordinator der FIR für die Internationalen Jugendtreffen in Buchenwald 2008, Auschwitz 2012 und 2015.

    Er wird einen Vortrag zu seinem Buch „Antifaschistischer Widerstand in Europa 1922-1945“ halten, in dem unter anderem mit zahlreichen Bildern der Kampf gegen den Faschismus in 21 europäischen Ländern – von Guernica über das Warschauer Ghetto bis nach Stalingrad gezeigt wird – und stellt dessen unterschiedlichen Charakter dar: Von der Resistenza in Italien, der Résistance in Frankreich und dem Netzwerk »Comet« in Belgien über den griechischen, jugoslawischen und tschechoslowakischen Widerstand bis zu den Internationalen Brigaden gegen Franco.

    Sie können HIER die Einladung Herunterladen!

     

  • PROJEKTTAGE MIT DEM DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN-GYMNASIUM SAARBRÜCKEN AM 6. UND 9. NOVEMBER 2016

    Am 6. November 2016 fand der erste Projekttagmit dem Deutsch-Französischen Gymnasium aus Saarbrücken statt

    Am Sonntag den 06.11.2016 fand der erste Projekttag mit dem Deutsch-Französischen-Gymnasium (DFG) aus Saarbrücken statt. 42 Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse aus dem mathematisch– naturwissenschaftlichen Zweig S, dem wirtschaftswissenschaftlichen Zweig ES und ihre begleitenden Lehrer trafen sich mit den Mitarbeitern der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zu einer Einführung im Wilhelm-Leuschner-Zentrum. Anschließend ging es dann in die Innenstadt zum Markgräflichen Opernhaus, um sich mit der Region, in welcher die Studienwoche stattfindet, vertraut zu machen. 

    Innerhalb dieser Studienwoche sollen durch die Projekttage mit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung folgende Lernziele erreicht werden: durch die Erkundung der historischen Lernorte, lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Strukturmerkmale der NS-Diktatur kennen. In Bayreuth im Geburtshaus Leuschners, der heutigen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte der Stadt Bayreuth und in der Archivausstellung zum Nachlass Wilhelm Leuschners im Wilhelm-Leuschner-Zentrum, werden die Schulklassen mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus vertraut gemacht. Durch Materialien, die die Wilhelm-Leuschner-Stiftung für die Schulklassen konzipiert hat, erlangen die Schülerinnen und Schüler an den jeweiligen Lernorten einen Eindruck, welche Ausmaße die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten angenommen hat. Am Ende der Seminarwoche sollen die Teilnehmer Denkmuster zur Stabilisierung politischer Herrschaft, Ideologien des Rassismus sowie Vorurteile besser begreifen lernen. 

    •      Stadtrundgang und Einsatz der Broschüre „Jüdisches Leben in Bayreuth“

    Die zwei Klassen des DFG Saarbrücken waren die ersten Schülergruppen, mit denen die neue Broschüre „Jüdisches Leben in Bayreuth“, Arbeitsmaterialien zur Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Bayreuth in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945, behandelt wurden. Vor den Originalschauplätzen in der Opernstraße, der Münzgasse, dem Sternplatz und der Maximilianstraße wurde die Geschichte der Bayreuther Juden von den Anfängen der hiesigen Ansiedlung bis zur stetigen Entrechtung, Verfolgung und Ermordung besprochen. Anhand des ehemaligen Kaufhauses Pfefferkorn wurde besprochen, wie die Nationalsozialisten schon vor 1933 die jüdische Bevölkerung entrechtet haben. Simon Pfefferkorn wurde bereits 1928 von Hans Schemm, den späteren bayerischen Kulturminister, gezwungen sein Haus an den NS-Gauverlag zu verkaufen. Die Geschichte des Kaufhauses Friedmann in der Opernstraße 11 steht für die zahlreichen erzwungenen Arisierungen jüdischer Geschäfte. 1939 wird das Kaufhaus sogar abgerissen, um die halb verborgenen Gontard-Bauten besser sehen zu können. Am Beispiel der Bayreuther Synagoge wurde die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 behandelt. Die Schülerinnen und Schüler bekamen erklärt, dass die Nähe zum Markgräflichen Opernhaus der Grund war, weswegen die Synagoge erhalten geblieben ist und nicht wie viele andere in Deutschland abgebrannt wurde. Die Schülerinnen und Schüler erhielten am Beispiel verschiedener jüdischer Einwohner einen Eindruck wie der Nationalsozialismus und sein Antisemitismus sich hier in Bayreuth manifestiert haben, welchen Einfluss diese Schreckensherrschaft auf das Leben und Sterben der Menschen hatte.

    •      Das Festspielhaus und die Ausstellung „Verstummte Stimmen“

    Am Richard-Wagner-Festspielhaus, eine weitere Station des Geschichtsrundgangs, wurden die Schülerinnen und Schüler mit der Wagnerfamilie, ihrem Antisemitismus  und die Beziehung zu Adolf Hitler in den 1920er Jahren vertraut gemacht. Es wurde dabei auch der Antisemitismus Richard Wagners besprochen, sowie seine widersprüchlichen Verhaltensweisen. Auf der einen Seite sprach er den Juden ab, Deutsche Musik machen oder inszenieren zu können, auf der anderen Seite wurden aber viele jüdische Sänger, Tänzer und andere Künstler als Mitwirkende in Wagners Werk eingesetzt.  

    Die Schülerinnen und Schüler durchstreiften die Freilichtausstellung „Verstummte Stimmen“ bei dem Besuch des Festspielhauses. Durch die Ausstellung wurde offenbar, dass es im Naziregime nicht auf künstlerisches Talent ankam, da die Ideologie rassistischer Ausgrenzung aus der ‚Volksgemeinschaft’ viele Künstler der Festspiele bedrohte und die Wagnerfamilie selbst diesem Antisemitismus und der Ideologie der sogenannten „Deutschen Kunst“ anhing. Viele der damaligen Stars, die wiederholt bei den Bayreuther Festspielen aufgetreten sind, wurden in den Konzentrationslagern ermordet, denn nicht allen gelang eine Emigration in die Schweiz oder nach Amerika.

    •      Eremitage

    Anschließend wurde die Geschichte der Markgrafen der Schülergruppe vermittelt. Durch die Prunkbauten wie zum Bespiel das Markgräfliche Opernhaus oder die Eremitage, die gemeinsam mit den Mitarbeitern der Stiftung besucht wurden, wurde ihnen das Ausmaß höfischer Herrschaft vermittelt. Dabei wurde ebenfalls angesprochen, dass den Prunkbauten, die als schön oder majestätisch empfunden werden können, auch Elend entgegensteht. Die Arbeit mussten die Bauern vor Ort leisten. Allein beim Bau der Eremitage musste ein Sumpfgebiet erschlossen werden. Die Bauern aus der Region mussten hier Frondienste leisten, anstatt ihre Felder bestellen zu können. Die Gegensätze zwischen der herrschenden Macht und von ihnen beherrschten Menschen kamen hier sehr gut zum Vorschein. 

    Am 9. November 2016 fand der zweite Projekttagmit dem Deutsch-Französischen Gymnasium aus Saarbrücken statt

    •      Besuch der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte und des Willhelm-Leuschner-Zentrums

    Am Anfang versammelten sich alle Schülerinnen und Schüler in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte in Bayreuth. Nach einer kurzen Einführung über den Lernort durch Wolfgang Hasibether, teilten die Mitarbeiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung die Schulklassen in zwei Gruppen ein. Die erste wurde von Wolfgang Hasibether in das Wilhelm-Leuschner-Zentrum gebracht und erhielten hier einen Vortrag über Leuschners Widerstand im Dritten Reich gegen die Nationalsozialisten. Die andere Gruppe wurde derweil von Katharina Dötterl durch die Gedenkstätte geführt. Anschließend wurden die Gruppen getauscht.

    •        Besuch des Richard-Wagner-Museums

    Nach der Mittagspause trafen sich die Schülerinnen und Schüler, ihre begleitenden Lehrer und die Mitarbeiter der Stiftung am Richard-Wagner-Museum. Wolfgang Hasibether führte beide Klassen durch die Ausstellung, die sich vom Neubau, über die Villa Wahnfried bis zum Siegfried-Wagner-Haus erstreckt. Er verdeutlichte den Schülern die Ambivalenz im Verhalten der Familie Wagner. Auf der einen Seite kam es zu vermehrt extrem antisemitischen Aussagen, auf der anderen Seite wurden jüdische Künstler bei den Festspielen engagiert. Ebenfalls wurde besprochen, dass durch Winifred Wagner bereits in den 20er Jahren Adolf Hitler in Bayreuth salonfähig gemacht wurde. Damit einhergehend war auch ein große Bewunderung und Anhängerschaft der in Bayreuth lebenden Menschen für den Nationalsozialismus.

    •        Abendeinheit in Speichersdorf mit der neuen Broschüre „Widerstand gegen das NS-Regime in der Region Bayreuth zwischen 1933 bis 1945“

    Nach dem gemeinsamen Abendessen in Speichersdorf, gab es noch eine Abendeinheit zum „Widerstand in Bayreuth und dem Bayreuther Umland“. Im Seminarraum des Falkenheims wurden die Widerstandskämpfer aus Bayreuth, dem Landkreis und den angrenzenden Landkreisen besprochen. Jede Schülerin und jeder Schüler erhielt die neu erarbeitete Broschüre der Wilhelm-Leuschner-Stiftung „Widerstand gegen das NS-Regime in der Region Bayreuth zwischen 1933 bis 1945“. Diese wurde von der Initiative „Demokratie Leben“ des Landkreises Bayreuth gefördert. Als erstes wurden die Widerständler der SPD Friedrich Puchta, Matthäus Herrmann, Walter Maschke, Oswald Merz, Adam und Karl Seeser besprochen. Diesen schlossen sich die KPDler Wilhelm Lai und Hans Hornberger an. Ewald Naujoks, Alfred Andreas Heiß, Pfarrer Friedrich Seggel und Pfarrer Nikolaus Hertrich schlossen die Gruppe der aufgeführten Widerstandskämpfer ab. Die Antworten auf die Fragen, die am Ende der Broschüre enthalten sind, wurden in kleinen Arbeitsgruppen erarbeitet. Am Ende wurden in einem Abschlussgespräch die beiden Projekttage von der Schülergruppe bewertet und im Ergebnis wurden die eingesetzten Materialien und Schwerpunkte der beiden Tage gut bewertet. Im Endergebnis können wir davon ausgehen, dass die gesetzten Lernziele für die beiden Projekttage voll erreicht wurden.

     

     
     

     

  • WILHELM LEUSCHNER IM KAMPF GEGEN HITLER

    Am Montag, den 10. Oktober 2016, war der wissenschaftliche Leiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, Wolfgang Hasibether, von der Arbeitsgemeinschaft „Geschichte Bad Nauheim“ eingeladen, über die Biographie Wilhelm Leuschners und seinen Widerstand gegen Hitler zu referieren. Der Vortrag war Teil der Reihe ‚Hessische Persönlichkeiten’, die die Arbeitsgemeinschaft für das Jahr 2016 geplant hatte. Bei den insgesamt neun Vorträgen war der vorletzte im Oktober 2016 der Person WilheBad Nauheimlm Leuschners gewidmet.

    Es erstaunt immer wieder, wie wenig auch in Hessen Wilhelm Leuschner als einer der wichtigsten Politiker der Weimarer Republik heute noch bekannt ist. Auf die Frage ins Auditorium wer denn den Namen Wilhelm Leuschner vor dem Vortrag kannte, gestand die Mehrheit die Nichtkenntnis ein. Auch bei der Einführung von Armin Häfner, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft,  gestand dieser ein, dass ihm Wilhelm Leuschner, wie auch viele andere Persönlichkeiten des zivilen Widerstands, lange Zeit ein Unbekannter war und monierte, dass auch innerhalb der SPD und der Gewerkschaften Wilhelm Leuschner in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten sei. Umso wichtiger sei der Arbeitsgemeinschaft mit dem Vortrag wieder öffentliches Interesse zu wecken. Auch beim ‚Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde’ ist die von ihr im Internet veröffentlichte Biographie Leuschners mit eklatanten Fehlern behaftet. Diese wurden am Anfang des Vortrags vom Referenten berichtigt.

    Wolfgang Hasibether stellte im Rahmen seiner biographischen Arbeit über Leben und Wirken Leuschners einen kurzen Überblick über die wichtigsten Lebensdaten vor. In seinen Ausführungen spielte insbesondere die Rolle Leuschners für die Gründung der Bundesrepublik und der Einheitsgewerkschaft nach 1945 eine wichtige Rolle, da dies das Erbe Leuschners verkörpert. Der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker hatte 1984 in einer Rede in Bayreuth darauf hingewiesen, dass Leuschner einer der ideellen Gründungsväter der demokratischen Bundesrepublik gewesen sei. Sowohl die Einheitsgewerkschaft, wie auch die Freiheitsrechte, die verfassungsrechtlich verankert sind, gehen auch auf seinen Widerstand zurück. Dieses geschichtliche Erbe des Widerstands ist bis heute das Fundament des Sozialstaats und der Freiheitsrechte im Grundgesetz.

    Im Vortrag wurden kurz die ersten zwanzig Lebensjahre von Wilhelm Leuschner in Bayreuth skizziert, seine Schulzeit und Lehre dort und danach sein Ankommen in Darmstadt, die Familiengründung dort ab 1910 und dann seine Erlebnisse im 1. Weltkrieg.

    Dort bereits zeigten sich seine Führungsqualitäten, indem er am Ende als Vorsitzender des Soldatenrats den Truppenteil, in dem er Dienst tat, im November 1918 demobilisierte und die Rückführung in die Heimat organisierte. Sein Werdegang vom Gewerkschaftssekretär in Darmstadt, Stadtrat, Landtagsabgeordneter und Provinziallandtagsabgeordneter zwischen 1919 und 1926 zeigt den Aufstieg des Arbeiterjungen aus Bayreuth, der 1928 die Spitze seiner Karriere erreichte und zum Hessischen Innenminister berufen wurde.

    Diese Tätigkeit als Innenminister wurde in den Mittelpunkt des Vortrags gestellt. Seine Aufbauarbeit für die demokratische Kommunalverfassung, für die Verkehrsinfrastruktur Hessens, die Ordnung des Polizeiwesens zur demokratischen Polizei im Rechtsstaat und seine innenpolitischen Auseinandersetzungen über das Landfahrergesetz, das ihm in der hessischen innenpolitischen Diskussion im Jahre 2011 herbe Kritik und Zweifel an seinem Widerstand von Teilen der hessischen CDU eintrug. Wolfgang Hasibether stellte klar, dass die Grundlage dieses Gesetzes keineswegs etwas mit der rassistischen, chauvinistischen Politik der Nationalsozialisten zu tun hatte, sondern ein ordnungspolitischer Versuch war, den Wanderungsbewegungen eine gewisse kommunale Kontrolle aufzuerlegen.

    Weiterhin wurde die Auseinandersetzung um die sog. Boxheimer Dokumente im November 1931 vorgetragen. Schon zu diesem Zeitpunkt zeigte sich der Widerstand Leuschners gegen Hitler und der entschlossene Widerstandsgeist seiner Mitstreiter, Ludwig Schwamb und Carlo Mierendorff.

    Der letzte Teil des Vortrags beschäftige sich mit dem Widerstand Leuschners ab 1934, nachdem er ein Jahr in KZ-Haft gewesen war, und sein Wirken im Führerkreis der vereinigten Gewerkschaften sowie seine Kontakte zu allen weltanschaulichen Widerstandslagern im Militär, im Adel, in den Kirchen und der bürgerlich konservativen Opposition gegen Hitler. Sein von ihm organisiertes reichsweites Widerstandsnetz umfasste Zehntausende von ehemaligen Gewerkschaftern und Sozialdemokraten, die nach dem Putsch vom 20. Juli 1944 die politische Macht übernehmen sollten.

     In der Zusammenfassung würdigte Wolfgang Hasibether den Widerstandskämpfer Wilhelm Leuschner als aufrechten Demokraten, der einer der Mitbegründer des deutschen Sozialstaats und Verfassungsvater des Grundgesetzes nach 1945 war. Insbesondere seine organisatorische Idee von der Einheit aller Gewerkschaften in einer Einheitsorganisation wurde nach 1945 bei der Gründung des DGB (in abgewandelter Form auch des FDGB in der damaligen DDR) aufgegriffen. 

    Wilhelm Leuschner ist damit für den deutschen demokratischen und sozialen Rechtsstaat als eine der wichtigsten Personen des 20. Jahrhunderts in die deutsche Geschichte eingegangen. Aber ebenso auch für eine europäische Friedensordnung.

    Er verdient es, dem Vergessen entrissen, und so wie es in der Gedenkstättenarbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung regional, national und international verankert ist, den kommenden Generationen als Vorbild vermittelt zu werden. 

    Vortrag HIER als Download!

  • VORANKÜNDIGUNG DER BAYREUTHER GESPRÄCHE AM 29. SEPTEMBER 2016

    Die diesjährigen 12. Bayreuther Gespräche 2016 werden am Todestag von Wilhelm Leuschner im Wilhelm-Leuschner-Zentrum an der Herderstraße in Bayreuth durchgeführt. Wir freuen uns, für die Veranstaltung die renommierte Autorin Dr. Sabine Friedrich gewonnen zu haben, die aus ihrem umfangreichen Roman „Wer wir sind“ über die handelnden Personen des deutschen Widerstands  um den 20. Juli 1944 lesen wird. Die Kunsthistorikerin Ursula Leibinger-Hasibether wird die Wirkung des deutschen Widerstandsin der Kunst, insbesondere anhand des Zyklus des Wiener Bildhauers Alfred Hrdlicka, vorstellen. Moderiert wird die Veranstaltung von Beate Michl von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, die die seit Jahren bewährte Zusammenarbeit zwischen Landeszentrale und Leuschner-Stiftung in ihrer Moderation wieder aufleben lässt.


    Plakat 12. Bayreuther Gespräche als Download!

  • ARBEITSSCHWERPUNKTE IN DER STIFTUNG IM ERSTEN HALBJAHR 2016

    Im 1. Halbjahr 2016 lag der Schwerpunkt unserer Arbeiten beim Archivprojekt „Digitalisierung des Leuschner-Nachlasses“. In diesem Projekt werden die Originalunterlagen aus dem Nachlass von Wilhelm Leuschner im Staatsarchiv Darmstadt und im Archiv der Wilhelm-Leuschner-Stiftung in Bayreuth vollständig digitalisiert und als sog. „angereicherter Nachlass Wilhelm Leuschner“ im internationalen EAD-Format (Midosa/METS) digital im Netz zugänglich gemacht. Das Projekt wird seit Sommer 2013 von der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf und vom Kulturfonds Bayern finanziell gefördert. Neben dieser Digitalisierung des Leuschner-Nachlasses wird zeitgleich die wissenschaftliche Biographie über Leben und Wirken Wilhelm Leuschners erstellt. Am Ende des Jahres 2016 soll die digitale Datei mit einem Umfang von ca. 30.000 Digitalisaten dann im Netz für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich sein. Auf welcher Plattform dieser Zugang erfolgen wird, muss mit den finanziellen Förderern noch abgestimmt werden. Die wissenschaftliche Archivarbeit erfordert die gesamte Arbeitskapazität der Stiftungmitarbeiter_innen. Trotzdem fand neben dieser wissenschaftlichen Arbeit weiterhinein Schwerpunkt der Gedenkstättenarbeit im Rahmen der städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte statt. Im ersten Halbjahr waren neben der internationalen Arbeit mit dem deutsch-französische Gymnasium Saarbrücken und dem Gymnasium „Fossati da Pasano“ aus La Spezia zahlreiche Gruppen aus dem gewerkschaftlichen Umfeld im Leuschner-Zentrum und besuchten unter Führung der Stiftung die Gedenkstätte. Die Gedenkstätte hat inzwischen in der Archivausstellung im Leuschner-Zentrum einen zweiten Standort, bei dem die Archivalien für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. So wurde am 11. Juni bei der Bayreuther Museumsnacht der Nachlass Leuschners anhand dieser Ausstellung erfahrbar gemacht.

    Die Kooperationsverhandlungen mit der Stadt Bayreuth über einen Vertrag zur finanziellen Absicherung der Gedenkstättenarbeit der Stiftung wurden im ersten Halbjahr intensiviert und wir hoffen, diese erfolgreich im zweiten Halbjahr mit dem Kulturreferat der Stadt Bayreuth abschließen zu können. Hierzu tagte der Stiftungsrat in einer Sondersitzung und unsere auswärtigen Stiftungsratsmitglieder nahmen Gesprächskontakt mit dem Bayreuther Rathaus auf.

    Die Sanierung des Leuschner-Zentrums wurde Anfang 2016 endgültig abgeschlossen und vom Bezirk Oberfranken und der Oberfrankenstiftung finanziell mit einem kleineren Beitrag bedacht.

    Im zweiten Halbjahr 2016 werden die 12. Bayreuther Gespräche mit der Lesung von Sabine Friedrich aus ihrem Roman über den deutschen Widerstand wieder der Höhepunkt des Herbstprogramms sein. 

  • BAYREUTHER MUSEUMSNACHT

    Am Samstag, 11. Juni, fand die Bayreuther Museumsnacht statt. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung beteiligte sich mit ihrem Leuschner-Zentrum und der darin befindlichen Archivausstellung über Leben und Wirken von Wilhelm Leuschner an dieser Wilhelm Leuschner Gedenkstätte Bayreuthinzwischen zur Institution gewordenen Einrichtung Bayreuths.

    Pünktlich um 19 Uhr standen die ersten Besucher vor der Tür und wurden in ca. einer Stunde durch das Zentrum geführt und die Ausstellung über Wilhelm Leuschner, die ausschließlich aus Archivgegenständen und Dokumenten aus dem Nachlass Leuschners zusammengestellt wurde. Anschließend folgte ein kleiner Sparziergang durch Moritzhöfen zu den Orten der Kindheit von Wilhelm Leuschner, z. B. das Kasernenviertel und der Röhrensee, um dann in der Gedenkstätte Leuschners in seinem Geburtshaus zu enden. Dort wurde durch die Ausstellung geführt. Die Mitarbeiter der Stiftung waren so zwischen 19 und 21 Uhr gut ausgelastet. Die Besucherzahlen hätten höher sein können, insgesamt war wohl die Beteiligung an der diesjährigen Museumsnacht nicht so gut wie in den vergangenen Jahren. Nichtsdestotrotz konnten sich die Besucher über die Arbeit der Stiftung und deren Gedenkstättenpädagogik informieren.

  • BAYREUTHER MUSEUMSNACHT 2016 Drucken E-Mail

    Das Wilhelm-Leuschner-Zentrum Bayreuth ist der Sitz der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, die sich zur Aufgabe gemacht hat, das Leben und Wirken Wilhelm Leuschners und sein Vermächtnis des Widerstands in die Öffentlichkeit zu tragen. Seit 2012 hat die Stiftung ihren Sitz in diesem Haus und erarbeitet eine wissenschaftliche Edition des gesamten Nachlasses von Wilhelm Leuschner. Dieser ist zugleich Grundlage für eine Ausstellung von Dokumenten im Archivgeschoss des Zentrums. 

    Zur diesjährigen Museumsnacht am Samstag, den 11. Juni 2016 in Bayreuth bietet die Wilhelm-Leuschner-Stiftung den Besuchern des Wilhelm-Leuschner-Zentrums ab 19.00 Uhr  zum Thema „Auf Leuschners Spuren in Moritzhöfen um 1900“ die Besichtigung unserer Archivausstellung an. Es folgen ein Rundgang und eine sich anschließende Führung in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte.

    Von 22.00 bis 23.00 Uhr haben die Besucher die Möglichkeit sich interaktiv Zugang über den Nachlass Wilhelm Leuschners zu informieren.

    Im Gegensatz zum Programmheft wurde die Haltestelle der Buslinie von der BEW geändert. Die Besucher können nun nicht mehr an der Haltestelle Hegelstraße aussteigen, sondern an der Haltestelle Heinrich-von-Kleist-Straße.Anfahrt

    Auf der Karte ist der Weg ins Leuschner-Zentrum ersichtlich.

  • PROJEKTTAG DER LEUSCHNER-STIFTUNG MIT KLASSEN AUS LA SPEZIA

    Projekttag La Spezia / ItalienBereits zum sechsten Mal veranstaltete die Leuschner-Stiftung am 29. April 2016 einen Projekttag mit zwei Schulklassen aus La Spezia im Wilhelm-Leuschner-Zentrum und der Gedenkstätte. In diesem Jahr besteht die Schulpartnerschaft zwischen dem Richard-Wagner-Gymnasium Bayreuth und dem Gymnasium 'Fossati da Passano' in La Spezia seit 30 Jahren. Die letzte Aprilwoche 2016 in Bayreuth war deshalb diesem Jubiläum gewidmet. Schon vor einigen Wochen wurde das Jubiläum in La Spezia begangen. 

    Im Rahmen des Austauschprogramms „Erasmus“ der Europäischen Union finden regelmäßig Bildungswochen in La Spezia und im Gegenzug in Bayreuth statt. Eingebettet in die Projektwoche ist auch seit Jahren ein Projekttag in Zusammenarbeit mit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung. Damit wird die Städtepartnerschaft  zwischen Bayreuth und La Spezia mit Leben erfüllt. In diesem Jahr war für die Begegnungsarbeit als neuer Aspekt der Besuch des Leuschner-Archivs im Wilhelm-Leuschner-Zentrum und die Projektarbeit anschließend in der städtischen Leuschner-Gedenkstätte. Rund 30 Teilnehmende wurden an diesem Vormittag mit Leben und Vermächtnis Wilhelm Leuschners vertraut gemacht. Im Sommer ist ein Gegenbesuch der Stiftung in Einrichtungen italienischer Gedenkstätten in den Norditalienischen Provinzen Ligurien und Toskana beabsichtigt. Hierbei soll die Projektarbeit vertieft werden. Zurzeit werden die italienischen Texte zur Leuschner-Gedenkausstellung mit Hilfe der Deutschlehrerin Rossela Zeni vom 'Istituto Fassato da Passano' in La Spezia bearbeitet und wird dann Eingang in die Projekttagmaterialien finden.

  • PROJEKTTAG DES DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN-GYMNASIUMS

    Am Dienstag, den 12. April 2016 besuchten zwei Klassen des Deutsch-Französischen Gymnasiums Saarbrücken die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte und das Wilhelm-Leuschner-Zentrum für einen Projekttag. Den Schülern wurde anhand einer Führung in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte sowie durch einen Vortrag Wolfgang Hasibethers im Wilhelm-Leuschner-Zentrum die Biographie Wilhelm Leuschners vermittelt. Vor allem wurde seine unermüdliche Arbeit im antifaschistischen Widerstand hervorgehoben. Da das Seminar der beiden Klassen unter dem Thema: „Gib dem Rassismus keine Chance“ steht, sollte nun als Gegenpol auch der Antisemitismus und seine Wirkung in der Nazizeit vertieft werden. Deshalb besuchten die Schülerinnen und Schüler erst das Richard-Wagner-Museum. Hier wurde vor allem auf die Widersprüche in Wagners Verhalten verwiesen. Auf der einen Seite sprach Richard Wagner den Juden ab, Deutsche Musik machen oder inszenieren zu können, auf der anderen Seite wurden aber viele jüdische Sänger, Tänzer und andere Künstler als Mitwirkende in Wagners Werk eingesetzt. Im Anschluss durchstreiften die Schülerinnen und Schüler die Freilichtausstellung „Verstummte Stimmen“ bei dem Besuch des Festspielhauses. Durch die Ausstellung wurde offenbar, dass es im Naziregime nicht auf künstlerisches Talent ankam, da die Ideologie rassistischer Ausgrenzung aus der ‚Volksgemeinschaft’ viele Künstler der Festspiele bedrohte und die Wagnerfamilie selbst diesem Antisemitismus und der Ideologie der sogenannten ‚Deutschen Kunst’ anhing. Viele der damaligen Stars, die wiederholt bei den Bayreuther Festspielen aufgetreten sind, wurden in den Konzentrationslagern ermordet, denn nicht allen gelang eine Emigration in die Schweiz oder nach Amerika.

     

    Wir, das Team der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, bedanken uns noch mal ganz herzlich beim Organisator Michel Anna, den begleitenden Lehrern und vor allem bei den sehr disziplinierten und eifrigen Schülerinnen und Schülern. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im November 2016!  

     

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  • GEDENKSTÄTTENARBEIT DER STIFTUNG IM 1. QUARTAL 2016

     Im Rahmen des lokalen Projekts „Demokratie jetzt!“, das vom Bundesfamilienministerium seit 2016 für die nächsten Jahre finanziell gefördert wird, ist die Wilhelm-Leuschner-Stiftung durch ihren Vorsitzenden im Beirat dieses Projekts vertreten. Insbesondere die Flüchtlingsarbeit und die Kooperation mit verschiedenen Organisationen der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe werden für die Stiftung in den nächsten Monaten im Mittelpunkt der Arbeit stehen. Hierzu fand gemeinsam mit dem DGB am 11. Januar ein Kontaktgespräch mit der Vorsitzenden von „Bunt statt Braun“, Anna Westermann, statt. Sie besichtigte dabei das Zentrum und informierte sich über die Arbeit der Stiftung. 

    Im Rahmen der regionalen Arbeit der Stiftung zur Verbreitung des Vermächtnisses von Wilhelm Leuschner fand am 13. Januar 2016 ein Vortrag vor Student_Innen der Geschichte an der Universität Bamberg statt. In der rund zweistündigen Veranstaltung wurde die Arbeit in der Gedenkstätte in Bayreuth und die Biographie Leuschners vorgestellt. Mit dem Seminarleiter Dr. Marcus Mühlnikel, der zugleich wissenschaftlicher Mitarbeiter des im Aufbau befindlichen Instituts für fränkische Landesgeschichte in Thurnau ist, wurde dabei über eine zukünftige Kooperation in Forschung und Lehre besprochen. Diese Zusammenarbeit soll in den kommenden Jahren kontinuierlich ausgebaut werden.

    Am 18. Januar 2016 fand in der evangelischen Kirchengemeinde Heinersreuth ein Vortrag über die Arbeitswelt und das Leben Leuschners statt. Am 30. Januar 2016 wurde im WLZ ein Projekttag mit Neumitgliedern der Gewerkschaft ver.di Oberfranken Ost durchgeführt. Ein Besuch der Gedenkstätte schloss sich an. Die Archivausstellung mit Exponanten zur Entstehung der Einheitsgewerkschaft im Leuschner-Zentrum bot Anschauungsmaterial für den Projekttag.

    Die Kooperation mit dem ver.di Landesbezirk Bayern zur Geschichte des gewerkschaftlichen Widerstands fand auch 2016 wiederum statt. Vom 7. bis 12. Februar wurde eine Seminarwoche zur Entstehung der Einheitsgewerkschaft und der gesellschaftlichen Entwicklung in Ost und West auf der Grundlage des Erbes des deutschen Widerstands durchgeführt.
     

    Vom 19. Bis 21. Februar fand in Paulushofen ein Seminar des ver.di Bezirks Bayern zur Geschichte der Arbeiterbewegung von den Anfängen bis heute statt. Ein wichtiger Seminarbaustein war dabei der gewerkschaftliche Widerstand der Leuschner-gruppe von 1933 bis 1944.

    Seminarraum Paulushofen – Geschichte der Gewerkschaften und Widerstand 18.-20.2.16

    Am 18. Februar fand ein Projekttag mit der Jusogruppe Bayreuth im Leuschner-Zentrum und der Gedenkstätte statt. Die Rolle Leuschners in der Weimarer Republik und die Entstehung des Sozialstaats standen im Mittelpunkt der Besichtigung von Archiv im Zentrum und in der Städtischen Leuschner Gedenkstätte.  

     

    Am 1. und 7. März fanden Projekttage im WLZ mit Betriebs- und Personalräten aus dem BRK und im Bildungsbereich statt. Im Mittelpunkt stand dabei die Besichtigung der Archivausstellung im Zentrum, der Gedenkstätte und Themen zur Tradition des Widerstands.

     

     

    Am 2. März fand die erste Sitzung des Begleitausschusses „Demokratie jetzt!“ im Rathaus statt, bei dem die Projekte des ersten Halbjahres insbesondere zur Flüchtlingsarbeit beschlossen wurden.

    Im 2. Quartal 2016 wird das Nachlassprojekt zu Wilhelm Leuschner in seine entscheidende Phase eintreten und deshalb nur internationale Kontakte mit den deutsch-französischen Gymnasium Saarbrücken und Schülergruppen aus La Spezia im April durchgeführt werden. Im Juli wird die Arbeit im WLZ bei der Museumsnacht am 11. Bis 12. Juli vorgestellt.

    Am 20. Juli 2016 wird eine Veranstaltung zur Erinnerung an den Widerstand Leuschners im Zentrum stattfinden, am 29. September 2016 werden die 12. Bayreuther Gespräche durchgeführt.


    Plakat 12. Bayreuther Gespräche als Download!

     

  • ARCHIVPROJEKT NACHLASS LEUSCHNER 2012 BIS 2017

     

    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung hat seit dem Jahr 2000 überwiegend aus den Familien der direkten Nachfahren Leuschners vielfach Objekte des persönlichen Nachlasses erhalten. Insbesondere im Jahr 2004 erhielt die Stiftung von der Enkelin Hannelore Reinwein die Sammlungsstücke aus dem Nachlass der Tochter Katharina Leuschner, die besonders wertvolle Stücke zur Biographie Leuschners enthielt. Im Jahr 2007 wurden erstmals die bis dahin gesammelten Nachlassteile durch finanzielle Förderung der Oberfrankenstiftung archiviert und digitale Aufnahmen erstellt. Zwischenzeitlich kamen aus den Archiven von Bayreuther Bekannten und Verwandten Leuschners weitere Archivalien in die Sammlung, insbesondere im Jahr 2010 erhielten wir aus der mütterlichen Verwandtschaftslinie Leuschners wertvolle Archivalien von seinen Tanten. Dieser Umstand erforderte eine völlige Neuordnung des Bayreuther Nachlassbestandes und es entstand die wissenschaftlichen Notwendigkeit, den gesamten Nachlassbestand in einer einheitlichen Archivverwaltung zusammen zu führen. Da wesentliche Nachlassteile Leuschners seit Februar 1973 im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt aufbewahrt werden, sind die Originalbestände des persönlichen Nachlasses von Wilhelm Leuschner an zwei Standorten konzentriert und damit sie als Primärquelle für die Biographie Leuschner wissenschaftlich ausgewertet werden können, bestand die dringende Notwendigkeit, die Gesamtarchivalien zumindest digital in eine einheitliche Veröffentlichung zu bringen. Dies war der Anlass im Jahr 2011 bei der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf einen Antrag zu stellen, den die Stiftung mit der Bedeutung Leuschners für die Gewerkschaftsgeschichte begründete. Mit Unterstützung der damaligen Bundesvorstandsverwaltung des DGB in Berlin und dem damaligen DGB-Vorsitzenden Michael Sommer und seinem Referenten Konrad Klingenburg gelang es uns, einen Antrag auf finanzielle Förderung für ein zweijähriges Forschungsprojekt zu stellen. Im Juni 2013 wurde uns dieses Forschungsprojekt genehmigt und die finanzielle Unterstützung zugesichert. Nachdem alle Nachlassbestände digitalisiert wurden, begann die Vorbereitung einer Veröffentlichung aller rund 30.000 Digitalisate. Bei der Übersicht aller Archivalien mussten wir feststellen, dass dies in einem Zweijahreszeitraum nicht abgeschlossen werden kann, deswegen haben wir einen Verlängerungsantrag gestellt und arbeiten seit Herbst 2015 an der Erstellung einer digitalen Archivdatei, die nach Fertigstellung im Internet öffentlich zugänglich gemacht werden soll. Zugleich entsteht die Biographie Leuschners in einer Gesamtdarstellung des Lebenswerkes diese bedeutenden Gewerkschafters und Widerstandskämpfers, die vom wissenschaftlichen Leiter erstellt wird. Sie nutzt die Nachlassarchivalien als Primärquellen für die Erstellung der Biographie. Neben dieser umfangreichen Archivbearbeitung dienen die Archivalien in ihrer digitalen Form zugleich für die Ausstellung zum Leben und Wirken Leuschners im Leuschner-Zentrum, in dessen Archivschränken die Originale des Nachlasses im Bayreuther Bestand aufbewahrt sind. Der Vorteil der Bayreuther Archivstücke besteht vor allem darin, dass zahlreiche dreidimensionale Gegenstände aus dem Besitz Leuschners dort aufbewahrt werden und mit der Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Am 13. November 2015 hat der Vorstand der Hans-Böckler-Stiftung mit seinem Vorsitzenden, DGB-Chef Reiner Hoffmann, nun einer Verlängerung des Projekts der Leuschner-Stiftung zugestimmt und damit den Weg zur Beendigung der Archivarbeiten im Laufe des Jahres 2017 frei gemacht.

     

     

     

  • DEUTSCH-FRANZÖSISCHES GYMNASIUM SAARBRÜCKEN BEI DER WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG

    Seit 2004 besteht ein Kontakt der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zum deutsch-französischen Gymnasium in Saarbrücken. In regelmäßiger Widerkehr besuchen seit dem Schulklassen des Gymnasiums die Region Bayreuth und absolvieren ein umfangreiches Studienprogramm in einer Exkursionswoche. Früher waren die Schulgruppen in Begegnungsstätte Weidenberg untergebracht und zuletzt im Falkenhaus in Speichersdorf. Dort waren sie auch heuer wieder untergebracht. Die diesjährige Exkursion nach Oberfranken in der Woche vom 02. bis 07. November 2015 stand unter dem Studientitel. „Gib Extremisten keine Chance!“ Neben dem Besuch des Konzentrationslagers Flossenbürg, des Dokumentationszentrums in Nürnberg und einer Besichtigung des deutsch-deutschen Museums in Mödlareuth stand am Dienstag, den 3. November 2015 ein Projekttag im Wilhelm-Leuschner-Zentrum und der Leuschner-Gedenkstätte auf dem Programm. Anschließend besuchte die Gruppe noch das Richard-Wagner-Museum und die Ausstellung „Verstummte Stimmen“ vor dem Festspielhaus in Bayreuth. Die Schülergruppe war unter der Leitung von Michel Anna, der seit über zehn Jahren diesen Kontakt nach Bayreuth organisiert, und den Klassenlehrern Claus Collet und Julia Pastacamp. Die Schüler der beiden Klassen der Jahrgangsstufe 9 stammen sowohl aus dem Grenzgebiet Frankreichs (Region Metz) wie auch aus der Region Saarbrücken und besuchen einen bilingualen Gymnasialzweig. Der Projekttag vermittelte der Schulgruppe sowohl die Biographie Leuschners unter besonderer Akzentuierung von Leuschners Engagement der deutsch-französischen Aussöhnung in den 1920er Jahren wie auch der Bedeutung seines Widerstands im 3. Reich. Es wurden aktuelle Bezüge zur Naziszene in Oberfranken hergestellt und die Aufklärungsarbeit der Leuschner-Stiftung gegenüber diesen rechtsradikalen Strömungen erläutert. In Gruppendiskussionen wurden die Ideologie der Nazis anhand der Begriffe Volksgemeinschaft, Rassenideologie und dabei insbesondere des Antisemitismus erarbeitet. Die Wirkungen des Antisemitismus wurden im Anschluss bei dem Besuch am Festspielhaus der Ausstellung „Verstummte Stimmen“ weiter vertieft. Mit dem Organisator des Austauschprogramms Michel Anna wurde ein nächster Besuch von Schülergruppen im April 2016 vereinbart. 

    Deutsch-Französisches Gymnasium besucht Gedenkstätte

  • 11. BAYREUTHER GESPRÄCHE 2015

    Am Samstag den 26. September 2015 fanden im Wilhelm-Leuschner-Zentrum in Bayreuth die 11. Bayreuther Gespräche statt. Mit wissenschaftlichen Experten wurde das Thema „Biographische  Quellen in der Erinnerungskultur“ behandelt.

     Nach einleitenden Worten durch den wissenschaftlichen Leiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung Wolfgang Hasibether, verlas Frau Röhler, Leiterin des Kulturamtes der Stadt das Grußwort der Oberbürgermeisterin der Stadt Bayreuth Brigitte Merk-Erbe, die Notwendigkeit der Erinnerungsarbeit an Wilhelm Leuschner betonte und der Stiftung für ihr Engagement dankte. Der DGB-Regionsgeschäftsführer für den Bezirk Oberfranken Mathias Eckardt richtete anschließend seine Grußworte an die rund 30 Besucher der Veranstaltung und erinnerte an den Vater der Einheitsgewerkschaft, dessen gesellschaftliches und politisches Engagement in Bayreuth und Europa nicht vergessen werden dürfe und durch das Engagement im Leuschner-Zentrum mit dem Nachlass Leuschners auch davor bewahrt würde.

    Nach kurzen Vorträgen von Dr. Hans Simon-Pelanda (Bürgerinitiative KZ-Gedenkstätte Flossenbürg aus Regensburg), Dr. Barbara Distel (ehemalige Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau) und Dr. Willy Buschak (DGB Sachsen und Fachautor zum Gewerkschaftlichen Widerstand, Dresden) über die Bedeutung von biographischen Quellen, begann eine rege Diskussion mit dem Plenum. Was kann man anhand von biographischen Quellen und  ihrer subjektiven Färbung über die Vergangenheit  erfahren? Was sagen fehlende Selbstzeugnisse über eine Zeit aus? Dr. Simon-Pelanda referierte darüber wie Schulkinder leichter den Einstieg in die NS-Zeit bekommen können. Selbstzeugnisse sprechen die Jugendlichen mehr an als schlichte Daten und Zahlen. Er berichtete über sein Projekt über das KZ–Außenlager Colosseum in Regensburg und wie die Schulkinder Zeitzeugen aufgespürt haben und diese zu Vorkommnissen während der Nazizeit befragt haben. Dies war so interessant für die Jugendlichen, dass diese sogar Samstag und Sonntag an diesem Projekt gearbeitet haben.

    Dr. Barbara Distel stellte vor allem heraus das Archive und schriftliche Dokumente sehr wichtige Mittel sind, um hauptsächlich die Jugendlichen an eine Geschichte heranzuführen, die lange zurückliegt. Durch das aufgeschriebene Erlebte können sie an dem vergangenen Geschehen teilhaben und die Geschichte besser begreifen. Die biographischen Quellen wecken ihr Interesse weit mehr als trockene Geschichtsfakten.

    Dr. Willy Buschak zeigte in seinem Vortrag die weitverzweigten Netze des gewerkschaftlichen Widerstands auf. Vor allem am Beispiel der Internationalen Transportarbeiter Föderation machte er deutlich wie stark der Widerstand innerhalb der Gewerkschaften war, obwohl diese sofort nach der Machtübernahme durch die Nazis zerschlagen wurden und dass es genug Pläne und Programme gab für einen Umsturzplan gegen die Nationalsozialisten.

    Ein weiterer Diskussionspunkt war die Auffassung des Politologen und Wagnerforschers Professor Dr. Bermbach aus dem ehemaligen Wohnhaus Houston Stewart Chamberlains in Bayreuth, das heute als Jean-Paul-Museum dient, ein Forschungsinstitut zu machen und dort über dessen antisemitische Rasseideologie und Verbindung zur Wagnerfamilie zu forschen.

    Frau Dr. Distel mahnte vor der Macht der Symbolkraft und was ein solches Haus für Zeichen an die Gesellschaft ausstrahlen würde. Denkbar wäre, dass es zu einer Pilgerstätte werden würde, wie das unweit in Wunsiedel liegende Grab Rudolf Hess’, das zwar längst aufgelassen ist, aber nach wie vor Nazis zu Demonstrationen anzieht. Willy Buschak plädierte dafür, Chamberlain wenn schon, dann nur im Zusammenhang mit Wagner abzuhandeln. Im Bezug zum Erinnern an Wilhelm Leuschner in Bayreuth sei es notwendig auf den gewerkschaftlichen Widerstand mehr Stolz zu entwickeln und im steten Erinnern nicht nachzulassen. Auch Frau Distel sieht die Notwendigkeit Chamberlain innerhalb der Wagnerausstellung zu behandeln und ihm kein solitäres Erinnern zu geben.

    In der Diskussion mit den Besuchern wurde mehrheitlich die Auffassung vertreten, dass die Kosten für ein Institut zur Erforschung der Chamberlain-Quellen in keinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand stehen. Wolfgang Hasibether erinnerte an die ständigen Probleme die Erinnerungskultur in Bayreuth zu finanzieren. Die Quellen des Leuschner- Nachlasses im Archiv der Stiftung würden aufwendig digitalisiert und in der Bildungsarbeit im Rahmen der Leuschner-Gedenkstätte an die Besuchergruppen vermittelt. Dies sei klassische Gedenkstätten- und Museumsarbeit im Sinne des Themas der Bayreuther Gespräche: Sammeln, Forschen, Ausstellen und Vermitteln.

    Im Anschluss an die Diskussion wurde, während eines Rundgangs, das im Keller des Wilhelm-Leuschner-Zentrums entstandene Archiv gezeigt. Es wurde in den nun fertig gestellten Räumen ein Ort geschaffen, an welchem der Nachlass Leuschners professionell aufbereitet zugänglich gemacht wurde. 

    Für die musikalische Begleitung des Abends sorgten Herbert Schmid und Theresa Weidhas aus Weiden. Mit Gitarre, Querflöte und Gesang wurden die Besucher noch lange unterhalten.

     

     
  • 11. BAYREUTHER GESPRÄCHE

    Mit dem Thema „Biographische  Quellen in der Erinnerungskultur“ will die Wilhelm-Leuschner-Stiftung bei ihren seit 2005 durchgeführten Bayreuther Gesprächen am Samstag, den 26. September 2015 zum 11. Mal die Diskussion um die Erinnerungskultur in Europa vorantreiben.

    Die biographischen Quellen im Leuschner-Archiv sind Gegenstand der Diskussion mit Experten aus der Erinnerungskultur. Nachdem die Leuschner-Stiftung seit zwei Jahren den gesamten Nachlass Leuschners digital bearbeitet und seine Biographie wissenschaftlich neu erstellt, soll der Wert der Erinnerung die in den Archiven  aufbewahrt werden für die aktuelle Diskussion erörtert werden. Dabei ist es wichtig, zu untersuchen, was sagen uns die Nachlassstücke über den Ablauf der Vergangenheit und ihre Relevanz für die Gegenwart aus.

    Die Veranstaltung beginnt um 14.00 Uhr und nach der inhaltlichen Diskussion ergibt sich die Möglichkeit, im Archivgeschoß des Leuschner-Zentrums die Ausstellung aus dem Bestand der Archivalien zu besichtigen. 

     

    Zu dieser Veranstaltung gibt es vorab das Programm als PDF-Datei zum Download. Bitte beachten Sie, dass bis zum Beginn der Veranstaltung noch Programmänderungen möglich sind. Wir informieren sie hier auf unserer Website.

  • ERÖFFNUNG DES WILHELM-LEUSCHNER-ZENTRUMS IN BAYREUTH AM MONTAG, 15. JUNI 2015 UM 18 UHR

    Am 15. Juni 1890 wurde Wilhelm Leuschner in Bayreuth in dem Haus Moritzhöfen 25 geboren. Dieses Jahr stellt in der Geschichte der Arbeiterbewegung ein herausragendes historisches Ereignis dar. 1890 fielen nach 12 Jahren die Sozialistengesetze, die Rentenversicherung nahm ihren Anfang mit der Gründung der Landesversicherungsanstalten. Ein Meilenstein in der von den Gewerkschaften seit langem vom Staat geforderten Sozialpolitik und zum ersten Mal wurde am 1. Mai die Forderung des Achtstundentages auf die Straßen der Welt getragen. Somit jährt sich heuer neben dem Geburtstag eines bedeutenden Gewerkschaftsführers zum 125. Mal auch der 1. Mai. Diesen Geburtstag nimmt die Wilhelm-Leuschner-Stiftung und der DGB Oberfranken zum Anlass, das Wilhelm-Leuschner-Zentrum in der Nähe der städtischen Leuschner-Gedenkstätte im Geburtshaus Leuschners in der Herderstraße 29 offiziell der Öffentlichkeit vorzustellen. Dieses Zentrum dient in Zukunft als zweites Standbein des Gedenkens neben der Gedenkstätte als Bildungs- und Forschungszentrum zum Andenken an Leben und Wirken Wilhelm Leuschners. Das Programm können Sie hier als PDF herunterladen.

  • FÖRDERVEREINSVERSAMMLUNG AM 28.10.2014

    Die Jahreshauptversammlung des Fördervereins fand heuer im neu sanierten Wilhelm-Leuschner-Zentrum statt. Nach dem Bericht des Vorsitzenden Jürgen Jakob wurde die Finanzsituation besprochen. Satzungsgemäß wurden die Einnahmen und Spenden in Höhe von 4.500 Euro an die Wilhelm-Leuschner-Stiftung überwiesen, um die Projektarbeit für die Erinnerungsorte in Bayreuth zu unterstützen. Nach längerer Diskussion über die Sanierung und die Arbeit der Stiftung wurde die Versammlung mit einem Rundgang durch die zukünftigen Archivräume im Untergeschoß des Wilhelm-Leuschner-Zentrums beendet.

    Im Anschluss an die Versammlung fand ein Vortrag von Wolfgang Hasibether statt, der sich mit dem ersten Projekt der Stiftung zur Veröffentlichung des Nachlasses von Wilhelm Leuschner befasste. Im Sommer wurde eine Ausstellung im ver.di Bildungszentrum Brannenburg eröffnet, mit Bildern und Tagebuchaufzeichnungen von Wilhelm Leuschner aus seinem Kriegseinsatz im 1. Weltkrieg. Dieses Projekt ist der Beginn der zukünftigen Archivarbeit, die in den Räumen des Wilhelm-Leuschner-Zentrums der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Bis zum Sommer 2015 soll der gesamte Nachlass im Untergeschoß des Zentrums eingelagert werden und für Veröffentlichungen vorbereitet werden. Ein digitales Projekt eines Internetportals zur Veröffentlichung des gesamten Nachlasses in Darmstadt und Bayreuth soll bis dahin abgeschlossen werden. Dieses Projekt, durch die Hans-Böckler-Stiftung finanziell gefördert, läuft seit Sommer 2013 und wird nach zwei Jahren abgeschlossen sein, ebenso wie die zur Zeit erarbeitete Biographie von Wilhelm Leuschner, die der wissenschaftliche Leiter der Stiftung bis zur Mitte nächsten Jahres veröffentlichen wird.

  • GEDENKVERANSTALTUNGEN ZUM 70. TODESTAG VON WILHELM LEUSCHNER

    Neben der zentralen Gedenkveranstaltung an den 70. Todestag von Wilhelm Leuschner im Rahmen der 10. Bayreuther Gespräche der Wilhelm-Leuschner-Stiftung am 27.09.2014
    fanden auch Gedenkveranstaltungen direkt am 70. Todestag, den 29. September 2014, in Darmstadt und Frankfurt in Hessen statt.

    Das Hessische Staatsarchiv Darmstadt, mit dem die Stiftung seit 2013 in einem Archivprojekt eng zusammen arbeitet, veranstaltete am 29.09.14 ein wissenschaftliches Symposium zur Wirkung Leuschners in der heutigen Zeit. Unter dem Titel „Lebt wohl. Haltet zusammen. Baut alles wieder auf!“ setzten sich verschiedene Referent_innen mit dem Widerstand Leuschners, seinem Widerstandsnetz und mit der Biographie einiger seiner Mitstreiter auseinander.

    Es wurde auch unter dem Gesichtspunkt der Archivwissenschaft die Quellenlage des Leuschner-Nachlasses und deren öffentliche Zugänglichmachung diskutiert. Nach den Grußworten von Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid und den Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch, wurde zuerst ein Einblick in die Quellen des Leuschner-Nachlasses von Dr. Klaus-Dieter Rack vom Hessischen Staatsarchiv und von Wolfgang Hasibether, Wilhelm-Leuschner-Stiftung Bayreuth, gegeben. Zurzeit wird der gesamte Nachlass digital erfasst und biographisch eingeordnet. Der erhaltene Nachlass besteht in Originalbeständen im Hessischen Staatsarchiv (HStAD) in Darmstadt und in Beständen im Nachlass der Wilhelm-Leuschner-Stiftung. Ein Projekt der Hans-Böckler-Stiftung fördert zurzeit die digitale Erschließung dieser Nachlassbestände, in dem wichtige historische Dokumente auch aus dem Netzwerk des Leuschner-Widerstandskreises verwahrt werden.

    Im Anschluss gab Dr. Stephanie Zibell von der Universität Mainz eine Darstellung zur Verfolgung Leuschner durch die NSDAP. Dr. Axel Ulrich skizzierte anhand seiner Verö

    In den Nachmittagsvorträgen, unter anderem von Prof. Siegfried Mielke und Dr. Peter Steinbach, wurde die zentrale Stellung Leuschners im gewerkschaftlichen Widerstand gegen das NS-Regime und seine Brückenfunktion zu allen anderen Widerstandskreisen insbesondere die zum Kreisauer Kreis behandelt. ffentlichung von 2012 die Widerstandstätigkeit Leuschners nach seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager der Nazis von 1934 bis 1944 und stellte vor allem die reichsweite Verbreitung seines Widerstandsnetzes ohne den die Offiziere des 20. Juli 1944 ihren Staatsstreich nicht versucht hätten.

    Die beiden engsten Mitstreiter Leuschners, Staatsrat Ludwig Schwamb und sein Pressereferent Carlo Mierendorf, wurden in Vorträgen von Dr. Ilka Rödel, Christina Stein und Dr. Peter Engels biographisch gewürdigt. Dabei spielte auch die Quellenlage aus deren Nachlässen eine wichtige Rolle.

    Alle Vorträge dieser wissenschaftlichen Tagung hatten zum Ergebnis, dass das Widerstandsnetz Leuschners die weitesten Kreise des Arbeiterwiderstands gegen die Nationalsozialisten umfasste und in seiner Bedeutung für den Putsch gegen Hitler am 20. Juli 1944 nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Insbesondere auch die Überlegungen zu einer demokratischen Nachkriegsordnung an denen Leuschner zentral beteiligt war, zeigen das historische Erbe, das Leuschner mit der Idee der Einheitsgewerkschaft in einer demokratischen Nachkriegsordnung hinterlassen hat und unsere Verpflichtung dies zu bewahren und weiter zu entwickeln.

  • GEDENKFEIER DES DGB LANDESBEZIRKS HESSEN-THÜRINGEN IM DGB-HAUS FRANKFURT/MAIN AM 29. SEPTEMBER 2014

    Anlässlich des 70. Todestages von Wilhelm Leuschner fand im DGB-Haus Frankfurt im Wilhelm-Leuschner-Saal eine Gedenkveranstaltung des DGB Hessen-Thüringen statt. Diese Gedenkveranstaltung wurde vom DGB Chor Frankfurt musikalisch umrahmt. Bei ihrer Eröffnungsrede betonte die Vorsitzende des DGB-Bezirks, Gabriele Kailing, das historische Vermächtnis Leuschners, nämlich die Idee der Einheitsgewerkschaft. Dieses Organisationsprinzip wurde aus dem Widerstandskampf Leuschners und seiner Mitstreiter, darunter der christliche Gewerkschafter Jakob Kaiser im zähen Kampf gegen das NS-Regime entwickelt. Die Idee der Einheitsgewerkschaft, so betonte die Vorsitzende, sei eine Weiterentwicklung aus dem Weimarer Organisationsprinzip der Richtungsgewerkschaften und führte im Gegensatz zu diesem alle christlichen, liberalen und sozialistischen Gewerkschaften der Weimarer Zeit im Nachkriegsdeutschland in eine Einheitsorganisation. Dieses Vermächtnis Leuschners wurde von Hans Böckler beim Gründungskongress des DGB im Oktober 1949 in die Tat umgesetzt. 18 Einzelgewerkschaften verbanden sich im Dachverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Ein ähnliches Organisationsprinzip verfolgte auch der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund in der DDR ab 1949, allerdings nicht in einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung sondern als Treibriemen der Partei. Das formale Organisationsprinzip entsprach den Vorstellungen Leuschners und seiner Mitstreiter, insbesondere auch die Übernahme der Verwaltung der Sozialversicherung. Der DGB-Chor Frankfurt stellte in seiner musikalischen Darbietung viele Lieder vor, die zu Lebzeiten Leuschners Grundlage des Arbeiterlieds waren. Die beiden Referenten Wolfgang Hasibether von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und Dr. Axel Ulrich aus Wiesbaden, die beide intensiv seit Jahrzehnten das Leben und Wirken Leuschners erforschen, betonten in ihren Beiträgen das Ausmaß des Arbeiterwiderstands, der sich in dem Netzwerk Leuschners und seinen Vertrauensleuten im gesamten Reichsgebiet dokumentiert und in der Tatsache, dass der Arbeitwiderstand den höchsten Blutzoll im Kampf gegen das NS-Regime zu entrichten hatte. Viele tausende und abertausende von Menschen aus der Arbeiterbewegung, den Gewerkschaften, den beiden Arbeiterparteien und mit ihnen verbundenen kulturellen Organisationen leisteten von 1933 bis 1945 erbitterten Widerstand gegen das NS-Regime und hätten nach Gelingen des Putsches vom 20. Juli 1944 danach die Macht übernommen. Wie breit dieses Widerstandsnetz war, zeigt allein die Tatsache der sich 1945 nach der Befreiung vom Nationalsozialismus bildenden antifaschistischen Ortsausschüsse in allen Mittelstädten und Großstädten der besetzten Landesteile des ehemaligen deutschen Reiches. In der Bundesrepublik gelang es nach dem Fehlschlag die Teilung Deutschlands zu verhindern, eine neue Gewerkschaftsbewegung unter dem Dach des DGB aufzubauen. Die würdige Feier endete mit dem Solidaritätslied von Bert Brecht in der Darbietung des DGB Chors Frankfurt. Die nächste Gelegenheit an Leuschner festlich zu erinnern, wird im Jahr 2015 am 15. Juni gegeben sein, an diesem Tag wäre Wilhelm Leuschner 125 Jahre alt geworden.

  • „ZWISCHEN LEID UND UNBEUGSAMKEIT“ 10. BAYREUTHER GESPRÄCHE 2014

    Zum zehnten Mal seit 2005 veranstaltete die Wilhelm-Leuschner-Stiftung am 27. September 2014 ein Symposium zum Widerstand gegen das NS-Regime in Europa während des 2. Weltkriegs in der Bayreuther Zamirhalle. In diesem Jahr gab die Tagung einen Einblick in die Erinnerungsarbeit in Italien und Deutschland. Mehr als einhundert Teilnehmende waren bei den drei Veranstaltungen der Bayreuther Gespräche aus dem Bundesgebiet und dem Ausland interessierte Gäste der Stiftung. Wie von Anbeginn an wurden die Gespräche auch heuer wieder gemeinsam mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und mit Unterstützung der Stadt Bayreuth sowie dem Förderverein Leuschner-Zentrum durchgeführt. Hinzu kamen bei den diesjährigen Veranstaltungen die Kooperation mit Arbeit und Leben Bayern, dem DGB Oberfranken und dem Zamirchor.

    Zentraler Ausgangspunkt war der siebzigste Todestag von Wilhelm Leuschner, der am 29. September 1944 in Berlin-Plötzensee von den NS-Schergen ermordet wurde. Diesmal war die Brücke zur Erinnerungsarbeit in Europa der gewerkschaftliche Widerstand in der italienischen Region um La Spezia und der angrenzenden Toskana und Leuschners Widerstandnetz gewerkschaftlicher Vertrauensleute im Jahr 1944 im Deutschen Nationalsozialismus.

    Zugleich mit dem siebzigsten Todestag jährten sich auch die SS-Massaker in den Alpi Apuane zum siebzigsten Mal. Im Frühjahr und Sommer 1944 wurden von den SS-Soldaten in den Bergen in der Nähe von La Spezia zivile Geiseln massenhaft ermordet. Über diese Ereignisse berichteten die Vertreter von italienischen Opferverbänden in La Spezia (Ligurien) und Fivizzano (Toskana) über den Aufstand der Arbeiterschaft gegen das NS-Besatzungsregime und die italienischen faschistischen Behörden der ‚Republica Sociale Italiano’ Benito Mussolinis und stellten dabei die heutigen Gedenkorte in der Umgebung von La Spezia vor.

    Bei der Begrüßung durch Hans-Otto Hemmer, den Vorsitzenden des Stiftungsrats, wies dieser auf die langjährige Tradition der Bayreuther Gespräche hin und auf den diesjährigen Anlass zum Andenken an den Todestag Leuschners hin. Er betonte, dass die Bayreuther Gespräche ganz im Zeichen des europäischen, insbesondere des italienischen, Freiheitskampfes gegen Faschismus und Nationalsozialismus stehen. Daraus ergeben sich spezifische Konsequenzen und Lehren für unsere Gegenwart wie wir sie auch dem Vermächtnis Leuschners entnehmen können. Er wies weiter darauf hin, dass die WLS es sich weiterhin zur Aufgabe mache, dieses große und ehrenvolle Erbe Leuschners zu bewahren und für Gegenwart und Zukunft zugänglich und nutzbar zu halten.

    Der zweite Bürgermeister der Stadt Bayreuth, Thomas Ebersberger, begrüßte die versammelten Gäste der Veranstaltung im Namen der Schirmherrin, Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe, und wies auf die Verdienste der Leuschner-Stiftung für die Vertiefung der Partnerschaft zwischen Bayreuth uns La Spezia hin. Er betonte, die Verpflichtung der Stadt Bayreuth, dass Erbe Leuschner gemeinsam mit der Stiftung wach zu halten.

    Die Rede zum Vermächtnis Leuschners hielt, anstelle des kurzfristig erkrankten DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann, der bayerische DGB-Bezirksvorsitzende Matthias Jena. In seiner Rede über Leuschners Wirkung für die deutsche Gewerkschaftsbewegung und die Grundlagen für ein soziales Europa wurde vor allem das Vermächtnis der Einheitsgewerkschaft als bleibendes Erbe des gewerkschaftlichen Widerstands herausgestellt.

    Neben dem gewerkschaftlichen Widerstand des Netzwerks Leuschners behandelten die drei italienischen Referent_innen die Verfolgung und den Widerstand um La Spezia und der angrenzenden Alpi Apuane im Sommer 1944 sowie den gewerkschaftlich organisierten Widerstand der italienischen Arbeiterschaft in der Region. Der Vertreter des historischen Instituts des Widerstands von La Spezia, Fabrizio Dellepiane, skizzierte in seiner Rede den Widerstand der Gewerkschaften in der Umgebung und der Stadt La Spezia im März 1944. In der ersten Märzwoche fanden in den Regionen Piemont, Ligurien und der Lombardei Generalstreiks statt. Acht Tage lang wurden die großen Industriestandort Mailand, Genua und Turin lahm gelegt, dann breitete sich der Streik auf andere Regionen aus: Emilia Romagna, Venetto und Toskana. Zwei Millionen Arbeiter_innen nahmen an der Bewegung teil, die von großen Demonstrationen von Bauern und Landfrauen in den ländlichen Gebieten unterstützt wurden, vor allem in der Emilia Romagna. Die Forderung der Arbeitschaft bestand in dem Versuch die repressiven Maßnahmen der faschistischen italienischen Polizei und der deutschen SS zu beseitigen. Sie forderten Lohnerhöhungen, wandten sich gegen die Kriegswirtschaft und kämpften ausreichende Nahrung. Die großen Industriellen Verweigerten die Verhandlungen mit den Arbeitern, sie solidarisierten sich mit der deutschen Besatzung und gaben dieser oftmals sogar die Liste der Streikenden. Weiterhin ging der Referent auf die Streikmaßnahmen in La Spezia ein, bei dem tagelang die Kriegsindustrie in der Stadt lahm gelegt wurde. In La Spezia beteiligten sich mehr als 10.000 Arbeiter_innen an den Streikmaßnahmen.

    Im Anschluss an das Referat von Fabrizio Dellepiane stellte die Vorsitzende der Vereinigung der Angehörigen der Opfer, Doriana Ferrato, die Maßnahmen der deutschen Besatzung gegen die Zivilbevölkerung in La Spezia dar. Ihr Vortrag befasste sich mit den Deportationen durch die SS im Zeitraum von 1943 bis 1945. Allein aus La Spezia wurden 585 Menschen in die Konzentrationslager der Nationalsozialisten verschleppt, davon kehrten 235 nicht mehr zurück und starben in den Lagern. Die Verschleppung erfolgte zuerst in ein Konzentrationslager in Bozen und anschließend in Lager in Oberösterreich (Mauthausen) und auch nach Dachau, Flossenbürg und anderen berüchtigten Lagerorten.

    Der Journalist Roberto Oligeri befasste sich in seinem Vortrag mit den besonders grausamen Vergeltungsaktionen der SS in den Alpi Apuane im Sommer 1944, bei denen die SS-Truppen als angebliche Vergeltungsaktionen für Partisanenangriffe auf deutsche Truppen jeweils für einen gefallenen deutschen Soldaten zehn zivile Geiseln erschießen ließen. Er schilderte insbesondere auch die Ermordung seiner Geschwister in dem Dorf San Terrenzo Monti und befasste sich mit der Aufarbeitung dieser Gräueltaten der SS in der Nachkriegszeit. Die drei Schilderungen der italienischen Referent_innen belegten eindrucksvoll wie tief die Wunden der Verbrechen der deutschen Besatzung bis heute nachwirken und verdeutlichen zugleich die beeindruckenden Gesten der Verständigung durch unsere europäischen Nachbarn.

    In der anschließenden Diskussion wurde die Verarbeitung des NS-Terrors im heutigen Italien und in Deutschland mit den italienischen Referent_innen behandelt. Unter der Moderation von Beate Michl von der Bayerischen Landeszentrale für Bildungsarbeit entspann sich ein interessanter Diskurs über die Erinnerungsarbeit und die gesellschaftliche Aufarbeitung der historischen Ereignisse in Deutschland und Italien.

    Die Bayreuther Gespräche waren der Auftakt für ein Jugendprojekt der WLS, das durch das Gedenkstättenprogramm des Bundes und des Landes Bayern ab 2015 finanziert werden und Schulklassen aus Italien und Deutschland zur gemeinsamen Erinnerungsarbeit zusammen führen soll.

    Es ist geplant, die Erinnerungsorte in La Spezia, wo an die Opfer der Massaker und der Deportierten in deutsche Konzentrationslager gedacht wird und Erinnerungsorte in der Region Oberfranken aus der NS-Zeit in einem Projekt zu dokumentieren und für den Schüleraustausch lebendig werden zu lassen. Materialien in deutsch und italienisch zu den einzelnen Stationen des Gedenkens in Italien und Deutschland sollen für zukünftige Austauschprogramme erarbeitet werden. Hierzu werden die seit 2010 zwischen der WLS und den Vertretern der Stadt La Spezia und andere Orte in der Region entstandenen Kontakte weiter vertieft und der gegenseitige Austausch von Gruppen ausgeweitet werden.

    Im Anschluss an die vierstündige Nachmittagsveranstaltung fand ein Empfang der Stadt Bayreuth für die Gäste der Bayreuther Gespräche statt, dem sich ein einstündiges Konzert des Zamirchors Bayreuth anschloss. Die Benefizveranstaltung zugunsten der Gedenkstättenarbeit der WLS stellte in den Mittelpunkt der vorgetragenen Lieder eine Komposition des jüdischen Komponisten Peter Noa, der 1909 in Nürnberg geboren wurde und von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Das Lied, das der Zamirchor vortrug, trug den Titel „Frieden, Freiheit, Arbeit und Brot“ und war damit eine treffende Erinnerung an den Widerstandskampf Wilhelm Leuschners.

     

     

     
     
  • ANTIKRIEGSTAG 1. SEPTEMBER 2014 IM VER.DI BILDUNGSZENTRUM BRANNENBURG

    Im Rahmen der Erstellung von Dokumenten aus dem Leuschner-Nachlass im Stiftungsbesitz entsteht zurzeit eine Ausstellung über die Kriegserfahrungen Wilhelm Leuschners bei seinem Fronteinsatz von 1916 bis 1918 in Weißrußland und in Frankreich. Die von ihm überlieferten Kriegsbilder werden zu einer Ausstellung zusammengestellt, die als Wanderausstellung konzipiert ist. Aus Anlass des 100. Jahrestages des 1. Weltkriegs und des 25. Jahrestages des 2. Weltkriegs wird am Antikriegstag den 1. September 2014, eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und dem ver.di Bildungszentrum Brannenburg durchgeführt. Die Kriegsbilder aus unserem Archiv werden dabei bei einer Ausstellungseröffnung mit einer inhaltlichen Einführung erstmalig der Öffentlichkeit gezeigt. In 10 Themenblöcken werden ca. ein Drittel der über hundert Bilder im Leuschner-Nachlass in der Ausstellung vorgestellt. Sie zeigen einerseits den Schrecken des Krieges im Schützengraben, geben Tagebuchnotizen aus Leuschner Kriegsaufzeichnungen wieder und veranschaulichen andererseits Kriegsidyllen in geselligen Runden in der Etappe der Regimentseinheit Leuschners. 

    Die individuellen Kriegserfahrungen einer „verlorenen Generation“ erhellen die politischen Brüche der deutschen Arbeitbewegung und geben uns heute eine Ahnung von den nachfolgenden Katastrophen des 20. Jahrhunderts, die nicht Naturereignisse waren, sondern von Menschen gemacht wurden. Dies nicht zu vergessen und für heute aus den Erfahrungen von früher zu lernen, dient die Ausstellung, die bis Jahresende in Brannenburg zu sehen ist und anschließend in der Archivausstellung des Wilhelm-Leuschner-Zentrums in Bayreuth ein Teil der Dauerausstellung wird.

  • 10. BAYREUTHER GESPRÄCHE

    Am Samstag, den 27. September 2014 – Zentrale Gedenkveranstaltung zum 70. Todestag Wilhelm Leuschners: Es spricht der DGB-Bundesvorsitzende Reiner Hoffmann in Bayreuth

    Seit 2005 finden die Bayreuther Gespräche als Traditionsveranstaltung der WLS immer zum Todestag Wilhelm Leuschners statt. Heuer zum zehnten Mal. In diesem an Gedenktagen reichen Jahr 2014 wird auch an den 70. Todestag von Wilhelm Leuschner erinnert. Er wurde am 29. September 1944 in Berlin-Plötzensee von den NS-Schergen ermordet. Sein Widerstandsnetz der gewerkschaftlichen Vertrauensleute war wesentlich an den Putschplänen des 20. Juli 1944 beteiligt. Ohne seine Widerstandsstruktur im Untergrund, die bereit stand, die Macht zu übernehmen, hätten die Militärs um Graf Stauffenberg niemals das Attentat auf Adolf Hitler gewagt. Nach dem Scheitern des Putsches versteckte sich Leuschner wie viele andere im Untergrund. Durch Verrat wurde er am 16. August 1944 von der Gestapo entdeckt und am 7. und 8. September vor den sog. Volksgerichtshof des Blutrichters Roland Freisler gestellt. In einem Schauprozess wurde er zum Tode verurteilt und nach dreiwöchiger Folter am 29. September 1944 hingerichtet. Seine letzten Worte kurz vor dem Tod, „schafft die Einheit“, sind als Vermächtnis des Arbeiterwiderstands in die Geschichte der deutschen Gewerkschaften eingegangen. 

    Aus diesem Anlass wird als Hauptredner der Veranstaltung in der Zamirhalle in Bayreuth bei den Bayreuther Gesprächen der neu gewählte DGB-Bundesvorsitzende Reiner Hoffmann eine Gedenkrede halten.  

    Er wird sich mit der Bedeutung des Organisationsprinzips, der Idee der Einheitsgewerkschaft für die heutigen Gewerkschaften beschäftigen, ebenso wie mit deren möglicher kultureller Bedeutung für die Einheit der Arbeitnehmerbewegungen in Europa und der Welt. Die wesentlichen Merkmale des Widerstandes von Wilhelm Leuschner, die Verteidigung der Menschenrechte, die Grundlagen des sozialen und demokratischen Rechtsstaates und das Organisationsprinzip der Einheitsgewerkschaft sind die Diskussionsgrundlagen für das wissenschaftliche Symposium der Bayreuther Gespräche 2014. Die Idee der Einheit sozialer Bewegungen, die er gemeinsam mit dem christlichen Gewerkschafter Jakob Kaiser entwickelte, werden dabei aus den Wurzeln des Widerstandes hergeleitet und der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung gegenüber gestellt. 

    Der Widerstand gegen das  NS-Regime in Europa wird durch italienische Referent_innen aus La Spezia, der Partnerstadt Bayreuths, beispielhaft erläutert. Sie werden den gewerkschaftlichen Widerstand in der dortigen Region vor 70 Jahren vorstellen, ebenso wie die Erinnerungsorte, die an die SS-Massaker 1944 in Norditalien erinnern. 

    Dieser Brückenschlag zwischen dem gewerkschaftlichen Widerstand in Deutschland und Italien soll dazu beitragen, die Bayreuther Gespräche zum Ausgangspunkt für ein Projekt „Erinnerungsorte in den Regionen Bayreuth und La Spezia“ zu machen. 

    Im Jahr 2015 soll ein Projekt mit Jugendlichen entstehen und Begegnungsfahrten mit den italienischen Partnern der Organisation der Deportierten in La Spezia organisiert werden. Aus den Erfahrungen des europäischen Widerstands soll so eine zukunftsweisende Friedenspolitik für Europa mitgestaltet werden.

    Zu den Bayreuther Gesprächen sind alle interessierten Bürger_innen aus unserer Region herzlich eingeladen.

    Hier finden Sie den Programmflyer!

  • GEDENKVERANSTALTUNG AM 29.09.2014

    Der DGB Hessen und der DGB Region Frankfurt veranstalten am 70. Todestag Wilhelm Leuschners, am 29.September 2014, um 19.00 Uhr im Frankfurter DGB-Haus eine Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Ermordung von Wilhelm Leuschner.
    Bei dieser Veranstaltung werden die beiden Stiftungsmitglieder, Dr. Axel Ulrich und Wolfgang Hasibether, über die Wirkung und das Vermächtnis Wilhelm Leuschners für heute sprechen.
    Der Vater der Einheitsgewerkschaft wird bei dieser Veranstaltung in seiner Wirkung als maßgeblicher Gewerkschafter in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Begründer der Idee der Einheitsgewerkschaft und in seinem Wirken im Widerstand gegen den Hitler-Faschismus von den Referenten ausführlich gewürdigt.

    Hier finden Sie den Programmflyer!

  • PÄDAGOGISCHE ARBEIT DER WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG IM RAHMEN DER INTERNATIONALEN BEGEGNUNGEN IN BAYREUTH

    Im Zuge der internationalen Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung fand am Freitag, den 14. März 2014 ein Projekttag mit italienischen Schüler_innen aus La Spezia in der städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte statt.

    Die seit Jahrzehnten bestehende Schulpartnerschaft des Richard-Wagner-Gymnasiums Bayreuth mit dem Gymnasium Istituto di Istruzione Secondaria Superiore „Fossati – Da Passano“, in La Spezia ermöglichte einer Gruppe von 25 Schüler_innen, im Rahmen einer Begegnungswoche in Bayreuth vom 9. bis 15. März 2014 auch einen Projekttag in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte.

     

    Dieses Austauschprogramm des europäischen Förderprogramms Erasmus ermöglichte der Gruppe junger Leute in Bayreuth verschiedene kulturelle Einrichtungen kennen zu lernen.  Die städtische Gedenkstätte und das nahe gelegene Wilhelm-Leuschner-Zentrum sind seit Jahren wichtige historische Orte der europäischen Erinnerungskultur. Seit 2010 hält die Stiftung engen Kontakt zu Einrichtungen italienischer Gedenkstätten in den norditalienischen Regionen Ligurien und Toskana (besonders in den Provinzen La Spezia, Massa Carrara und Lucca) und es finden jährlich Begegnungen mit italienischen Gruppen in Bayreuth und La Spezia statt.

    Bei dem Projekttag führte der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Wolfgang Hasibether, die Schüler_innen in die Biographie Leuschners ein. Anhand italienischer Texte und der Übersetzung ihrer Lehrerin, Silvia Segalla, konnte die Gruppe junger Leute sich ein Bild über den deutschen Widerstand gegen Hitler machen und lernte einen der wichtigsten Widerstandskämpfer der deutschen Arbeiterbewegung gegen das Nazi-Regime kennen.

     

  • INTERNATIONALE BEGEGNUNG LA SPEZIA

    Vom 12.04. bis 19.04.2014
    In der Karwoche 2014 absolvierte in Vorbereitung der 10. Bayreuther Gespräche der Vorstand der Wilhelm-Leuschner-Stiftung in La Spezia ein Programm zur Erinnerungskultur in dieser Partnerregion Bayreuths. Von Fabrizio Dellepiane, aus der Stadtverwaltung La Spezia, unserem langjährigen Kooperationspartner, wurde ein umfangreiches Begegnungsprogramm zusammengestellt.

    Am Anfang der Woche besuchten wir das Istituto Superiore „Agostino Fossati – Manfredo Da Passano“ La Spezia. Unter der fachkompetenten Führung von Silvia Segalla, der dortigen Deutschlehrerin und Beauftragten für europäische Kontakte, lernten wir die Einrichtung des technisch und naturwissenschaftlich ausgerichteten Gymnasiums kennen und im Gespräch mit Prof. Paolo Manfredini unterhielten wir uns über die Möglichkeiten des Schüleraustausches zwischen Bayreuth und La Spezia. Zugleich konnten wir uns mit dem Schulleiter, der an diesem Tag zum Präsidente di Consiglio Communale gewählt wurde, über die Stadtpolitik in La Spezia im Vergleich zur Kommunalpolitik in Bayreuth austauschen.

     

    Am Mittwoch, den 16.04., besuchten wir vormittags im Centro Allende ein Zeitzeugengespräch mit Vorstellung einer Dokumentation. Die Dokumentation beschäftigte sich mit einem Ort im Apennin, in dem 1944 Mordkommandos der deutschen SS-Truppen die Zivilbevölkerung terrorisierten. Der Ort San Terenzo Monti ist in den Bergen rund 37 km von La Spezia entfernt in der Region Toscana gelegen und war einer von vielen Orten, in denen 1944 zahlreiche Verbrechen durch die deutschen Besatzungstruppen begangen wurden. Der in Bayreuth aufgewachsene Feldmarschall Albert Kesselring war der befehlshabende Hauptverantwortliche für die Wehrmachtsverbrechen.

    Bei der vorgestellten Filmdokumentation handelte es sich um eine Schülerarbeit des Lyceo Scientifico Antonio Pacinotti, die die Gedenkstätte in San Terenzo Monti zusammen mit Hinterbliebenen der Mordopfer in den Mittelpunkt ihres Films gestellt haben. Ein Nachfahre der Opfer an diesem Ort, der Journalist Roberto Oligero, ist der Vorsitzende des „Komitees der Verwandten der Opfer“ und betreut die Gedenkstätte. Im Anschluss an die Vorstellung des Films diskutierten die Schüler mit dem Zeitzeugen Dr. Franccesco Bernardi, dem Kopräsidenten des Widerstandskomitees ANPI (Nationales Komitee der Partisanen Italiens), der im Frühjahr 1944 an den Widerstandsaktionen in La Spezia beteiligt war.

    Der frühere Provinzpräsident Guiseppe Ricciardi berichtete von den Widerstandsaktionen im März 1944, unter anderem auch von dem Generalstreik in der Region, der insbesondere von der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft in der Region La Spezia gegen die deutsche Besatzung durchgeführt wurde. Von den Streikbeteiligten wurden viele dann nach Niederschlagung der Streikbewegung durch die deutschen Truppen in das Konzentrationslager Bozen und von dort in die Lager nach Mauthausen, Dachau und Flossenbürg deportiert und kamen dort zu Tode.

     

    Am Nachmittag fuhren wir mit Fabrizio Dellepiane in diesen historischen Ort und besuchten die dortige Gedenkstätte gemeinsam mit Roberto Oligero. In dem Ort sind in einem Museum, einer ehemaligen Kapelle, zahlreiche Dokumente, Fotos und Materialien zu den Gräueln der SS-Truppen ausgestellt. Im Ortsteil Valla sul Bardina sind auf einer großen Gedenktafel die Namen der Ermordeten zu lesen, deren Portraits im Sacrificio von San Terenzo Monti ausgestellt sind. Daneben ist ein großes Mahnmal errichtet.

     

    Am Donnerstag unserer Begegnungswoche in La Spezia besuchten wir das Kunstmuseum Amedeo Lia, um dann am Nachmittag einen weiteren Gedenkort mitten in La Spezia kennen zu lernen. Im öffentlichen Park vor dem Lyceo Mazzini besuchten wir eine kleine Gedenkstätte, die an die 1944 von La Spezia nach Deutschland deportierten Häftlinge erinnert. In dem Park, der ursprünglich eine Infanteriekaserne beherbergte, wurden in den dortigen Kellern von deutschen SS-Truppen und italienische Faschisten die Gefangenen des Generalstreiks im Frühjahr 1944 misshandelten und anschließend nach Deutschland deportiert.

    An der Stelle, der inzwischen abgerissenen Kaserne, wurde ein Mahnmal aufgestellt und neben der Schule die kleine Gedenkstätte eingerichtet. Die Geschichte dieser Gedenkstätte erläuterte uns die Vorsitzende Dr. Doriana Ferrato des A.N.E.D. (Organisation der Angehörigen der Deportierten). Die Übersetzung übernahm Chiara Cozzani, die Vorsitzende der Deutsch-Italienischen Gesellschaft von La Spezia und Deutschlehrerin am Lyceo Mazzini. Sie hatte der Wilhelm-Leuschner-Stiftung vor vielen Jahren die Kontakte zu verschiedenen Organisationen in der Bayreuther Partnerstadt La Spezia vermittelt.

    Wir erhielten zahlreiche interessante Informationen über die Erinnerungskultur in der Region La Spezia und erörterten Begegnungsmöglichkeiten von deutschen und italienischen Gruppen u.a. auch einen Besuch der A.N.E.D. von La Spezia in Bayreuth mit Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Dort wurden auch italienische Deportierte aus La Spezia ermordet.

    Am letzten Tag unserer Begegnungswoche wurden wir am Karfreitag im Rathaus von La Spezia vom Oberbürgermeister Massimo Federici empfangen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Erinnerungskultur in Italien und Deutschland und Möglichkeiten der Weitervermittlung an die jüngere Generation.

    Dabei stellten wir unser Projekt „Erinnerungsorte in Bayreuth“ vor und entwickelten gemeinsam die Idee, zukünftig Schülergruppen bei Besuchen in La Spezia und Bayreuth mit den jeweiligen Erinnerungsorten vertraut zu machen. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung wird sich bemühen entsprechende Kontakte zu vermitteln und Unterrichtsmaterialien von den Orten in Bayreuth und La Spezia auf Deutsch und Italienisch zu entwickeln. Dies soll den jeweiligen Besuchsgruppen die Möglichkeit zur Information über die Erinnerungskultur in beiden Regionen geben.

    Entsprechend unserem Stiftungszweck wollen wir damit zur Aussöhnung und friedlichen Entwicklung der Freundschaft zwischen den beiden Partnerregionen beitragen und die europäische Verständigung weiter entwickeln.

     


     

     
  • ERFOLGREICHE MUSEUMSNACHT

    Wie seit 2004 hat sich die Wilhelm-Leuschner-Stiftung auch heuer wieder am Samstag, den 17. Mai 2014 an der Museumsnacht der Stadt Bayreuth beteiligt. In der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte wurde ab 19.00 Uhr ein Dokumentarfilm zum Leben und Wirken Wilhelm Leuschners den Besuchern vorgeführt. Im Mittelpunkt der Führungen war der Todestag von Wilhelm Leuschner, der sich heuer am 29. September zum 70. Mal jährt.

    Zwischen 19.00 und 23.00 Uhr waren rund 50 Besucherinnen und Besucher in der Gedenkstätte und wurden von uns über das Leben und Wirken von Wilhelm Leuschner informiert.

    Die Museumsnacht wurde nach einjähriger Unterbrechung heuer wieder vom Kulturreferat der Stadt Bayreuth durchgeführt und angesichts der guten Besucherresonanz bleibt zu hoffen, dass diese auch im nächsten Jahr wieder als Traditionsveranstaltung durchgeführt wird.

     

     
  • MITTELPUNKT DER STIFTUNGSARBEIT

    Im Jahr 2014 steht im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit die Fortsetzung des im Sommer 2013 begonnenen Archivprojekts „Internetveröffentlichung des Nachlasses von Wilhelm Leuschner“ in Bayreuth und im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt. Der Nachlass wird zurzeit digital bearbeitet und soll im Sommer 2015 in einem eigenen Internetportal gemeinsam mit dem Darmstädter Staatsarchiv im Internet der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Hierzu hat die Hans-Böckler-Stiftung ein Zweijahresprojekt der Stiftung finanziell gefördert. Dieses Projekt wird zugleich im Sommer 2015 durch die Veröffentlichung der neuen Leuschner-Biographie abgeschlossen werden. Neben dieser intensiven digitalen Bearbeitung der Archivalien wird im Untergeschoß des Leuschner-Zentrums das Archiv mit Ausstellungsstücken und entsprechenden Ausstellungsräumen zurzeit renoviert und soll im Herbst 2014 für die pädagogische Arbeit zur Verfügung stehen. Die Kooperationsverhandlungen mit der Stadt Bayreuth haben im Jahr 2014 eine erfreuliche Wendung genommen. Voraussichtlich werden wir bis zum Sommer einen neuen Kooperationsvertrag mit der Stadt Bayreuth über die Arbeit in der städtischen Gedenkstätte abschließen. Damit wird die seit 2002 anhaltende Zusammenarbeit erfolgreich fortgeführt werden können.

  • MITTELPUNKT DER STIFTUNGSARBEIT

    Im Jahr 2014 steht im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit die Fortsetzung des im Sommer 2013 begonnenen Archivprojekts „Internetveröffentlichung des Nachlasses von Wilhelm Leuschner“ in Bayreuth und im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt. Der Nachlass wird zurzeit digital bearbeitet und soll im Sommer 2015 in einem eigenen Internetportal gemeinsam mit dem Darmstädter Staatsarchiv im Internet der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Hierzu hat die Hans-Böckler-Stiftung ein Zweijahresprojekt der Stiftung finanziell gefördert. Dieses Projekt wird zugleich im Sommer 2015 durch die Veröffentlichung der neuen Leuschner-Biographie abgeschlossen werden. Neben dieser intensiven digitalen Bearbeitung der Archivalien wird im Untergeschoß des Leuschner-Zentrums das Archiv mit Ausstellungsstücken und entsprechenden Ausstellungsräumen zurzeit renoviert und soll im Herbst 2014 für die pädagogische Arbeit zur Verfügung stehen. Die Kooperationsverhandlungen mit der Stadt Bayreuth haben im Jahr 2014 eine erfreuliche Wendung genommen. Voraussichtlich werden wir bis zum Sommer einen neuen Kooperationsvertrag mit der Stadt Bayreuth über die Arbeit in der städtischen Gedenkstätte abschließen. Damit wird die seit 2002 anhaltende Zusammenarbeit erfolgreich fortgeführt werden können.

  • DIE PÄDAGOGISCHE ARBEIT GEHT WEITER

    Im Zuge der internationalen Arbeit der WLS wird am Freitag, den 14. März ein Projekttag mit italienischen Schüler_innen aus La Spezia in der städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte durchgeführt. Im Rahmen der Schulpartnerschaft des Richard-Wagner-Gymnasiums Bayreuth und der Technischen Oberschule La Spezia werden Schüler_innen, die in dieser Woche im Austauschprogramm Bayreuth besuchen, auch die Gedenkstätte kennen lernen. Die Schüler_innen werden bei dem Projekttag anhand der Biographie Leuschners bei einer Führung  durch italienische Texte angeleitet und lernen damit einen der wichtigsten Köpfe des deutschen Widerstands kennen.

  • ZEITZEUGENGESPRÄCH MIT AJALA GABAI AUS ISRAEL AM 24. JANUAR 2014

    Im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ fand am Freitag, den 24. Januar, das von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung organisierte Zeitzeugengespräch mit Ayala Gabai in der Zamirhalle in Bayreuth statt. Diese hatte bereits am Montag den 20. Januar ein Zeitzeugengespräch mit Schüler_innen am Gymnasium Pegnitz absolviert. Ihre beeindruckende Schilderung des Überlebens des Holocaust in Holland im Jahre 1944 und ihre damit verbundene Familiengeschichte einer jüdischen Familie unter der Verfolgung der Nationalsozialisten machten großen Eindruck auf die Zuhörenden in der Zamirhalle. Sie wurde als Kleinkind von einer holländischen Familie vor der Verschleppung durch die Nazis versteckt. Ebenso wie ihre Mutter. Dieses tragische Schicksal hat sie selbst erst nach dem Tod ihrer Mutter in den 80er Jahren erfahren und selbst nach den holländischen Helfern in Europa geforscht, da sie seit 1950 in Israel aufwuchs und ihre Eltern ihr niemals dieses Schicksal erzählt hatten. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung hat dieses Zeitzeugengespräch gemeinsam mit Barbara Bayer vom Zamirchor vermittelt und Schüler_innen des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums und der Beruflichen Oberschule Bayreuth zu diesem Zeitzeugengespräch eingeladen. 

  • BESUCH DES TIVONCHOR AUS ISRAEL IN DER LEUSCHNER-GEDENKSTÄTTE AM 25.JANUAR 2014

    Im Rahmen des Toleranzprojektes waren auf Einladung des Zamirchores zwei Chöre aus Israel, darunter der Tivonchor zu Besuch in Bayreuth und gaben in der Region mehrere Konzerte. Zugleich wurde ein Begegnungsprogramm organisiert, bei dem die Wilhelm-Leuschner-Stiftung den Part übernahm, die Chormitglieder über mit der Geschichte des Widerstandskämpfers Wilhelm Leuschner vertraut zu machen. In diesem Rahmen wurde am Samstag, den 25. Januar, ein Besuch der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte durchgeführt. In einer mehr als zweiständigen Veranstaltung wurde der deutsche Widerstand gegen das Naziregime erläutert und es fand eine interessante Diskussion mit den israelischen Besuchern über die Haltung der Deutschen gegenüber dem Naziregime statt. Die Israelis beeindruckte insbesondere die Tätigkeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und sie waren voll des Lobes über die Aktivitäten hier in Bayreuth.

  • RÜCKBLICK 2013 UND AUSBLICK 2014

    Das Jahr 2013 war für die Gedenkstättenarbeit der Stiftung ein turbulentes Jahr. Nach dem Einzug in das Wilhelm-Leuschner-Zentrum im Juli 2012 und dem ersten Sanierungschritt zum Ausbau der Büroräume, des Seminarraums und der Außenanlagen auf der Gartenseite, wurde die Sanierung der Außenwände und der Dämmung der Kellerräume für den Einbau des Archivs im zweiten Bauabschnitt im Sommer 2013 angegangen und im Dezember abgeschlossen.WLS-Zentrum Bayreuth
    Der Kooperationsvertrag mit der Stadt Bayreuth zur Arbeit in der Gedenkstätte wurde von der Stiftung im Frühjahr 2013 gekündigt, da die Bezuschussung für die Personalkosten durch die Stadt von Anfang an in keinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand der Stiftung stand. Da der Stadtrat einen weiteren Träger für die Arbeit bezuschussen will, ist nicht absehbar, wie die Entwicklung der Zusammenarbeit im Jahr 2014 weiter gehen wird. Einige Entscheidungsträger im Stadtrat haben bedauerlicherweise bis heute nicht erkannt, welchen Einsatz die Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Aufbau der Gedenkstätte und der pädagogischen Arbeit dort geleistet hat, und auch weiterhin leisten wird. Auch staatlicherseits lässt die Unterstützung zu wünschen übrig. Unser Antrag um Aufnahme in die Bayerische Gedenkstättenstiftung wurde im Frühjahr 2013 von der Landtagsmehrheit abgelehnt, so dass eine laufende Kostenübernahme für die Gedenkstättenarbeit weiterhin nicht in Sicht ist.
    Nach dem Wechsel im Fördervereinsvorstand im Sommer 2014 hat die Unterstützungsarbeit des Vereins für unsere Gedenkstättenarbeit neue Schwerpunkte gesetzt und wird 2014 die Sponsorenarbeit auf neue Beine stellen.
    Ein entscheidender Schritt zum Ausbau des Leuschner-Zentrums war die Förderung unseres Archivprojekts durch die Hans-Böckler-Stiftung. In einem zweijährigen Projekt werden wir gemeinsam mit dem Hessischen Staatsarchiv Darmstadt den gesamten Nachlass Wilhelm Leuschners, der dort und in unserem Archiv lagert digital bearbeiten und eine Datenbank anlegen, die der weiteren wissenschaftlichen Forschung zum gewerkschaftlichen Widerstand dienen soll. Zugleich wird im Zentrum das Untergeschoß zu einem interaktiven Seminar- und Ausstellungsbereich im dritten Sanierungsabschnitt ausgebaut um die Gedenkstättenarbeit im Geburtshaus wesentlich ausweiten zu können.
    Im Jahr 2014 werden wir die 10. Bayreuther Gespräche am 27. September mit internationaler Beteiligung unter dem Titel ‚Zwischen Leid und Unbeugsamkeit – Europäische Erinnerungsarbeit zu NS-Opfern und Widerstand’ durchführen.
    Das Jahr beginnt mit einer Kooperation mit dem Zamir-Chor Bayreuth, der zum Holocaustgedenktag am 27.1.2014 zwei israelische Chöre nach Bayreuth eingeladen hat und im Rahmen des musikalischen Programms (Konzert am 25.1.14 in der Zamirhalle Bayreuth) auch ein Zeitzeugenprojekt gemeinsam mit uns durchführt, bei dem Zeitzeugen über den Holocaust mit oberfränkischen Schulklassen sprechen werden.
    Der dritte Bauabschnitt am Januar wird den Endausbau der Archiv- und Ausstellungsräume zum Ziel haben und wir hoffen im Sommer 2014 die Gesamtsanierung nach zwei Jahren abgeschlossen zu haben.
    Wir wünschen allen unseren Freund_innen, Unterstützer_innen und Kooperationspartner_innen frohe Festtage und ein glückliches, gesundes neues Jahr.

  • AKTIVITÄTEN DES TOLERANZPROGRAMMS REGION BAYREUTH IM HERBST 2013

    Die WLS unterstützt als externe Koordinierungsstelle die Aktivitäten des lokalen Aktionsplans Bayreuth. Die nachfolgenden Projekte sind im Herbst 2013 angelaufen. 

    Am 19. September 2013 hat der Begleitausschuss des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ in der Region Bayreuth in seiner 6. Sitzung die letzten Projekte gefördert. Damit sind alle Fördermittel für 2013 vergeben.

    Im Oktober und November finden Projekte von UNICEF Ortsgruppe Bayreuth (Kinder und die Welt), der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bayreuth, der Werner-Zapf-Stiftung zusammen mit dem Evangelischen Bildungswerk, dem RW 21 und der Volkshochschule Bayreuth, sowie der Evangelischen Jugend Dekanat Bayreuth statt. 

    Das Projekt von UNICEF hatte den Auftakt am 12. Oktober 2013 mit einer Musikaufführung von Kinderchören aus Bayreuther Kindertagesstätten unter der Leitung von Valentina König. Dieses Projekt setzt sich bis Ende Dezember 2013 mit der Erarbeitung eines Theaterstücks über die Situation von Kindern in Bangladesh fort. 

    Die Deutsch-Polnische Gesellschaft hat am 2. November eine Ausstellung „Frühling im Herbst. Vom polnischen November zum deutschen Mai. Europa der Nationen 1830 bis 1832“ in den Ausstellungsräumen des Alten Schlosses Bayreuth (Maxstraße 6) eröffnet, die bis zum 30. November dauert. Ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung beschäftigt sich mit dem deutsch polnischen Verhältnis und der deutschen Polenbegeisterung im 19. Jahrhundert bis zur Hilfe für Solidarnosc in den 1980er Jahren. Der Vortrag von Professor Jerzy Kalazny befasste sich mit der Entwicklung der deutschen Vormärzbewegung in den 1830er Jahren und beleuchtete die Polenbegeisterung der vorrevolutionären deutschen Bevölkerungskreise vor allen Dingen im Bürgertum, Adels- und Studentenkreisen. Die Sympathie für die polnische Freiheitsbewegung war ein wesentlicher Impuls für die Bestrebungen der deutschen nationalen Einheit. Besonders stellte er die europäischen Grundideen von Freiheitsrechts- und Menschenrechten heraus, wie es dann auch bei der Unterstützung der polnischen Solidarnosc durch die westdeutsche Gewerkschaftsbewegung zum Ausdruck kam. Die Ausstellung zeigt den revolutionären Kampf von November 1830 bis Oktober 1831 der polnischen Freiheitsbewegung für einen unabhängigen polnischen Nationalstaat. Die Ideen der Freiheitsbewegung nahmen die Ideale der französischen Revolution auf und beflügelten den deutschen Vormärz. Nach der Niederlage der polnischen Freiheitsbewegung emigrierten die polnischen Truppen nach Preußen und zogen weiter nach Frankreich. In Deutschland wurden die Emigranten in vielen deutschen Städten begeistert aufgenommen und unterstützt. Die Ausstellung zeigt ein interessantes Kapitel europäischer Freiheitsbewegung im Kampf um Demokratie und Menschenrechte.

     

    Weitere Veranstaltungen sind u.a. am 12. November ein Vortrag von Altoberbürgermeister Dr. Dieter Mronz über Johann Georg August Wirth im Seminarraum des Evangelischen Bildungswerks. Das ganze Programm kann unter www.dpg-bayreuth.de heruntergeladen werden. 

     

    Bilder von der Ausstellungseröffnung ‚Frühling im Herbst’ am 2. 11.13 ^
    (© Wilhelm-Leuschner-Stiftung)

     

    Am 4. November wurde die Wanderausstellung im RW 21 „Opfer rechter Gewalt seit 1990“ eröffnet, die bis zum 28. November zu sehen und mit einem pädagogischen Begleitprogramm für interessierte Gruppen aus Schule und Öffentlichkeit verbunden ist.

    Die Ausstellung, die von der Werner-Zapf-Stiftung nach Bayreuth geholt wurde, portraitiert Menschen, die seit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 rechten Gewaltanschlägen zum Opfer gefallen sind. Von 1990 bis 2012 sind mindestens 169 Menschen durch rechte Gewalt umgekommen. 

    Die Ausstellung, bei der viele Opfer nicht mit Bild zu sehen sind, ist eine Dokumentation über das Verdrängen und Relativieren rechter Gewalt. Die Ausstellungsmacherin, die Künstlerin Rebecca Forner, zitierte bei der Eröffnung Aussagen von Presseorganen, die ihr bei ihrer Suche nach Bildern der Opfer nur sagten: „Das sind nur Durchlaufbilder von Randereignissen, die nicht interessieren, sie werden nicht archiviert“. Die Absicht der Ausstellung ist daher auch den Opfern Namen und ein Gesicht zu geben.

     Rebecca Forner bei der Ausstellungseröffnung am 4.11.13 im RW 21 (© Wilhelm-Leuschner-Stiftung) 

    Kostenlose Führungen für Einzelbesucher finden am 06.11. um 10.30 Uhr am 09.11. um 11.00 Uhr, am 15.11. um 17.00 Uhr, am 21.11. um 18.00 Uhr um am 26.11. um 11.00 Uhr statt. Weitere Termine für Gruppenführungen können unter der Telefonnummer 0921 - 50 70 90 97 erfragt werden. Das Evangelische Bildungswerk, die Volkshochschule und das Iwalewa Haus bieten ein umfangreiches Begleitprogramm an. So erinnert z.B. am 09.11.13 um 19.00 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus eine Veranstaltung an die Reichspogromnacht von 1938 mit Professor Dr. Horst Rupp unter dem Titel „Der Großvater als Täter“.

    Die weiteren Veranstaltungen sind in einem umfangreichen Flyer als download auf der Internetseite der Stadt Bayreuth unter www.bayreuth.de nachzulesen. 

    Für Schulen kann unter der o.a. Telefonnummer eine pädagogische Begleitung vereinbart werden. 

    Am 09. November 2013 wird eine Ausstellung im Schülercafe Adebar, Ludwigstraße 29 in Bayreuth um 15.00 Uhr eröffnet. Der israelische Schriftsteller Sagy Cohen hat zusammen mit der Evangelischen Jugend Bayreuth das „Projekt 75“ durchgeführt. Junge Menschen verschiedener schulischer Einrichtungen in Bayreuth näherten sich dem historischen Themenkomplex der Pogromnacht der Nazis vom 09. auf den 10. November 1938 (75. Jahrestag) mit den Mitteln kreativer Gestaltung. Die Ergebnisse und Arbeiten werden in der Ausstellung bis zum 22.11.13 zu sehen sein. 

    Alle Projekte wurden mit Mitteln des Bundesprogramms „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ unter der Federführung der lokalen Koordinierung in der Stadt Bayreuth finanziell ermöglicht. Das Bundesprogramm in Bayreuth wird seit 2011 durchgeführt und dient der Vernetzung von zivilgesellschaftlichen Trägern in Stadt und Landkreis Bayreuth zur Förderung von Bildungsprogrammen und Aktionen für die Aufklärung gegen rechte Gewalt, Abbau von Vorurteilen gegenüber gesellschaftlichen Minderheiten und der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. 

    Bisher wurden in diesen drei Jahren insgesamt 42 Projekte von 13 zivilgesellschaftlichen Trägern in Bayreuth und Speichersdorf mit insgesamt rund 240.000 Euro gefördert. Auch im Jahr 2014 wird im Rahmen des Lokalen Aktionsplans dieses Programm in Bayreuth, Speichersdorf und Warmensteinach fortgesetzt. 

    Am Freitag 13.12.13 wird um 15.00 Uhr im Cafe Klatsch am Bayreuther Menzelplatz 8 eine öffentliche Veranstaltung vom Begleitausschuss des Toleranzprogramms für die Träger und weitere interessierte Initiativen durchgeführt. Dabei sollen die Antragsmodalitäten für Neuanträge im Jahr 2014 und ein Rückblick auf die bisher durchgeführten Projekte vorgestellt werden.

     

  • BESUCH DER GEDENKSTÄTTE DURCH DIE BIGSAS AM 24. JUNI

    Auch in diesem Jahr besuchte wieder eine Gruppe von Doktoranden der Bayreuth International Graduate School of African Studies („BIGSAS“) die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte und erhielt eine englischsprachige Führung von Stiftungsmitarbeiterin Silvia Herrmann. Die ausschließlich afrikanischen Besucher/innen waren interessiert daran, ihr Bild von der Stadt Bayreuth bezüglich der NS-Geschichte Bayreuths um einen neuen Aspekt zu ergänzen. Bislang war ihnen bereits bekannt gewesen, dass Hitler sich im Umfeld der Familie Wagner und der Stadt allgemein gerne aufgehalten hatte und dass Richard Wagner bekennend antisemitisch eingestellt war. Nun lernten sie den Lebensweg eines Bayreuthers kennen, der sich offen gegen das NS-Regime gestellt hatte. Dass dessen Erbe im Rahmen der Gedenkstättenarbeit heute weiter vermittelt wird, befand die Gruppe für überaus wichtig für die positive Wahrnehmung der Stadt Bayreuth durch ausländische Studierende.

  • PROJEKTTAG "DER ERWACHSENE WILHELM LEUSCHNER" MIT DER GRUNDSCHULE GESEES

     

    Am 26. Juni besuchte noch einmal die vierte Klasse der Grundschule Gesees mit ihrer Klassleiterin Susanne Raithel die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte. Bei ihrem zweiten Besuch in diesem Schuljahr erfuhren die Grundschüler mehr über das Leben des erwachsenen Wilhelm Leuschner. Die Klasse hatte im März bereits den Projekttag „Kindheit im Kaiserreich“ besucht und dabei viel über die Lebenswelten von Kindern im Deutschen Kaiserreich gelernt. Jetzt informierten sie sich über Leuschners Werdegang als Erwachsener. Wo war er nach seiner Ausbildung zum Holzbildhauer in Bayreuth tätig? Wie sah sein Familien- und Berufsleben in Darmstadt aus? Was machte er im Ersten Weltkrieg und später als hessischer Innenminister? Dies durften sich die Kinder zum großen Teil selbsttätig erschließen. Mit Unterstützung von Silvia Herrmann und Susanne Raithel hatten sie sich schließlich die Biographie Leuschners bis 1933 zusammengepuzzelt und waren dabei auf einen spannenden Begriff gestoßen, die „Demokratie“. Diese stand im Mittelpunkt des zweiten Teils des Vormittags. Jetzt ging es um einen Vergleich des Lebens Leuschners vor 1933 in der Demokratie und ab 1933 in der Hitler-Diktatur. Was unterscheidet die Demokratie von der Diktatur? Warum konnte Leuschner als Demokrat nicht anders als Widerstand zu leisten? Die Kinder beteiligten sich eifrig am Vergleich und sammelten viele Vorteile des Lebens in einer demokratischen Staatsform. Ihre vielen positiven Rückmeldungen am Ende des Vormittags bestätigten das Gelingen dieses erstmaligen Angebots des zweiten Projekttags für die Zielgruppe Grundschüler in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte.

     

  • BERICHT ZUR VERANSTALTUNG „HEUTE GEDENKEN“ AM 14. UND 15. JUNI

    Anlässlich des Geburtstags Wilhelm Leuschners am 15. Juni veranstalteten das IWALEWA-Haus und die Wilhelm-Leuschner-Stiftung die zweitägige Konferenz und Zusammenkunft „Heute.Gedenken.“. Die Veranstaltung wurde gefördert mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ und diente der Vernetzung und dem Austausch von Multiplikatoren und Multiplikatorinnen, die im Fördergebiet im Bereich der Erinnerungsarbeit tätig sind.
    Am Freitag, 14. Juni fand der Auftakt der Veranstaltung im Wilhelm-Leuschner-Zentrum statt. Ab 15 Uhr fanden sich die Referenten und Gäste im Zentrum ein, das Programm begann um 15.30 Uhr. Nach der Begrüßung durch Katharina Fink (IWALEWA-Haus) und Silvia Herrmann (Wilhelm-Leuschner-Stiftung) sowie einer kurzen Hinführung zum Thema folgten die ersten beiden Vorträge unter dem Rahmenthema „Worte und Taten“.

    Felix Gothart von der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth stellte die aktuellen Projekte der Gemeinde in Bayreuth vor: Die digitale Erfassung der über 950 Grabsteine des Jüdischen Friedhofs Bayreuth, der Bau der Mikwe neben der Synagoge in der Münzgasse sowie die bevorstehende Einrichtung eines jüdischen Kulturzentrums mit Museum und koscherem Café.
    Die anschließende Diskussion drehte sich um die Frage nach angemessenen Formen des Gedenkens heute und leitete über zum nächsten Vortrag von Martin Jonas vom Fraunhofer Theater München. Der Volkskundler, der bereits ein Ausstellungsprojekt an der KZ-Gedenkstätte Dachau betreute, berichtete u. a. über die shintoistische Praxis in Japan, bestimmte Schreine im Turnus von 20 Jahren komplett abzureißen und detailgetreu wieder aufzubauen, wobei das Alter des Schreins ungerührt dessen mit über tausend Jahren angegeben wird. Damit wurde eine spannende Diskussion um die Bedeutung von Authentizität im Bereich der Erinnerungskultur angestoßen.
    Nach einer gemütlichen Pause mit Snacks von Sagy Cohen und Wein gesponsert von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bayreuth folgte am Abend die Lesung des jungen Autors Kolja Mensing, der in seinem Roman „Die Legenden der Väter“ der Geschichte seines polnischen Großvaters während und nach dem Zweiten Weltkrieg nachspürt. Auch hier schloss sich eine Diskussion mit dem Publikum an.
    Am Samstag, 15. Juni begann der zweite Teil der Veranstaltung um 10 Uhr in der Schokofabrik in St. Georgen. Der Morgen stand unter dem Rahmenthema „Medien.Generation: Erinnern und Imaginieren“. Zunächst sprach Silvia Herrmann über Erinnerung und Imagination in Film und Literatur der Gegenwart und darüber welche Bedeutung diesen beiden Medien in der aktuellen Erinnerungskultur zukommt. In der darauf folgenden Diskussion wurde deutlich, dass gerade in der Vermittlungsarbeit mit Medien noch Wege gesucht werden, um die vergangenen Ereignisse adäquat zu transportieren.
    Auch der folgende Vortrag beschäftigte sich mit der Vermittlung der Vergangenheit. Kerstin Schröder von der Evangelischen Jugend und Organisatorin des jährlichen internationalen Jugendtreffens an der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, erläuterte in ihrem Vortrag die Elemente des Jugendtreffens, wie etwa Zeitzeugengespräche und Kreativworkshops, und ging dann darauf ein, wie zukünftige Jugendarbeit im Hinblick auf Gedenken aussehen wird.
    Nach einer gemeinsamen Mittagspause mit Führung durch eine Miniausstellung des KinderKunstClubs am IWALEWA-Haus zum Thema „Mein Stück Bayreuth“, stand der Nachmittag unter dem Thema „Stadt.Geschichte.Plural.“.
    Michael Weiser vom Nordbayerischen Kurier eröffnete mit einem Vortrag zur Bedeutung von Straßennamen allgemein und historisch belasteten Straßennamen in Bayreuth im Speziellen. Diese besonders sichtbare und immer wieder umkämpfte Form der Erinnerung sorgte in der Schokofabrik ebenfalls für Diskussionsstoff. Ein weitaus weniger präsentes Kapitel Bayreuther Stadtgeschichte beleuchtete Katharina Fink in ihrem anschließenden Vortrag zur Erinnerung an die farbige Hofdame Markgräfin Wilhelmines, Alzire, und den südafrikanisch-deutschen Schriftsteller und Schauspieler Bloke Modisane. Den Abschluss der nachmittäglichen Vorträge bildete ein Gespräch mit Florian Zinnecker vom Nordbayerischen Kurier über die Rolle des lokalen Kulturjournalismus, denn gerade dieses Medium ist richtungweisend im lokalen Diskurs auch über Erinnerungskultur.
    Am Abend war schließlich noch der Bayreuther Stadtschreiber Volker Strübing zu Gast bei „Heute.Gedenken.“, und die gelungene Veranstaltung endete mit einem Abendessen und gemütlichen Beisammensein vor der Schokofabrik. 

     
  • EINLADUNG ZUR VERANSTALTUNG "HEUTE.GEDENKEN." AM 14./15. JUNI

    Am 14. und 15. Juni veranstaltet das IWALEWA-Haus in Kooperation mit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung die Tagung „Heute.Gedenken.“. Auf dem Programm stehen Vorträge rund um das Thema "Erinnerungs-/Gedenkkultur heute" sowie zwei Lesungen und eine Miniausstellung des KinderKunstClubs des IWALEWA-Hauses. Die Veranstaltung wird gefördert mit Mitteln aus dem Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken".

    Am Freitag beginnt der erste Teil der Veranstaltung ab 15 Uhr im Wilhelm-Leuschner-Zentrum, Herderstraße 29. Als Referenten sind eingeladen Felix Gothart von der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth, der über den jüdischen Friedhof in Bayreuth berichtet, und Martin Jonas vom Fraunhofer Theater München, der über Gedenkorte in Deutschland und Japan referieren wird.

    Am Abend liest der junge Autor Kolja Mensing aus seinem Roman „Die Legenden der Väter“ (ab 19.30 Uhr), in welchem er der Geschichte seines polnischen Großvaters Jósef Kózlik nachspürt. Diesen verschlug der Zweite Weltkrieg über Frankreich nach Deutschland. Dort verliebte er sich und wollte sich nach dem Krieg eine neue Existenz aufbauen. Doch die Beziehung scheiterte, Jósef verließ Deutschland wieder. Zurück blieb ein kleiner Sohn mit den Geschichten über seinen polnischen Vater, der als Fallschirmspringer in der Wehrmacht dienen musste, desertierte und über Palästina zu den britischen Truppen stieß. Aber erst der Enkel, Kolja, machte sich auf die Suche nach der Wahrheit hinter diesen „Legenden der Väter“.

    Der zweite Teil der Veranstaltung findet am Samstag ab 10 Uhr in der Schoko-Fabrik, Gaußstr. 6 statt. Sieben weitere Vorträge stehen auf dem Programm, und ab 18.30 Uhr liest der Bayreuther Stadtschreiber Volker Strübing.

    Wir laden hiermit herzlich zu beiden Teilen der Veranstaltung ein! Das genaue Programm finden Sie hier.
     

  • ZEITREISE MIT DER KLASSE 8A DER MITTELSCHULE ECKERSDORF

    Am 8. Mai besuchte uns die Klasse 8a der Grund- und Mittelschule aus Eckersdorf. Die 29 Schüler nahmen an unserem Projekttag zum Thema „Verfolgung der Juden in der Reichspogromnacht 1938“ teil. Ziel des Projekttags war es, die historische Vergangenheit der jüdischen Bevölkerung in der Region Bayreuth aufzuarbeiten und die Abläufe der Pogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November mit Hilfe eines Stadtrundganges zu rekonstruieren und den Schülern zu veranschaulichen.

    Einen Einstieg in das Thema und den gesamten Projekttag erhielten die Achtklässler durch Frau Herrmann in unserem neuen Seminarraum im Leuschner-Zentrum. Nachdem die große Klasse dann in sieben kleinen Gruppen aufgeteilt wurde und einenSchüler der 8. Klasse aus Eckersdorf Fragebogen bekommen hatte, den sie anhand der Materialien vor Ort (an jeder Station eine auffällig grüne Tonne mit Bildern) ausfüllen sollten, machten sich die Schüler auf den Weg in die Innenstadt.
    Angefangen bei der ersten Station, der Stadthalle, die in dieser Nacht Treffpunkt der Nationalsozialisten war. Die zweite Station war die Synagoge in der Münzgasse, die in jener Nacht komplett von den Nazis zerstört, jedoch nicht abgebrannt, wurde. Bei den Stationen drei, vier und sechs befanden sich 1938 jüdische Wohnungen oder Geschäftshäuser, die ebenso durch die Schlägertrupps verwüstet worden waren und die jüdischen Bürger darin misshandelt und verhaftet wurden. Die fünfte Station stellte das alte Polizeirevier dar (heute Gaststätte „Oscar“), wo die Verhafteten zunächst ausharren mussten. Bis sie letztendlich in die alte Viehhalle geschleppt wurden, welche die heutige Rotmainhalle und auch die letzte Station des Rundgangs war.
    Nachdem jede Gruppe alle Stationen durchlaufen hatte, traf man sich wieder im Leuschner- Zentrum um die „nacherlebte“ Nacht Revue passieren zu lassen. Die Schüler waren sehr begeistert von der Reise in die Vergangenheit der Juden, das machte sich am Eifer der Bearbeitung der Fragebögen bemerkbar. Eine besonders rege Diskussion entwickelte sich zu den Fragen: „Wieso haben die deutschen Nachbarn der jüdischen Familien nicht reagiert?“ und „Wie hätte ich mich in der Situation wohl verhalten?“. Einige Schüler reagierten auch sehr überrascht darüber, dass in Bayreuth, vor der eigenen Haustür, Schreckliches den Juden angetan wurde.
    Was die Jugendlichen von diesem Tag mitnehmen sollen ist, dass es Unrecht war und ist Menschen aufgrund irgendwelcher Merkmale, wie die Hautfarbe, die Religion oder die Kultur zu demütigen, verfolgen oder gar zu misshandeln. Außerdem soll die Akzeptanz und die Toleranz gegenüber dem Fremden durch diese Zeitreise ein Stück weit gefördert werden.
    Und an dieser Stelle möchte ich mich als Praktikantin bei der gesamten Klasse 8a und den Lehrerinnen Frau Schübel und Frau Müller für diesen lebendigen und gelungen Projekttag bedanken. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht die Jugendlichen bei dieser Zeitreise zu begleiten.

    Daniela Nardella

  • KINOBESUCH ZUM FILM "HANNAH ARENDT"

    In diesem Sommersemester setzen wir die Gesprächsreihe fort, die in Kooperation mit Herrn Prof. Dr. Otto vom Lehrstuhl der Interkulturellen Germanistik der Universität Bayreuth seit dem Wintersemester stattfindet. Im Mittelpunkt des ersten Treffens stand der deutsche Spielfilm von Margerethe von Trotta „Hannah Arendt- Ihr Denken veränderte die Welt“, der im letzten Jahr erstmalig erschien. In Bayreuth wurde er am 24. April bei den Delikatessen im Cineplex gezeigt. Anschließend lud dann das Evangelische Bildungswerk zu einer offenen Diskussionsrunde mit dem Philosophie Professor Niels Gottschalk- Mazouz der Uni Bayreuth ein. Auch die Leuschner- Stiftung nahm mit einer kleinen Gruppe von Studierenden und Lehrenden teil.

    Der Film Hannah Arendt wirft eine Reihe interessanter Fragen auf, besonders bezüglich Arendts Verharmlosung der Taten einiger Funktionäre im Nationalsozialismus begründet durch reiner Bürokratie und Gehorsam.
    Gerade ihre These „Die Banalität des Bösen“, die sie im Zusammenhang mit dem Eichmann-Prozess formuliert, ist der Grund für die brisanten Diskussionen um die Person Hannah Arendt und somit ein interessanter Anknüpfungspunkt an unsere Gesprächsreihe.
    Daniela Nardella

  • 1. MAI

    Solidaritätskonzert zu Gunsten der Gedenkstättenarbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung

    Am 1. Mai gedachte der DGB Bayreuth im Herzogkeller Bayreuth mit einer fulminanten Rede des Bezirksheimatpflegers von Oberfranken Prof. Dr. Günter Dippold an die Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933. Dabei spielte die Rolle Wilhelm Leuschners als ADGB-Vorstandsmitglied im Frühjahr 1933 ebenfalls in der Rede eine zentrale Rolle.

    Sein Kampf gegen den Nationalsozialismus und seine kompromisslose Haltung im Widerstand gegen das Terrorregime ist für uns Heutige ein wichtiges Vorbild.

    Um die Arbeit der Stiftung für das Andenken Leuschners im Rahmen der Gedenkstättenpädagogik auch finanzieren zu können, wurde im Anschluss an die DGB-Veranstaltung ein Solidaritätskonzert unter Schirmherrschaft des Fördervereins Leuschner-Zentrum zum Auftakt einer Spendensammlung durchgeführt.

    Der bekannte Liedermacher Frank Baier (der ‚Pete Seeger des Ruhrgebiets’) aus Duisburg zog in der gut einstündigen Performance alle Register seines Könnens. Ein gelungener Auftakt der Spendenaktion und zugleich eine Reminiszens an die kulturellen Leistungen Leuschners, der als Arbeitersänger in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts so manche Arbeiterversammlung mit seinem Mandolinenspiel und Gesang unterhielt. 

    Diese Tradition wollen der Verein und die Stiftung in der Zukunft durch ähnliche Konzerte wieder aufleben lassen. Geplant ist zum 70. Todestag Leuschners im September 2014 ein Gedenkkonzert mit Liedermachern und Chören aus der heutigen Gewerkschaftsbewegung im Herzogkeller durchzuführen.

  • WIR FÜR DEMOKRATIE – TAG UND NACHT FÜR TOLERANZ AM 16. APRIL 2013

    "Wir für Demokratie – Tag und Nacht für Toleranz", war ein bundesweiter Aktionstag, mit dem im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ ein deutliches Zeichen für Toleranz und gesellschaftliche Vielfalt und gegen Rechtsextremismus gesetzt wurde. Am 16.4.2013 fand im Rahmen des Lokalen Aktionsplans im Fördergebiet Bayreuth-Speichersdorf-Warmensteinach in der gerade neueröffneten Schokoladenfabrik im Stadtteil St. Georgen ein buntes Programm mit vielen Akteuren und Aktionen rund um die Themen „Toleranz“ und „Demokratie“ statt.
    Der Schoko e.V, eine Truppe dynamischer junger Leute unter der Leitung von Vorstand Peter Weintritt, hat die alte und bislang leerstehende Schokofabrik in einen Ort der Begegnung verwandelt. Ziel des Schoko e.V. ist es, Jugendliche aus verschiedenen Kulturen zusammen zu bringen und ein breites Angebot in den Bereichen Kunst, Kultur und Sport anzubieten. Gerade diejenigen jungen Leute, die sonst nicht die Gelegenheit haben, ihrer Kreativität und Aktivität freien Lauf zu lassen, bekommen hier die Möglichkeit dazu. Deswegen war die Schokofabrik der ideale Ort für den Aktionstag, der mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ gefördert wurde.
    Die Veranstaltung begann mit einem offenen Fußballturnier, das vom Sportverein PosT-SV ausgerichtet wurde. Es folgte die offizielle Eröffnung durch Peter Weintritt und eine Ansprache der Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe zum Thema Toleranz und kulturelle Begegnung in der Stadt Bayreuth.
    Beim Markt der Möglichkeiten präsentierten wir, die Wilhelm Leuschner Stiftung, unsere Stiftungsarbeit und insbesondere unsere Projekte im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ den Besuchern. Auch weitere Projektträger wie der Deutsche Familienverbund, das Iwalewa-Haus, der PosT-SV und Bunt statt Braun nutzten mit Ständen die Chance zu zeigen, inwiefern sie sich für den Austausch von Kulturen einsetzen und das Bewusstsein für tolerantes Miteinander durch Projekte stärken.
    Für gute Stimmung sorgte die Kunstaktion des Schoko e.V., durchgeführt von Susanne Raithel und Elke Weidl. Mit Acrylfarbe gefüllte Luftballons wurden an einer weißen Holztafel befestigt und durften mit Dartpfeilen zum Platzen gebracht werden. Dabei wurde der aufgezeichnete Umriss Adolf Hitlers allmählich durch ein buntes Kunstwerk überdeckt, das auf kreative Weise die Befürwortung der Vielfältigkeit in der Gesellschaft, sowie auch damit verbunden Demokratie zum Ausdruck bringen sollte.
    Weitere Programmpunkte waren der Auftritt des KinderKunstClubs am Iwalewa-Haus, der ebenfalls aus Bundesmitteln gefördert wird. Die Bayreuther Kinder zeigten mit einer sehr lebendigen Tanz-, Film- und Bildperformance, wie sie sich in den letzten Monaten mit dem Thema „Toleranz“ auseinandergesetzt haben. Ebenfalls für Kinder war das Angebot von Sagy Cohen, den eigenen Namen einmal auf Hebräisch zu schreiben und die Namensschilder dann individuell zu gestalten. Wer dann noch mehr Lust auf Abenteuer hatte, durfte sich mit Günter Trettwer am Lagerfeuer ein Stockbrot zubereiten.
    Für das leibliche Wohl sorgte außerdem Bunt statt Braun am Interkulturellen Buffet mit Hilfe der Familien aus der Asylbewerberunterkunft in der Wilhelm-Busch-Straße und ihrer länderspezifischen Köstlichkeiten. An der „Cocktailbar der Unterdrückten“, eine Idee des kenianischen Künstlers Sam Hopkins vom Iwalewa-Haus, konnte sich jeder Besucher selbst einen Cocktail mixen und ihm passend zum Thema des Abends einen Namen geben.
    Es wurde ein buntes, vielfältiges und gelungenes Programm geboten, das nur sehr gut zeigt, wie wir gemeinsam gegen Intoleranz kämpfen können und uns für die Demokratie einsetzen.

    Bilder der Veranstaltung

    Daniela Nardella (Praktikantin) und Silvia Herrmann

    Sehen Sie hier den Videobeitrag des Bayerischen Rundfunks zur Veranstaltung.

  • EINLADUNG ZUR VERANSTALTUNG "WIR FÜR DEMOKRATIE" AM 16. APRIL

    Im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ findet am Dienstag, 16. April bundesweit die Veranstaltung „Wir für Demokratie – Tag und Nacht für Toleranz“ statt.
    In Bayreuth richtet der Verein Schoko e.V. die Veranstaltung auf dem Gelände der Schokofabrik (Gaußstr. 6, St. Georgen) aus und lädt herzlich zum Besuch ein. Dem schließt sich die Wilhelm-Leuschner-Stiftung als Externe Koordinierung des Bundesprogramms im Fördergebiet Bayreuth-Speichersdorf-Warmensteinach an. So sieht das Programm aus:
    Ab 16.30h gibt es ein offenes Fußballturnier vor der „Schoko“ und Kaffee und Kuchen im Gebäude. Nach der offiziellen Eröffnung um 17.30h durch die Schirmherrin Brigitte Merk-Erbe beginnt ein vielfältiges Abendprogramm: Bei einem Kunstworkshop und beim Kinderprogramm darf mitgemacht werden, parallel dazu werden im Kinobereich Kurzfilme rund um die Themen „Toleranz“ und „Demokratie“ gezeigt. In der Skateboardhalle stellen sich die lokalen Projekte unter dem Dach des Bundesprogramms vor und zeigen, auf welche Weise sie in den drei Gemeinden das Demokratiebewusstsein und die Toleranz im täglichen Zusammenleben stärken. Ab 19h darf jeder bei einem „Toleranz-Slam“ sein Statement zu Toleranz und Demokratie abgeben. Für das leibliche Wohl ist ab 20h mit einem interkulturellen Buffet und der „Cocktailbar der Unterdrückten“ gesorgt. Bei einer DJ-Party ab 22h wird der Tag für Toleranz in die Nacht verlängert.
    Auf zahlreiche Gäste am 16. April in der Schokofabrik freuen sich alle beteiligen Akteure des Bundesprogramms!

  • ITALIENISCHE SCHÜLER BESUCHEN DIE WILHELM-LEUSCHNER-GEDENKSTÄTTE

    Am Mittwoch, den 13. März 2013 erhielt die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte wieder internationalen Besuch von fünfzehn italienischen Schülerinnen und Schülern. Die Gruppe aus La Spezia ist im Zuge eines Schüleraustauschs mit dem Richard-Wagner-Gymnasium für eine Woche zu Besuch in Bayreuth. Teil des Kulturprogramms der Schüler war auch dieses Jahr wieder ein Besuch der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte, begleitet von Frau Scriba des RWG. Nach einer kurzen Begrüßung auf Italienisch erhielten die Schüler eine Führung auf Deutsch durch die Gedenkstätte, gedolmetscht von einer italienischen Lehrkraft. Die Gäste erfuhren nicht nur über das Leben und Wirken Wilhelm Leuschners als Widerstandskämpfer, sondern auch Aspekte der Schülergruppe aus La Speziadeutschen Kultur (wie etwa die Wanderschaft für Handwerker) und die deutsche Geschichte vor dem Nationalsozialismus wurden beleuchtet. So wurden auch das Kaiserreich, die Weimarer Republik und der erste Weltkrieg am Beispiel des Lebenswegs Wilhelm Leuschners behandelt. Die Schüler lauschten interessiert, machten viele Fotos und zeigten sich vor allem begeistert über Ausstellungsstücke aus der damaligen Zeit. 

    Jasmin Metz

  • PROJEKTTAG "KINDHEIT IM KAISERREICH" DER GRUNDSCHULE GESEES IN DER WILHELM-LEUSCHNER-GEDENKSTÄTTE

    In der dritten Woche meines Praktikums bei der Wilhelm-Leuschner-Stiftung bekam ich die Gelegenheit an einem Projekttag für die 4. Klasse der Grundschule Gesees teilzunehmen. Thema des Projekttags war „Kindheit im Kaiserreich“, das den Kindern spielerisch nähergebracht werden sollte. Zunächst erhielten die Kinder Informationen über Kaiser Wilhelm II und die Lebensverhältnisse um 1900. Da durch den Projekttag einen Zugang zum Thema „Soziale Ungerechtigkeit“ geschaffen werden sollte, wurde insbesondere auf die verschiedenen Familientypen der Zeit eingegangen – Arbeiterfamilie, Bauernfamilie, Bürgerfamilie und Adelsfamilie. Indem die Schüler anhand von Bildkarten Fragen zu den einzelnen Familien beantworteten, konnten sie Grundschüler aus Gseesviele der Informationen selbst erarbeiten. Die Arbeiter-und Bürgerfamilien wurden im Anschluss herausgegriffen und näher besprochen, wodurch ein Bezug zu Wilhelm Leuschners Leben hergestellt wurde. Mithilfe eines Fotoalbums wurde den Schülern die Kindheit und Jugend Wilhelm Leuschners nähergebracht. Dies stellt die Basis dar für einen zweiten Projekttag, bei dem näher auf das Leben Wilhelm Leuschners als Politiker eingegangen wird. Insgesamt zeigten die Schüler sich sehr interessiert und arbeiteten begeistert mit, wobei sie bereits vorhandenes Wissen einbringen und auch vertiefen konnten. Projekttage wie der mit der Grundschule Gesees machen ein Praktikum bei der Wilhelm-Leuschner-Stiftung spannend und abwechslungsreich und sind ein Beispiel für die vielfältige Arbeit und unterschiedlichen Bereiche in denen die Wilhelm-Leuschner-Stiftung tätig ist.

    Jasmin Metz (Praktikantin)

  • KEINE AUFNAHME DER WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG IN DIE STIFTUNG BAYERISCHE GEDENKSTÄTTEN

    Am gestrigen Donnerstag, 7. März 2013 beschloss der Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags mit einer Mehrheit der CSU-Abgeordneten die Ablehnung der Aufnahme der Wilhelm-Leuschner-Stiftung in die Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Die SPD-Abgeordneten Christoph Rabenstein, Susann Biedefeld und Markus Rinderspacher hatten den Antrag auf Aufnahme der Stiftung im April 2012 eingebracht. Nachdem Ende Januar 2013 bereits das Kuratorium der Stiftung Bayerische Gedenkstätten eine negative Empfehlung abgegeben hatte, fiel nun am 7. März auch die Entscheidung des Bildungsausschusses gegen eine Aufnahme der Stiftung. Die Begründung lautete, dass es sich bei der pädagogischen Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung lediglich um eine regionale Initiative handele. Dies bedeutet, dass die wichtige erinnerungskulturelle Arbeit der Stiftung in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte weiterhin keine finanzielle Unterstützung durch den Freistaat Bayern erhält.

  • BERICHT ZUR INFOVERANSTALTUNG "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN"

    Am 22. Februar fand im Rathaus die diesjährige Infoveranstaltung des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ statt. Sowie in den vergangenen zwei Jahren wird auch dieses Jahr wieder Geld vom Bund zur Verfügung gestellt (insgesamt 90 000 €), um in Bayreuth, Speichersdorf und Warmensteinach durch soziale Projekte ziviles Engagement, demokratisches Verhalten und den Einsatz für Vielfalt und Toleranz zu fördern. Eingeladen waren Projektträger aus den drei genannten Kommunen, die sich dafür interessieren im Rahmen dieses Förderprogrammes ein Projekt umzusetzen. Viele von ihnen steuerten bereits in den letzten beiden Jahren vielseitige Einzelprojekte bei und möchten dieses Jahr neue Ideen verwirklichen. Vorgestellt wurde das Programm ­­von Marcel Müller vom Amt für Integration, das für die lokale Koordination zuständig ist, und von Wolfgang Hasibether und Silvia Herrmann von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, der externen Koordinierungsstelle. Besprochen wurden dabei die Rahmenbedingungen und Zielsetzungen des Bundesprogrammes. So sollen die Einzelprojekte dazu beitragen insbesondere unter jungen Menschen ein Bewusstsein für Rechtsextremismus und Diskriminierung zu schaffen, Demokratie- und Toleranzverständnis zu fördern,  aber auch eine Willkommens – und Anerkennungskultur zwischen Mitbürgern mit und ohne Migrationshintergrund zu entwickeln.

    Einen höheren Stellenwert als in den vergangenen Jahren sollen 2013 Projekte gegen Rechtsextremismus einnehmen. Zudem wurde der Wunsch geäußert, die Gemeinden Warmensteinach und Speichersdorf mehr einzubeziehen, insbesondere nachdem der Bürgermeister Warmensteinachs über rechtsextreme Aktivitäten in seiner Gemeinde und dem Umland berichtet hatte. Neben Projektträgern der Vorjahre, wie Vertretern des Schoko e.V., des Post-SV und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft,  interessierten sich auch Neueinsteiger, wie zum Beispiel die Hochschulgruppe AIESEC der Uni Bayreuth oder der Landesverband deutscher Sinti und Roma für die Förderung durch das Programm. Viele der Interessenten hatten bereits konkrete Pläne für ihre Projekte gefasst, andere Ideen sind an erfolgreiche Projekte aus den Vorjahren angelehnt. Kochabende, Jugendaustausche oder multikulturelle Sportmannschaften sollen auch dieses Jahr wieder die Möglichkeit geben zum interkulturellen und interreligiösen Dialog bzw. Lernen und die Basis bilden für nachhaltige soziale Integration, Verständnis für das Leben in einer vielfältigen Gesellschaft sowie die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Als erste Großveranstaltung in diesem Jahr lädt der Schoko e.V. am 16. 4. im Rahmen des Programms zur „Langen Nacht der Toleranz“ in der Schokofabrik in St. Georgen ein.

  • TOLERANZ FÖRDERN: WORKSHOP AM 22.2.2013

    Als Externe Koordinierung des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ (TfKs) im Fördergebiet Bayreuth-Speichersdorf-Warmensteinach laden wir Interessenten für die Durchführung von Einzelprojekten herzlich zu folgender Veranstaltung ein:

    Am Freitag, 22. Februar 2013 findet ab 16 Uhr ein Workshop für neue und alte Antragsteller statt. Veranstaltungsort ist der Gästeraum des Neues Rathauses Bayreuth, Luitpoldplatz 13 (12. OG).

    Im Rahmen dieser Veranstaltung werden u. a. Informationen dazu bekannt gegeben, welche inhaltlichen Kriterien mögliche Einzelprojekte erfüllen sollen, wie ein Förderantrag gestellt wird und was bei der Durchführung von Projekten zu beachten ist. Da von Bundesebene für das Förderjahr 2013 verschiedene neue Vorgaben gemacht werden, ist ein Besuch des Workshops auch für Projektträger der Vorjahre empfehlenswert.
    Zugleich dient die Veranstaltung als Gelegenheit zur Vernetzung und der Auffrischung bisher im Rahmen von TfKs geknüpfter Kontakte.

    Über Ihr Erscheinen würden wir uns sehr freuen! Weitere Informationen erhalten Sie vorab auch von Stiftungsmitarbeiterin Silvia Herrmann unter 09 21/150 72 69.

  • KONFIRMANDEN BESUCHEN DIE WILHELM-LEUSCHNER-GEDENKSTÄTTE

    Zu Beginn des neuen Jahres besuchten die diesjährigen Konfirmanden der evangelisch reformierten Gemeinde in Bayreuth zusammen mit Pfarrer Simon Froben die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte. In ihrem Konfirmandenunterricht beschäftigt sich die Gruppe intensiv mit dem Nationalsozialismus, so hatten sie bereits das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg besichtigt. Am 8. Januar erhielt die Gruppe nun von Silvia Herrmann eine Führung in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte. Anhand der Biographie Wilhelm Leuschners erfuhren die Jugendlichen nicht nur mehr über den deutschen Widerstand, sondern auch viel über die Vorgeschichte des Nationalsozialismus, von den autoritären Strukturen im Kaiserreich, über den Ersten Weltkrieg bis hin zum Erstarken der NSDAP in der Weimarer Republik und den schon damals dagegen geführten Abwehrkampf weitsichtiger Demokraten wie Wilhelm Leuschner. Ein „interessantes, aber schwieriges Thema“ befanden die Jugendlichen, die sehr interessiert zuhörten, eigenes Vorwissen einbrachten und sicher eine ganze Menge aus ihrem Besuch in der Gedenkstätte mitnahmen.

  • FROHE WEIHNACHTEN UND ALLES GUTE FÜR DAS JAHR 2013

    Liebe Freunde und Freundinnen, Unterstützer/innen der Stiftungsarbeit und Besucher/innen unserer Bildungsveranstaltungen,

    am Ende eines ereignisreichen Jahres bedanken wir uns bei Euch/Ihnen für die uns entgegengebrachte Solidarität, finanzielle Unterstützung und die Besuche unserer Veranstaltungen. Wir hoffen, Euch/Sie auch in unserem neuen Domizil in der Herderstraße 29 in Zukunft oft begrüßen zu dürfen.

    Wir wünschen Euch/Ihnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr!

    Das Team der Wilhelm-Leuschner-Stiftung

    Wolfgang Hasibether, Silvia Herrmann und Christian Bölke

  • PROJEKTPRÄSENTATION DER EINZELPROJEKTE IM RAHMEN VON TFKS 2012

    Am 14. Dezember fand das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ im Fördergebiet Bayreuth-Speichersdorf-Warmensteinach mit einer Präsentation der in diesem Jahr durchgeführten Projekte einen gelungenen Abschluss.
    14 Einzelprojekte von 12 Projektträgern waren in 2012 im Fördergebiet durchgeführt worden, 10 Projektträger waren ins Bayreuther Rathaus gekommen, um 12 Projekte vorzustellen. Nach einer Begrüßung durch die Bayreuther Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe und die Begleitausschussvorsitzende Kerstin Schröder, konnte die Projektpräsentation, zu der neben Mitgliedern des Begleitausschusses und der Steuerungsgruppe auch einige Stadträte gekommen waren, beginnen.

    Den Anfang machte die Gemeinde Speichersdorf mit ihrem Projekt „Speichersdorf – Das Tor zur Welt“, ein groß angelegtes Projekt zur Integration von BürgerInnnen mit Migrationshintergrund in Speichersdorf. Es folgte das Projekt „Mitmenschen kennenlernen“, getragen von der Evangelischen Studentengemeinde. Durchgeführt von Sagy Cohen, wurden über 50 Schulklassen über die Mechanismen von Xenophobie und Rassismus aufgeklärt. Als nächster präsentierte Stefan Haußner vom Jugendcafé Babylon das Projekt „schoolyard beatz“, die Produktion und kostenlose Verteilung einer CD mit Songs gegen Fremdenfeindlichkeit und Mobbing.

    Es folgten drei Projekte, die vom IWALEWA-Haus durchgeführt worden waren: Ein „Nachbarschaftsfest mit der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth“ und ein „Kunstworkshop“ im IWALEWA-Haus für Kinder aus der Asylbewerberunterkunft Wilhelm-Busch-Straße. Aus Letzterem ergab sich das dritte Projekt, eine Verstetigung dieses künstlerischen Angebots für die Kinder im sogenannten „KinderKunstClub“. Verbindung zwischen der Bayreuther Mehrheitsbevölkerung und allen BewohnerInnen der Asylbewerberunterkunft stiftete das Projekt „Auf einen Kaffee mit …“ (neu: „Auf ein Treffen mit …“) getragen vom Verein Bunt statt Braun. Die studentische Projektgruppe richtete eine Website zur Kontaktaufnahme mit der Asylbewerberunterkunft ein, beworben wurde das neue Angebot mit speziell angefertigten Kaffeebechern.

    Eine „Deutsch-Polnische toleranzfördernde Jugendbegegnung“ hatten die Deutsch-Polnische-Gesellschaft Bayreuth und die Bayreuther Ballettschule bewerkstelligt. Mädchen aus Stettin und Bayreuth hatten bei gegenseitigen Besuchen gemeinsam getanzt und viel über die deutsch-polnische Geschichte erfahren. Ganz sportlich angelegt war das Projekt „Integration? Kinderspiel!“ des PosT-SV Bayreuth, der eine multikulturelle Fußballmannschaft ins Leben gerufen hatte. Wie im Lokalen Aktionsplan des Fördergebiets vorgesehen, hatte sich mit dem IIK (Institut für internationale Kommunikation und auswärtige Kulturarbeit) auch ein Projektträger gefunden, der mit einem „Interkulturellen Workshop“ Grundlagen interkultureller Kompetenz an interessierte Personen aus dem Vereins-, Bildungs- und Verwaltungsbereich vermittelte.

    Integration über den Zugang zu kulturellen Angeboten für BürgerInnen mit Migrationshintergrund und geringen finanziellen Mitteln hatte der Deutsche Familienverband mit seinem Projekt „Kulturtafel“ (neu: „KuKufaB“) betrieben. Abschließend stellte auch die Stiftung ihr Projekt „Aus der Geschichte lernen – Erinnerungskultur als Toleranzförderung“ vor, die Erstellung einer DVD mit den Berichten dreier Zeitzeugen und zugehörigen Arbeitsmaterialien für den Unterricht.
    Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, zahlreiche neue Kontakte wurden geknüpft und alte intensiviert.

    Bilder der Veranstaltung Hier!

  • ZEITZEUGE ERNST GRUBE ZU GAST BEI DER WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG

    Wie bereits in den vergangenen Jahren besuchte auch in diesem Jahr der Holocaustüberlebende Ernst Grube die Wilhelm-Leuschner-Stiftung, um gemeinsam ein Zeitzeugengespräch an einer Bayreuther Schule durchzuführen.  Am 22. November konnte ihn eine achte Klasse der Mittelschule Bayreuth-Altstadt bei sich begrüßen. Dort erzählte Herr Grube (*1932) von seinen Erlebnissen als Kind einer jüdischen Mutter und eines christlichen Vaters in den 1930er-Jahren in München. Zusammen mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern wohnte er in einem Haus der jüdischen Gemeinde direkt neben der Münchner Synagoge – und erlebte auch deren Zerstörung durch die Nationalsozialisten 1938 hautnah mit. Es folgte eine Unterbringung im jüdischen Kinderheim, welche Ernst Grube als sehr behütete Zeit erlebte, ein Aufenthalt in einem Sammellager für die Juden aus München und Umgebung, schließlich die Rückkehr zu den Eltern und im Februar 1945 die Deportation ins Konzentrationslager Theresienstadt. Ernst Grube, seine Mutter und Geschwister überlebten das Lager und wurden von der Roten Armee befreit. Doch viele andere Familienmitglieder wurden in Vernichtungslagern ermordet. Auch mit dieser Tatsache konfrontierte er die SchülerInnen, die seinem Vortrag überaus aufmerksam folgten und anschließend eine Reihe von Fragen hatten. Am Abend war Ernst Grube dann zu Gast bei der ersten Sitzung des Fördervereins Leuschner-Haus, nun Förderverein Leuschner-Zentrum, in den neuen Räumlichkeiten der Stiftung in der Herderstraße 29.

  • EXTERNE KOORDINIERUNG DES BUNDESPROGRAMMS "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN"

    Seit Januar 2012 hat die Wilhelm-Leuschner-Stiftung die Externe Koordinierung für das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ im Fördergebiet Bayreuth-Speichersdorf-Warmensteinach übernommen. Das Bundesprogramm dient der Förderung von Projekten gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Intoleranz, und für die Stärkung demokratischer Strukturen und der interkulturellen Verständigung. Für jedes Fördergebiet wird ein sogenannter Lokaler Aktionsplan (LAP) erstellt, aus dem hervorgeht, welche Problemlagen im Fördergebiet vorzufinden sind und welche Arbeitsschwerpunkte gesetzt wurden, um diesen Problemen zu begegnen. Diese Arbeitsschwerpunkte sollten sich dann in den Projektideen wiederfinden. Seit März 2012 liegt der LAP für das Fördergebiet vor und ist im Internet unter www.toleranz-foerdern.bayreuth.de einsehbar.
    Als Externe Koordinierung beraten wir interessierte Projektträger bei der Antragstellung und stellen ihre Anträge dem Begleitausschuss vor. Dieses Gremium entscheidet vor Ort über die Bewilligung der Projekte. Es setzt sich aus erfahrenen zivilgesellschaftlichen Akteuren mit verschiedenem Hintergrund (Jugendarbeit, Erwachsenenbildung etc.) zusammen. Als Externe Koordinierung sind wir somit das Bindeglied zwischen den Antragstellern und dem Begleitausschuss. Auch bei der Projektabrechnung geben wir Hilfestellung, wobei hierfür erster Ansprechpartner die Interne Koordinierung, das Bayreuther Amt für Integration (AI) ist.
    Im Jahr 2012 wurden bislang 14 Projekte genehmigt, die sich am 14.12.2012 ab 16 Uhr im Bayreuther Rathaus (Luitpoldplatz 13, Gästeraum im 12. OG) präsentieren werden. Hierzu laden wir Interessenten, die im Jahr 2013 einen Antrag auf Fördermittel aus dem Bundesprogramm stellen möchten, herzlich ein.

  • LANGE NACHT DER KULTUR UND WISSENSCHAFTEN AM SAMSTAG, 27.10.2012

    Anlässlich der "Langen Nacht der Kultur und Wissenschaften" bietet die Wilhelm-Leuschner-Stiftung um 20 Uhr in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte, Moritzhöfen 25, einen Vortrag zum Lebensweg Wilhelm Leuschners und im Anschluss Führungen durch die Gedenkstätte. Insbesondere LehrerInnen sind herzlich eingeladen, die Gedenkstätte an diesem Abend zu besuchen, denn es besteht auch die Gelegenheit, sich über die Zukunft des pädagogischen Angebots der Stiftung im neuen Wilhelm-Leuschner-Zentrum in der Herderstraße 29 zu informieren. Die Gedenkstätte ist von 20 bis 24 Uhr geöffnet und mit der Buslinie "2" der Langen Nacht zu erreichen.

  • 8. BAYREUTHER GESPRÄCHE

    Gedenkstätten sind heute keine passiven Orte mehr, die stumm an die Verbrechen der NS-Zeit gemahnen. Gerade im letzten Jahrzehnt haben sie sich zu lebendigen Lernorten entwickelt, die historisches Wissen vermitteln und die Bedeutung von Demokratie und Menschenrechten in der Gegenwart zu stärken suchen. Dies wurde bei den 8. Bayreuther Gesprächen der Wilhelm-Leuschner-Stiftung am Samstag im Historischen Sitzungssaal des Alten Rathauses deutlich. Fünf Beiträge waren zum diesjährigen Thema „Historischer Lernort Gedenkstätte: Erinnern – Vermitteln – Vernetzen“ zu hören.
    Nach dem Grußwort von Schirmherrin Brigitte Merk-Erbe erläuterte Wolfgang Hasibether, Leiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, das pädagogische Konzept der Stiftung, die durch ihr pädagogisches Angebot die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte zu einem attraktiven Lernort ab der Grundschule bis zum Seniorenalter macht. Er führte aus, dass dieses Angebot im kommenden Jahr durch eine Vernetzung mit der KZ-Gedenkstätte Lichtenburg bei Leipzig, wo Leuschner mehrere Monate inhaftiert war, ergänzt werden soll. Frau Barbara Distel, die langjährige Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, machte in ihrem Vortrag insbesondere auf die politischen Hürden aufmerksam, die bei der Einrichtung von Gedenkorten und bei der kontinuierlichen Verankerung der dortigen Arbeit zum Teil auch heute noch zu nehmen sind. Diese Problemlage wurde auch in den Beiträgen der drei Referenten aus der Bayreuther Partnerstadt La Spezia deutlich. Fabrizio Dellepiane erläuterte dem Publikum die Grundzüge der italienischen Erinnerungskultur der Gegenwart und stellte heraus, dass auch in Italien Spardiktate im kulturellen Bereich die Erinnerungsarbeit erschweren. Dabei sei diese angesichts zunehmender Versuche fragwürdiger (Pseudo-)Historiker, den Widerstand der Partisanen in Norditalien auf einen Bruderkrieg zwischen der extremen Rechten und Linken zu reduzieren, gerade heute bitter notwendig. Maurizio Fiorillo, stellvertretender Leiter des in La Spezia ansässigen Instituts zur Erforschung der Geschichte des Widerstands und der Zeitgeschichte (Istituto spezzino per la storia della Resistenza e dell’Èta contemporanea) stellte in seinem Vortrag sowohl die gegenwärtige Arbeit des Instituts als auch den langen Weg bis zur Einrichtung desselben dar. Den Unterstützern dieses und ähnlicher Institute in Italien war und ist es auch heute noch ein Anliegen, insbesondere die Pluralität des Widerstands herauszustellen und den demokratischen Geist dieser Bewegung an die Jugend zu vermitteln. Dass diese Vermittlung auch auf hochmoderne Weise geschieht, zeigte Frau Silvia Segalla in ihrem abschließenden Vortrag zur Arbeit des audiovisuellen Widerstandsmuseums (Museo Audiovisivio Della Resistenza) in Fosdinovo, 25 km von La Spezia gelegen. Mithilfe computergestützter Videopräsentationen können sich die Besucher dort die Berichte von Zeitzeugen eigenständig erschließen. Außer durch die interaktive Ausstellung wird die Erinnerung an den Widerstand in Fosdinovo aber auch durch zahlreiche Veranstaltungen bis hin zum alljährlichen „Festival des Widerstands“ gepflegt und weitergegeben.
    Bei einer abschließenden Diskussionsrunde mit den Referenten konnten die Teilnehmer Fragen zum Gehörten und darüber hinaus stellen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig die europäische Vernetzung der nationalen Erinnerungskulturen ist. Angesichts des gemeinsamen Bestrebens, Erinnerung für die Verteidigung der Demokratie in der Gegenwart fruchtbar zu machen und sich ähnelnder entgegenstehender Hindernisse politischer und finanzieller Natur erscheint es sinnvoll, gemeinsam nach Lösungen für die Zukunft zu suchen. Dafür muss jedoch erst einmal Wissen über die Ausgangslage im jeweils anderen Land vermittelt werden, insbesondere auch an zukünftige Generationen. Hierzu wurde mit den 8. Bayreuther Gesprächen ein guter Grundstein gelegt.

  • SOMMERUNIVERSITÄT BESUCHT DIE WILHELM-LEUSCHNER-GEDENKSTÄTTE

    In diesem Jahr besuchte erstmals eine Gruppe Studierender der Sommeruniversität Bayreuth die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte. Die Sommeruniversität für Interkulturelle Deutschstudien an der Universität Bayreuth bietet jährlich im August und September Studierenden aus aller Welt die Gelegenheit, ihre deutschen Sprachkenntnisse auszubauen und vor Ort die deutsche Kultur kennen zu lernen. Im Rahmen ihres nachmittäglichen Kulturprogramms erhielt am 9. August eine Gruppe interessierter Studierender eine Führung durch die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte. Dabei erfuhren die Studierenden, die unter anderem aus Russland, China und Indonesien angereist waren, nicht nur etwas über die Biographie und Bedeutung Wilhelm Leuschners, sondern auch viel bisher Unbekanntes über die deutsche Geschichte und Kultur, wie etwa, dass es im deutschen Handwerk die Tradition der „Walz“ (Wanderschaft) gibt, was eigentlich Volkshochschulen sind oder dass es mehrere Attentatsversuche auf Adolf Hitler gab, die er allesamt unbeschadet überstand. Ein vielfältiger Einblick in die deutsche Geschichte für die ausländischen Besucher also, der mit der Botschaft endete, dass die Stadt Bayreuth im Bezug auf die NS-Vergangenheit nicht nur dunkle Flecken aufzuweisen hat, sondern auch einen engagierten Widerstandskämpfer. 

  • 8. BAYREUTHER GESPRÄCHE AM 29. SEPTEMBER 2012

    Trotz unseres Umzugs finden am Samstag, den 29. September 2012 die 8. Bayreuther Gespräche statt. Veranstaltungsort ist wieder der Historische Sitzungssaal im Alten Rathaus Bayreuth, im Kunstmuseum Bayreuth, Eingang Brautgasse. Beginn ist um 14 Uhr.

    Unter dem diesjährigen Thema „Historischer Lernort Gedenkstätte: Erinnern – Vermitteln – Vernetzen“ will die Tagung einen Einblick geben in die Kulturarbeit, die heute an europäischen Gedenkstätten geleistet wird. Wie wird die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und den Widerstand an diesen europäischen Erinnerungsorten weiterhin bewahrt und auf moderne Weise vermittelt? Inwiefern wirken als Rahmenbedingungen insbesondere das jeweilige Thema eines Erinnerungsortes und der jeweilige nationale Rahmen auf die Gestaltung der lokalen Kulturarbeit ein? Welche Chancen eröffnen Kooperationen von Gedenkeinrichtungen?

    In fünf Vorträgen werden sich die Referenten bei den 8. Bayreuther Gesprächen mit diesen Fragen auseinandersetzen:

    Frau Barbara Distel wird in ihrem Vortrag die unterschiedlichen Problemstellungen von KZ-Gedenkstätten und anderen historischen Lernorten aufgrund der Verschiedenheit ihrer Themen aufzeigen. Wolfgang Hasibether wird die Gedenkstättenarbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und die Möglichkeiten einer Vernetzung der pädagogischen Arbeit in Bayreuth mit der Ende 2011 eröffneten KZ-Gedenkstätte Lichtenburg bei Leipzig vorstellen, wo Wilhelm Leuschner mehrere Monate inhaftiert war. Anschließend kommen drei ReferentInnen aus der Bayreuther Partnerstadt La Spezia bzw. der Region Ligurien zu Wort. Herr Fabrizio Dellepiane stellt in seinem Beitrag die Grundzüge der italienischen Erinnerungskultur dar. Maurizio Fiorillo vom „Istituto spezzino per la storia della Resistenza e dell‘Età Contemporanea“ in La Spezia wird die Bildungsarbeit dieses der Erforschung des italienischen Widerstands gewidmeten Instituts vorstellen. Schließlich präsentiert Frau Silvia Segalla das Konzept des „Museo Audiovisivio Della Resistenza“ in Fosdinovo (25 km von La Spezia), das mittels einer interaktiven Ausstellung Schicksale italienischer Zivilisten und Partisanen während der deutschen Besatzung Italiens vermittelt.

    Im Anschluss an die Vorträge folgt eine Podiumsdiskussion zu deren Inhalten und Ergebnissen. Moderiert wird die Diskussion von einem/einer Vertreter/in der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, die auch in diesem Jahr wieder Kooperationspartner bei den Bayreuther Gesprächen ist. Weitere Kooperationspartner sind der Förderverein Leuschner-Haus und die Deutsch-Italienische Gesellschaft Bayreuth.

    Ab 18 Uhr gibt es bei einem Stehempfang die Gelegenheit, sich mit den ReferentInnen im persönlichen Gespräch weiter auszutauschen. 

    Das Programm können sie hier als PDF-Downloaden.

  • ZEITZEUGENGESPRÄCH IN DER MITTELSCHULE BAYREUTH-ALTSTADT

    Am 23. Juli organisierte die Wilhelm-Leuschner-Stiftung in Kooperation mit der Evangelischen Jugend Bayreuth ein Zeitzeugengespräch in der Mittelschule Bayreuth-Altstadt. Das Gespräch war Teil des diesjährigen Zeitzeugenprojekts der Stiftung im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“. Die beiden achten Klassen der Schule nahmen an dem Gespräch teil, nachdem sie in den letzten Monaten bereits die Projekttage der Stiftung im Rahmen von „Leichter lernen mit Leuschner“ besucht hatten und das Stationenspiel „Zeitreise“ zur Reichspogromnacht in Bayreuth absolviert hatten. Als Zeitzeuge erschien Herr Marcel Durnez (*1926) mit seinem Sohn Yves, seiner Frau und seinen beiden Enkelinnen. Der Belgier war zusammen mit seinen beiden älteren Brüdern Gilbert und Daniel 1943 vor der Einberufung zur Zwangsarbeit im Deutschen Reich nach Frankreich geflohen. Dort hielten sich die drei Brüder auf Bauernhöfen versteckt und arbeiteten in der Landwirtschaft. Nachdem sie von einem der Bauern an die Gestapo verraten worden waren, kamen sie über französische Gefängnisse und das Lager Compiègne bei Paris schließlich in das KZ Auschwitz. Hier wurde Herrn Durnez auch eine Häftlingsnummer eintätowiert, die er den SchülerInnen zeigte. Von Auschwitz aus wurden die Brüder weiter in das KZ Buchenwald und schließlich nach Flossenbürg deportiert. Nachdem sie zunächst in der Messerschmidt-Fabrikation eingesetzt wurden, mussten sie später auch die gefürchteten Arbeitseinsätze im Steinbruch mitmachen. Diese kosteten Marcels beiden Brüdern das Leben. Er als jüngster Bruder wurde im April 1945 von Flossenbürg aus auf den Todesmarsch geschickt. Mit viel Glück überlebte er diesen und kehrte, völlig abgemagert und am Ende seiner Kraft, Ende Mai 1945 nach Belgien zurück. Heute reist Marcel jedes Jahr zum Überlebendentreffen nach Flossenbürg und wird dabei von seiner Familie begleitet. Sein Sohn Yves, der die Geschichte seines Vaters aufgeschrieben hat, übernahm in Bayreuth den großen Teil der Erzählung. Für die beiden achten Klassen bedeutete diese Begegnung mit einem Zeitzeugen und seiner Familie einen außergewöhnlichen Zugang zum sonst doch eher abstrakten Schulstoff zur Verfolgung und zum KZ-System im Nationalsozialismus. 

  • FLOHMARKT AM 28. JULI 2012

    Wer neugierig auf das neue Domizil der Wilhelm-Leuschner-Stiftung ist, der kann am Samstag, 28. Juli 2012 die Gelegenheit nutzen, bei unserem Flohmarkt im neuen Wilhelm-Leuschner-Zentrum in der Herderstraße 29 vorbei zu schauen. Zwischen 10 und 14 Uhr können Bücher, CDs und vieles mehr günstig erworben werden. Mit dem Erlös wird die Bildungsarbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung gefördert.

  • BÜRO DER WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG WIEDER BESETZT

    Ab heute, 26.11.2012 ist das Büro der Stiftung im neuen Wilhelm-Leuschner-Zentrum in der Herderstr. 29 wieder besetzt.

    Ebenso gilt wieder die bekannte Telefonnummer: 09 21/150 72 69.

    Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

  • POLNISCHE BALLETTSCHÜLERINNEN BESUCHEN GEDENKSTÄTTE

    Die deutsch-polnischen Beziehungen sind aufgrund der nationalsozialistischen Vergangenheit bis heute schwer belastet. Noch immer ist in Polen die Ansicht weit verbreitet, dass alle Deutschen überzeugte Nazis waren. Mit Blick auf die Stadt Bayreuth kommt erschwerend hinzu, dass Adolf Hitler als Liebhaber Wagners sich hier bevorzugt aufhielt und aus der Gauhauptstadt Bayreuth noch eine nationalsozialistische Musterstadt machen wollte. So gut wie gar nicht bekannt ist in Polen hingegen, dass ausgerechnet aus dieser Stadt auch ein führender Kopf des deutschen Widerstands stammte.
    Elisabeth Popowski, Leiterin der Bayreuther Ballettschule, war es ein Anliegen, dass diese historische Tatsache an die polnische Jugend vermittelt wird. Am 22. Juni besuchte sie deshalb zusammen mit 12 polnischen Ballettschülerinnen und ihren BetreuerInnen die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte, wo die Gruppe von Stiftungsmitarbeiterin Silvia Herrmann eine Führung erhielt. Frau Barbara Sabarth, die Vorsitzende der Deutsch-Polnischen-Gesellschaft in Bayreuth, begleitete die Gruppe und übernahm die Übersetzung ins Polnische. Die jungen Ballettschülerinnen hielten sich anlässlich eines Austauschs der Bayreuther Ballettschule mit der Ballettschule in Stettin in Bayreuth auf, wo sie nicht nur bei mehreren Aufführungen ihr Können präsentierten, sondern auch die deutsche Kultur und Geschichte kennen lernen sollten.

  • ACHTUNG - TROTZ UMBAUS GEÖFFNET

    Seit Montag, 2. Juli 2012 sind wir im neuen Domizil in der Herderstraße 29 eingezogen. Wir werden dort das neue Wilhelm-Leuschner-Zentrum aufbauen. Ein Dokumentations-, Archiv- und Bildungszentrum in Kooperation mit der Wilhelm-Leuschner Gedenkstätte (nur 3 Gehminuten entfernt), in dem wir ohne die bisherige beengte Situation im Geburtshaus eine qualitativ weiterentwickelte Gedenkstättenpädagogik und Forschungs- sowie Archivarbeit bewerkstelligen können. Bis dahin müssen wir die Räume in der Herderstraße gründlich renovieren und Umbauten vornehmen.
    Trotzdem sind wir aber schon vor Ort und haben auch in der Bauphase geöffnet. Wer uns besuchen möchte, ist herzlich willkommen! Ebenso willkommen und dringend notwendig sind Spenden für unseren Neustart, da die diesjährigen öffentlichen Zuschüsse knapp bemessen sind und der Umbau kostet. Aber zur Vermittlung europäischer Erinnerungskultur braucht es eine gute Infrastruktur, damit wir unsere notwendige Arbeit in Zukunft wieder durchführen und unser Angebot ausbauen können.

  • BLOCKSEMINAR ZUR KULTURARBEIT AN DEUTSCHEN GEDENKSTÄTTEN

    Auch in diesem Sommersemester bot Stiftungsmitarbeiterin Silvia Herrmann wieder ein Blockseminar für Studierende des Fachbereichs Interkulturelle Germanistik an der Universität Bayreuth an. Thema des Seminars waren „Konzepte und Praxis von Kulturarbeit an deutschen Gedenkstätten“. Im theoretischen Teil erfuhren die Studierenden viel über die Entwicklung der deutschen Erinnerungskultur nach 1945, die besondere Rolle der Gedenkstätten innerhalb dieser Erinnerungskultur und die aktuelle Kulturarbeit, die an diesen Orten geleistet wird. Die derzeitigen Ansätze von Gedenkstättenpädagogik wurden ebenso beleuchtet wie die Reaktion der Zielgruppen darauf. Inwiefern unterscheiden sich die Ansprüche jugendlicher Besucher der authentischen Erinnerungsorte von denen Erwachsener? Und wie kann die moderne Gedenkstättenpädagogik auf die Anforderungen der Einwanderungsgesellschaft, z. B. durch die Umsetzung interkulturellen Geschichtslernens reagieren? Diese zentralen Fragen wurden neben zahlreichen anderen erörtert. Doch auch die Praxis kam nicht zu kurz: In diesem Jahr durften die Studierenden selbst eine Führung durch die Ausstellung der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte gestalten. Mit viel Kreativität eröffneten die Studierenden dabei neue Blickwinkel auf die Ausstellung und entdeckten selbst neue Begabungen im Bereich der Besucherführung. Wie wichtig und fruchtbar der Dialog zwischen Kultureinrichtungen und Universität ist, wurde durch diese Veranstaltung erneut deutlich und lässt eine Fortsetzung im nächsten Jahr wünschen.

  • GESPRÄCH MIT STUDIERENDEN ÜBER FRITZ BAUER

    „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg’ auch keinem andern zu.“ Dem sechsjährigen Fritz Bauer (1903-1968) wurde dieser Spruch von seiner Mutter mit auf den Lebensweg gegeben. Er sollte ihn stets als Maxime beherzigen. Als Kind jüdischer Eltern erlebte Bauer schon früh Antisemitismus. Dennoch ging er konsequent seinen Weg, absolvierte das Abitur und das Studium der Rechtswissenschaft. Auf der Flucht vor den Nazis emigrierte die Familie Bauer in den 30er-Jahren zunächst nach Dänemark, später nach Schweden. 1949 kehrte Fritz Bauer in die Bundesrepublik zurück und empfahl sich rasch für das Amt des hessischen Generalstaatsanwalts. In dieser Position war er unter anderem am Prozess gegen Ernst Remer beteiligt und wirkte an der Ergreifung Adolf Eichmanns mit. Es war der sogenannte (Erste) „Auschwitz-Prozess“ von 1963 bis 1965, von Fritz Bauer initiiert und vorbereitet, welcher ihn endgültig als „Nazi-Jäger“ ins Licht der deutschen Öffentlichkeit rückte. Doch es ging ihm niemals um Rache. Stets hatte er auf ein Zeichen der Reue bei den Angeklagten gehofft, auf „ein menschliches Wort“, wie er es formulierte. In einem umfangreichen, spannenden und berührenden Dokumentarfilm mit dem Titel „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ aus dem Jahr 2010 hat die bekannte Regisseurin Ilona Ziok das Leben Fritz Bauers und seinen mysteriösen Tod aus gegenwärtiger Perspektive neu beleuchtet.
    Am 4. Juni 2012 fand im Seminarraum der Wilhelm-Leuschner-Stiftung ein Gespräch mit Studierenden des Fachgebiets Interkulturelle Germanistik und ihrem Dozenten Herrn Dr. Otto über die Inhalte des Films statt. Dabei wurde vor allem die Überraschung insbesondere ausländischer Studierender deutlich, wie schwer sich die bundesrepublikanische Gesellschaft noch in den 1960er-Jahren mit der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit tat: Fritz Bauer schlug aufgrund seiner Aktivitäten von vielen Seiten Feindschaft entgegen. Einmal stellte er nüchtern fest, dass er sich „außerhalb seines Dienstzimmers in feindlichem Ausland“ befinde. Auch die im Film immer wieder anklingende Frage nach der Möglichkeit individueller Verweigerung innerhalb des NS-Systems wurde von den Studierenden diskutiert. Eine eindeutige Antwort ließ sich nicht finden, wohl aber herrschte Einigkeit mit Bauer, dass Reue ein entscheidender Punkt bei der nachträglichen Beurteilung des individuellen Handelns sei. 
     

  • FESTAKT ZUM ZEHNJÄHRIGEN STIFTUNGSJUBILÄUM

    Ein Jahrzehnt der Gedenkstättenarbeit im Leuschner-Geburtshaus, wissenschaftlicher Forschung zur Biographie Wilhelm Leuschners und der Vermittlung historischen Wissens am authentischen Ort – darauf blickte die Wilhelm-Leuschner-Stiftung am 20. April 2012 bei ihrer Jubiläumsfeier im Alten Sitzungssaal im Kunstmuseum Bayreuth zurück. Rund 50 Gäste, darunter Vertreter der Stadt Bayreuth, der Bayreuther Schulen und der Universität sowie bedeutender Kultureinrichtungen der Stadt und Billd 1zahlreiche Förderinnen und Förderer der Stiftungsarbeit, waren zu der Feier erschienen.
    Stiftungsratsvorsitzender Hans Otto Hemmer begrüßte die Gäste und würdigte als Erster die Leistung, die trotz aller widrigen Umstände in den vergangenen zehn Jahren von der Stiftung erbracht worden ist. Es ist vor allem dem persönlichen und finanziellen Engagement von Stiftungsgründer Wolfgang Hasibether, seiner Frau Ursula Leibinger-Hasibether und den Mitgründern Fritz und Margit Höhn zu verdanken, dass sich heute eine Gedenkstätte im Geburtshaus Wilhelm Leuschners befindet und eine dazugehörige Gedenkstättenpädagogik angeboten und intensiv nachgefragt wird. Stiftungsratsmitglied Dr. Stefan Specht, der in Vertretung des Oberbürgermeisters ein Grußwort der Stadt Bayreuth überbrachte, brachte in seiner Ansprache zum Ausdruck, dass die Stadt Bayreuth als Trägerin der Gedenkstätte noch wesentlich mehr tun könne, um die Arbeit der Stiftung angemessen zu unterstützen. Auch Wolfgang Hasibether thematisierte in seiner Rückschau auf das vergangene Jahrzehnt die oftmals schwierige Kooperation mit Teilen der Stadtverwaltung. Dabei sei die Unterstützung durch die Stadt gerade jetzt, angesichts des drohenden Auszugs der Stiftung aus dem Geburtshaus, notwendiger denn je. Doch ging es in seiner Ansprache natürlich auch um die positiven Erfahrungen, auf die er nach einem Jahrzehnt an der Spitze der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zurückblicken kann. Mithilfe eines festen Unterstützerkreises und engagierter Mitarbeiter konnte die Gedenkstättenpädagogik der Stiftung kontinuierlich ausgebaut werden. Zudem wurden im Lauf der Jahre zahlreiche internationale Kontakte in die Bayreuther Partnerstädte und darüber hinaus geknüpft.
    Die Festrede  hielt schließlich Barbara Distel, die langjährige Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau. In ihrer ergreifenden Ansprache stellte sie die Bedeutsamkeit von Gedenkeinrichtungen an den Orten der historischen Ereignisse klar heraus. Diese Einrichtungen und ein begleitendes pädagogisches Angebot seien unabdingbar, um der inzwischen vierten Generation die grausamen Konsequenzen des Nationalsozialismus und ihre Bedeutung für die Gegenwart zu vermitteln. Angesichts dessen, dass fünf der Morde der rechten Gruppierung Nationalsozialistischer Untergrund in Bayern verübt worden waren, könne die Stadt Bayreuth auf ein Angebot wie das der Wilhelm-Leuschner-Stiftung nicht verzichten.
    Im Anschluss an die Festrede gab es für die Gäste bei einem Buffet Gelegenheit zum Austausch und um noch einmal gemeinsam auf zehn erfolgreiche Jahre der Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zurückzublicken.

  • STIFTUNG PRÄSENTIERT P-SEMINAR BEI LEHRERFORTBILDUNG

    Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projektseminars in Kooperation mit dem Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG), durften Stiftungsmitarbeiterin Silvia Herrmann und StR Marcus Mühlnikel am 21. März bei einer Fortbildung für Gymnasiallehrer zum Thema „Chancen der Zusammenarbeit von Gymnasien mit Museen, Bibliotheken und Archiven bei W- und P-Seminaren“ über die gemachten Erfahrungen berichten. Bei der Fortbildung in der Alten Hofhaltung in Bamberg waren etwa 25 teilnehmende Lehrkräfte und Mitarbeiter von Museen aus ganz Oberfranken, des Stadtarchivs Marktredwitz sowie der Staatsbibliothek Bamberg anwesend. Es wurden spannende, bereits abgeschlossene Projekte, aber auch neue Möglichkeiten der Kooperation vorgestellt. Der Bericht über das Bayreuther Projekt der Stiftung zusammen mit dem MWG stieß auf großes Interesse bei den Zuhörenden. Da auch zwei Vertreter aus dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus anwesend waren, nutzten im Anschluss an die Vorträge einige Lehrkräfte und Vertreter der Kultureinrichtungen die Gelegenheit, Kritik an dem Konzept der W- und P-Seminare, zum Beispiel hinsichtlich der Stundenzahl oder der finanziellen Ausstattung der P-Seminare, zu üben. Alle Beteiligten waren sich jedoch einig, dass der Kontakt und die Zusammenarbeit zwischen der großen Museumslandschaft Oberfrankens und den zahlreichen Gymnasien in der Region enger werden sollten. Hierzu hat die Fortbildung in Bamberg sicher einen Beitrag leisten können. Die Veranstaltung organisiert und eingeladen hatte OStR Stefan Klein von der Servicestelle des Bezirks Oberfranken für Museen.

  • ANKÜNDIGUNG 10-JÄHRIGES STIFTUNGSJUBILÄUM

    Nach ihrer Gründung im März 2002, wurde die Wilhelm-Leuschner-Stiftung am 5. April 2002 offiziell durch die Regierung von Oberfranken anerkannt und konnte damit ihre Tätigkeit aufnehmen. Seitdem ist nun ein Jahrzehnt vergangen. Die Stiftung nimmt dies zum Anlass, am Freitag, 20. April ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Alten Rathauses in Bayreuth ihr 10-jähriges Jubiläum zu feiern. Wolfgang Hasibether wird als Stiftungsvorstand einen Rück- und Ausblick auf das ereignisreiche vergangene Jahrzehnt und die Zukunft der Stiftung geben. Als Festrednerin wird Frau Barbara Distel, ehemalige Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau und Mitglied des Stiftungsrats der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, sprechen. Zehn Jahre Wilhelm-leuschner-Stiftung hier als PDF-Dokument.

  • KINDHEIT IM KAISERREICH - VIERTKLÄSSLER BESUCHEN DIE WILHELM-LEUSCHNER-GEDENKSTÄTTE

    Im Deutschen Kaiserreich ging es zum Teil wahrlich seltsam zu: Kinder mussten ihre Eltern siezen, Arbeiter mussten am Tag zehn Stunden oder sogar länger arbeiten … Dies und noch vieles mehr lernten die Kinder der vierten Klassen der Grundschule Gesees bei ihren Besuchen in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte am 29. Februar und am 2. März. Zusammen mit ihren Klassleitern Susanne Raithel und Rudolf Pensel waren die Kinder in die Gedenkstätte gekommen, um das neue Angebot „Ausflug in die Vergangenheit“, das für Kindergruppen ab der vierten Jahrgangsstufe geeignet ist, auszuprobieren. Silvia Herrmann von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung brachte den Kindern die „Kindheit im Kaiserreich“, das erste Modul des neuen Angebots, näher. Mit der Unterstützung von Susanne Raithel war das Modul im vergangenen Jahr ausgearbeitet und im Dezember 2011 erstmals mit einer sechsten Klasse getestet worden. Dass letztendlich nun eine kindgerechte, spannende und lehrreiche Einheit herausgekommen ist, zeigten die Reaktionen der Viertklässler. Diese machten begeistert mit, als es darum ging, verschiedene Familientypen im Deutschen Kaiserreich zu beschreiben und sich dann insbesondere mit der Familie Leuschner und ihrem Leben in Bayreuth um das Jahr 1900 auseinander zu setzen. Auch der Nordbayerische Kurier schaute am 29. Februar vorbei und berichtete im Kinderkurier über das neue Angebot der Stiftung. Den Artikel finden Sie hier.

  • BERLINFAHRT MIT DEM PROJEKT-SEMINAR VOM 10. BIS 12. FEBRUAR

    Zum Abschluss unseres gemeinsamen Projekts, der Vorbereitung der 7. Bayreuther Gespräche 2011, unternahmen die 12 Teilnehmer/Innen des Projekt-Seminars ‚Geschichte’ vom Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium zusammen mit ihrem Lehrer Marcus Mühlnikel und Stiftungsmitarbeiterin Silvia Herrmann vom 10. bis zum 12. Februar eine Bildungsfahrt nach Berlin. Das Wochenende sollte noch einmal die historischen Zusammenhänge zwischen dem Werden und Vergehen der ersten deutschen P-Seminar MWG BayreuthDemokratie in den 1920er Jahren mit den Idealen des deutschen Widerstands im Nationalsozialismus und schließlich unserer heutigen parlamentarischen Demokratie bewusst werden lassen.

    Unmittelbar nach der Ankunft in Berlin stand bereits der erste Programmpunkt an. Bei einer Führung über das Gelände des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde durfte die Gruppe einen Blick in gleich mehrere Räume des Magazins werfen, ein Ort, an dem Besuchern normalerweise der Zutritt nicht gestattet ist. In den besichtigten Magazinräumen lagern Bestände des Reichsjustizministeriums, und die Schüler/Innen nutzten die Gelegenheit, ein wenig in den Kartons zu „stöbern“. Zudem war extra für die Gruppe der Nachlass von Leuschners Sekretärin Käthe Kern zur Einsicht bereit gelegt worden. Nach der Besichtigung des Magazins wurden die baldigen Abiturientinnen und Abiturienten bei einem Vortrag im Lesesaal des Bundesarchivs noch ausführlich über das Berufsbild „Archivar“ informiert. Der zweite Tag der Bildungsfahrt begann mit der Besichtigung des Deutschen Bundestags. Zunächst wurden der Gruppe bei einem Vortrag auf einer Besuchertribüne im Plenarsaal die bewegte Geschichte des Gebäudes und die Abläufe bei heutigen Bundestagssitzungen vorgestellt. Im Anschluss daran fand ein Rundgang bis hinauf unter die Kuppel des Reichstagsgebäudes statt. Der Nachmittag stand dann im Zeichen des Widerstands. Bei einem Workshop in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand wurde die Gruppe näher mit dem Kreisauer Kreis vertraut gemacht, der bürgerlich-zivilen Widerstandsgruppe um Helmuth James Graf von Moltke. Beim Studium von Dokumenten unterschiedlicher Mitglieder des Kreises gewannen die Schüler/Innen einen Einblick in die Ideen, welche die Widerständler, zum Beispiel hinsichtlich einer neuen Wirtschaftsordnung, für ein Deutschland nach Hitler formuliert hatten. Aufgrund der begrenzten Zeit konnte im Anschluss an den Workshop leider nur noch eine kurze Führung durch die Ausstellung der Gedenkstätte erfolgen, wobei sich die Schüler/Innen insbesondere für das Schicksal Georg Elsers interessierten, der am 8. November 1939 als Einzeltäter ein Attentat auf Adolf Hitler verübt hatte. Den Abschluss der Fahrt bildete am Sonntag ein Besuch im Deutschen Historischen Museum. Schwerpunkt der dortigen Führung war die Entstehung, die Blütezeit und der Niedergang der Weimarer Republik. In diesem Ausstellungsbereich führen Exponate, wie etwa schillernde Abendgarderobe, die Lebenslust der „Goldenen Zwanziger“ in Deutschland vor Augen. Daneben werden jedoch, insbesondere durch eine Reihe von Wahlplakaten aus den 1920er Jahren, die politischen Turbulenzen und die ständige Bedrohung, welche die erste deutsche Demokratie erlebte, deutlich herausgestellt.

    Die Bildungsfahrt nach Berlin war der Schlussstein unserer eineinhalbjährigen Arbeit mit der Projekt-Gruppe des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums. Wir wünschen den Schüler/Innen gutes Gelingen für ihre Abiturprüfungen und alles Gute für ihren weiteren Lebensweg!

  • VERANSTALTUNGEN IM RAHMEN DES BUNDESPROGRAMMS TFKS IM JAHR 2011

    Im letzten Quartal des Jahres 2011 konnte die Wilhelm-Leuschner-Stiftung mehrere Veranstaltungen mithilfe von Projektmitteln aus dem Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ finanzieren. Die Stadt Bayreuth hatte im Verbund mit den Gemeinden Warmensteinach und Speichersdorf im Jahr 2011 den Zuschlag für Fördergeld aus dem Bundesprogramm erhalten und mit diesen Mitteln 12 Projektangebote aus den drei Gemeinden gefördert. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung beteiligte sich mit einer Reihe von Veranstaltungen für Schulklassen und Multiplikatoren, die der direkten Demokratie- und Toleranzerziehung junger Menschen sowie der Vorbereitung von Unterrichtsmaterialien zu diesem Themenfeld dienen sollten. Eine genaue Beschreibung der Veranstaltungen der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Rahmen des Bundesprogramms im Jahr 2011 finden Sie hier als pdf.

  • EXTERNE KOORDINIERUNG DES BUNDESPROGRAMMS TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN

    Wilhelm-Leuschner-Stiftung übernimmt externe Koordinierung des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“

    Ab dem Jahr 2012 übernimmt die Wilhelm-Leuschner-Stiftung die Aufgaben der externen Koordinierung des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ in Bayreuth. Ziel des Bundesprogramms ist die Prävention von Rechtsextremismus und die Stärkung demokratischer Strukturen sowie die Förderung von auf interkulturelle Verständigung ausgerichteten Initiativen auf lokaler Ebene. Hierzu stellt der Bund finanzielle Mittel zur Förderung lokaler Projekte mit diesen Zielsetzungen bereit. Die Zuständigkeit für die Mittel aus dem Bundesprogramm liegt in Bayreuth beim Amt für Integration. Wie auch in anderen Städten, die in das Bundesprogramm aufgenommen wurden, wird auch in Bayreuth zudem eine externe Koordinierungsstelle benannt. Diese soll die Projektträger, welchen für das Jahr 2012 Mittel bewilligt werden, untereinander vernetzen und sie dabei unterstützen, die Projekte passgenau für das Profil des Bundesprogramms zuzuschneiden. Aufgrund der inzwischen über 10-jährigen Erfahrung der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Bereich der Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus wurde der Stiftung nun für das Jahr 2012 diese externe Koordinierung übertragen. 

  • BIGSAS BESUCHT WILHELM-LEUSCHNER-GEDENKSTÄTTE

    Zu Beginn des Jahres 2012 gab es internationalen Besuch in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte. Am 31. Januar besuchte eine Gruppe von Doktoranden, die an der Bayreuth International Graduate School of African Studies („BIGSAS“) an ihren Promotionsprojekten arbeiten, die Gedenkstätte und erhielt eine englischsprachige Führung durch die Wilhelm-Leuschner-Stiftung. Die Doktoranden, die aus verschiedenen afrikanischen Ländern und aus Deutschland stammen, hatten zum großen Teil noch keine Kenntnisse über den deutschen Widerstand, sie waren jedoch informiert darüber, dass Bayreuth ein bevorzugter Aufenthaltsort Adolf Hitlers war. Im Rahmen der Führung erfuhren sie nun, dass es in Deutschland auch vielfältigen Widerstand gegen das NS-Regime gegeben hatte, in dem die Arbeiterbewegung und Wilhelm Leuschner eine Schlüsselposition einnahmen. Die Gruppe war besonders beeindruckt von dem Lebensweg Wilhelm Leuschners, der ihn aus einfachen Verhältnissen ohne Bildungschancen bis ins Amt des hessischen Innenministers führte und, wäre das Attentat vom 20. Juli 1944 geglückt, noch ins Amt des deutschen Vizekanzlers geführt hätte. Ihr Bild von Bayreuth in der NS-Zeit war nun um einen positiven Aspekt ergänzt worden. Der Kontakt zwischen der BIGSAS und der Wilhelm-Leuschner-Stiftung besteht bereits seit dem Jahr 2011 und soll in diesem Jahr noch durch weitere Veranstaltungen intensiviert werden.

  • FROHE WEIHNACHTEN UND EIN GUTES NEUES JAHR

    Liebe Freunde und Unterstützer der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, liebe Lehrer und Besucher unserer Veranstaltungen,

    wir bedanken uns für Ihre/Eure Unterstützung in diesem arbeitsintensiven Jahr 2011.

    Durch Ihr/Euer Interesse an unserer Arbeit kamen in diesem Jahr zahlreiche Projekttage mit Schulklassen, Führungen durch die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte und Bildungsveranstaltungen zustande. Jeder einzelne Projekttag und jede Veranstaltung, all die positiven Reaktionen und nicht zuletzt die zahlreichen Neueintritte in den Förderverein Leuschner-Haus haben uns gezeigt, was unsere Arbeit für mehr Demokratie und Toleranz in unserer Gesellschaft tatsächlich wert ist, auch wenn uns die finanzielle Entlohnung dafür bisher zum großen Teil versagt wird. Schon allein deshalb werden wir unsere Arbeit auch im kommenden Jahr 2012 unbeirrt fortsetzen, in der Hoffnung, doch noch hier im Leuschner-Geburtshaus bleiben zu können.

    Ende Januar 2012 wird auf dieser Seite der Geschäftsbericht für das Jahr 2011 unter „Geschäftsberichte“ zu finden sein.

    Wir wünschen Ihnen/Euch ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2012!
    Wolfgang Hasibether, Silvia Herrmann und Christian Bölke

  • 15. DEZEMBER - ERSTE KINDERGRUPPE IN DER GEDENKSTÄTTE

    Nach fast einem Jahr intensiver Vorarbeit war es nun am 15. Dezember soweit: Die erste Kindergruppe wurde von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte begrüßt. Eine sechste Klasse des Gymnasiums Christian-Ernestinum machte den ersten „Ausflug in die Vergangenheit“, genauer gesagt in die Kindheit Wilhelm Leuschners in Bayreuth um das Jahr 1900.
    Wie lebten Familien um die vorletzte Jahrhundertwende? Und wie insbesondere die Familie Leuschner als typische Bayreuther Arbeiterfamilie? Nach einer Erkundung der Räume der Gedenkstätte erfuhren die Kinder zunächst Genaueres über die Lebensumstände von Familien aus den verschiedenen Klassen der damaligen Gesellschaft. In Gruppen wurde erarbeitet, welche Familienmitglieder arbeiteten, was typische Berufe waren und welche Wohnformen es im Kaiserreich gab. Mit diesem Vorwissen durften die Kinder im Anschluss anhand von Bildern und Gegenständen aus dem Archiv der Wilhelm-Leuschner-Stiftung die Kindheit Wilhelm Leuschners erforschen. Dabei entdeckten die Kinder überraschende Details der Lokalgeschichte und der Lebensumstände in Bayreuth um das Jahr 1900. Wilhelm Leuschner, von dem die Kinder bereits wussten, dass er „gegen Hitler war“, wurde nun zu einer greifbaren Person, die eng mit der Geschichte ihrer Heimatstadt verbunden ist. 
    Der erfolgreiche Pilotprojekttag hat gezeigt, dass die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte auch als Lernort für Kinder geeignet ist. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung arbeitet bereits am Ausbau des Angebots für Kindergruppen, das neben der Kindheit im Kaiserreich in Zukunft auch weitere Lebensabschnitte Wilhelm Leuschners umfassen soll.

  • OFFENER BRIEF DES VORSTANDS DES FÖRDERVEREINS AN DR. MICHAEL HOHL

    Offener Brief zum Artikel „Gedenkstätte bleibt im Leuschner-Haus“, NBK vom 14.12.2011

    Sehr geehrter Herr Dr. Hohl,

    auf den ersten Blick klingt es wie eine Freudenbotschaft kurz vor Weihnachten: die Gedenkstätte bleibt im Leuschner-Haus, weil die Stadt das Mietverhältnis bis Ende 2016 bzw. 2021 gesichert habe. Sie werden mit den Worten zitiert, die Stadt sei sich der herausragenden Bedeutung Leuschners bewusst. Der neue Mietvertrag gewährleiste, dass auch weiterhin in seinem Geburtshaus der politischen Lebensleistung gedacht werden könne.

    Leider ist damit wenig bis nichts gewonnen.

    Gedenken bedeutet an jemand denken, um ihm/ihr begegnen zu können. Welche Möglichkeiten bietet die Gedenkstätte, um Wilhelm Leuschner und seiner Lebensleistung begegnen zu können?

    Sie ist der unverzichtbare historische Ort seiner Bayreuther Kindheit und Jugend. Darüber hinaus kann man sich in vier Ausstellungsräumen mit einem biographischen Dokumentarfilm und Dokumenten aus dem Leben Wilhelm Leuschners auseinandersetzen, die aus dem Besitz der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zur Verfügung gestellt wurden.

    Diese Ausstellung wurde maßgeblich von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung konzipiert und eingerichtet und nicht von der Stadt Bayreuth im Alleingang.

    Im Jahr 2011 setzten sich über 3000, meist junge Menschen mit der Beispiel gebenden und Mut machenden Biographie Wilhelm Leuschners im Rahmen von über 120 pädagogischen Veranstaltungen der Stiftung auseinander. Maßgeschneiderte Angebote gibt es für alle Bildungseinrichtungen – von der Grundschule bis zur Universität. Führungen finden statt in mehreren Sprachen bis hin zur Gebärdensprache. Interessierte „Laufkundschaft“, die sich außerhalb solcher Veranstaltungen für Leuschner interessiert, gibt es vergleichsweise wenig. Lehrer, Leiter von Jugendgruppen und Teilnehmer der angebotenen Seminare und Zeitzeugengespräche äußern sich ausnahmslos positiv zum pädagogisch-didaktischen Angebot.

    Grundlage jeder verantworteten pädagogischen Arbeit ist die wissenschaftliche Erforschung der Biographie Wilhelm Leuschners und die darauf fußende Entwicklung der didaktischen Konzepte. Auch diese Grundlagenarbeit erbringt und kann nur die Wilhelm-Leuschner-Stiftung erbringen.
    Zeitzeugengespräche mit Überlebenden der nationalsozialistischen Massenvernichtung werden von der Stiftung nicht nur organisiert, sondern auch dokumentiert.

    Ein jährliches Highlight gerade für die Städtepartnerschaften Bayreuths, stellen die von der Stiftung veranstalteten „Bayreuther Gespräche“ zur europäischen Erinnerungskultur dar. Mit ihren im Rahmen dieser Arbeit entstandenen Kontakten findet die Person Leuschners und gleichzeitig auch die sonst in düsterem historischem Kontext wahrgenommene Stadt Bayreuth international positive Beachtung.

    Kurz zusammen gefasst: Gedenken, Begegnung und Lernprozess historischer und demokratischer Erziehungsarbeit sowie das hohe Niveau des Angebots im Rahmen der Gedenkstätte werden einzig und allein durch die seit zehn Jahren kontinuierliche Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung garantiert.

    Dieses unverzichtbare Bayreuther Angebot für den Erhalt der demokratischen Zivilgesellschaft ist existentiell dramatisch bedroht. Man bedenke, dass die Räume der Gedenkstätte ohne die Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im besten Fall den Wert einer kaum beachteten Gedenktafel besitzen. Für dieses reiche pädagogische Angebot zahlt die Stadt Bayreuth jährlich einen Zuschuss von bisher maximal 4500 Euro. Die Stiftung wird gleichgesetzt mit anderen kulturellen und gesellschaftlichen Initiativen, die jedoch zum großen Teil im Gegensatz zur Stiftung über eine Grundfinanzierung verfügen.

    Somit ist die vermeintliche Frohbotschaft von der Verlängerung des – völlig überteuerten – Mietvertrags mit einem privaten Vermieter in Wirklichkeit leider keine. Der – ebenfalls völlig überteuerte – Mietvertrag für die Räume der Wilhelm-Leuschner-Stiftung läuft dessen ungeachtet zum 30.06.2012 aus.

    Das bedeutet nicht nur eine massive Gefährdung des Leuschner-Archivs, sondern wohl auch das endgültige Aus für die pädagogische Arbeit der Leuschner-Stiftung in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte.

    Sehr geehrter Herr Dr. Hohl, Sie blieben uns bis jetzt eine Antwort schuldig, was die Stadt zur Erhaltung einer lokal, national und international anerkannten Gedenkstättenarbeit, die diesen Namen auch verdient, zu tun gedenkt.

    Die Vorsitzenden des Fördervereins Leuschner-Haus

    Peter Weintritt und Janna Münch

  • 3. DEZEMBER - DELEGATION AUS LA SPEZIA BESUCHT GEDENKSTÄTTE

    Anlässlich ihres offiziellen Besuchs der Stadt Bayreuth vom 1. bis zum 4. Dezember 2011, besuchte am Samstagabend eine Delegation der Bayreuther Partnerstadt La Spezia die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte.Delegation aus Italien
    Der Besuch diente zur Vertiefung und zum Ausbau der bereits bestehenden Kontakte nach La Spezia, welche die Wilhelm-Leuschner-Stiftung seit dem Jahr 2010 pflegt. Neben dem Referenten für Tourismus der Stadt La Spezia, Herr Salvatore Avena, waren auch Frau Chiara Cozzani, die Präsidentin der Deutsch-Italienischen-Gesellschaft in La Spezia, und Fabrizio Dellepiane, Rechtsdirektor der Stadt La Spezia, Teil der Delegation. Frau Cozzani und Herr Dellepiane standen unserer Multiplikatorengruppe bei ihrem Besuch in La Spezia im vergangenen August mit Rat und Tat zur Seite, und Herr Dellepiane war auch Gast bei den 7. Bayreuther Gesprächen Ende September diesen Jahres. Ebenfalls Teil der Delegation war Frau Silvia Segalla Taruffi, die Lehrerin an der Schule „Fossati Da Passano“ in La Spezia ist. Frau Segalla Taruffi plant im kommenden Jahr mit einer Schulklasse Bayreuth zu besuchen und möchte dabei auch gerne das pädagogische Angebot der Stiftung für ihre Klasse nutzen. Nach der Führung der Delegation durch die Gedenkstätte konnten somit auch Vereinbarungen für die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen der Stadt La Spezia und der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Jahr 2012 getroffen werden. So ist auch ein Beitrag des Forschungszentrums zum italienischen Widerstand, dem in La Spezia ansässigen „Istituto spezzino per la storia della Resistenza e dell’Età Contemporanea“, zu den 8. Bayreuther Gesprächen im Jahr 2012 geplant.
    Zum Abschluss trug sich die Delegation in das Besucherbuch der Gedenkstätte ein, wobei Fabrizio Dellepiane erneut die Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung würdigte und zusammen mit Salvatore Avena im Namen der gesamten Delegation ein Geschenk an Wolfgang Hasibether überreichte.

  • GESPRÄCH MIT ZWEI ZEITZEUGEN IN DER ALBERT-SCHWEITZER-SCHULE

    Am 28. November nahm sich die Wilhelm-Leuschner-Stiftung den 70. Jahrestag der ersten Deportation der jüdischen Bayreuther (27.11.1941) zum Anlass, Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule über die damaligen Ereignisse in ihrer Heimatstadt aufzuklären. Dies geschah im Rahmen eines Zeitzeugengesprächs im Informatikraum der Schule, bei dem gleich zwei Zeitzeugen zugegen waren.
    Frau Hanneliese Wandersmann aus Bayreuth und Herr Ernst Grube aus München gaben den Jugendlichen einen Einblick in ihre Erlebnisse als Juden im nationalsozialistischen Deutschland. Frau Wandersmann (*1928) berichtete, dass sie als Kind Zeitzeugengesprächjüdischer Eltern an jenem 27. November 1941 zusammen mit ihrer Familie von Bayreuth nach Riga deportiert worden war und was sie im Rigaer Ghetto und in verschiedenen Lagern erleiden musste. Herr Grube (*1932) erzählte den Jugendlichen von seiner Kindheit als Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters in München. Nur die Tatsache, dass der Vater sich nicht zu einer Scheidung zwingen ließ, bewahrte die Familie bis Februar 1945 vor der Deportation. Doch dann wurden auch Ernst Grube, seine Mutter und weitere Familienmitglieder in das Lager Theresienstadt verschleppt. Vom Hunger in den Lagern, der Kälte und der ständigen Todesangst berichteten die beiden Zeitzeugen. Zugleich riefen sie ihr junges Publikum dazu auf, selbst wachsam gegen Ausgrenzung in ihrem Umfeld zu sein und sich gegen rechtes Gedankengut zu wehren und offen auszusprechen. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sichtlich beeindruckt von den Erlebnissen der beiden Zeitzeugen und stellten zahlreiche Fragen.
    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung hat das Gespräch mit den beiden Zeitzeugen aufgezeichnet. Ermöglicht wurde diese Aufzeichnung und die Durchführung des Gesprächs durch die Förderung aus dem Bundesprogramm „Toleranz fördern und Kompetenz stärken“.

  • GESPRÄCH MIT ZEITZEUGEN IN DER ALBERT-SCHWEITZER-SCHULE

    Im Oktober 1941 begannen die Nationalsozialisten mit der Massendeportation jüdischer Mitbürger aus Deutschland. Am 27. November 1941 wurden auch 60 Einwohner Bayreuths aufgrund ihres jüdischen Glaubens aus ihrer Heimatstadt verschleppt und in Lager nach Osteuropa gebracht. Elf weitere Menschen aus Bayreuth folgten ihnen aus demselben Grund am 12. Januar 1942. Nur eine Handvoll von ihnen kehrte lebend zurück.
    Sieben Jahrzehnte trennen uns heute von diesen Ereignissen. Noch aber gibt es einige wenige Zeitzeugen, die davon berichten können. Gerade für junge Menschen, für die diese Zeit bereits in ferner Vergangenheit liegt, bietet die Begegnung mit diesen Zeitzeugen die einzigartige Chance, eine lebendige Verbindung zum Schicksal der jüdischen Mitbürger in Deutschland zwischen 1933 und 1945 herzustellen.
    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung nimmt deshalb den Jahrestag der ersten Deportation der Bayreuther Juden zum Anlass, Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zu geben, vom Schicksal der jüdischen Mitbürger aus ihrer Stadt zu erfahren. Als Einstieg wird der Bericht von Hanneliese Wandersmann, der letzten Holocaustüberlebenden aus Bayreuth, als Video gezeigt werden. Frau Wandersmann wird bei dieser Vorführung zugegen sein. Im Anschluss daran wird Ernst Grube, der als Kind von München nach Theresienstadt verschleppt wurde und das Lager überlebte, über seine persönliche Erfahrung der Ausgrenzung als jüdisches Kind und schließlich der Deportation berichten. Danach besteht für die Jugendlichen Gelegenheit, selbst Fragen an ihn und Frau Wandersmann zu richten.
    Die Veranstaltung findet am Montag, 28.11.2011, ab 14 Uhr im Informatikraum der Albert-Schweitzer-Schule statt. Kooperationspartner ist Arbeit und Leben Bayern.

  • SENIORENGRUPPE BESUCHT GEDENKSTÄTTE

    Fast untergegangen ist die Bedeutung führender Gewerkschafter im Widerstand gegen die Nazidiktatur. Eine bedeutende Rolle zusammen mit Graf Stauffenberg und Carl Gördeler spielte Wilhelm Leuschner. In Bayreuth geboren und aufgewachsen, Bild: hfzengagierte er sich bereits in der Zeit des Ersten Weltkriegs beim Aufbau gewerkschaftlicher Organisationen, die Schaffung von Tarifverträgen aber auch für die politische Einflussnahme auf die Gestaltung der Weimarer Republik. Verdi-Senioren aus Weiden begaben sich nun in der dortigen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte auf Spurensuche. Nach Übersiedlung nach Darmstadt war Leuschner bald hessischer Innenminister geworden. In seinen vielfältigen gewerkschaftlichen und politischen Funktionen bekämpfte er führend von Anfang an die Nazis. Sein Kampf führte ihn von 1933 bis 1944 häufig in die Gefängnisse und Konzentrationslager. Als führende Persönlichkeit beim Attentat gegen Hitler wurde er schließlich in Berlin hingerichtet. Überrascht waren die Verdi-Senioren angesichts der weitreichenden Vorstellungen über die Zeit nach Hitler: Leuschner war als Vizekanzler vorgesehen. Den Gewerkschaften sollte vor allen Dingen die Verantwortung über die Sozialversicherung, ähnlich wie in den skandinavischen Ländern, übertragen werden. Die Senioren wurden bei einer Führung durch die Gedenkstätte, sowie im Seminarraum der Stiftung von Wolfgang Hasibether über die besondere Bedeutung Wilhelm Leuschners als Widerstandskämpfer im sogenannten "Dritten Reich" informiert.

  • LIEDERABEND "LEUSCHNERS WELT"

    Am 10. November 2011 fand im Schwenksaal eine besondere Kulturveranstaltung statt. Das DGB Bildungswerk Bayern, der Förderverein Leuschner-Haus und Arbeit und Leben Bayern hatten zum Liederabend „Leuschners Welt“ eingeladen. HeVeranstaltung Liederabend im Schwenksaalrbert Schmid und Peter Heidler präsentierten Lieder aus 5 Jahrhunderten der europäischen Arbeiterbewegung. Dies waren die Melodien und Texte, die Wilhelm Leuschner in seiner Jugend in der Bayreuther Arbeiterbewegung maßgeblich für sein späteres Leben prägten. Von „Auf der Landpartie“ bis zum „Lied der Moorsoldaten“, welches Leuschner im KZ Börgermoor beim Arbeitseinsatz singen musste, wurden fröhliche aber auch nachdenkliche Stücke vorgetragen, die von Erfahrungen der Unterdrückung und auf dem Schlachtfeld, aber auch des Zusammenhalts und der gemeinsamen Revolution erzählen. Wolfgang Hasibether umrahmte die Stücke mit Informationen zum Leben Wilhelm Leuschners. Das Publikum konnte sich von der Aktualität vieler Texte überzeugen und nutzte die Gelegenheit zum Mitsingen. Wir bedanken uns bei den beiden Musikern Herbert Schmid und Peter Heidler für diesen musikalischen Einblick in das Liedgut der deutschen Arbeiterbewegung vom 15. bis zum 20. Jahrhundert.

  • SCHÜLER ERKUNDEN DAS JÜDISCHE LEBEN IN BAYREUTH

    Es gibt in Bayreuth eine Synagoge? Die jüdische Gemeinde in Bayreuth hat heute über 500 Mitglieder? Heute müssen immer noch viele Synagogen in Deutschland vor Anschlägen geschützt werden? Dies alles und vor allem, was im Jahr 1938 in der Nacht vom 9. auf den 10. November in Bayreuth geschah, erfuhren zwei neunte Klassen der Gesamtschule Hollfeld, die sich am 9. November mit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung auf eine Zeitreise begaben.
    Das Stationenspiel „Jüdisches Leben in Bayreuth“ führte die Schüler an sieben Stationen in der Bayreuther Innenstadt und ließ sie herausfinden, was sich in jener Nacht dort ereignete. Auf diese Weise entdeckten viele Schüler erstmals die Bayreuther Synagoge und erfuhren, dass diese nur aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe zum Markgräflichen Opernhaus nicht in Brand gesteckt worden war. Auch das ehemalige Bayreuther Polizeirevier war eine Station, wohin die jüdischen Mitbürger zunächst verschleppt wurden und bei Eiseskälte im Innenhof ausharren mussten. Die damalige Nutzung dieses Gebäudes in der Maxstraße, in dem sich heute eine Gaststätte befindet, galt es für die Schüler herauszufinden.
    Mit vielen neuen Informationen zum jüdischen Leben in Bayreuth bis 1938 und zur Verfolgung der jüdischen Mitbürger im Nationalsozialismus kehrten die Schüler ins Leuschner-Haus zurück. Hier wurden die Ergebnisse gesammelt und ausgewertet und die Ausgrenzung und Ermordung der deutschen Juden von 1933 bis 1945 diskutiert. Im Anschluss daran kam auch die aktuelle Situation des jüdischen Lebens in Bayreuth und ganz Deutschland zur Sprache. Dies stieß auf ein reges Interesse der Schüler, von denen sich einige während des Stadtrundgangs bei der jüdischen Gemeinde erkundigt hatten, was die hebräische Inschrift über dem Synagogeneingang bedeute. Dies lässt uns hoffen, durch den Vormittag bei uns für die Schüler einen positiven Start für die weitere Auseinandersetzung mit den Themen Antisemitismus und interreligiöse Toleranz ermöglicht zu haben.

  • NEUES KINDERPROJEKT "AUSFLUG IN DIE VERGANGENHEIT"

    Da wiederholt Anfragen an die Wilhelm-Leuschner-Stiftung gerichtet wurden, ob auch ein pädagogisches Angebot für Kinder bestünde, hat die Stiftung im Verlauf der letzten Monate begonnen, ein solches Angebot zu konzipieren.

    Entstanden ist nun das erste Modul des Projekts „Ausflug in die Vergangenheit“, welches sich an Kinder ab der vierten Klasse Grundschule richtet. Das Thema dieses ersten Moduls ist die „Kindheit im Deutschen Kaiserreich“. Wie sah die Welt von Kindern im Kaiserreich um das Jahr 1900 herum aus? Gab es überhaupt nur eine Kinderwelt? Und wie genau lebte Wilhelm Leuschner als Kind in Bayreuth?
    Diesen Fragen soll mit neuen Lehrmaterialien zum Anschauen, Anfassen und Mitmachen auf den Grund gegangen werden. Eine zentrale Rolle nimmt natürlich das Leuschner-Geburtshaus als historischer Lernort ein. Hier findet der „Ausflug in die Vergangenheit“ statt, bei dem die Kinder auf den Spuren Wilhelm Leuschners einen Blick in die Kaiserzeit werfen.

    Ein Pilotprojekttag wird noch im Dezember dieses Jahres stattfinden. Interessierte Lehrkräfte erhalten von uns gerne weitere Informationen. Gefördert wird das Projekt „Ausflug in die Vergangenheit“ durch die Oberfrankenstiftung.

  • 9. NOVEMBER - SCHÜLER INFORMIEREN SICH ÜBER DIE REICHSPOGROMNACHT IN BAYREUTH

    Am Mittwoch, 9. November 2011 werden zwei 9. Klassen der Gesamtschule Hollfeld unseren Stadtrundgang „Zeitreise – Jüdisches Leben in Bayreuth“ durchführen. Ziel des Rundgangs ist die Vermittlung der historischen Ereignisse in der Reichspogromnacht in Bayreuth. Anhand von 7 Stationen können die Schüler sich die Ereignisse in dieser Nacht in ihrer Heimatstadt selbst erarbeiten. Sie befinden sich dabei an den authentischen Orten und erhalten Bilder der entsprechenden Gebäude und Plätze im Jahr 1938 mit Informationstexten. Dazu müssen Fragen beantwortet werden. Vor- und nachbereitet wird das Stationenspiel in den Räumen der Wilhelm-Leuschner-Stiftung. Durch die Verknüpfung der historischen Ereignisse mit der Gegenwart der Stadt, soll die Sensibilisierung für Antisemitismus in der Gegenwart angestoßen werden. Die teilnehmenden Lehrkräfte haben zuvor eine Lehrerfortbildung in der Wilhelm-Leuschner-Stiftung besucht, bei der unter anderem die Zielsetzung dieses pädagogischen Angebots vorgestellt wurde.

  • VORTRAG ZU LEUSCHNERS LEBEN IM BALKONSAAL DER STADTHALLE AM 8. NOVEMBER

    Anlässlich der Mitgliederversammlung der Freunde des Historischen Museums Bayreuth e. V. wird Wolfgang Hasibether am Dienstag, 8.11. ab 19 Uhr einen Festvortrag zum Thema „Wilhelm Leuschner, ein bedeutender Sohn Bayreuths“ halten. Der Vortrag mit Zitaten Leuschners gibt Einblick in die Biographie dieses in der Tat bedeutenden, wenngleich in Bayreuth noch immer weithin unbekannten Sohnes unserer Stadt. Vor Beginn des Vortrags hält der Verein seine Jahresversammlung ab. Zu dem Vortrag im Balkonsaal der Stadthalle, Ludwigstraße 31, sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen.

  • 11. BAYREUTHER MUSEUMSNACHT

    Auch die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte war zur 11. Bayreuther Museumsnacht geöffnet, und zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, um sich über das Leben und Wirken Wilhelm Leuschners zu informieren.Museumsnacht 2011

    Ab 18 Uhr hielt Wolfgang Hasibether einen Vortrag zur Biographie Leuschners mit Bildern aus dem Stiftungsarchiv, bei dem er auch originale Texte des Gewerkschafters und Widerstandskämpfers vortrug. Ab 19 Uhr bot die Stiftung dann Führungen durch die Gedenkstätte, die auf rege Nachfrage stießen. Da diesmal zwei Buslinien der Museumsnacht an der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte vorbeiführten, herrschte bis Mitternacht ein reges Kommen und Gehen von interessierten Besuchern.

  • GESPRÄCH MIT BARBARA DISTEL

    Barbara Distel, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau von 1975 bis 2008, besuchte am Montag, 24.10. die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte und stellte sich anschließend im Seminarraum der Wilhelm-Leuschner-Stiftung der Diskussion zum Thema Wolfgang Hasibether und Barbara Distel in der Gedenkstätte.„Gedenkstätten – Brauchen wir diese Orte zum Lernen?“. Dass diese Orte unverzichtbare Lernorte sind, davon ist Frau Distel überzeugt. Obwohl nicht erwartet werden darf, dass der Besuch einer Gedenkstätte junge Menschen automatisch zu überzeugten Demokraten macht, ist der Denkanstoß durch solche Aufenthalte nicht zu unterschätzen. Zudem komme es nach Ansicht von Frau Distel stets darauf an, wie diese Besuche pädagogisch begleitet werden. Dies muss zum einem durch engagierte Lehrkräfte geschehen, die sich während des Besuchs nicht einfach zurückziehen und auch eine angemessene Vor- und Nachbereitung durchführen. Zum anderen braucht es die pädagogische Begleitung durch Fachkräfte vor Ort, wie sie etwa die Wilhelm-Leuschner-Stiftung bietet. Wie diese pädagogische Arbeit finanziert werden soll, auch das war ein Thema, zu dem sich Frau Distel äußerte. Aus ihrer persönlichen Erfahrung in Dachau konnte sie berichten, dass in den Heimatgemeinden oft die Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung solcher Erinnerungsarbeit fehle. Dann bedarf es eines langen Atems, um die gesteckten Ziele doch zu verwirklichen, und vor allem des Einsatzes von Befürwortern. Dass die Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung viele Befürworter hat, zeigte sich an dem vollbesetzten Seminarraum und der regen Beteiligung der Zuhörer an der Diskussion. Einer jungen Besucherin aus der Slowakei fiel es schwer zu glauben, dass die Arbeit der Stiftung von der Stadt Bayreuth so wenig Unterstützung erfährt. Im Ausland herrsche allgemein das Bild, dass Deutschland seine Erinnerungskultur vorbildlich lebendig hält und pflegt, wozu mehr als die Einrichtung einer Ausstellung gehört. Hierzu merkte Frau Distel an, dass angesichts ihrer Vergangenheit gerade der Stadt Bayreuth ein Ort der lebendigen Demokratie- und Toleranzerziehung gut zu Gesicht steht. Auch sie will sich jetzt dafür einsetzen, dass die Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung am Lernort Leuschner-Gedenkstätte weitergehen kann.

  • LIEDERABEND "LEUSCHNERS WELT" AM 10. NOVEMBER 2011

    Musik bewegt uns, Texte bringen uns zum Nachdenken. Auch Wilhelm Leuschner wurde von der Musik seiner Umgebung zum Nachdenken gebracht und für die Zukunft geprägt. Seine Umgebung, das war die Welt der Arbeiter und der Arbeiterbewegung in Bayreuth um das Jahr 1900. Die Arbeiterbewegung pflegte damals ein reges Kulturleben, und Leuschner war aktiv daran beteiligt – im Arbeitersängerverein und mit der Mandoline …

    Eine Auswahl von Musik und Texten aus „Leuschners Welt“, die seine Persönlichkeit als führender Gewerkschafter und SPD-Politiker prägten, wird an diesem Abend im Schwenk-Saal präsentiert. Herbert Schmid und Peter Heidler lassen die Melodien der Arbeiterbewegung mit Gesang, Gitarre und Harmonika lebendig werden. Dazu liest Wolfgang Hasibether Texte, die die Energie und den Bildungshunger Leuschners und der dynamischen Arbeiterbewegung im frühen 20. Jahrhundert widerspiegeln.

    Beginn der Veranstaltung am Donnerstag, den 10.11. ist um 19 Uhr im Schwenk-Saal, Pottensteiner Straße 12, 95447 Bayreuth. Es laden ein das DGB Bildungswerk Bayern e.V., der Förderverein Leuschner-Haus und die Arbeit und Leben gGmbH. Lesen Sie auch die Ankündigung des DGB Bildungswerks hier als PDF-Dokument.

  • EINLADUNG ZUM GESPRÄCH MIT BARBARA DISTEL, KZ-GEDENKSTÄTTE DACHAU

    „Da kommen keine 100 Leute im Jahr.“ So die Prognose einiger Gegner der Einrichtung der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte im Jahr 2003. Inzwischen beweist die Besucherstatistik des Jahres 2010 mit rund 2000 Besuchern und Nutzern der Bildungsangebote der Wilhelm-Leuschner-Stiftung das Gegenteil. Doch die Gegenstimmen bleiben, und es gibt sie nicht nur in Bayreuth und gegen die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte. Kann nicht endlich Ruhe sein mit der ewigen Erinnerung an deutsche Verbrechen der Vergangenheit? Kostet der Unterhalt dieser Erinnerungsorte die Steuerzahler nicht Unsummen, die besser in neue Schulgebäude investiert würden? Sind diese Einrichtungen denn wirklich notwendig, und wo bleibt der Nachweis der „Wirksamkeit“ von Gedenkstättenbesuchen?
    Am Montag, 24.10.2011 ist Barbara Distel, die langjährige Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, ab 19 Uhr im Seminarraum der Wilhelm-Leuschner-Stiftung (Moritzhöfen 25, 95447 Bayreuth) zu Gast, um mit uns diese Fragen zu diskutieren.
    In Dachau musste Barbara Distel ebenfalls um die Einrichtung der Gedenkstätte ringen. Sie besitzt nicht nur Einblick in die finanzielle Situation an den deutschen Gedenkstätten, sondern kann auch aus ihrer jahrzehntelangen Erfahrung Aussagen zu Notwendigkeit und „Wirksamkeit“ von Gedenkstättenbesuchen treffen. Zudem wollen wir mit ihr in diesem Gespräch einen Blick in die Zukunft dieser besonderen deutschen Erinnerungsorte werfen.
    Das Gespräch mit Frau Distel ist Teil unserer Reihe „Erinnerungskultur in Deutschland“. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung und der Förderverein Leuschner-Haus laden alle interessierten Besucher herzlich dazu ein. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Arbeit und Leben gGmbH statt, der Eintritt ist frei.

    Den Flyer zur Veranstaltung können Sie hier herunterladen!

  • ANKÜNDIGUNG DER 7. BAYREUTHER GESPRÄCHE

    „Film statt Zeitzeuge – Die europäische Erinnerungskultur im Wandel“ – mit diesem Thema beschäftigen sich die 7. Bayreuther Gespräche der Wilhelm-Leuschner-Stiftung am Samstag, 1.10.2011. Unsere wissenschaftliche Tagung findet traditionell jährlich anlässlich des Todestags des in Bayreuth geborenen Widerstandskämpfers Wilhelm Leuschner Ende September statt. In diesem Jahr ist dem Symposium erstmals eine Jugendveranstaltung am Freitag, 30.9.2011 vorangestellt, die von dem Projekt-Seminar ‚Geschichte’ am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium ausgerichtet wird. Veranstaltungsort für die Tagung und die Jugendveranstaltung ist das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium, Königsallee 17 in Bayreuth. Programmflyer und Plakat - hier - als Download. 

    Fast 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden die Zeitzeugen immer weniger und ihre Erlebnisse bleiben uns nur noch in Schriftform oder als Videoaufzeichnung. Zunehmend kann die Erinnerung an die deutsche Besatzung und die Verfolgung von Gegnern des Nationalsozialismus in Europa und den Widerstand dagegen nur noch über Medien vermittelt werden. Hinzu kommt, dass die Erinnerung an diese Zeit in den europäischen Ländern unterschiedliche Erfahrungen z. B. der Verfolgung oder des nationalen Widerstands beinhaltet und dass die Wege der Vermittlung auch von Kultur zu Kultur variieren.
    Wie also können diese vielfältigen Erinnerungen am besten an kommende Generationen weitergegeben werden? Und besteht die Aussicht auf eine gemeinsame europäische Erinnerungskultur in der Zukunft?

    Bei den 7. Bayreuther Gesprächen am Samstag, 1.10.2011 ab 14 Uhr in der Aula des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums stellen diesmal Referenten aus Italien, Tschechien und Deutschland Erinnerungsprojekte aus ihren Ländern vor und laden zur Diskussion ein, wie die Zukunft der europäischen Erinnerungskultur aussehen kann. Blanka Mouralová, Direktorin des neuen Museums der deutschsprachigen Bewohner der böhmischen Länder in Ústí nad Labem/Aussig in Tschechien, wird ihr Museumsprojekt vorstellen und erläutern, wie die Erinnerungen von Zeitzeugen darin verankert wurden. Der italienische Regisseur Massimo Montepagani wird über die Entstehung seines Films „Sant’ Anna – L’eccidio“ berichten, mit dem heute an der Gedenkstätte Sant’ Anna di Stazzema an das Massaker der SS in dem kleinen italienischen Dörfchen nahe La Spezia im Jahre 1944 erinnert wird. Hans Simon-Pelanda, Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg e. V., wird einen Einblick darin geben, wie er die Erinnerungen ehemaliger Häftlinge in seinen Buch- und Filmprojekten festgehalten hat. Wolfgang Hasibether, wissenschaftlicher Leiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, wird über den neuen Dokumentarfilm der Stiftung „Wilhelm Leuschner -  Aufrechter Gang und Humanität“ berichten.

    Bereits am Freitag, 30.9.2011 bietet sich ab 18:30 Uhr in der Mensa des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums die Gelegenheit, noch einmal den Bericht zweier Zeitzeugen live zu hören und mit ihnen zu sprechen. Die Teilnehmer/innen des Projekt-Seminars ‚Geschichte’ haben Helga Hosková, Überlebende des KZ Theresienstadt, und Enio Mancini, Überlebender des Massakers von Sant’ Anna di Stazzema, eingeladen, vor allem jungen Menschen von ihrer Erfahrung unter der deutschen Besatzung in Tschechien und Italien zu berichten. Auch erwachsene Besucher sind herzlich willkommen! Vor dem Gespräch mit Frau Hosková und Herrn Mancini wird ein Kurzfilm zu dem Thema „Verfolgung durch die deutschen Besatzer“ hinführen. Im Anschluss werden Frau Hosková und Herr Mancini von ihren Erlebnissen berichten, und die Besucher haben Gelegenheit, selbst Fragen an sie zu stellen.

    Das musikalische Rahmenprogramm wird am Freitag durch Hans Nerlich, Schüler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums, und am Samstag in traditioneller Weise durch den Pianisten Dietrich Lorenz gestaltet. Für das leibliche Wohl der Besucher wird an Freitag und Samstag mit einem Buffet gesorgt. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.

    Programmflyer und Plakat - hier - als Download.

  • MULTIPLIKATORENFAHRT NACH LA SPEZIA IM AUGUST

    In der ersten Augustwoche 2011 besuchte eine Delegation der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und des Vorstandes des Fördervereins Leuschner-Haus die Bayreuther Partnerstadt La Spezia in Ligurien. Der Besuch diente der Pflege und dem Ausbau von Kontakten in die Partnerstadt in den Bereichen wissenschaftliche Forschung und Jugendaustausch. Zu diesem Zweck nahmen die Teilnehmer/innen der Fahrt eine Reihe von Gesprächs- und Besichtigungsterminen in La Spezia sowie an Erinnerungsorten in den Provinzen Ligurien und Toskana wahr. In den Jahren 1943 bis 1945 war diese Region Italiens eine Hochburg des Widerstands gegen die deutschen Besatzer.
    GedenkStätte St. Anna
    Den Auftakt bildete ein Treffen mit Patrizia Gallotti, der Leiterin des „Istituto spezzino per la storia della Resistenza e dell’Età Contemporanea“ in La Spezia, und ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiter Maurizio Fiorillo. Als Vertreter der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft La Spezia nahmen deren Präsidentin Chiara Cozzani und Fabrizio Dellepiane, Rechtsdirektor der Stadtverwaltung La Spezia, ebenfalls an dem Treffen teil.


    An dem 1972 gegründeten Institut wird zur Geschichte des Widerstands in der Region Ligurien gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg geforscht. Neben wissenschaftlichen Publikationen ist aus dieser Forschungsarbeit ein umfangreiches Archiv mit zahlreichen Dokumenten und Fotoaufnahmen hervorgegangen, in das die Delegation Einblick nehmen durfte. Herr Fiorillo gab zu einer Auswahl dieser Dokumente und Fotografien Erläuterungen. Des Weiteren erklärte er, wie diese Archivalien in der pädagogischen Arbeit des Instituts mit Schulklassen eingesetzt werden. Im Hinblick auf die Forschung der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zum europäischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus regten Frau Gallotti und Herr Fiorillo an, im kommenden Jahr eine gemeinsame Publikation des Instituts und der Stiftung vorzubereiten. Ebenfalls soll im Rahmen des Jugendaustauschs zwischen den Partnerstädten gemeinsam ein pädagogisches Angebot für Jugendgruppen und Schulklassen erarbeitet werden. Dieses neue Seminarangebot soll einen Besuch des Instituts in La Spezia und der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte in Bayreuth inhaltlich miteinander verknüpfen.

    Während das „Istituto spezzino per la storia della Resistenza e dell’Età Contemporanea“ seine Arbeitsschwerpunkte in den Bereichen Forschung und Archivierung setzt, ist das „Museo Audiovisio Della Resistenza“ in Fosdinovo, etwa 40 Kilometer von La Spezia entfernt, vorrangig ein Ort der Erinnerungsvermittlung. Die im Jahr 2000 eröffnete Ausstellung präsentiert Zeugnisse von Zeitzeugen des Kampfes gegen die deutsche Besatzung in Form von Videoaufzeichnungen. Darunter befinden sich Berichte von Partisanen, aber auch von italienischen Zivilisten, die die Aufständischen unterstützten oder von den Deutschen in Konzentrationslager verschleppt wurden. Mittels modernster Computertechnik können die Zeugnisse von den Besuchern individuell auf großformatigen Bildschirmen abgerufen werden. Die Delegation der Stiftung und des Fördervereins erhielt von einer Mitarbeiterin des Museums eine Führung durch die Ausstellung. Fabrizio Dellepiane und Maurizio Fiorillo begleiteten den Besuch, wobei Herr Dellepiane die Übersetzung ins Deutsche übernahm. Die Führung diente nicht nur zur Vermittlung historischer Fakten, sondern auch das Ausstellungskonzept und die zugrunde liegende Technik wurden vorgestellt und diskutiert. Dies geschah im Hinblick auf eine Überarbeitung der Ausstellung in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte sowie die zukünftige Vermittlungsarbeit dort.


    Vertieft wurde im Rahmen des Besuchs in La Spezia der Kontakt zur Gedenkstätte Sant’Anna di Stazzema, etwa 70 Kilometer von La Spezia entfernt. Am 12. August 1944 hatten SS-Einheiten in dem kleinen Dörfchen in der Versilia ein Massaker verübt, bei dem etwa 560 Zivilisten, vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen, ermordet wurden. Heute befindet sich in Sant’Anna eine Gedenkstätte, die den Ereignissen an jenem Tag sowie dem Kampf der Partisanen gegen die deutsche Besatzung gewidmet ist. Bereits im letzten Herbst hatten Enio Mancini, Überlebender des Massakers, und Giovanni Cipollini, Historiker und Mitglied des Gedenkkomitees für die Märtyrer von Sant’Anna, an den 6. Bayreuther Gesprächen teilgenommen. Die Bayreuther Delegation traf beide in Sant’Anna wieder, und es wurde vereinbart, dass Herr Mancini in diesem Jahr als Zeitzeuge bei der Jugendveranstaltung der Wilhelm-Leuschner-Stiftung am 30.9.2011 sprechen wird. Herr Mancini wird begleitet von Massimo Montepagani. Der italienische Regisseur ist verantwortlich für den zum Großteil animierten Informationsfilm „Sant’Anna – L’eccidio“, der an der Gedenkstätte in Sant’Anna gezeigt wird. Da das Thema der diesjährigen Bayreuther Gespräche „Film statt Zeitzeuge – Die europäische Erinnerungskultur im Wandel“ lautet, wurde Herr Montepagani eingeladen, diesen Film in Bayreuth vorzustellen. Im Rahmen des Besuchs in Sant’Anna fand ein Kennenlernen mit Herrn Montepagani statt, und es wurde besprochen, welche Schwerpunkte bei seinem Vortrag gesetzt werden sollen. Hinsichtlich der Durchführung zukünftiger Jugendaustausche informierte sich die Delegation bei einer Führung über die neu gestaltete Ausstellung der Gedenkstätte. Die Führung wurde durchgeführt von dem ehemaligen Partisanen Moreno Costa, dem Präsidenten der Sektion Pietrasanta der Partisanenvereinigung A.N.P.I. Stiftungsratsmitglied Ursula Leibinger-Hasibether übernahm die Übersetzung ins Deutsche. Im Anschluss an die Besichtigung der Ausstellung führte Enio Mancini die Bayreuther Delegation durch die Außenanlagen der Gedenkstätte mit dem sogenannten Friedenspark. Er verdeutlichte nochmals den Ablauf des Massakers und mit welchen Gedenkinitiativen heute an diesem Ort daran erinnert wird.


    Zum Abschluss des Aufenthalts fand nochmals ein Treffen mit Fabrizio Dellepiane im Rathaus von La Spezia statt. Bei diesem Treffen wurde die Idee zukünftiger Jugendaustausche zwischen den beiden Städten, die einen Besuch sowohl in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte betreut durch die Wilhelm-Leuschner-Stiftung als auch an den italienischen Erinnerungsorten in La Spezia selbst und dem Umland beinhalten, gefestigt. Herr Dellepiane wird zusammen mit Herrn Fiorillo im Herbst die 7. Bayreuther Gespräche besuchen, um sich vor Ort über die Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und die Situation der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte zu informieren.

  • VERANSTALTUNG DES FÖRDERVEREINS LEUSCHNER-HAUS

    60 Jahre Wolfgang Hasibether – dieses Jubiläum nahm der Förderverein Leuschner-Haus zum Anlass, um die erfolgreiche Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zu feiern und zugleich Spenden für seine Initiative „Eigentum verpflichtet – Rettet die Leuschner-Gedenkstätte“ zu sammeln. Die Benefizveranstaltung in der Gaststätte „Schwenksaal“ begann bereits am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen und hatte ab 18:00 Uhr ihren Höhepunkt mit einem Benefizkonzert von Peter Heidler und Herbert Schmid. Das Duo spielte aus seinem Programm „Ein Abend mit dem Zupfgeigenhansl“ Freiheitslieder aus 500 Jahren. Auch die Gäste waren zum Mitsingen eingeladen, für Textunkundige lagen die Liedtexte bereit. Ehrende Worte für den Jubilar und die Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung fanden nicht nur die beiden Vorsitzenden des Fördervereins, Peter Weintritt und Janna Münch, auch Christine Kelpin, die stv. Bezirksgeschäftsführerin von ver.di Oberfranken Ost, hielt eine Laudatio auf Wolfgang Hasibether und sein Lebenswerk. Gerade die heutige Gesellschaft braucht mehr aufrichtige, aufrechte Menschen wie Wolfgang Hasibether, darin waren sich die Laudatoren einig.
    Und auch die Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung an der Gedenkstätte darf nicht enden, wofür die Initiative „Eigentum verpflichtet – Rettet die Leuschner-Gedenkstätte“ ins Leben gerufen wurde. Diese soll dazu dienen, das drohende Ende der Gedenkstättenarbeit am 31.12. dieses Jahres abzuwenden. Die Bayreuther Öffentlichkeit soll regelmäßig informiert werden, wie die Verhandlungen bezüglich der Gedenkstätte im Erdgeschoss und des gesamten Leuschner-Geburtshauses verlaufen.

  • WIR GRATULIEREN

    Am 20. Juli 2011, feierte der Sozialwissenschaftler und Publizist Wolfgang Hasibether seinen 60. Geburtstag. Den Jubilar bringt man wohl sofort mit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung in Verbindung, die er im März 2002 gemeinsam mit seiner Frau Ursula und den Freunden Margit Bock-Höhn und Fritz Höhn gegründet hat und deren wissenschaftlicher Leiter er ist. In der Stiftung  bearbeitet Wolfgang Hasibether den Nachlass und das Vermächtnis des großen Sohnes der Stadt Bayreuth, Wilhelm-Leuschner –freilich nicht im Sinne einer musealen Verwaltung, sondern vielmehr  in einer lebendigen Auseinandersetzung mit dem Gewerkschafter und antifaschistischen Widerstandskämpfer Leuschner.

     

    Das historische Erbe befragen, um Lehren für die Gegenwart zu ziehen und Zukunft zu gestalten – dies ist zweifellos eine Maxime Wolfgang Hasibethers. Eine andere ist es, sich für eine Gesellschaft einzusetzen, die von sozialer Gerechtigkeit, Solidarität und gleichen Bildungschancen für alle, unabhängig von Herkunft und  finanzieller Möglichkeit geprägt ist. Diese Haltung führte Wolfgang Hasibether zu seinem gewerkschaftlichen Engagement – zunächst als Jugendvertreter während der Banklehre in Würzburg, die er nach der Mittleren Reife absolvierte, während der Zeit des Studiums und ebenso auch in den Jahren, in denen Wolfgang Hasibether als Bildungsreferent beim Erzbischöflichen Ordinariat in München tätig war.
    Ein weiterer Schritt war schließlich der berufliche Wechsel zum DGB: 1987 wurde Hasibether zum DGB-Kreisvorsitzenden von Bayreuth gewählt – ein Wahlamt, das er bis 1993 ausfüllte. Ein wichtiges Ereignis war 1990 eine Veranstaltung zum 100. Geburtstag Wilhelm Leuschners – gleichsam eine Initialzündung für die intensive und bis heute andauernde Forschungs- und Erinnerungsarbeit an Wilhelm Leuschner, den Gewerkschafter und hessischen Innenminister.
    Die Arbeit in der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, die inhaltliche Gestaltung der Leuschner-Gedenkstätte, die pädagogische und wissenschaftliche Arbeit  mit Schülerinnen, Schülern, Studierenden und anderen Gruppen wurde kontinuierlich ausgebaut und wird weiter entwickelt.
    Viele wirken daran mit. Aber der Mut und das Engagement von Wolfgang Hasibether sind unverzichtbar.

  • ZEITZEUGENGESPRÄCH MIT ALEKSANDER LAKS

    „Ich weiß nicht, wieso ich überlebt habe, aber ich weiß wofür ich überlebt habe, nämlich um euch heute erzählen zu können, was geschehen ist.“ So wandte sich Aleksander Laks an die 21 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Bayreuth-St. Georgen, die am 18. Juli mit ihren Lehrern Anton Regner und Michael Herwehe zu Gast im Seminarraum der Wilhelm-Leuschner-Stiftung waren, um sich von Herrn Laks über sein Schicksal als verfolgter polnischer Jude erzählen zu lassen.

    Aleksander war 11 Jahre alt, als die Deutschen 1939 in Polen einfielen. Zusammen mit seiner Familie wurde er in seiner Heimatstadt Lodz, die von den deutschen Besatzern Litzmannstadt genannt wurde, ins Getto gesperrt, wo er es schaffte, 5 Jahre lang von 200 Kalorien am Tag zu überleben. Als eines Tages der Befehl kam, dass alle Kinder der Schule im Getto am nächsten Tag unbedingt zum Unterricht erscheinen müssten, versteckten ihn die Eltern stattdessen bei einer Tante. So entging Aleksander knapp dem Tod, während alle seine Klassenkameraden an diesem Tag von den Deutschen ins Vernichtungslager gebracht worden waren.

    Die Familie Laks blieb bis zum August 1944 im Getto Lodz, doch dann wurden auch Aleksander, seine Eltern, seine Tante und seine Großmutter nach Auschwitz deportiert. Bei der Ankunft wurde die Familie getrennt, alle weiblichen Angehörigen von Aleksander wurden direkt ins Gas geschickt. Er selbst überlebte nur, weil er behauptete bereits 18 Jahre alt zu sein, sonst wäre auch er ermordet worden. So jedoch konnte er bei seinem Vater bleiben und wurde mit ihm zu verschiedenen Arbeitseinsätzen in deutschen Industriebetrieben geschickt. Schließlich wurden Vater und Sohn von der SS an das KZ Groß-Rosen verkauft, wo sie Bauarbeiten verrichten mussten. Bei einem dieser Arbeitseinsätze zertrümmerte ein Wachmann willkürlich Aleksanders Nase, weshalb er noch heute mit einer Atemmaske schlafen muss. Als gegen Ende des Jahres 1944 die Front auch in Groß-Rosen immer näher rückte, wurden die Häftlinge eines Nachts aus dem Schlaf gerissen und bei Eiseskälte auf den „Todesmarsch“ in Richtung Westen geschickt. Aleksanders Vater glaubte diese Strapazen nicht mehr überstehen zu können und nahm seinem Sohn das Versprechen ab, dass Aleksander überleben und immer davon erzählen würde, was sich Schreckliches zugetragen hatte.

    Zwar erreichten die beiden noch gemeinsam das Konzentrationslager Flossenbürg in der Oberpfalz, doch dort wurde Aleksanders Vater im Alter von 45 Jahren kurz nach der Ankunft von einem Kapo zu Tode geprügelt. Aleksander musste in Flossenbürg im Steinbruch arbeiten, bis nach kurzer Zeit auch dieses Lager aufgelöst wurde und die Häftlinge auf den Todesmarsch in Richtung Bodensee geschickt wurden, wo man vorhatte, sie zu ertränken. Auf dem Weg schließlich verschwanden die SS-Wachen und ließen die Häftlinge allein zurück. Aleksander Laks wog nur noch 28 Kilo, aber er war am Leben und frei. Sein Entschluss stand fest – er wollte Europa verlassen und nie wieder zurückkehren.

    Nun lebt er seit Jahrzehnten in Brasilien, aber am zweiten Teil seines Entschlusses hält er nicht mehr fest. Ihm ist es wichtig, heute jungen Menschen in Deutschland seine Geschichte zu erzählen, „ohne Hass und ohne Rache, denn ihr könnt nichts dafür, ihr wart damals noch nicht einmal geboren“, wie er den Jugendlichen versichert. Seine jungen Zuhörer waren sichtlich beeindruckt von Aleksanders Schicksal und hörten ihm 1 ½ Stunden gebannt zu. Auch nahmen sie sicher seine Botschaft mit auf ihren Lebensweg: „Das darf nie wieder geschehen!“

  • BERICHT ZUR GEDENKSTÄTTENARBEIT DER WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG

    1. Allgemeines
    Die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte und die von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung angebotenen Führungen, Projekttage für Schulen und thematischen Veranstaltungen stoßen auf weiter steigendes Interesse. Bis Ende Juli 2011 wird die Besucherzahl der Gedenkstätte und der damit verbundenen pädagogischen Arbeit der Stiftung über 1.100 Teilnehmende betragen.

    2. Übersicht zu den Arbeitsschwerpunkten im Einzelnen
    2.1 Pädagogische Arbeit mit Schulen:
    Insgesamt fanden rund 40 Projekttage und Führungen statt. Folgende Schulen nahmen teil:
    - Mittelschule Bayreuth-Altstadt
    - Mittelschule Bayreuth-St. Georgen
    - Albert-Schweitzer-Mittelschule Bayreuth
    - Berufsfachschule für Hauswirtschaft Bayreuth (BS III)
    - Berufliche Oberschule Bayreuth
    - Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium Bayreuth
    - Mittelschule Hummeltal
    - Werner-Porsch-Mittelschule Speichersdorf
    - Lycée Jean de Pange Saargemünd (Deutsch-Französisches Gymnasium)
    - Pavel-Tigrid-Gymnasium Ostrava/Cz

    Als schuljahresübergreifendes Projekt läuft die Betreuung des P-Seminars ‚Geschichte’ am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium. Die Teilnehmer/innen des P-Seminars assistieren bei der Vorbereitung der 7. Bayreuther Gespräche im September 2011. Das Seminar läuft noch bis Februar 2012.

    2.2 Thematische Führungen in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte:
    Neben Führungen in deutscher Sprache boten wir in diesem Halbjahr neu an: Führungen in englischer Sprache sowie eine Führung für Gehörlose mit Gebärdendolmetscherin.


    2.3 Kooperation mit der Universität Bayreuth:
    Mit den folgenden Universitätseinrichtungen wurden/werden aktuell gemeinsame Projekte durchgeführt:
    - Fachbereich Interkulturelle Germanistik (Prof. Dr. Müller-Jacquier)
    - Bayreuth International School of African Studies (BIGSAS) (Katharina Fink M.A.)
    - Fachbereich Didaktik der deutschen Sprache und Literatur (Dr. des. Neuner)

    2.4 Vorträge und Konferenzen:
    In diesem Bereich fanden sich im ersten Halbjahr 2011 die folgenden Schwerpunkte:
    - Beginn der Vortragsreihe „Erinnerungskultur in Deutschland“ mit den Referenten Bundesfamilienministerin a. D. Renate Schmidt (SPD) und MdB Harald Weinberg (Die Linke), die Reihe wird im Herbst fortgesetzt
    - Vorbereitung der 7. Bayreuther Gespräche am 1.10.2011 sowie der zugehörigen Jugendveranstaltung am 30.9.2011 in Kooperation mit dem Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium und seinem P-Seminar ‚Geschichte’

    2.5 Modellprojekt für Kinder in der Gedenkstätte:
    Seit Anfang 2011 laufen die Arbeiten für das Projekt ‚Ausflug in die Vergangenheit’ - Modellprojekt für den Gedenkstättenbesuch von Kindergruppen.
    Diese Projekt wird von der Oberfrankenstiftung mit 25.000 € bezuschusst (Gesamtkosten: 100.000 €). Das Projekt soll 2012 abgeschlossen werden.

    2.6 Kooperation mit der Servicestelle für Museen beim Bezirk Oberfranken und der Landesstelle für nichtstaatliche Museen:
    Seit Jahren besteht ein enger Kontakt und reger Austausch mit Prof. Günter Dippold und der Servicestelle (Frau Barbara Christoph). Seit diesem Jahr arbeitet die Stiftung auch eng mit dem für P-Seminare zuständigen Koordinator Stefan Klein zusammen. Unterstützung erfährt die Arbeit ebenfalls durch die Landesstelle für nichtstaatliche Museen (Dr. Wolfgang Stäbler).

    Fazit: Die museumspädagogische Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung wird in Bayreuth Stadt und Land sowie auch in den Partnerstädten Bayreuths anerkannt und nachgefragt. Das Schulamt Bayreuth (Dr. Roß) hat die Arbeit mehrfach als außerschulische Ergänzung des Unterrichts der regionalen Schulen als vorbildlich beurteilt. Sie stellt ein Aushängeschild für die Stadt Bayreuth dar, dessen Verlust das Ansehen der Stadt beschädigen würde. 

  • GEDENKSTÄTTENARBEIT IM ERSTEN HALBJAHR 2011

    Auch im ersten Halbjahr des Jahres 2011 stießen die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte und die von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung angebotenen Führungen, Projekttage und thematischen Veranstaltungen auf ungebrochenes, ja sogar steigendes Interesse. An dieser Stelle wollen wir einen Rückblick auf die Arbeit dieses ereignisreichen ersten Halbjahres geben.

    Bereits seit dem letzten Jahr läuft die Vorbereitung der 7. Bayreuther Gespräche, die am 1. Oktober 2011 stattfinden und in diesem Jahr erstmals von einer Jugendveranstaltung am Vorabend begleitet werden. Diese Neuerung geht auf die Initiative der 13 Schüler/innen des Projekt-Seminars („P-Seminar“) Geschichte am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium zurück, die uns bei der diesjährigen Veranstaltung unterstützen. Im letzten halben Jahr erschienen die 13 Teilnehmer regelmäßig bei uns in der Stiftung, erhielten Einblick in die organisatorische und inhaltliche Vorbereitung einer wissenschaftlichen Tagung und durften auch selbst Rechercheaufträge übernehmen sowie an der Ausarbeitung des Programms mitwirken.

    Im Januar begann unter der Federführung des Fördervereins Leuschnerhaus eine Vortrags- und Diskussionsreihe zum Thema „Erinnerungskultur in Deutschland“. Den Auftakt machte eine Diskussion mit Bundesfamilienministerin a. D. Renate Schmidt (SPD) im Alten Rathaus, gefolgt von einer weiteren spannenden Diskussion mit MdB Harald Weinberg (Die Linke) im Seminarraum der Leuschner-Stiftung. Beide Politiker besuchten die Gedenkstätte und betonten die Bedeutung solcher Orte für die Tradierung der Erinnerung an zukünftige Generationen. Die Reihe wird im Herbst fortgesetzt, geplant ist dann zunächst ein Gespräch mit Barbara Distel, der langjährigen Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau.

    Ab Februar begannen wir auch wieder mit der Kernaufgabe unserer Stiftungsarbeit, der Durchführung von Führungen durch die Gedenkstätte und Projekttagen für Schülergruppen. Gleich zum Auftakt fand ein trinationaler Projekttag mit tschechischen, französischen und deutschen Jugendlichen statt. Doch vor allem die in Bayreuth und im Landkreis ansässigen Schulen nahmen in diesen ersten sechs Monaten des Jahres unsere Projektangebote zahlreich in Anspruch. Die 12. Klassen der Staatlichen Fachoberschule Bayreuth informierten sich bei einem Besuch der Gedenkstätte über das Leben und Wirken Wilhelm Leuschners. Die Altstadtschule, die Mittelschule Bayreuth-St. Georgen, die Werner-Porsch-Volksschule Speichersdorf sowie die Volksschule Hummeltal besuchten Projekttage im Rahmen unseres Projekts „Leichter Lernen mit Leuschner“. Gleich drei achte Klassen der Albert-Schweitzer-Schule Bayreuth nahmen im Juni an unserem Stadtrundgang „Jüdisches Leben in Bayreuth“ teil. Ein Höhepunkt dieser Projektarbeit im ersten Halbjahr 2011 war zweifellos das von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zusammen mit Norbert Aas und Schüler/innen der 9. Klasse der Altstadtschule im März durchgeführte Zeitzeugengespräch mit Hanneliese Wandersmann, der letzten Holocaustüberlebenden Bayreuths.

    Neben den Schulklassen betreuten wir im ersten Halbjahr 2011 natürlich auch erwachsene Besucher, wobei sich fortlaufend neue Besuchergruppen erschließen. Im April empfingen wir erstmals eine Seniorengruppe aus dem nördlichen Landkreis, und im Mai besuchte Professorin Cynthia Kros von der Universität Johannesburg die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte. Professorin Kros erhielt von uns eine Führung in englischer Sprache. Dies war jedoch nicht die einzige außergewöhnliche Führung in diesem Halbjahr. Im Juni boten wir auch erstmals eine Führung durch die Gedenkstätte für Gehörlose an, die wir, tatkräftig unterstützt durch eine Gebärdendolmetscherin, erfolgreich durchführen konnten.

    Zunehmend enger werden auch unsere Kontakte zur Universität Bayreuth. Für Juli ist eine ebenfalls englischsprachige Führung für Doktoranden der „Bayreuth International School of African Studies“ geplant. Bereits im Juni wurde im Seminarraum der Stiftung unter Leitung einer Stiftungsmitarbeiterin der erste Block eines Seminars zu „Konzepten und Praxis der Kulturarbeit an deutschen Gedenkstätten“ durchgeführt. Das Seminar ist im Fachbereich Interkulturelle Germanistik der Universität Bayreuth angesiedelt, der zweite Block wird im Juli stattfinden.

    Diese Anbindung an die aktuelle Forschung und Entwicklung im Bereich Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur ist uns ein stetes Anliegen. Aus diesem Grund war die Wilhelm-Leuschner-Stiftung auch auf der 3. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung im Januar in Berlin vertreten. Im April besuchten die Stiftungsmitarbeiter die Vorstellung der Museumskonzeption des neuen „Museums der deutschsprachigen Bewohner der böhmischen Länder“ in Ústí nad Labem (Aussig, CZ), das 2012 eröffnet wird. Dieses innovative Museumskonzept wird im Rahmen der 7. Bayreuther Gespräche durch die Museumsdirektorin Blanka Mouralová nochmals vorgestellt werden.

    Danken möchten wir an dieser Stelle vor allem dem Förderverein Leuschnerhaus mit seinen Vorsitzenden Peter Weintritt und Janna Münch und seinen inzwischen fast 100 Mitgliedern. In den vergangenen sechs Monaten hat uns der Förderverein nicht nur finanziell unterstützt, sondern er hat auch die Bekanntheit der Stiftung und ihrer pädagogischen Arbeit massiv vorangetrieben. So war der Förderverein Leuschnerhaus unter anderem am 1. Mai mit einem Infostand bei der Maikundgebung des DGB vertreten. Auch der Arbeit und Leben gGmbH mit ihren Mitarbeitern Herbert Schmid und Judith Schöffel sei gedankt für ihre zuverlässige Förderung unserer Schülerprojekttage. Nicht zu vergessen sind selbstverständlich unsere ehrenamtlichen Helfer, die unsere Arbeit auch im letzten Halbjahr mit ihrem aktiven Engagement, von der Übersetzung bis zum Schadensgutachten, unterstützten. Vielen Dank!

    Mit diesem Rückenwind hoffen wir auf ein gutes Gelingen unserer Arbeit im zweiten Halbjahr 2011. Der erste Höhepunkt werden die 7. Bayreuther Gespräche am 1. Oktober sein, die in internationaler Besetzung das Thema „Film statt Zeitzeugen – Die europäische Erinnerungskultur im Wandel“ behandeln werden. Allen Schüler/innen und Studenten/innen sei hier auch schon der Besuch der Jugendveranstaltung am 30. September empfohlen, bei der der italienische Zeitzeuge Enio Mancini und die tschechische Holocaustüberlebende Helga Hosková aus ihrer Erfahrung unter deutscher Besatzung und Verfolgung berichten werden. Zur Museumsnacht am 29. Oktober 2011 wird die Wilhelm-Leuschner-Stiftung nach einer Lesung mit Texten von Vertretern des deutschen Widerstands Führungen durch die Gedenkstätte in deutscher und englischer Sprache anbieten.

    Wir hoffen die Zahl von über 900 Besuchern der Gedenkstätte in den ersten Monaten 2011 im kommenden Halbjahr noch zu erhöhen und bauen aus diesem Grund auch unsere internationalen Kontakte weiter aus. So sind im August Treffen mit Vertretern der Gedenkstätten- sowie der Jugendarbeit der Bayreuther Partnerstadt La Spezia geplant, um den Grundstein für zukünftigen Austausch zu legen.

  • URGESTEIN DER BAYREUTHER GEWERKSCHAFTEN WIRD 85 JAHRE ALT

    Der Ehrenvorsitzende des Bayreuther Fördervereins Leuschner-Haus begeht am Samstag, den 4. Juni 2011 seinen 85. Geburtstag

    Der ehemalige Personalratsvorsitzende der Bayreuther Stadtwerke und seit 1946 in der Bayreuther Gewerkschaftsbewegung aktive Gewerkschafter Gustl Hacker wird 85 Jahre. Seit Jahrzehnten engagierte er sich in der SPD und der ehemaligen ÖTV (heute ver.di) für die Rechte der Arbeitnehmer. Als Personalrat und aktiver Gewerkschafter hat er sich stets für die wirtschaftlich schwächeren Schichten der Gesellschaft eingesetzt und für ihre Rechte der politischen und sozialen Teilhabe am demokratischen Gemeinwesen gekämpft. Seit seinem Ruhestand war es ihm ein Anliegen ab 1990 im Geburtshaus von Wilhelm Leuschner eine dauerhafte Erinnerung an diesen großen Sohn der Stadt Bayreuth einzurichten. Es sollte über zehn Jahre dauern bis sein Wunsch in Erfüllung ging. Im Verein für Kultur- und Sozialgeschichte (heute Förderverein Leuschner-Haus) setzte er sich mit seinen Mitstreitern ab 2000 dafür ein, dass eine Gedenkstätte im Geburtshaus in Moritzhöfen 25 entsteht. 2002 wurde dies durch die Wilhelm-Leuschner-Stiftung und dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Mronz erfüllt. Im September 2003 wurde die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte der Stadt Bayreuth im Geburthaus eröffnet. Seitdem führt die Wilhelm-Leuschner-Stiftung die pädagogische Gedenkstättenarbeit durch und informiert in Seminaren, Projekttagen und Führungen über 2000 Seminarteilnehmer jährlich über das Vermächtnis Wilhelm Leuschners. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern in Gewerkschaft und Stiftung ist es Gustl Hacker ein Anliegen das Wirken der deutschen Gewerkschaften am Aufbau und der Entwicklung einer sozialen Demokratie ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Für viele Bayreuther Bürgerinnen und Bürger ist Gustl Hacker ein gewerkschaftliches Urgestein, der nie bequem aber immer sachlich und besonnen sein politisches Anliegen der sozialen Gerechtigkeit in die gesellschaftspolitische Diskussion eingebracht hat und auch weiter einbringen wird.

  • 1. MAI IN BAYREUTH

    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung und der Förderverein Leuschner-Haus beim 1. Mai 2011 des DGB Oberfranken-Ost in Bayreuth

    Am Tag der Arbeit war die Leuschner-Stiftung und der Förderverein mit einem Info-Stand beim Maifest des DGB im Ehrenhof des Alten Schlosses in Bayreuth vertreten.
    Ab 10 Uhr informierten Mitarbeiterinnen und Ehrenamtliche über die Arbeit der Stiftung in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte Bayreuth. Besondere Werbung machte der Förderverein für die Arbeit der Stiftung in der Gedenkstätte für neue Fördermitglieder. Am Nachmittag ab 15:00 Uhr haben die Vorstandsmitglieder des Fördervereins, Wolfgang Hasibether und Herbert Schmid, in einer kleinen musikalischen Mairevue über die Geschichte des 1. Mai informiert und an das Lebenswerk Wilhelm Leuschners erinnert.

  • GEDENKEN AN LISL HACKER

    Wir gedenken in stiller Trauer an Frau Lisl Hacker (gestorben am Karsamstag, 23. April 2011), die Ehefrau unseres Ehrenvorsitzenden des Fördervereins Leuschner-Haus Gustl Hacker.
    Sie war seit Gründung des Vereins im Jahr 1993 zusammen mit Gustl Mitglied im Förderverein und unterstützte unsere Arbeit für das Leuschner-Projekt seit 2000.
    Die am 6. Februar 1927 in Bayreuth geborene Tochter des Baugewerkschaftssekretärs Georg Werner wurde im Juni 1945 die erste Sekretärin im neu gegründeten Büro der Freien Gewerkschaft Bayreuth in der Rathstraße 2 in der Baracke neben dem späteren DGB-Gewerkschaftshaus Richard-Wagner-Straße 51. Sie arbeitete gemeinsam mit dem Vorsitzenden Karl Dietz am Neuaufbau der Bayreuther Gewerkschaftsbewegung. Gemeinsam mit ihrem Mann, Gustl Hacker, unterstützte sie von Anfang an unser Projekt des Aufbaus einer Gedenkstätte im Geburtshaus Wilhelm Leuschners. Mit ihr verliert die Wilhelm-Leuschner-Stiftung eine stille und bescheidene Förderin der Arbeit in der Gedenkstätte. Wir trauern mit ihrer Familie und werden ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.

  • STADTRUNDGANG "JÜDISCHES LEBEN IN BAYREUTH"

    Was passierte in der Reichspogromnacht in Bayreuth? Dieser Frage widmet sich ein Stadtrundgang für Schüler mit Arbeitsstationen, welchen die Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Jahr 2009 erarbeitet und am 10. November desselben Jahres erstmals durchgeführt hat. Für viele Schüler bleibt die Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich die Vernichtung der europäischen Juden im nationalsozialistischen Deutschland als Thema im Schulunterricht zunächst völlig abstrakt. Eine Verbindung zwischen diesen Ereignissen und ihrer Heimatstadt können sie oftmals nicht herstellen.

    Während des Stadtrundgangs wird ihnen nun bewusst, dass in ihrer Stadt jüdische Mitbürger gelebt haben, und dass diesen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, wie im übrigen Deutschen Reich, Gewalt angetan wurde. Die Schüler erfahren mehr über die Ereignisse jener Nacht, zum Beispiel, warum die Bayreuther Synagoge nicht abgebrannt wurde oder wo die Bayreuther Juden in dieser Nacht eingesperrt wurden. Zugleich werden ihnen aber auch die Menschen näher gebracht, die von diesen schrecklichen Ereignissen betroffen waren. So stehen die Schüler etwa vor ihnen bekannten Gebäuden, die sich nun als ehemalige jüdische Geschäfte entpuppen, und sie erfahren erstmals etwas über das Schicksal der jüdischen Inhaber.

    An jeder der sieben Stationen finden die Schüler Fragebögen und Informationsmaterial, wie zum Beispiel Fotos oder Zeitungsartikel, mithilfe dessen sie die Fragen zu der jeweiligen Station beantworten können.

    Der 2½-stündige Stadtrundgang „Jüdisches Leben in Bayreuth“ ist für Schulklassen geeignet, die bereits in das Thema „Drittes Reich“ eingestiegen sind. Vertiefte Vorkenntnisse dazu oder zum jüdischen Leben in der Region sind jedoch nicht erforderlich. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung stellt hierzu Texte bereit, die zur Vor- und Nachbereitung des Rundgangs im Unterricht eingesetzt werden können.

  • ZEITZEUGIN HANNELIESE WANDERSMANN BERICHTET

    Dass die Verfolgung und Ermordung der Juden in Deutschland auch in ihrer Heimatstadt stattgefunden hat, erfuhr eine Schülergruppe der 9. Klasse der Altstadtschule am Mittwoch, 16. März 2011 noch einmal aus erster Hand. Im Seminarraum der Zeitzeugun Hanneliese Wandersmann mit Dr. Norbert AasWilhelm-Leuschner-Stiftung trafen sie Frau Hanneliese Wandersmann, geb. Reinauer, die uns besuchte, um aus ihrer Kindheit als jüdisches Mädchen in Bayreuth und aus der Zeit in Lagern in Lettland, wohin die Bayreuther Juden deportiert worden waren, zu berichten. Unterstützt von Dr. Norbert Aas, der gerade Frau Wandersmanns Biographie verfasst, erzählte sie den Schülern ihre Lebensgeschichte. Zunächst hatte sie in Bayreuth eine beschützte Kindheit erlebt, bis der Nationalsozialismus das Leben der jüdischen Familie Reinauer zerstörte. Die geliebte christliche Kinderfrau durfte nicht mehr für die Familie arbeiten, das Traditionsgeschäft der Familie musste in kleinere, ungeeignete Räumlichkeiten umziehen, und die Kundschaft blieb aus. "Keiner traute sich mehr bei uns einzukaufen", berichtete Frau Wandersmann. 1938 musste sie als Zehnjährige die Schule in Bayreuth verlassen, als jüdisches Mädchen wurde sie dort nicht mehr geduldet. Es folgte eine Zeit auf einer jüdischen Schule in Nürnberg, Hanneliese war nur noch am Wochenende zuhause. 1941 schließlich wurde die Familie zusammen mit den meisten der in Bayreuth verbliebenen Juden nach Lettland deportiert. Dort folgte eine mehrjährige Leidenszeit in verschiedenen Lagern. Hannelieses Rettung war, dass die SS ihr wahres Alter nicht kannte. Wäre bekannt gewesen, dass sie noch keine 15 Jahre alt war, hätte sie als nicht arbeitsfähig gegolten und wäre ermordet worden. So aber wurde sie zusammen mit ihrer Mutter immer wieder verschiedenen Arbeitskommandos zugeteilt.

     

    Die Schüler hörten gebannt zu und stellten Fragen zu der Situation in den Lagern, die Frau Wandersmann offen beantwortete, wobei sie ihren jungen Zuhörern aber auch vermittelte, wie schwer es fällt, über diese schlimmen Erfahrungen zu sprechen. So erzählte Frau Wandersmann auch davon, dass ihr Vater und Bruder nicht überlebt haben. Obwohl seitdem 70 Jahre vergangen sind, rückte durch die Begegnung mit Frau Wandersmann die Vergangenheit für die Jugendlichen spürbar näher. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung sieht es deshalb als ihre Aufgabe, solange die Chance für diesen Austausch zwischen den Generationen noch besteht, solche Begegnungen auch weiterhin zu ermöglichen.

  • ERINNERUNGSKULTUR IN DEUTSCHLAND' GESPRÄCH MIT RENATE SCHMIDT BUNDESFAMILIENMINISTERIN A.D.

    „Erinnerung schadet nicht, sie nützt.“ Diese Überzeugung vermittelte Renate Schmidt (SPD), ehemalige Bundesministerin und Vizepräsidentin des Bundestags, in ihrem Gespräch über Erinnerungskultur mit Wolfgang Hasibether, das am gestrigeBundesfamilienministerin a.D. Renate Schmidt besucht die Leuschner-Gedenkstätte.n Sonntag, 30.1.2011, im Sitzungssaal des Alten Rathauses stattfand. Etwa 40 Zuhörer waren trotz besten Wetters erschienen, und sie wurden mit einer lebhaften Diskussion zu Themen wie der Notwendigkeit der Erinnerung an den Holocaust oder der wichtigen Unterscheidung zwischen den Begriffen „Schuld“ und „Verantwortung“ belohnt. Frau Schmidt machte deutlich, dass gerade die jungen Menschen in Deutschland an der Erinnerung teilhaben müssen, und dass eine solche Teilhabe vor allem durch regionale Bezüge zur Geschichte entstehen kann: „Das interessiert, weil sich die jungen Leute für den Ort, an dem sie leben, interessieren.“ Ein Ort wie die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte eignet sich somit hervorragend als Ausgangspunkt für die Erkundung von Geschichte in der eigenen Lebenswelt. Ein solcher Zugang verhindert auch, dass Erinnerungskultur sich nur noch in Gedenktagen mit obligatorischer Kranzniederlegung und immer gleichen, schließlich bedeutungslosen Floskeln äußert.

    Dass die Gefahr einer solchen Aushöhlung des Gedenkens heute besteht, darauf machte Frau Schmidt ebenso aufmerksam wie auf die Verantwortung, die heute jeder in der deutschen Gesellschaft trägt. Dabei betonte sie, dass es keineswegs um Verantwortung für begangene Verbrechen und folglich eine Schuldzuweisung ginge, sondern um Verantwortung für die Bewahrung der Erinnerung, die den Opfern ihre Würde zurückgibt. Zudem dürfe die Übernahme von Verantwortung nicht bei der Erinnerung an die Verbrechen stehen bleiben. Ebenso wichtig sei ihre Umsetzung in der Gegenwart, etwa durch eine wachsame Haltung gegenüber Ausländerfeindlichkeit in der eigenen Stadt. Diese Bedeutsamkeit des aktiven Handelns stellte Frau Schmidt immer wieder heraus, wobei sie ihre Zuhörer ermutigte, durchaus stolz auf die Demokratie zu sein, die heute in Deutschland bereits gelebt wird, auch wenn sie stets der Kritik und der Verbesserung bedarf. Das Publikum belohnte die Ausführungen von Frau Schmidt mit größter Aufmerksamkeit und einer Reihe von Anmerkungen, die zeigten, dass das Gespräch über den Holocaust und die Erinnerung an dieses Verbrechen ein Anliegen in unserer Gesellschaft ist, dem immer wieder ein Forum eingeräumt werden muss.

  • ERINNERUNGSKULTUR IN DEUTSCHLAND

    Am Freitag, 18. Februar 2010 fand in der Reihe ‚Erinnerungskultur in Deutschland’ nach der Diskussion mit Renate Schmidt (SPD) im Alten Rathaus im Januar 2011 die zweite Veranstaltung mit MdB Harald Weinberg (Die Linke) statt. Diese SpendenübergabeVeranstaltungen werden im Rahmen der Spendenaktion 2011 des Fördervereins Leuschner-Haus zugunsten der Gedenkstättenarbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Geburtshaus Leuschners in Bayreuth ausgerichtet.
    Nach der Übergabe eines Spendenschecks in Höhe von 500 € von dem gemeinnützigen Verein der Fraktion ‚Die Linke’ im Bundestag durch Harald Weinberg an den 1. Vorsitzenden des Fördervereins, Peter Weintritt, fand eine Diskussion im Seminarraum der Stiftung zur ‚Erinnerungskultur’ statt.


    Zusammen mit Mitgliedern des Fördervereins wurde über die Wirkung authentischer Orte bei der Vermittlung historischen Wissens diskutiert. Das positive Ergebnis des Lernens an solchen Orten gerade bei der Vermittlungsarbeit mit Jugendlichen ist durch die akademische Forschung inzwischen hinreichend ausgeleuchtet und belegt. Nicht nur wird Geschichte an diesen sogenannten Erinnerungsorten anschaulich und begreifbar, darüber hinaus tragen der Besuch eines solchen Ortes und die Auseinandersetzung damit zur Selbstentdeckung und zur Identitätsbildung des einzelnen Besuchers bei.
    Ein verwittertes Denkmal allein kann dies jedoch nicht leisten, es bedarf der pädagogischen Aufbereitung und Begleitung. Über diesen Mehrwert der Bildungsarbeit in Gedenkstätten, wie dem Geburtshaus Wilhelm Leuschners, wurde ebenso gesprochen, wie über die Verantwortung, die die öffentliche Hand für die Fortführung solcher Angebote trägt.
    Dabei wurde vom Vereinsvorsitzenden Peter Weintritt nochmals auf die Wichtigkeit der Spendenaktion 2011 hingewiesen. Die letzte Aktion 2010 erbrachte rd. 8.000 €. Bei einem Gesamtetat der Stiftung von jährlich 100.000 € ein wichtiger Beitrag, der auch 2011 als Minimum erreicht werden soll.
    Verwundert zeigte sich der Vorsitzende über Aussagen des Bayreuther Stadtkämmerers Rubenbauer, der in der laufenden Haushaltsberatung 2011 hinsichtlich der Kürzung der Zuschüsse an die Kulturinitiativen der Stadt geäußert hatte, dass es keine Beschwerden über die Kürzungen gäbe. Selbstverständlich wurde von Förderverein und Stiftungsvorstand Kritik an der Kürzung der Bildungsmittel für die Arbeit in der Gedenkstätte geübt. Umso mehr, da die pädagogische Arbeit in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte, die seit 2 Jahren nun Besuchergruppen aus ganz Europa erreicht, ausschließlich von den Mitarbeitern der Stiftung getragen wird. Der Stadtrat schenkt der inzwischen seit zehn Jahren geleisteten Arbeit der Stiftung finanziell immer noch zu wenig Aufmerksamkeit. Die Stadt müsste mindestens 25 % der Personalkosten bezuschussen, wie für 2011 beantragt. In den Haushaltsberatungen wurde dies aber wieder nicht berücksichtigt.

    MdB Weinberg versprach dem Förderverein in der Veranstaltung am Freitag eine interfraktionelle Initiative im Bundestag anzuregen, damit die Gedenkstättenarbeit endlich auch finanziell aus dem Gedenkstättenprogramm des Bundes bezuschusst wird.

  • PROJEKTTAGE MIT DEM P-SEMINAR IM FACH GESCHICHTE DES MWG BAYREUTH

    Seit Juli 2010 bereits läuft ein Projekt der Wilhelm-Leuschner-Stiftung mit dem Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG). 13 Schülerinnen und 1 Schüler der neuen Oberstufe des Gymnasiums haben sich für das Projekt-Seminar im Fach Geschichte MWG in der Gedenkstätteentschieden, dessen Zielsetzung die Planung und Durchführung einer geschichtswissenschaftlichen Tagung ist. Der betreuende Lehrer, Herr Marcus Mühlnikel wandte sich an die Wilhelm-Leuschner-Stiftung, die bereits seit 7 Jahren die „Bayreuther Gespräche“ ausrichtet, eine inzwischen international besuchte und in der Region einzigartige Tagungsreihe zu Fragestellungen rund um den Widerstand und die Verfolgung in Europa während der NS-Diktatur. Nachdem die Schüler zum Auftakt die 6. Bayreuther Gespräche im Oktober 2010 besuchten, sind sie nun in die Planung der nächsten Veranstaltung in der Reihe eingebunden. Diese wird am Samstag, 1. Oktober 2011 stattfinden. Während  regelmäßiger Projekttage in der Wilhelm-Leuschner-Stiftung wird im Laufe der kommenden Monate ein Beitrag der Seminargruppe zur Tagung erarbeitet werden. Darüber hinaus planen die Schüler auch eine zusätzliche Veranstaltung speziell für Jugendliche, die sie am Vorabend der Tagung durchführen wollen. Wir freuen uns über diese Zusammenarbeit mit dem P-Seminar des MWG und werden an dieser Stelle weiter darüber berichten.

  • INTERNATIONALER PROJEKTTAG DER WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG IN DER GEDENKSTÄTTE

    Am Dienstag, 15. Februar 2011 veranstaltete die Leuschner-Stiftung in den Räumen der Gedenkstätte und ihrem „Seminarraum Käthe Kern“ im Leuschner-Geburtshaus in Bayreuth einen trinationalen Projekttag mit Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen des lothringischen Lycée Jean de Pange aus Sarreguemines und der tschechischen Pavel-Tigrid-Schule aus Ostrava an der tschechisch-polnischen Grenze (Jazykové gymnázium Pavla Tigrida, G. Klimenta 493/3; 708 00 Ostrava – Poruba).
    Dieser Projekttag fand im Rahmen einer Seminarwoche zum Thema „Deutscher Widerstand“ statt, welche die Klassen im Valentin-Kuhbandner-Haus in Speichersdorf verbrachten, um sich auf ihre zweisprachige Abiturprüfung vorzubereiten. Das deutsch-französische Abitur, „AbiBac“ (Abitur und baccalauréat), in Geschichte und Erdkunde wird für die französische Klasse zweisprachig abgehalten. Die tschechischen Schüler besuchen einen sprachlichen Gymnasialzweig mit 8 Wochenstunden Deutschunterricht. Während ihres Besuchs in Bayreuth erhielten die Klassen eine Führung durch die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte und wurden über den deutschen Widerstand sowie die Rolle Wilhelm Leuschners bei der Organisation dieses Widerstands informiert. Die Reaktionen der Schüler machten deutlich, dass das Handeln Leuschners international als vorbildlich und nachahmenswert empfunden wird. Im Laufe dieses Jahres werden zwei weitere Projekttage mit den beiden Gymnasien folgen.

  • KARIKATUREN IM FORUM PHOINIX

    Förderverein Leuschner-Haus e.V. zeigt gemeinsam mit der Galerie Phoinix Karikaturen von Bozo Nebesch Kämmereigasse 9 ½  in Bayreuth vom 11. Dezember 2010 bis 30. Januar 2011.

    Die Vernissage am Samstag, 11. Dezember 2010 beginnt um 20 Uhr mit einer kurzen Einführung von Wolfgang Hasibether, wissenschaftlicher Leiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, die die Gedenkstättenarbeit in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte verantwortet.
    Der im Landkreis Bayreuth beheimatete Künstler Bozo Nebesch gibt die Nazi-Szene durch Überzeichnung der Lächerlichkeit preis. Die Ausstellung seiner Karikaturen ist bis zum 30. Januar 2011, dem Jahrestag der Machtübertragung an Adolf Hitlers am 30. Januar 1933, zu sehen. Das Thema Neonazis ist sehr ernst zu nehmen. Nicht nur, meint Bozo Nebesch, der die rechte Szene zum Thema seiner Karikaturen gewählt hat. Durch Überzeichnung werden die Hirnlosigkeit der Rechten bloßgelegt, ihr Auftreten der Lächerlichkeit preisgegeben und Neonazis in den Kontext mit der dunkelsten Phase der deutschen Geschichte gestellt. Da kann einem das Lachen auch gelegentlich im Halse stecken bleiben.
    Am Sonntag, 30. Januar 2011 um 17 Uhr ist im Alten Rathaus, Vortragssaal I. Stock (Städt. Kunstmuseum Bayreuth, Brautgasse), eine Veranstaltung mit Bundesministerin a.D. Renate Schmidt zur Erinnerungskultur in Deutschland.
    Die ehemalige Familienministerin Renate Schmidt ist Kuratoriumsmitglied im Dokumentationszentrum Nürnberg und im Vorstand des Vereins ‚Gegen Vergessen’ in Berlin. Sie wird in einem Gespräch mit Wolfgang Hasibether die Notwendigkeit der Erinnerung an den Holocaust und die Nazi-Barbarei begründen. Nach dem Ende der Veranstaltung gegen 19 Uhr ist die Finissage der Ausstellung in der unmittelbar neben dem Kunstmuseum gelegenen Galerie Phoinix.

    Flyer zur Ausstellung hier herunterladen.

  • AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG IN BAYREUTH

    Wilhelm-Leuschner-Stiftung unterstützt Ausstellung in Bayreuth

    ‚Zimmer 28’- Ein Schulprojekt zur Demokratieerziehung.

    Am Abend des 28. September wurde mit großem Besucherinteresse die Ausstellung "Zimmer 28" in der Albert Schweitzer Schule Bayreuth eröffnet.Zeitzeuginnen

    Flyer zur Ausstellung hier als PDF downloaden.

     

     

     

     

  • AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG IN ARZBERG

    Wilhelm-Leuschner-Stiftung unterstützt Ausstellung in Arzberg und Bayreuth
    ‚Die Mädchen von Zimmer 28’- Ein Schulprojekt zur Demokratieerziehung.Zeitzeuginnen


    Auf Initiative des Arzberger ‚Runden Tisches für Demokratie und Toleranz’ wurde am Samstag, den 11. September 2010 in der Arzberger Maximilian-von-Bauernfeind-Schule eine Ausstellung über das Konzentrationslager Theresienstadt mit Zeitzeuginnen eröffnet. Als Schwerpunkt für dieses Schulprojekt wurde ein besonderer Aspekt des Lebens im Konzentrationslager herausgegriffen. Es wurde das Zimmer 28 des Heims für jüdische Mädchen originalgetreu in der Ausstellung nachgestellt.

    Flyer zur Ausstellung hier als PDF downloaden.

     

    Eröffnungsveranstaltung

    11.9.2010 Dr. Simon-Pelanda
    und die Zeitzeuginnen bei der Eröffnung

    Sie waren nicht älter als vierzehn Jahre, die Mädchen im Mädchenheim L 410 in Theresienstadt, als sie im Zimmer 28 zusammenlebten. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen waren sie und ihre Familien zu Ghetto-Häftlingen aus dem ‚Protektorat Böhmen und Mähren’ geworden. Stück für Stück ihres Eigentums und ihrer Menschenwürde beraubt, wurden die Mädchen schließlich ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen und auf engstem Raum leben mussten. Die Zeitzeuginnen berichteten bei der Ausstellungseröffnung über ihre Erlebnisse und Erfahrungen in diesem Heim. Trotz unmenschlicher Bedingungen in diesem Ghetto haben sie sich erinnert, welche wertvolle Arbeit ihrer ebenfalls inhaftierten Betreuerinnen für sie getan haben. Inmitten des Grauens der Nazibarbarei war dieses Zimmer für die Mädchen auch ein Hort des Lernens und der Erziehung, der sie für ihr späteres Leben geprägt hat. Allerdings stand am Ende des Heimaufenthaltes der Transport ins Vernichtungslager Auschwitz, den sie nur durch Zufall überlebt haben. Ihre Familien wurden von den Nazis ausgelöscht. Von 15 überlebenden Frauen von ca. 60 Mädchen die von 1942 bis 1944 in diesem Heim eingesperrt waren, sind am Samstag sieben Frauen als Zeitzeuginnen bei der Eröffnung anwesend gewesen und haben von ihren Erlebnissen in dieser Zeit berichtet. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung unterstützte die Ausstellung mit der Produktion eines Videofilms über Theresienstadt (Terezin) als Unterrichtsmaterial zur Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Ausstellung. Bis Ende September haben die Schulen in Hochfranken die Möglichkeit sich mit der historischen Vergangenheit und den Auswirkungen der Nazi-Barbarei in dieser Ausstellung zu informieren. Ab Ende September ist die Ausstellung dann in Bayreuth.

    Am 28. September 2010 um 19 Uhr wird die Ausstellung in der Bayreuther Albert-Schweitzer-Schule eröffnet. In Zusammenarbeit mit Arbeit und Leben wird in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte in Bayreuth ein Zeitzeugengespräch im Rahmen unserer Gedenkstättenarbeit stattfinden. Am 29. September wird Ernst Grube, der als Kind in Terezin gefangen war und überlebte, mit Schülerinnen und Schülern der Albert-Schweitzer-Schule über seine Erlebnisse im Konzentrationslager sprechen.
    Der von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung produzierte Videofilm wird in der Vorbereitung für Projekttage in der Schule erneut zum Einsatz kommen.

  • VORSCHAU AUF DAS 2. HALBJAHR 2010

    Im zweiten Halbjahr werden die pädagogischen Projekte, die bereits im Juli begonnen wurden, im Schuljahr 2010/2011 fortgesetzt. Vorrangig sind wieder die Projekttage mit den 8. Klassen der Haupt- (jetzt Mittelschulen) in Stadt- und Landkreis Bayreuth. Die Projekttage Sitzung des Lehrerabeitskreises'Leichter lernen mit Leuschner' wurden mit überarbeiteten Materialen durch den Lehrerarbeitskreis Ende Juli vorbereitet. Im September beginnt die pädagogische Arbeit in Kooperation mit der Albert-Schweitzer-Schule mit Zeitzeugengesprächen und einer Videoproduktion im Rahmen der Ausstellung 'Die Kinder in Theresienstadt - Die Mädchen von Zimmer 28'. Diese Ausstellung wird am 11. September 2010 um 16 Uhr in der Maximilian-von-Bauernfeind-Schule in Arzberg eröffnet. In Bayreuth dann am 28.9.10 um 19 Uhr in der Albert-Schweitzer-Schule in Bayreuth. In beiden Ausstellungen wird unser Video 'Terezin' zu sehen sein. Am 30. September wird dann im Leuschner-Haus ein Zeitzeugengespräch mit Klassen der ASS mit Ernst Grube stattfinden. Herr Grube war als Kind in Theresienstadt eingesperrt.

    Ein weiteres Projektfeld wird mit einem P-Seminar Geschichte mit Schüler/innen aus der 11. Klassenstufe des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums Bayreuth erarbeitet. Dies wird ein Modellprojekt für die zukünftige Oberstufenarbeit der pädagogischen Gedenkstättenarbeit der Stiftung sein. Im Jahr 2010 werden wir damit analog 2009 wieder bei über 100 Veranstaltungen über 2000 Teilnehmende in der Gedenkstättenarbeit betreut haben.

    Höhepunkt der Jahresarbeit werden die 6. Bayreuther Gespräche sein, die am 2. Oktober ab 14 Uhr im Alten Rathaus Bayreuth stattfinden. Im Mittelpunkt stehen die historischen Ereignisse im August 1944 in den Apianischen Alpen in Ligurien und Toskana. Italienische Zeitzeugen und Historiker werden dabei über die Greuel der deutschen Wehrmacht und SS in Italien berichten. Die Aufarbeitung der Vergangenheit gemeinsam mit den Bayreuther Partnerstädten soll dabei die Fortentwicklung eines demokratischen Europas sein. Auch dies ist eine Zielsetzung der Stiftungsarbeit. Als Schirmherrin der Veranstaltung konnte die Europaabgeordnete Monika Hohlmeier gewonnen werden.

     

  • DELEGATIONEN AUS LA SPEZIA UND ANNECY ZU BESUCH IN DER GEDENKSTÄTTE

    Am 5. August 2010 waren Delegationen aus den Bayreuther Partnerstädten La Spezia in Italien und Annecy in Frenkreich zu Besuch in der Städt. Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte Bayreuth. In einer eineinhalbstündigen Führung wurden die Delegationen durch den wissenschaftlichen Leiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, Wolfgang Hasibether, in der Gedenkausstellung mit dem Leben und Wirken von Wilhelm Leuschner vertraut gemacht. Die zwanzigköpfige Besuchergruppe zeigte sich beeindruckt von der historischen Persönlichkeit Wilhelm Leuschners und erfuhr in der Diskussion mit dem wissenschaftlichen Leiter weitere Hintergründe über den Widerstand der Leuschner-Gruppe gegen den Naziterror.Ankunft der Delegation in der Gedenkstätte

  • GEDENKSTÄTTENARBEIT 1. HALBJAHR 2010

    Das erste Halbjahr 2010 geht zu Ende und die Wilhelm-Leuschner-Stiftung blickt auf ein ereignisreiches erstes halbes Jahr politischer Bildungsarbeit im Rahmen der Gedenkstättenarbeit in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte.

    Ab Februar stieg die Stiftung wieder voll in die politische Bildungsarbeit ein und betreute ebenso Schulklassen wie Seniorengruppen mit ihrer pädagogischen Gedenkstättenarbeit.
    Neben den ausländischen Klassen aus Frankreich und Tschechien wurden auch die Schulen aus Eckersdorf, Hollfeld und der Altstadtschule Bayreuth an Projekttagen betreut. Zwei zehnte Klassen des Gymnasiums Hollfeld besuchten den Projekttag zum Thema „Grundrechte, Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen“. Die zwei achten Klassen der Altstadtschule Bayreuth besuchten mehrere Projekttage zu den Themen Kaiserreich, Weimarer Republik bis hin zum Dritten Reich und Widerstand. Ende April fanden an zwei Tagen Zeitzeugengespräche mit Alexander Henryk Laks statt. Die achte Klasse der Volksschule Eckersdorf, die zwei achten Klassen der Altstadtschule und eine achte Klasse der Albert-Schweitzer-Schule bekamen die Lebensgeschichte erzählt und waren tief ergriffen von seinem Überlebensbericht.

    Ebenfalls traf sich der Lehrerarbeitskreis und es konnte sogar erreicht werden, dass sich der Lehrerarbeitskreis an zwei Tagen Ende Juli treffen wird, um die Unterrichtsmaterialien komplett zu überarbeiten und noch weiter zu entwickeln.

    Aber nicht nur Schulklassen wurden durch die Stiftung betreut. Neben der Führung der Familie des ehemaligen litauischen Staatspräsidenten Landsbergis am 30.03.2010 und einer Gruppe Berliner Motorradfahrer am 7.03. und 14.05.2010, wurden von Februar bis Mai in Kooperation mit der Frankenakademie Schloss Schney, immer wieder Seniorengruppen aus ganz Deutschland von Herrn Hasibether durch die Gedenkstätte geführt und danach in einer Diskussion noch weiter mit dem Leben und dem Widerstand Wilhelm Leuschners vertraut gemacht. Zusätzlich wurden zahlreiche Betriebsräteseminare abgehalten.
    Im ersten Halbjahr wurden über 1000 Jugendliche und Erwachsene durch die Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Rahmen der pädagogischen Gedenkstättenarbeit betreut. 

    Neben dem politischen Bildungsprogramm lief die wissenschaftliche Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung ebenfalls weiter. Das Video-Projekt wurde weiter vorangetrieben. Durch Fahrten nach Berlin und Darmstadt wurde neues Videomaterial erarbeitet.

    Durch private Gaben der Familie Roß kam die Wilhelm-Leuschner-Stiftung in den Besitz zahlreicher Briefe von der mütterlichen Seite Wilhelm Leuschners, die jetzt für das Archiv bearbeitet werden und zu neuen Erkenntnissen des weiteren Familienumfeldes Leuschners führen. Aber auch Leihgaben wurden durch die Familie Roß, der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zur Verfügung gestellt. Dies wird vor allem für die Neugestaltung der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte interessant werden, die für dieses Jahr noch geplant ist.

    Aber auch die Vorbereitung der 6. Bayreuther Gespräche schritt weiter voran. So stehen neben dem Referenten aus Tschechien, Jan Sicha, auch die übrigen drei Referenten fest. Zu Polen wird die Journalistin Jolanta Lada ein Referat über den Widerstand der polnischen Jugend halten. Aus Bayreuths Partnerstadt La Spezia werden zwei Referenten kommen, einmal Enio Mancini, ein Zeitzeuge des Massakers in Sant’Anna di Stazzema und der Historiker Giovanni Cipollini. Für das nächste Jahr entstand eine Kooperation mit dem Markgräfin Wilhelmine Gymnasium. Innerhalb eines so genannten P-Seminars des G8, ist die Wilhelm-Leuschner-Stiftung außerschulischer Träger und betreut 14 Schüler in unterschiedlichen Arbeitsgebieten. Alle 14 Schüler besuchen die 6. Bayreuther Gespräche und werden innerhalb kleiner Gruppen die verschiedenen Arbeitsaufgaben zur Entwicklung der 7. Bayreuther Gespräche 2011 übernehmen. So werden sie das Programm erarbeiten, Referenten einladen und zum Beispiel für die Werbung für die Veranstaltung verantwortlich sein.

    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung unterstützte im ersten Halbjahr aber auch Projekte im ganzen Bundesgebiet.
    So wurde für die Wilhelm-Leuschner-Grundschule in Egelsbach ein kurzes Lebensportrait geschrieben. Die Grundschule möchte im Jahr des 120. Geburtstages mit einer Tafel an den Namenspatron der Schule erinnern.

    Die Darmstädter Falken bekamen Unterstützung bei der Vorbereitung einer Ausstellung über Wilhelm Leuschner. Ebenso eine Arbeitsgruppe der FU Berlin.

    Der Förderverein Leuschner-Haus wählte einen neuen Vorstand. Peter Weintritt, Lehrer an der Altstadtschule Bayreuth wurde in dieses Amt gewählt. Janna Münch ist seine Stellvertreterin und Schriftführer ist Herbert Schmid, Geschäftsführer von Arbeit und Leben Bayern gGmbH. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung gratuliert dem neuen Vorstand, freut sich auf die Zusammenarbeit und wünscht ihnen gutes Gelingen in der Vereinsarbeit.

  • GEDENKSTÄTTENARBEIT 1. HALBJAHR 2010

    Das erste Halbjahr 2010 geht zu Ende und die Wilhelm-Leuschner-Stiftung blickt auf ein ereignisreiches erstes halbes Jahr politischer Bildungsarbeit im Rahmen der Gedenkstättenarbeit in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte.

    Ab Februar stieg die Stiftung wieder voll in die politische Bildungsarbeit ein und betreute ebenso Schulklassen wie Seniorengruppen mit ihrer pädagogischen Gedenkstättenarbeit.
    Neben den ausländischen Klassen aus Frankreich und Tschechien wurden auch die Schulen aus Eckersdorf, Hollfeld und der Altstadtschule Bayreuth an Projekttagen betreut. Zwei zehnte Klassen des Gymnasiums Hollfeld besuchten den Projekttag zum Thema „Grundrechte, Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen“. Die zwei achten Klassen der Altstadtschule Bayreuth besuchten mehrere Projekttage zu den Themen Kaiserreich, Weimarer Republik bis hin zum Dritten Reich und Widerstand. Ende April fanden an zwei Tagen Zeitzeugengespräche mit Alexander Henryk Laks statt. Die achte Klasse der Volksschule Eckersdorf, die zwei achten Klassen der Altstadtschule und eine achte Klasse der Albert-Schweitzer-Schule bekamen die Lebensgeschichte erzählt und waren tief ergriffen von seinem Überlebensbericht.

    Ebenfalls traf sich der Lehrerarbeitskreis und es konnte sogar erreicht werden, dass sich der Lehrerarbeitskreis an zwei Tagen Ende Juli treffen wird, um die Unterrichtsmaterialien komplett zu überarbeiten und noch weiter zu entwickeln.

    Aber nicht nur Schulklassen wurden durch die Stiftung betreut. Neben der Führung der Familie des ehemaligen litauischen Staatspräsidenten Landsbergis am 30.03.2010 und einer Gruppe Berliner Motorradfahrer am 7.03. und 14.05.2010, wurden von Februar bis Mai in Kooperation mit der Frankenakademie Schloss Schney, immer wieder Seniorengruppen aus ganz Deutschland von Herrn Hasibether durch die Gedenkstätte geführt und danach in einer Diskussion noch weiter mit dem Leben und dem Widerstand Wilhelm Leuschners vertraut gemacht. Zusätzlich wurden zahlreiche Betriebsräteseminare abgehalten.
    Im ersten Halbjahr wurden über 1000 Jugendliche und Erwachsene durch die Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Rahmen der pädagogischen Gedenkstättenarbeit betreut. 

    Neben dem politischen Bildungsprogramm lief die wissenschaftliche Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung ebenfalls weiter. Das Video-Projekt wurde weiter vorangetrieben. Durch Fahrten nach Berlin und Darmstadt wurde neues Videomaterial erarbeitet.

    Durch private Gaben der Familie Roß kam die Wilhelm-Leuschner-Stiftung in den Besitz zahlreicher Briefe von der mütterlichen Seite Wilhelm Leuschners, die jetzt für das Archiv bearbeitet werden und zu neuen Erkenntnissen des weiteren Familienumfeldes Leuschners führen. Aber auch Leihgaben wurden durch die Familie Roß, der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zur Verfügung gestellt. Dies wird vor allem für die Neugestaltung der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte interessant werden, die für dieses Jahr noch geplant ist.

    Aber auch die Vorbereitung der 6. Bayreuther Gespräche schritt weiter voran. So stehen neben dem Referenten aus Tschechien, Jan Sicha, auch die übrigen drei Referenten fest. Zu Polen wird die Journalistin Jolanta Lada ein Referat über den Widerstand der polnischen Jugend halten. Aus Bayreuths Partnerstadt La Spezia werden zwei Referenten kommen, einmal Enio Mancini, ein Zeitzeuge des Massakers in Sant’Anna di Stazzema und der Historiker Giovanni Cipollini. Für das nächste Jahr entstand eine Kooperation mit dem Markgräfin Wilhelmine Gymnasium. Innerhalb eines so genannten P-Seminars des G8, ist die Wilhelm-Leuschner-Stiftung außerschulischer Träger und betreut 14 Schüler in unterschiedlichen Arbeitsgebieten. Alle 14 Schüler besuchen die 6. Bayreuther Gespräche und werden innerhalb kleiner Gruppen die verschiedenen Arbeitsaufgaben zur Entwicklung der 7. Bayreuther Gespräche 2011 übernehmen. So werden sie das Programm erarbeiten, Referenten einladen und zum Beispiel für die Werbung für die Veranstaltung verantwortlich sein.

    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung unterstützte im ersten Halbjahr aber auch Projekte im ganzen Bundesgebiet.
    So wurde für die Wilhelm-Leuschner-Grundschule in Egelsbach ein kurzes Lebensportrait geschrieben. Die Grundschule möchte im Jahr des 120. Geburtstages mit einer Tafel an den Namenspatron der Schule erinnern.

    Die Darmstädter Falken bekamen Unterstützung bei der Vorbereitung einer Ausstellung über Wilhelm Leuschner. Ebenso eine Arbeitsgruppe der FU Berlin.

    Der Förderverein Leuschner-Haus wählte einen neuen Vorstand. Peter Weintritt, Lehrer an der Altstadtschule Bayreuth wurde in dieses Amt gewählt. Janna Münch ist seine Stellvertreterin und Schriftführer ist Herbert Schmid, Geschäftsführer von Arbeit und Leben Bayern gGmbH. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung gratuliert dem neuen Vorstand, freut sich auf die Zusammenarbeit und wünscht ihnen gutes Gelingen in der Vereinsarbeit.

  • 120. GEBURTSTAG VON WILHELM LEUSCHNER

    Projekt in Darmstadt Am 15. Juni 2010 jährt sich zum 120. Mal der Geburtstag von Wilhelm Leuschner. Aus diesem Anlass hat die Wilhelm-Leuschner-Stiftung eine Ausstellung für die Darmstädter Falken im Stadtteil Arheilgen zusammengestellt, die diese in den nächsten Wochen für ihre Gruppenarbeit in ihrem Jugendhaus ‚Wilhelm-Leuschner-Haus’ einsetzen und sich mit dem Leben und Wirken Wilhelm Leuschners befassen. Im September werden dann Mitarbeiter der Stiftung ein Gruppengespräch mit ihnen auf Video aufnehmen, bei dem sie ihre Ansichten zur Bedeutung Leuschners für die heutige Jugend äußern werden. Zum 120. Geburtstag 2010 wird in diesem Jahr das Videoprojekt der Stiftung über die Biographie Leuschners fertig gestellt. Dieses wird in der Gedenkstätte zu sehen sein und als Unterrichtsmaterial von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit herausgegeben und den Schulen für den Unterricht zur Verfügung gestellt werden. Damit wird die Gedenkstättenarbeit der Stiftung bundesweit weiter ausgedehnt und die Projektarbeit mit den regionalen Schulen ergänzt. 

    Wilhelm Leuschner wird am 15. Juni 1890 in Bayreuth, Moritzhöfen 25 im ersten Stock des Hauses geboren. Seine Eltern waren Marie Barbara Dehler, eine Weißnäherin, und Wilhelm Leuschner, ein Töpfer, der in der Ofenfabrik Sailer in der Wolfsgasse in Bayreuth arbeitete. Seine ersten beiden Lebensjahrzehnte sind durch die Volksschulzeit von 1897 bis 1904 und seine Ausbildung ab Ostern 1904 zum Holzbildhauer in Bayreuth bestimmt. Hier lernt er die Organisationen der Bayreuther Arbeiterbewegung kennen und diese frühe Erfahrung prägt sein ganzes Leben. Der Kampf für die gesellschaftliche Teilhabe der Arbeiterschaft und ihr Zugang zur Bildung bestimmen seinen weiteren gesellschaftlichen Aufstieg. In Bayreuth wird er von dem bekannten Vergolder und Kirchenrestaurator Arthur Geyer in der Richard-Wagner-Straße 29 zum Holzbildhauer ausgebildet. Vor der Handwerkskammer Oberfranken in Bayreuth legt er mit Auszeichnung seine Gesellenprüfung ab. Sein Abschlussdiplom vom 21.8.1907 und seine Holzschnitzarbeiten für die praktische Prüfung befinden sich heute im Archiv der Wilhelm-Leuschner-Stiftung.

    In Bayern verbietet das Vereinsgesetz Lehrlingen die Gewerkschaftsmitgliedschaft. Dieses Verbot wird  erst im Jahr 1908 aufgehoben. So wird er gleich nach Abschluss seiner Lehre im Mai 1907 in Bayreuth Mitglied der Gewerkschaft. Die Zahlstelle des Bayreuther Holzbildhauerverbandes stellt ihm sein erstes provisorisches Mitgliedsbuch aus. Mit diesem kann er bei seiner Wanderschaft in den Zahlstellen des Verbandes Reiseunterstützung erhalten.

    Ab  Juli 1907 geht er auf Wanderschaft und folgt damit der Tradition der deutschen Handwerker. Unter anderem arbeitet er in Klein Crostitz nordöstlich von Leipzig. Im Mai 1908 geht Leuschner nach Darmstadt wegen der berühmten Jugendstil-Ausstellung auf der Mathildenhöhe und  findet Arbeit und Logis bei dem Bildhauer Rudolf Asmus in der Neuen Niederstraße 11. Ein Jahr später geht Wilhelm Leuschner nach Bayreuth zurück, da seine Mutter schwer erkrankt ist. Sie stirbt am 28. Mai 1909 und er geht in Bayern auf erneute Wanderschaft.

    Vom Oktober 1909 bis zum März 1910 belegt er ein Grundsemester Bildhauerei an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Nürnberg. Wegen der Geburt seines Sohnes Wilhelm am 17.1.1910 muss er sein Studium im  März 1910 beenden und im Sommer kehrt er zurück nach Darmstadt um die Familie zu ernähren. Er arbeitet als Holzbildhauer in der Hofmöbelfabrik Glückert in Darmstadt, die viele Holzarbeiten in Bürgerhäusern in Darmstadt durchführt und internationale Geschäftsverbindungen zu den adeligen Herrscherhäusern in England und Russland hat. Seine Tochter Käthe wird am 4.4.1911 geboren und im September 1911 kann er nach seiner Volljährigkeit seine Frau Elisabeth heiraten.

    Wilhelm Leuschner macht ab 1911 rasch gewerkschaftliche Karriere, ehrenamtlicher Bezirksleiter des Holzbildhauerverbandes in Darmstadt und stellvertretender Kartellvorsitzender des gewerkschaftlichen Dachverbandes, der Generalkommission der freien Gewerkschaften. Im April 1913 tritt er in die SPD ein, für die er nach seinem Kriegseinsatz (im Herbst 1916 wird er an die Ostfront eingezogen) 1919 Stadtverordneter in Darmstadt wird. Zugleich wird er hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär im Gewerkschaftskartell Darmstadt. Später im Jahr 1926 sogar hessischer Bezirksleiter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Frankfurt.  

    Im Dezember 1924 wird er als Abgeordneter für die Sozialdemokratie in die Hessische Volkskammer und im Februar 1928 in das Amt des hessischen Innenministers gewählt. Nach heftigen Angriffen der Nationalsozialisten gegen sein Ministeramt, folgt er einem Ruf des ADGB-Vorsitzenden Theodor Leipart und wird im Januar 1933 in den Bundesvorstand des ADGB berufen.

    Nach der Reichstagswahl am 5. März 1933 wird er von den NS-Machthabern aus dem Amt gedrängt und  tritt  als hessischer Innenminister zurück.  Im April 1933 versucht die ADGB-Organisation in Verhandlungen mit den Nazis vor der Zerschlagung zu bewahren und vereinbart mit den Führern der anderen Richtungsgewerkschaften einen ‚Führerkreis der vereinigten Gewerkschaften’. Jakob Kaiser von den christlichen Gewerkschaften wird dabei sein wichtigster Partner. Mit ihm arbeitet er im nachfolgenden illegalen Widerstand gegen den Nazi-Terror eng zusammen.  

    Die Nationalsozialisten zerschlagen am 2. Mai 1933 die Gewerkschaftsorganisationen. Wie viele andere aktive Gewerkschafter und politische Gegner der Nationalsozialisten wird Wilhelm Leuschner verhaftet. Nach seiner Freilassung am 5. Mai soll er die Nazi-Organisation ‚Deutsche Arbeitsfront’ (DAF) vor dem Internationalen Arbeitsamt in Genf im Juni 1933 gemeinsam mit  deren Reichsführer Robert Ley legitimieren. Er fährt zwar mit nach Genf, verweigert aber die Mitarbeit und klärt stattdessen die Vertreter der internationalen Gewerkschaften in Ausschusssitzungen über die wahren politischen Verhältnisse in Nazi-Deutschland auf.

    Trotz Warnung vor der Verhaftung durch seine internationalen Gewerkschaftskollegen fährt er  Mitte Juni 1933 nach Deutschland zurück und wird im Bahnhof Freiburg verhaftet. Wilhelm Leuschner wird ein Jahr lang in verschiedenen Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert und gequält. Nach der Freilassung im Juni 1934 nimmt er Kontakt mit Jakob Kaiser auf und organisiert den illegalen gewerkschaftlichen Widerstand.

    Im Dezember 1936 kann er eine kleine Fabrikationsstätte in Berlin zur Produktion von Bierschankutensilien übernehmen, die bald zur Schaltzentrale der ‚IIlegalen Reichsleitung der deutschen Gewerkschaften’ wird. Durch die für den Verkauf der Schankutensilien notwendige reichsweite Reisetätigkeit hält Leuschner Kontakt zum illegalen gewerkschaftlichen Widerstand und ab 1938 zu den Militärs um Generaloberst Ludwig Beck und der Widerstandsgruppe des ehemaligen Leipziger Oberbürgermeisters Carl Goerdeler. Leuschner baut gemeinsam mit Julius Leber, Carlo Mierendorff, Theodor Haubach, Ludwig Schwamb und vielen anderen Widerstandkämpfern aus den Gewerkschaften ein Netz von politischen Vertrauensleuten auf, die nach dem Sturz Hitlers die demokratische Macht übernehmen sollen. Viele tausende Menschen sind in diesem Widerstandsnetz im ganzen Reichsgebiet verbunden. Leuschner ist bei den Widerstandkreisen aus Militär, Adel und konservativem Bürgertum hoch angesehen. Es gelingt ihm über weltanschauliche Grenzen hinweg Brücken zu bauen. Nach dem Putsch gegen das Nazi-Regime sollte Leuschner Vizekanzler werden. Im Zusammenhang mit dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wird er verhaftet, in einem Schauprozeß vor Freislers so genannten Volksgerichtshof am 7. und 8. September 1944 zum Tode verurteilt und am 29. September 1944 in Berlin-Plötzensee von den Nazi-Schergen am Strang ermordet.

    Seine historische Rolle in der Gewerkschaftspolitik 1933 und in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus wird in der Geschichtswissenschaft kontrovers diskutiert. Neuere Forschungen zeigen jedoch seine klare Haltung bei der Verteidigung der Republik und der Erhaltung der Gewerkschaftsorganisation als gesellschaftliche Gegenmacht zur Gestaltung sozialer Gerechtigkeit in Gesellschaft und Staat Deutschlands.

    Er hat für die Entwicklung der deutschen Demokratie und deren Sozialstaatsprinzip, wie es in Artikel 20 Absatz 1 Grundgesetz ('Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat') zum Ausdruck kommt, einen entscheidenden Beitrag geleistet. Seine Vorstellungen zur Einheitsgewerkschaft, die er bereits 1933  gemeinsam mit dem christlichen Gewerkschafter Jakob Kaiser in Grundzügen entwickelte, sind sein maßgebliches Vermächtnis an die nach 1945 neu entstehende Organisation des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

    Mit der Einrichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte im Bayreuther Geburtshaus hat die Wilhelm-Leuschner-Stiftung in Kooperation mit der Stadt Bayreuth eine bleibende Erinnerung an Leuschners Leben und Werk verwirklicht und bemüht sich mit diesem historischen Lernort darum dessen Anerkennung als nationale Gedenkstätte des deutschen Widerstandes im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

  • NIE WIEDER! GEGEN DAS VERGESSEN.

    Auf Einladung der Evangelischen Jugend Bayreuth und der Wilhelm-Leuschner-Stiftung kam Alexander Laks an zwei Tagen zu Zeitzeugengesprächen im Rahmen der pädagogischen Bildungsarbeit  der Stiftung nach Bayreuth.

    Alexander Henryk Laks wird 1927 in Łódź (Polen) geboren. Nach dem Tod seiner Mutter, wird er von seiner Stiefmutter und seinem Vater liebevoll erzogen. 1939 erlebt er den Überfall Polens durch die Deutsche Wehrmacht und damit den Beginn des Zweiten Weltkrieges und die immer weiter voranschreitende Diskriminierung und Verfolgung der polnischen Juden. Seine gesamte Familie verliert er in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten und doch kam er ohne Rache und Zorn nach Deutschland, um unter anderem an zwei Tagen Schülern aus Stadt und Landkreis Bayreuth seine Geschichte zu erzählen.

    Am 27. April besuchte die Klasse 8M der Volksschule Eckersdorf im Rahmen ihrer Projektarbeit die Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Leuschner-Geburtshaus, um Alexander Laks Lebensbericht über die Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten zu hören.
    Fast zwei Stunden wurde es sehr still im Seminarraum, alle hörten gebannt auf die Lebensgeschichte, die so viel Leid beinhaltet. Erst werden er und seine Familie im Ghetto in Łódź, das nun von den Nazis Litzmannstadt genannt wird, eingepfercht. Um den Deportationen zu entgehen verstecken sie sich mit anderen in einem kleinen Versteck. Alexander Laks schildert mit großer Traurigkeit den Tod eines kleinen Babys, dass bei einer solchen Razzia der Nazis zu weinen begann. Damit das Baby nicht alle Versteckten verrät wird es mit Decken zugedeckt. Am Ende ist es tot.
    Er erklärt damit wie wertvoll das Leben ist. Er mahnt die Schülerinnen und Schüler, dass man das Leben schätzen soll, und das jeder Mensch das Recht auf unversehrtes Leben hat.
    1944 muss die Familie ihr Versteck aufgeben und muss sich bei den deutschen Besatzern melden. Sie werden nach Auschwitz verschleppt und dort wird seine Mutter in den Gaskammern umgebracht. Er bekommt bei der Selektion durch einen Mithäftling gesagt: „Sag 18.“ Erst versteht er gar nicht, was dieser damit meint. Aber auf die Frage des SS-Manns, wie alt er ist, antwortet er 18 und entgeht somit dem sicheren Tod. Sein Vater und er erleben die Entmenschlichung im Lager. Sie werden ihrer Kleider beraubt und kahl geschoren, so dass sie sich am Anfang gar nicht wieder erkennen. Sie werden erniedrigt und sind nur noch eine Nummer, kein Gefangener hat mehr einen Namen. Beide werden nach kurzem Aufenthalt von der SS wie Sklaven an das Konzentrationslager Groß Rosen verkauft.
    Als die russische Armee immer weiter nach Westen vorstößt, werden sie auf einen Todesmarsch geschickt. Beide kommen nach Flossenbürg, wo sein Vater brutal erschlagen wird. Alexander kommt gerade noch dazu als der Vater stirbt. Er muss mit ansehen wie sein Vater auf einem Scheiterhaufen verbrannt wird, da das Krematorium die vielen Leichen nicht mehr aufnehmen kann.
    Es folgt ein weiterer Todesmarsch in Richtung Bodensee. In Süddeutschland wird er von den Franzosen befreit. Mit 17 Jahren und 28 Kilogramm Gewicht hat Alexander Laks alles was ihm einmal lieb und teuer war verloren. Seine ganze Familie fiel dem verbrecherischen Regime der Nazis zum Opfer. Er ist der einzige Überlebend seiner Familie. Es folgen Aufenthalte in verschiedenen Displaced-Persons-Lagern bevor er nach Amerika ausreist. Er kann Kontakt zu seiner Tante in Rio de Janeiro aufbauen und nach einem Urlaub in Brasilien bleibt er im Land und baut sich da sein neues Leben auf.

    Eigentlich hatte er nie wieder Polen und Deutschland betreten wollen. Aufgrund seines Versprechens an seinen Vater von diesem Grauen immer zu erzählen, besucht er nach rund 60 Jahren das erste Mal Deutschland und kommt nun regelmäßig zurück, um seine Lebensgeschichte zu erzählen, an die er 24 Stunden am Tag denken muss. Immer wieder betont er, dass er keinen Hass empfindet oder Zorn, aber die Schülerinnen und Schüler eine Aufgabe haben. Die Aufgabe dafür zu sorgen, dass sich so etwas nie wieder wiederholen kann.
    Am 28. April nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Alten Rathaussaal und dem Grußwort durch die Vertreterin der Stadt Bayreuth, Frau Stadträtin Merk-Erbe, erzählt Alexander Laks den drei achten Klassen der Albert-Schweitzer-Schule und der Altstadtschule Bayreuth seine Lebensgeschichte. Er schließt mit den Worten, dass er sich freut, dass Deutschland nun ein demokratisches, friedliches Land ist und erinnert die 60 anwesenden Schülerinnen und Schüler daran, dass auch sie eine Aufgabe haben. Die Verteidigung der demokratischen Werte unseres Landes.

    Auch am zweiten Tag berührte seine Geschichte uns tief im Herzen und die Hochachtung und die Dankbarkeit, die wir für diesen Mann empfinden, kann man im Grunde nicht in Worte fassen. Wir sind voller Hochachtung, dass er sich als  alter Mann solchen Reisestrapazen aussetzt, um von Rio de Janeiro nach Deutschland zu kommen, um uns seine, ihn tief berührende, Geschichte zu erzählen. Wir sind dankbar dafür, dass er uns ohne Hass daran teilhaben lässt und uns zeigt, wie wichtig es ist in einem freien Land zu leben und dafür zu sorgen das Vergangene nie zu Vergessen. Die Wärme und Herzlichkeit, die von Alexander Laks ausgeht, hat uns tief berührt.

    Die Mitarbeiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung hoffen, dass wir ihn auch nächstes Jahr wieder in unserer Gedenkstättenarbeit begrüßen können und wünschen ihm vor allem Gesundheit. Sein Wirken ist von unschätzbarem Wert für die nachgeborenen Generationen.


             
  • EHEMALIGER LITAUISCHER STAATSPRÄSIDENT BESUCHT DIE WILHELM-LEUSCHNER-GEDENKSTÄTTE

    Der ehemalige litauische Staatspräsident Prof. Dr. Vytautas Landsbergis besuchte  am 30. März 2010 die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte.

    Im Rahmen der internationalen Kontakte der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken-Bayreuth besuchte der ehemalige litauische Staatspräsident Vytautas Landsbergis die Stadt Bayreuth. Anlass war der 65. Todestag von Izidorius Kurklietis. Er war während des Zweiten Weltkrieges Vizeminister der litauischen Unabhängigkeitsregierung und starb am 30. März 1945 in der Gestapo-Haft im Bayreuther Zuchthaus St. Georgen.

    Innerhalb eines mehrtägigen Programms waren sein Sohn und dessen Stiefbruder Vytautas Landsbergis mit ihren Familien zu Gast in Bayreuth. Zum Gedenken an den Todestag und an das Kriegsende in Europa wollten sie ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung setzen. Dabei besuchten sie unter anderem auch die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte der Stadt Bayreuth. 
     
    Sie wurden vom Vorstandsvorsitzenden der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, Herrn Hasibether, durch die Ausstellung geführt und mit der historischen Bedeutung Wilhelm Leuschners im deutschen Widerstand bekannt gemacht.
    Beide Familien zeigten sich beeindruckt, von der politischen Rolle Wilhelm Leuschners im Zusammenhang mit dem Staatsstreich des 20. Juli 1944 und seiner vorgesehenen Stellung als Vizekanzler in der Nach-Hitlerregierung. Sie fanden es bemerkenswert, dass die Stadt Bayreuth und die Wilhelm-Leuschner-Stiftung diesem großen Sohn der Stadt in seinem Geburtshaus eine Gedenkstätte eingerichtet haben. Damit leistet die Gedenkstätte einen wichtigen Beitrag für den europäischen Verständigungsprozess.

           
  • VORSCHAU UND RÜCKBLICK ERSTES HALBJAHR 2010

    Zusammenfassung Stiftungsaktivitäten für das 1. Quartal

    Am 19. Januar 2010 eröffnete die Wilhelm-Leuschner-Stiftung um 17 Uhr offiziell das neue Bildungsjahr mit ihrer Jahresauftaktveranstaltung. An diesem Abend wurden von Herrn Hasibether mit dem Geschäftsbericht für das Jahr 2009 die vielseitigen Stiftungsaktivitäten im Jahr 2009 noch einmal kurz zusammengefasst, das Bildungsprogramm für 2010 vorgestellt und es wurde noch einmal die Situation der Stiftung aufgezeigt. Der zweite Bürgermeister der Stadt Bayreuth Thomas Ebersberger unterstrich mit seiner Rede über die Stiftung noch einmal deren wichtige Arbeit für die Stadt Bayreuth und gegen das Vergessen.

    Ab Februar begannen wie gewohnt die Projekttage mit den Schulen aus Stadt und Land Bayreuth. So besuchte die 8. Klasse der Volksschule Eckersdorf am 1. Februar die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte und absolvierte den ersten Projekttag, an dem alle Schüler sich  intensiv mit der Gedenkstätte auseinandersetzten. Am 11. Februar wurde es „dreisprachig“ in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte. Über 50 Schüler aus Frankreich (Sarreguemines) und Tschechien (Karlsbad) lernten die Gedenkstätte und die wichtige Bedeutung Wilhelm Leuschners kennen. Hierbei kamen dann die französischen und englischen Übersetzungen der Ausstellungstexte zum Einsatz, mit denen alle Schülerinnen und Schüler die für sie vorbereiteten Fragebögen beantworten konnten. Dieser Projekttag zeigte wieder einmal deutlich wie wichtig die Überarbeitung in eine dreisprachige Ausstellung ist, denn die Wilhelm-Leuschner-Stiftung erwartet in diesem Jahr noch öfter Besuch von ausländischen Klassen, die die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte erkunden wollen, wofür die Dreisprachigkeit einfach eine wichtige Voraussetzung ist.
    Am 11. März trifft sich der Lehrerarbeitskreis, um sich weiter mit den Arbeitsmaterialien, den folgenden Projekttagen und den geplanten Zeitzeugengesprächen auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund wird diesmal auch Diakonin Kerstin Wolf von der Evangelischen Jugend Bayreuth daran teilnehmen. Ebenfalls soll den Lehrern der neue Projekttag „Jüdisches Leben in Bayreuth – die Reichspogromnacht 1938“ vorgestellt werden. Der zweite Projekttag mit der 8. Klasse der Altstadtschule wird am 18. März stattfinden. Neben dem pädagogischen Bildungsprogramm wird aber auch am Videoprojekt über die Wilhelm Leuschner Biographie gearbeitet. Ebenfalls laufen die Vorbereitungen für die am 2. Oktober stattfindenden „6. Bayreuther Gespräche“.


    2. Quartal

    Nach den Osterferien werden alle drei Zweige der Gesamtschule Hollfeld Haupt- und Realschule und Gymnasium zwischen April und Mai zu Projekttagen die Wilhelm-Leuschner-Stiftung und die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte besuchen. Die Themen werden von der Weimarer Republik bis zu den Grundrechten, Menschenrechten und Menschenrechtsverletzungen reichen.
    Am 27. und 28.  April finden dann aufgrund unserer Kooperation mit der Evangelischen Jugend Bayreuth die Zeitzeugengespräche mit Alexander Laks statt. Er wurde am 28. Oktober 1927 in Łódź (Polen) geboren und verliert im Todeskampf durch die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, Groß Rosen und Flossenbürg seine gesamte Familie. Diese tragische Geschichte wird er den Schulklassen aus Eckersdorf und Bayreuth erzählen. Auch im zweiten Quartal des Jahres 2010 wird wieder ein Treffen des Lehrerarbeitskreises für weitere Projekttage in diesem Halbjahr stattfinden.

  • UNTERSTÜTZUNG DURCH DIE FREUNDE DES HISTORISCHEN MUSEUMS BAYREUTH

    Mit freundlicher Unterstützung der Freunde des historischen Museums Bayreuth, konnten für die Stiftungungsarbeit ein neuer Drucker, ein Computer und eine Videobearbeitungssoftware angeschafft werden. Dadurch können auch weiterhin Arbeitsmaterialien für die Schulklassen bereit gestellt werden.
    Die benötigte Videoschnittsoftware bedurfte auch einer Aktualisierung der Hardware und dient dem Projekt "Leuschnervideo".

    Wir bedanken uns bei den Freunden des historischen Museums Bayreuth, für die finanzielle Unterstützung unserer pädagogischen Bildungsarbeit in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte der Stadt Bayreuth, ganz herzlich.

  • DRESDEN NAZIFREI

    „Seit Jahren demonstrieren am 13. Februar Neonazis in Dresden. Dieser Aufmarsch hat sich zum größten Treffen der Neonazis in Europa entwickelt. In den letzten Jahren war es nicht gelungen, ein gemeinsames Signal aller demokratischen Kräfte gegen diesen
    rechtsextremen Spuk zu organisieren. Aber es demonstrierten im vergangenem Jahr über 12.000 Menschen friedlich gegen den Neonazi-Marsch. Wir werden uns niemals damit abfinden, dass die NPD und ihre Helfer das Gedenken missbrauchen.

    Den Flyer zur Veranstaltung können Sie hier Herunterladen.

  • JAHRESAUFTAKT 2010

    Im Jahr 2010, am 15. Juni, jährt sich bereits zum 120ten Mal der Geburtstag Wilhelm Leuschners. Und für dieses besondere Jahr, hat sich die Wilhelm-Leuschner-Stiftung sehr viel vorgenommen.
    Am Dienstag, den 19. Januar 2010 um 17 Uhr veranstaltet die Wilhelm-Leuschner-Stiftung einen Jahresauftakt zum Bildungsjahr 2010. Das Bildungsjahr 2010 wird noch mehr als die letzten Jahre mit Projekttagen der Schulen und anderer Einrichtungen gespickt sein.
    Die Stiftung sieht es als ihre Pflicht an, in der heutigen Zeit des immer weiter erstarkenden Rechtsextremismus, die Schülerinnen und Schüler, aber auch bereits erwachsene Menschen vor dieser Gefahr zu warnen und immun zu machen. Dafür werden die Bildungsmöglichkeiten für alle Gruppen, privat, schulisch oder verbandlich, immer weiter ausgebaut und es soll noch stärker deutschlandweit  agiert werden.
    So wird zu Beginn der Jahresauftaktveranstaltung in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte ein Rückblick auf die Projektarbeit 2009 gegeben und der Geschäftsbericht 2009 erläutert. Nach einem kleinen Imbiss in den Räumen der Wilhelm-Leuschner-Stiftung werden die Schwerpunkte der Gedenkstättenarbeit für das  Jahr 2010 vorgestellt.

     

    Hier können Sie den Geschäftsbericht 2009 und das Bildungsprogramm 2010 herunterladen.

  • NEUER PROJEKTTAG "JÜDISCHES LEBEN IN BAYREUTH"

    Am Beispiel des "Jüdischen Lebens in Bayreuth" soll den Teilnehmenden des Projekttages die Ausgrenzung, Enteignung und Deportation der bis dahin im Stadtleben integrierten Juden geschildert werden. Durch einen Rundgang zur Vergangenheit des Lebens und Arbeitens der jüdischen Bürgerinnen und Bürger in Bayreuth an den unterschiedlichen Orten ihres gesellschaftlichen und kulturellen Lebens, soll den Schülern das verbrecherische Handeln der Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht am 9. November 1938  verdeutlicht werden.  

    Die Schülerinnen und Schüler erfahren warum die Bayreuther Synagoge nicht wie andernorts niedergebrannt wurde. Anhand der Ereignisse im Schuhgeschäft Zwirn und im Spielzeugladen von Ilse Friedmann wird den Schülern aufgezeigt, wie brutal das NS-Regime mit der jüdischen Bevölkerung und ihrem Eigentum umgegangen ist. 

    An jeder der sieben Stationen finden die Teilnehmer Fragebögen und Informationsmaterial, wie zum Beispiel Bilder und Zeitungsartikel, anhand dessen sie die Fragen beantworten können. 

    Zum ersten Mal fand dieser Projekttag am 10.11.2009 mit der Klasse 8b der Altstadtschule Bayreuth statt. Am 18.12.2009 findet nun wieder ein Projekttag zum Thema „Jüdisches Leben in Bayreuth“ statt. Diesmal ist auch die Diakonin Kerstin Wolf von der Evangelischen Jugend Oberfranken mit dabei. Mit ihr zusammen wird die Wilhelm-Leuschner-Stiftung eine Kooperation entwickeln, bei der Jugendliche lernen können Vorurteile abzubauen und immun zu werden gegen heutige rechtsextremistische Weltbilder, die von rechtsextremen Gruppen gerade in Oberfranken an Jugendliche herangetragen werden. So wird ein neues Projektthema im Rahmen der Gedenkstättenarbeit für die Jugendarbeit in die Praxis umgesetzt.

  • PROJEKTTAGE "LEICHTER LERNEN MIT LEUSCHNER"

    Die Gesamtschule Hollfeld besucht im Rahmen der Projekttage "Leichter lernen mit Leuschner" die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte. Thema der Projekttage sind das Kaiserreich, erster Weltkrieg sowie die Weimarer Republik bis zur Machtergreifung von Adolf Hitlers. Vermittelt werden die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe in dieser Zeit am Beispiel von Wilhelm Leuschner, der schon als Hessischer Innenminister und später als Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten gekämpft hat. Ziel ist es bei den Schülern ein politisches Bewusstsein zu schaffen, um den Wert einer freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu erkennen.   

  • MUSEUMSNACHT IN DER WILHELM-LEUSCHNER-GEDENKSTÄTTE

    Auf großes Interesse stieß um 19 Uhr die Lesung mit Texten von Wilhelm Leuschner. Rund 30 Teilnehmer informierten sich eine Stunde lang über die Ideen Wilhelm Leuschners und sahen anschließend das Video der Wilhelm-Leuschner-Stiftung.
    Insgesamt waren zwischen 19 und 24 Uhr mehr als hundert Besucher in der Gedenkstätte. 

  • 9. BAYREUTHER MUSEUMSNACHT

    Zur neunten Bayreuther Museumsnacht zeigt die Wilhelm-Leuschner-Stiftung in der städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte ein Video über das Leben und Wirken Wilhelm Leuschners. Anschließend können die Besucher an einer Führung durch den Leiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung Herrn Wolfgang Hasibether teilnehmen.

  • "SCHAFFT DIE EINHEIT" 60 JAHRE EINHEITSGEWERKSCHAFT

    Veranstaltung zum sechzigsten Jahrestag des DGB.

    Am Freitag den 30. Oktober 2009 fand in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit dem DGB Region Oberfranken-Ost eine Veranstaltung zu sechzig Jahren Einheitsgewerkschaft statt. Wolfgang Hasibether (Vorsitzender d. Wilhelm-Leuschner-Stiftung) und Jürgen Jakob (Vorsitzender DGB Ofr. Ost) berichteten über das Vermächtnis Wilhelm Leuschners als "Vater der Einheitsgewerkschaft".

     

  • TAG DER DEMOKRATIE

    Am Tag der Demokratie nimmt die Wilhelm-Leuschner-Stiftung am 15. August in Wunsiedel teil. Bei der dortigen Kundgebung informieren wir über die Stiftungsarbeit.

    Das Programm zum Tag der Demokratie können sie hier herunterladen.

  • PROJEKTTAGE ERSTES HALBJAHR 2009

    Im ersten Halbjahr 2009 fanden 20 Projekttage mit 7 Schulen und insgesamt 500 Schülerinnen und Schülern statt. In der folgenden Übersicht sind die einzelnen Projekttage mit den jeweiligen Themen und Schulen zusammengefasst.

    Termmine Projekttage von Schulen

    Die folgenden Bilder zeigen die Schulklassen an einigen Projekttagen.

  • 5. BAYREUTHER GESPRÄCHE

    Achtung! Programm- und Ortsänderung der Bayreuther Gespräche 2009

    Bedauerlicherweise fällt das Gesprächskonzert wegen einer Erkrankung des Pianisten ersatzlos aus. Alle nachfolgenden Veranstaltungen finden wie geplant ab 13:30 Uhr statt.

    Aus organisatorischen Gründen finden die Bayreuther Gespräche im Alten Rathaus (Kunstmuseum) statt.

    Am Tag der Deutschen Einheit finden im Alten Rathaus Bayreuth die 5. Bayreuther Gespräche statt.
    Das Veranstaltungsprogramm können sie hier herunterladen.

  • 65. JAHRESTAG DES 20. JULI 1944

    Als Mitverschwörer des Attentats vom 20. Juli auf Adolf Hitler, wurde Wilhelm Leuschner vor dem so genannten "Volksgerichtshof" durch den Vorsitzenden Richter Roland Freisler am 9. September zum Tode verurteilt. Aus diesem Anlass gedenken wir des Widerstandskämpfers und Weimarer Politikers Wilhelm Leuschner, der wie viele andere sein Leben im Kampf gegen den Nationalsozialismus opferte. Lesen sie hierzu über seine Bedeutung im Zusammenhang mit dem Staatsstreich.

  • FINISSAGE SCHWARZROTGOLD

    Bilder von Christa Pawlofsky bei Steingraeber

    Nach zwei Monaten endet die Ausstellung zum 60. Jahrestag des Grundgesetzes im Steingraeber-Haus. Diese Ausstellung der Wilhelm-Leuschner-Stiftung wird, wie in ihrer Gedenkstättenarbeit üblich, mit einer pädagogischen Veranstaltung beendet.

    Am Freitag, den 26. Juni 2009 werden verschiedene Schulklassen ab 10 Uhr mit einer Einführung in die Verfassungsgeschichte mit den demokratischen Grundwerten vertraut gemacht. Anschließend folgt eine Führung mit Erläuterung der Bilder von Christa Pawlofsky.

    Ab 13 Uhr haben auch interessierte Besucher Zugang zur Abschlussveranstaltung.
    Der geplante Abendtermin um 18 Uhr entfällt daher.

  • PROJEKT "LEICHTER LERNEN MIT LEUSCHNER"

    PROJEKTTAGE DER WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG

    Seit 2006 arbeitet die Wilhelm-Leuschner-Stiftung mit der Altstadt-Hauptschule in Bayreuth an der Entwicklung der pädagogischen Arbeit für Schulklassen in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte zusammen. Dies wurde in Form einer Patenschaft der Wilhelm-Leuschner-Stiftung mit der Altstadt-Hauptschule in Bezug auf den GSE- Unterricht begründet. In den Folgejahren kamen weitere Hauptschulen hinzu und im Jahr 2008 wurde die erste Projektphase abgeschlossen. Seitdem werden die erarbeiteten Unterrichtsmaterialien für die Gedenkstättenarbeit bei den Projekttagen genutzt. Hier finden sie eine Übersicht der Projektatge im PDF-Format.

    Als Grundlage für dieses Projekt "Leichter Lernen mit Leuschner" wurde die Methode des exemplarischen Lernens herangezogen. Diese  soll den Schülerinnen und Schülern den Zugang zu verschiedenen Epochen der Geschichte erleichtern, in dem die Biographie Wilhelm Leuschners für die jeweilige Zeit als Beispiel dient. Je nach Wunsch und auch Vereinbarkeit mit dem eigentlichen Schulalltag können die Schulen wählen wie viele Projekttage mit den Klassen abgehalten werden.

    Die sechs Projekttage bestehen aus verschiedenen Modulen, die wiederum in Untermodule geteilt werden können.

    Am ersten Projekttag des Projekts "Leichter Lernen mit Leuschner" steht die Gedenkstätte im Vordergrund. Die Schulklassen werden in Gruppen eingeteilt und bekommen unterschiedliche - auf die jeweiligen Räume zugeschnittene  - Fragebögen. Die Schülerinnen und Schüler haben dadurch die Möglichkeit sich selbst jeweils einen Raum der Gedenkstätte zu erschließen. Um die Fragen beantworten zu können, müssen die Arbeitsgruppen sich mit den jeweiligen Ausstellungsinhalten vertraut machen und im Anschluss ihre Ergebnisse ihren Klassenkameraden vortragen.

    Danach werden die Schülerinnen und Schüler in das Themengebiet der Monarchie, anhand von Jugend und Kindheit Wilhelm Leuschners in Bayreuth eingeführt. Diese Herrschaftsform wird besprochen und leitet so zum zweiten Projekttag über, an dem das Ende des Kaiserreichs und der Erste Weltkrieg - und mit Aussicht auf den dritten Projekttag -  die Novemberrevolution die Inhalte sind.

    Der dritte Projekttag befasst sich mit dem Aufstieg und dem Zusammenbruch der Weimarer Republik und dem gleichzeitigem Erstarken der NSDAP. Das Dritte Reich ist dann Thema des vierten Projekttages. Der fünfte Projekttag thematisiert den Widerstand und dessen verschiedene Kreise in Adel, Militär, Bürgertum und Arbeiterbewegung. Der Besuch in einer KZ-Gedenkstätte (Dachau oder Flossenbürg) und/oder dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg wird im Rahmen des sechsten Projekttages durchgeführt. Diese didaktische Vorgehensweise mit der Methode des exemplarischen Lernens am Beispiel einer Persönlichkeit des Widerstands spiegelt sich wider im Dreischritt der pädagogischen Arbeit in der Leuschner-Gedenkstätte, den Orten der Gräuel des NS-Regimes und in seiner Fassade der Massentäuschung auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.

    Diese Projekttage können auch noch in die oben beschriebenen einzelnen Module geteilt, beziehungsweise zusammengefasst werden. So können zum Beispiel der vierte und der fünfte Projekttag zusammengenommen werden.

    Damit die Unterrichtsmaterialien auch auf die Schülerinnen und Schüler zugeschnitten sind, wurde im November 2008 ein Lehrerarbeitskreis mit Unterstützung der Staatlichen Schulämter im Landkreis und der Stadt Bayreuth, insbesondere durch Schulrat Dr. Günther Roß und Schulamtsdirektorin Brigitte Tremel, ins Leben gerufen. In diesem werden vorhandene Materialien, wie zum Beispiel Arbeitsblätter zur Jugend und Kindheit, Schulzeit und Lehre von Wilhelm Leuschner, überarbeitet und so noch besser auf die Bedürfnisse der Besuchergruppen zugeschnitten.

    Nicht nur mit schriftlichen Materialien sonder auch mit Filmausschnitten – zum Beispiel aus „Im Westen nichts Neues“ – soll den Schulklassen exemplarisch gezeigt werden, wie das Leben der Menschen in den jeweiligen Epochen - beziehungsweise hier im Ersten Weltkrieg – ausgesehen hat.

    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung hat im ersten Halbjahr des Jahres 2009 zwanzig Projekttage und fünf Arbeitskreissitzungen im Rahmen der Projektarbeit durchgeführt. Fast neunhundert Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden damit in der Gedenkstättenarbeit der Stiftung im ersten Halbjahr erreicht. Dies wurde mit Unterstützung von Arbeit und Leben Bayern gGmbH organisiert. Eine wesentliche Hilfe dabei sind deren Leiter Herbert Schmid und seine Mitarbeiterin Judith Schöffel.

    Neben dieser Projektarbeit für Schulklassen aus Bayreuth und dem Landkreis nutzen auch andere Einrichtungen aus der Region die Bildungsarbeit der Stiftung, da es auch möglich ist nur einen Projekttag zu arrangieren, wenn zum Beispiel das Thema Widerstand und seine wichtige Bedeutung näher besprochen werden soll.

    So hat die Stiftung durch das Leben und Wirken des in Bayreuth geborenen Demokraten Wilhelm Leuschner einen pädagogischen Zugang gefunden, den Besuchern der Gedenkstätte anhand exemplarischen Lernens zu vermitteln, dass die Herrschaftsform der Demokratie Menschen bedarf, die die Freiheits- und Menschenrechte leben und im Falle des Angriffs auf sie bereit sind diese auch zu verteidigen.

  • DGB-MAIFEST UND SCHECKÜBERGABE DER SPENDEN AM 19.05.2009

    Wie in den letzten Jahren wurde auch dieses Jahr der 1.Mai in Bayreuth gefeiert. Dieses Jahr wurde im Ehrenhof des Alten Schlosses vom Deutschen Gewerkschaftsbund zur Kundgebung und zum Feiern aufgerufen.

    Verschiedene Stände wurden aufgebaut, sei es von der AWO, die sich vor allem mit Spiel und Spaß für die Kleinen beschäftigte, dem DGB, ver.di und anderen Gewerkschaftsvertretungen. Jeder Besucher konnte sich an den verschiedenen Informationspunkten ausführlich über deren Arbeit aufklären lassen.

    Auch die Wilhelm-Leuschner-Stiftung war mit einem Stand vertreten. Wolfgang Hasibether hatte im Vornherein einen Auftritt zweier Bands organisiert, den Weak Willies und The Hatchets. Beide Bands spielten für die Wilhelm-Leuschner-Stiftung um diese in der Stadt noch weiter bekannt zu machen und spendeten ihre Gage auch zusätzlich noch zu ihrem Engagement der Stiftung für deren Jugendarbeit. Die Bands engagieren sich auch sehr stark gegen den immer stärker werdenden Rechtsextremismus und  identifizieren sich sehr mit der Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung. Dazu wurde diese Veranstaltung noch durch das Wetter begünstigt, die Sonne schien und somit konnten die Menschen das Konzert der Bands auch genießen.

    Spendenübergabe der Rockgruppe "Weak Willys und The Hatchets"Am 19.Mai kam es nun zur Scheckübergabe zweier Mitglieder der Weak Willies, Peter Weintritt und Andreas Hoffmann, an Wolfgang Hasibether von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung. Doch auch die Einnahmen des ver.di Standes vom ersten Maiwochenende flossen in diese Spende mit ein, die der Geschäftsführer von ver.di Oberfranken Ost Peter Igl bei dieser Gelegenheit mit übergab.
    kk

  • AUSSTELLUNG NAZI-KARIKATUREN VON BOZO NEBESCH

    Am 19. Mai wurde in den Geschäftsräumen der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Leuschner-Geburtshaus eine Ausstellung eröffnet, die eine Sammlung von Nazi-Karikaturen darstellt.

     

    Ein Bayreuther Künstler, der aber anonym bleiben möchte, stellte seine Bilder der Stiftung zur Verfügung. Die Stiftung, die sehr erfolgreich im Rahmen ihrer Gedenkstättenarbeit Aufklärungsarbeit für Jugendliche leistet, möchte diese Karikaturen auch nutzen um mit den Schüler/innen darüber zu diskutieren und ihre politische Meinung beziehungsweise ihr politisches Verständnis zu schulen. Aus ihnen sollen aktive Menschen werden, die sich bewusst sind, was die Zeit des Nationalsozialismus für Deutschland an Grauen gebracht hat.

    Da der Künstler nicht selbst anwesend war, vertrat ihn Hans-Hubertus Esser, der 1. Vorsitzende des Bayreuther Kunstvereins, der in wenigen Worten die Karikaturen auch in dem Sinne erklärte, dass die Karikaturen die Dummheit derjenigen zeigen sollen, die sich mit den Neo-Nazis einlassen, da diese die Geschichte des Dritten Reiches nicht begriffen haben. Die Karikaturen sollen für sich selbst sprechen und darauf aufmerksam machen wie viel Leid und Elend das Dritte Reich über die Deutschen gebracht hat und das kein klar denkender Mensch sich heute von diesen Parolen und Parteien angezogen fühlen kann, wenn er von den Verbrechen des NS-Staates weiß.

    Ausstellungsraum der KarikaturenWolfgang Hasibether machte in seiner Eröffnung deutlich, dass diese Nazi-Karikaturen in die Arbeit mit den Jugendlichen einbezogen werden sollen und sie damit den Bezug zur heutigen Politik lernen, da auf den Zeichnungen unter anderem die bekannten Größen der NPD und der DVU karikiert sind. Die Bilder hängen noch bis 31. Juli und können von Montag bis Freitag von
    8-16 Uhr gesehen werden.
    kk

  • AUSSTELLUNG ‚SCHWARZ ROT GOLD’ MIT BILDERN VON CHRISTA PAWLOFSKY IM STEINGRAEBER HAUS

    60 Jahre Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

    Das Grundgesetz, das wichtigste Element unseres Staates wurde 60 Jahre alt. In ihm ist nicht nur verankert welche Pflichten die Bürger dieses Landes haben, sondern auch welche Rechte. Und was wäre nicht ein willkommener Anlass als ein runder Geburtstag dieses Grundgesetz auch zu feiern.
     
    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung, zu diesem Thema immer sehr engagiert, vor allem aufgrund der Persönlichkeit für welche sie steht, lud deswegen zur Feier in das STEINGRAEBER Haus am 8.Mai, um den Geburtstag dieser Verfassung auch mit anderen zu feiern. Anlässlich dieser Veranstaltung, richtete der zweite Bürgermeister Bayreuths Dr. Thomas Ebersberger ein Grußwort an die Eröffnungsgäste.
    Die Bayreuther Malerin Christa Pawlofsky stellte zu diesem Thema ihre Bilder aus, die man noch bis zum 26. Juni sehen kann.
     
    Aber nicht nur die Bilder gab es zu bewundern, Udo Schmidt-Steingraeber erzählte kurz aus der Geschichte des Pianobaus der Familie Steingraeber und wie sich der Verkauf der Pianos seit 1945 erfolgreich gestaltete. Hierzu passte natürlich das wunderbare Spiel Dietrich Lorenz der auf diesem wundervoll gearbeiteten Piano verschiedene Stücke spielte.

    Wolfgang Hasibether hielt einen Vortrag zum Thema Verfassungsgeschichte, in dem auch Wilhelm Leuschner als Verfechter der Weimarer Verfassung nicht fehlen durfte. Sein Ausspruch „aus der politischen Demokratie muss die soziale Demokratie werden“ sollte auch heute noch ein wichtiger Eckstein für die Arbeit der Politiker sein. Denn nicht nur die politische Demokratie mit all ihren rechtlichen Errungenschaften ist wichtig für die Menschen unseres Landes, auch die soziale Gerechtigkeit wird immer wichtiger in Zeiten der erhöhten Arbeitslosigkeit und immer mehr Kinderarmut.
    kk

    Mehr Infos zum herunterladen finden sie  hier als PDF-Dokument!

  • WIR GEDENKEN UNSERES FREUNDES

    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung trauert um Ihren langjährigen Freund und Förderer Dieter Lorenz. Mit ihm verlieren wir einen Partner unserer Gedenkstättenarbeit, der uns mit seinem Werk über Stauffenberg inhaltsreiche und lehrreiche Stunden zum Deutschen Widerstand vermittelt hat. Sein Werk und Wirken werden wir in unserer Arbeit nachdrücklich weiter würdigen. Die gemeinsame Trauer verbindet uns mit seiner Familie. Wir werden seine Ideale in unserer Arbeit fortsetzen.Im stillen Gedenken an einen guten Freund.

     

  • WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG BEIM DGB-MAIFEST IN BAYREUTH

    Beim DGB-Maifest vom 30. April bis 2. Mai 2009 im Ehrenhof des Alten Schlosses Bayreuth, Maxstrasse, wird die Wilhelm-Leuschner-Stiftung ihre Arbeit in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte im Leuschner-Geburtshaus vorstellen. Der Schwerpunkt liegt in der Darstellung der Jugendarbeit mit den Schulen in der Region und überregional sowie der Gedenkstättenarbeit insgesamt. Am Infostand der Leuschner-Stiftung werden an beiden Tagen des Maifestes im Ehrenhof entsprechende Materialien ausgelegt und Mitarbeiter der Stiftung informieren die Besucher/innen.

    mehr Infos finden sie hier...


    Die Bayreuther Rock-Bands ‚The Hatchets’ und ‚Weak Willies’ spielen jeweils am 1. Mai ab 14 Uhr bzw. 2. Mai ab 14 Uhr zugunsten der Jugendarbeit der Leuschner-Stiftung.

    mehr Infos finden sie hier...

  • NEUES NETZWERK FÜR KOMMUNEN UND INITIATIVEN

    Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg  

    Franken und insbesondere die Metropolregion Nürnberg sind zu einem Hauptaktionsgebiet der NPD und anderer rechtsextremistischer Vereinigungen geworden. Sie versuchen ihr Auftreten in der Öffentlichkeit und ihre menschenverachtende Ideologie zu einem festen Bestandteil des Alltags zu machen. Beispiele dafür, dass die rechtsextremistische Szene vor allem die Metropolregion im Visier hat, sind die Aufmärsche zum Todestag von Rudolf Hess zwischen 1988 und 2004 in Wunsiedel, die Demonstrationen in Gräfenberg seit 1999 und vor allem seit 2006, die Kundgebungen der NPD seit mehreren Jahren in Nürnberg, der Landesparteitag der NPD und der "Europatag" ihrer Jugendorganisation 2007 in Gremsdorf, der Bundesparteitag der NPD 2008 in Bamberg und der "Nationale Frankentag" des Bundes Frankenland e.V. und der NPD-Jugend 2008 in Weißenohe. Im gleichen Jahr versuchte die neonazistische Partei, in Warmensteinach einen Gasthof zu erwerben, um dort ein Schulungszentrum einzurichten.

    Dazu kommen rechtsextremistische Aktivitäten in zahlreichen weiteren Orten der Metropolregion, darunter in Dietfurt, Neumarkt, Postbauer-Heng, Illesheim, Bad Windsheim, Neustadt an der
    Aisch sowie Diespeck und Schlüsselfeld, zwei Orte, deren jüdische Friedhöfe im Jahre 2007 von
    rechtsextremistischen Tätern geschändet wurden. Jede Kommune in der Metropolregion kann unvermittelt und unvorbereitet von rechtsextremistischen Aktivitäten betroffen werden. 

    Dieser Entwicklung muss mit aller Entschiedenheit entgegengewirkt werden. Deshalb sind alle Kommunen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen aufgerufen, sich den Rechtsextremisten mit ihrer verfassungsfeindlichen Agitation entgegenzustellen. Ein klares öffentliches Eintreten für Vielfalt und Menschenrechte sind wichtige Signale dafür, dass wir in der Metropolregion unsere demokratischen Werte entschlossen verteidigen. Seit März 2009 existiert die Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg, der sich Kommunen und Bürgerinitiativen anschließen können. Der Allianz geht es vor allem
    darum, den Widerstand gegen rechtsextremistische Aktivitäten zu stärken und möglichst viele Menschen bei aktuellen Anlässen zu mobilisieren; eine offensive öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus zu fördern; die Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Kommunen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu intensivieren; den Austausch von Erfahrungen, Informationen und best-practice-Beispielen durch regelmäßige Tagungen und durch eine Website zu unterstützen; regionale und überregionale Aktionen gegen Rechtsextremismus zu organisieren und zu koordinieren und bisher noch nicht betroffene Städte und Gemeinden zu sensibilisieren und für eine Mitwirkung in der Allianz zu gewinnen.
    Es ist unverzichtbar, gemeinsam auf rechtsextremistische Aufmärsche zu reagieren, um den Neonazis mit ihren Parolen nicht kampflos die Straße zu überlassen. Es ist jedoch ebenso unverzichtbar, mit einer langfristig angelegten Strategie inhaltlich in die Offensive zu gehen, um der antidemokratischen und menschenverachtenden Ideologie der Rechtsextremisten den Boden zu entziehen. Die Arbeitsgrundlage der „Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg“ bildet ein Handlungsprogramm, das in seiner ersten Fassung vorliegt und zehn Handlungsfelder mit Vorschlägen für kommunale und zivilgesellschaftliche Aktivitäten enthält.
    Dabei spielt die Präventionsarbeit eine besonders wichtige Rolle, um dem Einfluss des braunen Gedankenguts dieser Neonazis erfolgversprechend entgegenzuwirken. Am 19. März 2009 wurde bei der Gründungstagung in Nürnberg eine vorläufige Koordinierungsgruppe für die weitere Arbeit und Koordination der Allianz gewählt. Sie setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern einzelner Kommunen, der Kirchen und zivilgesellschaftlicher Gruppen in der Metropolregion zusammen: Aktionsbündnis gegen Rechts / Neumarkt, Dietfurt; Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus; Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken e.V.; Bürgerforum Gräfenberg; Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg; Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung e.V.; Katholische Stadtkirche Nürnberg; Kreisjugendbüro Neumarkt/Operpfalz.; Kreisjugendring Forchheim; Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus; Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg; Projektstelle gegen Rechtsextremismus / Bayer. Bündnis für Toleranz - Demokratie und Menschenwürde schützen; Stadt Gräfenberg und Stadt Wunsiedel. Die Koordinierungsgruppe wurde beauftragt, die erste ordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen und vorzubereiten und bis dahin eine Organisationsstruktur und eine
    Geschäftsordnung für die Allianz auszuarbeiten. Weitere Informationen und Kontakt: Stadt Nürnberg, Bürgermeisteramt / Menschenrechtsbüro, Rathausplatz 2, 90403 Nürnberg, Tel. 0911 - 231 50 30, Fax 0911 - 231 30 40, Email:
    This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., Internet: www.menschenrechte.nuernberg.de
    Das Handlungsprogramm kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:
    http://www.menschenrechte.nuernberg.de/admin/uploads/files/Rex-Handlungsprogramm.pdf

  • BILDUNGSJAHR 2009

    Hier veröffentlichen wir unser Bildungsprogramm 2009 mit Traditionsveranstaltungen und Projektarbeiten. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Projektarbeit mit Schulklassen in der Gedenkstätte. Diese wird von einem Lehrerarbeitskreises inhaltlich betreut.

     

    Bilungsprogramm 2009 als PDF-Datei hier.

  • ARBEITSKREIS „LEICHTER LERNEN MIT LEUSCHNER

    Seit November 2008 gibt es nun schon den Lehrerarbeitskreis „Leichter Lernen mit Leuschner“, der an der stetigen Verbesserung der Arbeitsmaterialien für die Projekttage mit den Hauptschulklassen mithilft.
    Seit Herbst 2008 besuchten an über 20 Projekttagen über 400 Schüler die Stiftung und hielten im Rahmen der Gedenkstättenarbeit ihre Projekttage zu den Themen Kaiserreich, Erster Weltkrieg, Weimarer Republik und Zeit des Nationalsozialismus ab.

    Auf unserer Website werden wir in den nächsten Wochen beispielhafte Unterrichtsmaterialien für den Gedenkstättenbesuch veröffentlichen.

  • DER OBERFRÄNKISCHE WIDERSTAND GEGEN DEN NATIONALSOZIALISMUS VON 1933 BIS 1945

    Aus Anlass des 125. Geburtstags des Widerstandskämpfers Friedrich Puchta findet die vorläufig letzte Bildungsveranstaltung in der ‚Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner‘ statt. Seinen Beitrag zum Widerstand in Oberfranken diskutieren wir am Montag, 24. November 2008 um 19:00 Uhr in der ‚Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner‘

    (Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte, Moritzhöfen 25)

  • VERANSTALTUNG ZUM 70TEN JAHRESTAG DER REICHSPOGROMNACHT 10.11.2008

    Gedenkveranstaltungen der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zur Pogromnacht Stadtrundgang, Fortbildung und Gesprächskonzert

    Der Montag, 10. November 2008 gibt der Wilhelm-Leuschner-Stiftung ganztägig Anlass an die Verfolgung jüdischer Mitbürger vor siebzig Jahren durch die Nationalsozialisten zu erinnern.

    Im Rahmen der Gedenkstättenarbeit im Leuschner-Geburtshaus, Moritzhöfen 25, wird in Zusammenarbeit mit Arbeit und Leben Bayern ab 8:15 Uhr der Bayreuther Historiker Dr. Norbert Aas mit Klassen aus der Berufoberschule (FOS/BOS) Bayreuth und der Altstadthauptschule eine Einführung in der ‚Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner’ zu den Ereignissen in Bayreuth vor 70 Jahren vortragen. An diese mit Bildern erläuterten Vorträge schließt sich jeweils ein Stadtrundgang zum jüdischen Bayreuth in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts an.

    Am Nachmittag um 15:00 Uhr findet eine Lehrerfortbildung für Hauptschullehrer mit dem Schuldirektor Dr. Roß in der ‚Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner’ statt, die sich mit Projekttagen zur Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus beschäftigt.

    Am Abend des 10.11.08 um 19:30 Uhr wird in einem Gesprächskonzert ‚Widerstand in der Sprache der Musik’ an jüdische Musiker erinnert. Dieses Konzert mit dem Komponisten Dietrich Lorenz aus München wird in Kooperation mit dem Steingraeber Haus Bayreuth gestaltet. Der Eintritt ist frei.

    Diese Veranstaltung ist zugleich eine Unterstützung der Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und es wird um Spenden gebeten.

  • BAYREUTHER MUSEUMSNACHT 25.10.2008

    8. Bayreuther Museumsnacht Vorstellung des neuen Videos zur Leuschner-Biographie und Führungen in der Gedenkstätte.Leitung: Hasibether/Steib

  • SEMINAR TARIFGESCHICHTE VOM 20. B. 22.10.2008

    Dreitagesseminar zur Tarifgeschichte u. besonderer Berücksichtigung des öffentlichen Dienstes. Seminar für Betriebs– und Personalräte mit Besuch der Gedenkstätte. Referent: Wolfgang Hasibether 

  • DER OBERFRÄNKISCHE WIDERSTAND GEGEN DEN NATIONALSOZIALISMUS VON 1933 BIS 1945

    Aus Anlass des 125. Geburtstags des Widerstandskämpfers Friedrich Puchta findet die vorläufig letzte Bildungsveranstaltung in der ‚Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner‘ statt. Seinen Beitrag zum Widerstand in Oberfranken diskutieren wir am Montag, 24. November 2008 um 19:00 Uhr in der ‚Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner‘

    (Leuschner-Gedenkstätte Moritzhöfen 25)

    Den Programmflyer können sie hier herunterladen.

  • IN ERINNERUNG AN DIE POGROMNACHT VOM 9. AUF DEN 10. NOVEMBER 1938

    Gedenkveranstaltungen der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zur Pogromnacht
    Stadtrundgang, Fortbildung und Gesprächskonzert


    Der Montag, 10. November 2008 gibt der Wilhelm-Leuschner-Stiftung ganztägig Anlass an die Verfolgung jüdischer Mitbürger vor siebzig Jahren durch die Nationalsozialisten zu erinnern.

    Im Rahmen der Gedenkstättenarbeit im Leuschner-Geburtshaus, Moritzhöfen 25, wird in Zusammenarbeit mit Arbeit und Leben Bayern ab 8:15 Uhr der Bayreuther Historiker Dr. Norbert Aas mit Klassen aus der Berufoberschule (FOS/BOS) Bayreuth und der Altstadthauptschule eine Einführung in der ‚Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner’ zu den Ereignissen in Bayreuth vor 70 Jahren vortragen. An diese mit Bildern erläuterten Vorträge schließt sich jeweils ein Stadtrundgang zum jüdischen Bayreuth in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts an.

    Am Nachmittag um 15:00 Uhr findet eine Lehrerfortbildung für Hauptschullehrer mit dem Schuldirektor Dr. Roß in der ‚Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner’ statt, die sich mit Projekttagen zur Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus beschäftigt.

    Am Abend des 10.11.08 um 19:30 Uhr wird in einem Gesprächskonzert ‚Widerstand in der Sprache der Musik’ an jüdische Musiker erinnert. Dieses Konzert mit dem Komponisten Dietrich Lorenz aus München wird in Kooperation mit dem Steingraeber Haus Bayreuth gestaltet. Der Eintritt ist frei. Diese Veranstaltung ist zugleich eine Unterstützung der Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und es wird um Spenden gebeten. Programmheft 

  • VOR 70 JAHREN, DASS NAZI-POGROM GEGEN DIE JÜDISCHEN BÜRGERINNEN UND BÜRGER.

    Im Jahr 2008 jährt sich zum siebzigsten mal die so genannte ‘Reichskristallnacht‘ der Nationalsozialisten. Jüdische Bürgerinnen und Bürger wurden gedemütigt, verschleppt und ermordet. Dieses Pogrom war ein weiterer Schritt zur Vernichtung des jüdischen Volkes, wie sie seit 1933 Ziel nationalsozialistischer Politik war. Aus diesem Anlass wollen wir mit diesem Gesprächskonzert an den notwendigen Widerstand von Menschen gegen den Ungeist der Inhumanität erinnern. Für diesen Widerstand kann die Sprache der Musik Ermutigung und Hilfe sein.


    Laden Sie hier  den Programmflyer im PDF-Format herunter.

  • MUSEUMSNACHT 2008

    Über 150 Besucher haben bei der 8. Bayreuther Museumsnacht die Veranstaltungen der Wilhelm-Leuschner-Stiftung in der Gedenkstätte besucht. Nach dem Videofilm und der Lesung von Texten Wilhelm Leuschners durch den Vorstand der Stiftung, Wolfgang Hasibether, wurden in halbstündigen Führungen durch die Ausstellung die Besucher mit Leben und Wirken des Bayreuther Widerstandskämpfers vertraut gemacht. 

     

     

  • 4. BAYREUTHER GESPRÄCHE IM LEUSCHNER-GEBURTSHAUS AM 29.9.2008

    Die ‚Bayreuther Gespräche’ der Wilhelm-Leuschner-Stiftung  im Leuschner-Geburtshaus, Moritzhöfen 25, standen heuer unter dem Motto „Das Erbe des europäischen Widerstands gegen die NS-Diktatur und die Bedeutung im europäischen Einigungsprozess’. Unter der Schirmherrschaft von Landrat Hermann Hübner wurde in einem wissenschaftlichen Symposion mit deutschen und tschechischen Referenten die Dimension dieses Erbes diskutiert.

    Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Stefan Specht, der an Leuschners Vermächtnis ‚Schafft die Einheit’ erinnerte, eröffnete der Bayreuther Landrat die Veranstaltungen. Er wies auf die aktuellen Ereignisse der Provokation der NPD im Fichtelgebirge hin und betonte die Notwendigkeit sich mit dem Widerstand Leuschners und seiner Mitstreiter zu beschäftigen. Besonders hob er die Jugendarbeit der Stiftung hervor, die einen Gegenpol der demokratischen Erziehung gegen die ‚Ewiggestrigen’ darstelle.

    Im anschließenden Symposion sprach der Publizist Dr. Axel Ulrich aus Wiesbaden, ein ausgewiesener Experte des Widerstands der Arbeiterbewegung gegen das NS-Regime, über das reichsweite Netz des Widerstands das Wilhelm Leuschner von 1938 bis 1944 in Deutschen Reich und in den besetzten Ostgebieten während des Krieges geknüpft hatte. Dessen zahlenmäßige Bedeutung für den zivilen Widerstand wird nach seiner Auffassung von der Mehrzahl der Historiker völlig unterschätzt. Er wies auf die Bedeutung der Leuschner-Stiftung für die historische Aufarbeitung dieses Erbes hin und forderte die Verantwortlichen in Stadt, Land und Bund sich endlich zu einer angemessenen finanziellen Förderung dieser Arbeit durchzuringen.

     

       Landrat Hermann Hübner  Dr. Axel Ulrich  Dietrich Lorenz
     Dr. Stefan Specht

    Hermann Hübner
    (Landrat)
    Dr. Axel Ulrich
    (Publizist)
    Dietrich Lorenz
    (Komponist)

     

    Der Privatdozent an der Mainzer Universität, Dr. Reiner Tosstorff erhellte anhand der Ereignisse in Genf im Frühjahr 1933 die Rolle Wilhelm Leuschners im europäischen Widerstand. Seine zahlreichen Auslandsverbindungen über die internationale Arbeiterbewegung waren für den Aufbau des Widerstandsnetzes von entscheidender Bedeutung.

    Der Historiker Tomas Okurka aus Usti nad Labem (Aussig in Nordböhmen) in Tschechien, der dort eine Ausstellung zum Widerstand deutscher Einwohner in Nordböhmen erarbeitet hat, betonte die Notwendigkeit diesen Widerstand in das heutige Bewusstsein zu rücken. Dieser deutsche Widerstand war nach 1945 in der Tschechoslowakei nahezu verdrängt. Auch die deutschen NS-Gegner wurden 1945/46 in so genannten ‚antifaschistischen Transporten’ ausgesiedelt. Erst seit zwei Jahren wird von der tschechischen Regierung ein Projekt finanziert, dessen Ergebnisse in einer Ausstellung zusammengefasst wurden. Diese Ausstellung ‚Vergessene Helden – Deutsche Antifaschisten in den Böhmischen Ländern’ wird im Oktober in Berlin und anschließend auch in München gezeigt.

    In der anschließenden Diskussion wurde auf die Notwendigkeit dieses grenzüberschreitenden Austausches von historischer Forschung und deren Weitergabe an die junge Generation diskutiert. Die Vorsitzende der mitveranstaltenden Deutsch-Tschechischen Gesellschaft Bayreuth, Kristina Jurosz, wies darauf hin, dass die Stadt Bayreuth im November 2008 mit einer Gebietsregion in Prag eine Städtepartnerschaft abschliessen. Herbert Schmid vom Kooperationspartner ‚Arbeit und Leben Bayern’, verwies auf die Jugendarbeit seiner Organisation, die am 26. Oktober 2008 in Regensburg ein Treffen von deutschen Jugendlichen mit tschechischen Zwangsarbeitern veranstaltet. Alles Meilensteine auf dem Wege im Sinne der Impulse der Bayreuther Gespräche den europäischen Einigungsprozess aus dem Erbe des Widerstands zu befruchten, wie der Stiftungsvorstand Wolfgang Hasibether zum Abschluss des Symposions zusammenfasste.

    Am Abend wurde dann von dem Münchner Komponisten, Dietrich Lorenz, ein Gesprächskonzert unter dem Titel ‚Widerstand in der Sprache der Musik’ gegeben. Anhand der Werke von Beethoven, Chopin und einiger Jazzmusiker, allen voran Scott Joplin, erläuterte die Funktion der Musik sowohl für die Mächtigen wie auch für die im Widerstand gegen Machmissbrauch aktiven Menschen.

    Eine weitere Vorstellung dieser Vermittlung von Musik wird als Veranstaltung der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Steingraeber Haus Bayreuth zum 70. Jahrestag der so genannten ‚Kristallnacht’ der Nazis am 10. November 2008 zu erleben sein.

  • AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG "STIFTERLAND BAYERN"

    Artikel aus Bayreuther Sonntag vom 14.09.2008 Ausstellung im Alten Schloss BayreuthAuch Oberfranken entwickelt sich zunehmend zur Region der Stifter und Schenker. Manche Stiftungen gibt es schon seit vielen hundert Jahren. Die Wilhelm‑Leuschner‑Stiftung in Bayreuth, deren Zweck es ist, die Erinnerung an Leben, Werk und Wirken des ehemaligen hessischen Innenministers und Widerstandskämpferers Wilhelm Leuschner im öffentlichen Bewusstsein wach zu halten. Oder die Oberfrankenstiftung, deren Wirkungskreis sich ausschließlich auf den Regierungsbezirk beschränkt und die in den Bereichen Soziales (mit Ausnahme des Sports), Kunst und Kultur, Denkmalpflege, Wissenschaft und Forschung tätig ist. Andere Stiftungen sind gerade erst gegründet worden. So die Phillipp‑Lahm‑Stiftung, die im In. und Ausland Sport und Jugend fördern will. Mit der sogenannten "Initiative Stifterland" sollen weitere Spender zur Gründung von Stiftungen angeregt werden. Denn gäbe es keine Stiftungen, wäre unsere Kulturlandschaft um vieles ärmer, der Sozialstaat weniger sozial, könnten viele nicht studieren, die eigentlich das Zeug dazu hätten.  Vorgestern wurde im Alten Schloss die Ausstellung "Stifterland Bayern" eröffnet, in der sich mehr als 120 Stiftungen präsentieren. Stifterland Bayern ist eine Initiative des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und zeigt mit der Wanderausstellung, einem Katalog, Symposien und Veranstaltungen in allen Regierungsbezirken des Freistaates die Vielfalt der bayerischen Stiftungslandschaft und das gemeinnützige Engagement von Stiftern auf. "In der Ausstellung werden auch Stiftungen aus Oberfranken mit ihren Projekten und Zielen vorgestellt", teilte Regierungspräsident Wilhelm Wenning mit. Damit werde das große Engagement der oberfränkischen Bürger gewürdigt, die mit Stiftungen eine Vielfalt gemeinnütziger Zwecke im Regierungsbezirk unterstützen. Oberfranken kann 256 Stiftungen vorweisen. Die Initiative Bürgerstiftungen lädt am 23. September zu einem Symposium "Bürgerstif tungen: Vorbilder gelebten Bürgersinns" in den Landrätesaal der Regierung von Oberfranken ein. Alle interessierten Bürger sind eingeladen, sich über die ersten Schritte auf dem Weg zur Gründung einer Bürgerstiftung und über die konkreten Projekt‑ und Vorstandsarbeit von Bürgerstiftungen zu informieren. Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos.  In der Ausstellung im Alten Schloss in Bayreuth werden semitransparente Ausstellungsträger die Stiftungen aus den Bereichen Bildung und Erziehung, Gesundheit, Ernährung und Sport, Internationales, Kirchen und Religion, Kunst und Kultur, Soziales, Umwelt, Unternehmertum und Berufsbildung, Wissenschaft und Forschung,  

  • WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG BEI ,WARMENSTEINACH IST BUNT' UND DEM ,TAG DER DEMOKRATIE' IN WUNSIEDEL

    Wilhelm-Leuschner-Stiftung am 16. August 2008 bei den Veranstaltungen gegen demokratiefeindliche Kräfte der Rechtsextremen vertreten: ‚Warmensteinach ist bunt’ und beim ‚Tag der Demokratie’ in Wunsiedel

    Vor über 2000 Menschen fand am Samstag, den 16. August 2008 eine große Demonstration zum Warmensteinacher Rathaus statt, wo der Bürgermeister der Gemeinde eine Rede an die Versammlungsteilnehmer hielt. Anschließend fand um 15 Uhr im Kurpark Warmensteinach eine Kundgebung mit Rednerinnen und Rednern von CSU, SPD und Grünen sowie Kultureinrichtungen statt. Darunter auch die Rede des Stiftungsvorstandes Wolfgang Hasibether.

                                   

                                                     Kundgebung vor dem Rathaus

       Demonstration zum Rathaus                           Kundgebung vor dem Rathaus  

     

            Luftballons für Freiheit und Demokratie                                         Rede des Stiftungsvorstandes

          Luftballons für Demokratie                             Rede des Stiftungsvorstandes

     

     

                                               Wunsiedel ‚Tag der Demokratie’

    Die Rede des Stiftungvorstandes Wolfgang Hasibether kann hier heruntergeladen werden.

    Anschließend nahmen Vertreter/innen der Stiftung am ,Tag der Demokratie’ in Wunsiedel mit einem Infostand teil.

     

    Wunsiedel ,Tag der Demokratie’

     

  • 8. BAYREUTHER MUSEUMSNACHT

    Am 25. Oktober findet die 8. Bayreuther Museumsnacht statt, in der die Wilhelm-Leuschner-Stiftung Führungen in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte durchführt und um 19:00 Uhr den Präsentationsfilm "Wilhelm Leuschner - Ein Leben für die soziale Demokratie" in  der Bildungswerkstatt im Rückgebäude der Gedenkstätte zeigt.

  • AUSSTELLUNG STIFTERLAND BAYERN

    Am 12. September wurde im Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth die Ausstellung "Stifterland Bayern" feierlich eröffnet. Diese kann im Alten Schloss vom 12.09.08 bis 19.10.08 besucht werden.
    Anlässlich dieser Ausstellung werden in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte der Stadt Bayreuth vom 15.09.2008 bis zum 17.10.2008 von 8 Uhr bis 15:30 Uhr Führungen durch die Wilhelm-Leuschner-Stiftung angeboten.
    » Informationen zur Ausstellung Stifterland Bayern

  • TAG DER DEMOKRATIE

    Am Tag der Demokratie nimmt die Wilhelm-Leuschner-Stiftung am 16. August zuerst in Warmensteinach teil. Bei der dortigen Kundgebung wird der Vorstand zu den Kundgebungsteilnehmern über den Kampf gegen den Rechtsextremismus sprechen. Anschließend wird in Wunsiedel über die Stiftungsarbeit informiert.

    Über die Beteiligung an "Wunsiedel ist bunt - nicht braun" werden wir in der nächsten Woche berichten.

  • ABSCHLUSS-PROJEKTTAG 28.07.2008

    Abschlußprojekttag der Hauptschulklassen 8a und 8b der Altstadtschule. Thema: ‚Das 3. Reich und der Widerstand Wilhelm Leuschners‘, sowie Schlußauswertung des Projekts ‚Leichter lernen mit Leuschner’. Leitung: Trumpke/Oberender/Hasibether 

  • PROGRAMMÄNDERUNG

    Achtung! Die geplante Benefizveranstaltung am Samstag den 26.07.2008 entfällt wegen dem Benefizkonzert am 24.07.2008 "Rock gegen Rechts" in der Bayreuther Gaststätte Podium.

     

  • AUSSTELLUNGSERFÖFFNUNG "RECHTSRADIKALISMUS IN BAYERN" 07.07.2008

    Ausstellungseröffnung ‚Rechtsradikalismus in Bayern‘. Eine Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Ausstellungsdauer bis 1. August 2008. In der Ausstellung sollen die Schulen der Region Oberfranken die Möglichkeit erhalten neben den Inhalten der gezeigten Bildtafeln sich mit der
    aktuellen politischen Entwicklung und Ideologie der Neonazis auseinander zu setzen.Leitung: jeweilige Schule.

     Hier können Sie das Begleitprogramm als PDF-Dokument herunterladen.

  • SEMINAR TARIFGESCHICHTE 12.07.2008

    Tarifgeschichte des öffentlichen Dienstes, Teil II. Die aktuelle Tarifpolitik im Vergleich mit den historischen Vorläufern (Kooperation mit ver.di Oberfranken-Ost). Leitung: Hasibether/Steib 

     

  • BENEFIZVERANSTALTUNG 26.07.2008

    Benefizveranstaltung des Fördervereins Leuschner-Haus zur Förderung der Stiftungsarbeit. Führungen in der Gedenkstätte, Vorstellung der Archivarbeit und Flohmarkt zur Spendensammlung für die Bildungsarbeit der Stiftung.Veranstalter:  Vorstand des Fördervereins 

  • WIDERSTAND IN DER SPRACHE DER MUSIK 09.08.2008

    Musik des Widerstandes – zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 — Auftakt zur Vernichtung des Geisteslebens in Deutschland‘ Musik und Texte mit dem Münchner Pianisten und Komponisten Diedrich Lorenz 
  • 4. BAYREUTHER GESPRÄCHE AM 28. U. 29.09.2008

    4. Bayreuther Gespräche: ‚Die europäische Idee – aus dem Geist des Widerstands’  Diskussionsforen mit Teilnehmern aus Frankreich, Italien, Polen und Tschechien.Am Abend Kulturveranstaltung mit Liedern und Texten.
    Das Veranstaltungsprogramm kann hier  heruntergeladen werden.

  • STIFTERLAND BAYERN

     Ausstellung "Stifterland Bayern"Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung schloss sich der vom Bundesverband Deutscher Stiftungen ins Leben gerufene Initiative "Stifterland Bayern" an, um mit dieser Initiative die Möglichkeit zu nutzen unsere Arbeit bayernweit zu präsentieren. Inhaltlich werden die Aufgaben der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, die laufende pädagogische Arbeit für Besucher und Schülergruppen, sowie wichtige Projekte vorgestellt.

    Die Ausstellung "Stifterland Bayern" wurde im März 2008 in München eröffnet und ist bis Juni 2009 in Würzburg, Bayreuth, Regensburg, Passau, Nürnberg, Augsburg und Kochel zu sehen. Der 3. Ausstellungszyklus wird am 12.09.08 im "Alten Schloss" in Bayreuth eröffnet und ist bis zum 19.10.2008 dort zu besichtigen. Schirmherr der Ausstellung ist Bayerns Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein. Im Rahmenprogramm der Bayreuther Ausstellung werden wir in der Gedenkstätte und in der Bildungswerkstatt Begleitveranstaltungen durchführen.

    Zu dieser Ausstellung wurde von der Wilhelm-Leuschner-Stiftung ein kurzes Video über die Ziele, die inhaltliche Arbeit und die pädagogische Betreung erstellt, welches hier zu sehen ist.
  • RECHTSRADIKALISMUS IN BAYERN

    Eine Ausstellung des Bayernforums der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner vom 7. Juli bis 1. August 2008

    Diese Ausstellung wird seit letztem Jahr in ganz Bayern vom Bayernforum der Friedrich-Ebert-Stiftung an Veranstalter verliehen, die sich mit den Erscheinungsformen der Neonazi-Szene im Freistaat auseinandersetzen wollen.

    Im Rahmen unserer Gedenkstättenarbeit wollen wir vor allem für Schulgruppen aus der Region Projekttage und Veranstaltungen anbieten, die sich mit Gegenstrategien beschäftigen wollen. Der Widerstandskämpfer Wilhelm Leuschner bietet sich als Vorbild für junge Menschen an, die nach geistiger Orientierung suchen.

    Das Begleitprogramm können Sie hier   herunterladen. Hier gelangen Sie direkt zur Ausstellungsübersicht mit Terminplan zu den einzelnen Veranstaltungen.

  • PROJEKTTAG 04.06.2008

    Projekttag Altstadtschule Klasse 8b zum Thema ‚3. Reich und Widerstand’ in der Bildungswerkstatt. Zusätzlich noch im Juni ein Zeitzeugengespräch mit Ernst Grube. Leitung: Trumpke/Hasibether 

  • VERANSTALTUNG ZUR TARIFGESCHICHTE 31.05.2008

    Tarifgeschichte des öffentlichen Dienstes, Teil II. Die aktuelle Tarifpolitik im Vergleich mit den historischen Vorläufern (Kooperation mit ver.di Oberfranken-Ost).Leitung: Hasibether/Steib 

     

  • VERANSTALTUNG ZUR TARIFGESCHICHTE 31.05.2008

    Tarifgeschichte des öffentlichen Dienstes, Teil II. Die aktuelle Tarifpolitik im Vergleich mit den historischen Vorläufern (Kooperation mit ver.di Oberfranken-Ost).Leitung: Hasibether/Steib 

  • GESPRÄCHSKONZERT

    Am Samstag, den 9. August um 19:00 Uhr findet in der Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner in Bayreuth, Moritzhöfen 25 (Leuschner-Gedenkstätte) ein Gesprächskonzert unter dem Titel "Widerstand in der Sprache der Musik" statt. 
    Bei dieser Veranstaltung wird  der Münchner Komponist Dietrich Lorenz  den menschlichen Widerstand gegen bedrückende gesellschaftliche Verhältnisse in der Sprache der Musik an Beispielen aus der Musikliteratur erläutern.
    Die Programmübersicht können sie hier  als PDF-Dokument herunterladen.

  • ROCK GEGEN RECHTS

    „Um Rechtsradikalismus zu bekämpfen, ist Aufklärungsarbeit notwendig. Diese leistet hier in Bayreuth die Wilhelm-Leuschner-Stiftung und deswegen wollen wir sie mit diesem Konzert heute unterstützen“. So eröffnete Franz von den Hatchets am letzten Donnerstag (24. Juli 2008) vor gut 150 jugendlichen Besucherinnen und Besuchern „Rock gegen Rechts“ im Podium. The HatchetsAls erstes gingen die Bayreuther von ‚Guest of Shally’ auf die Bühne. Obwohl die drei Jungs am Donnerstag ihr erstes öffentliches Konzert überhaupt spielten, sorgten sie mit ihrer Mischung aus Alternative und Metal für gute Stimmung und kamen beim Publikum an. Um 21:30 waren dann ‚The Hatchets’ an der Reihe: Schon nach dem zweiten Lied war die Menge nicht mehr zu halten, es wurde getanzt und getobt, und Songs wie „I Feel Hey!“ oder „Crush On You“ wurden exzessiv mitgesungen. Spätestens als „Seven Nation Army“ von den White Stripes angespielt wurde, war die Stimmung auf dem Siedepunkt. Mit ein paar Zugaben und einem Abschiedssong für den Bassisten Max, der nun für ein Jahr nach Spanien geht, nahm der Auftritt ein würdiges Ende. Die letzte Band des Abends, ‚The Nerds’ aus Marktretwitz, hatte dann leider mit der Tatsache zu kämpfen, dass einige Besucher schon gegangen waren. Doch dies tat der guten Stimmung keinen Abbruch, denn ‚The Nerds’ ließen sich davon nicht beirren und heizten den Dagebliebenen mit einer krachenden und spaßgeladenen Rock’n’Roll-Show bis zur letzten Minute ein.Insgesamt war das Konzert ein voller Erfolg und lässt dank der zahlreichen Zuschauer hoffen, dass rechtsradikales Gedankengut hier in Bayreuth unerwünscht ist. Die Veranstaltung macht Lust auf mehr... und im nächsten Jahr soll erneut ein Soli-Konzert zugunsten der Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung unter dem Titel ‚Rock gegen Rechts’ stattfinden. (Franz Weintritt)

  • FÜNFUNDSIEBZIGSTER JAHRESTAG DER BÜCHERVERBRENNUNG

    Am 10. Mai vor 75 Jahren, wenige Wochen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, wurden in fast allen deutschen Universitätsstädten Bücher der besten deutschsprachigen Schriftstellerinnen und Schriftstellern als „volkszersetzendes Schrifttum“ verbrannt. Zum Gedenken werden wieder in ganz Deutschland Texte aus den damals verbrannten Büchern vorgelesen.

    Wir wollten am Freitag, den 9. Mai 2008 mit unserer musikalischen Gedenkveranstaltung an die verfemten Künstler erinnern. Leider ist unser  Musiker Dietrich Lorenz akut erkrankt und die Veranstaltung musste kurzfristig leider abgesagt werden. Wir bitten um Verständnis.

    Wir werden das Gesprächskonzert am 9. August 2008 um 19 Uhr nachholen. Im Jahr 2008 gibt es viele Anlässe für fünfundsiebzigste Jahrestage. 

    Wir werden demnächst unter dem Menüpunkt 'Veranstaltungen' (der noch im Entstehen ist)  über das genaue Programm der Veranstaltungen am Samstag, 9. August 2008 informieren.

  • BILDUNGSWERKSTATT

    Auszug aus der Stiftungssatzung

    § 2 Stiftungszweck

    (1) Zweck der Stiftung ist die Erinnerung an Leben, Werk und Wirken des ehemaligen hessischen Innenministers und Widerstandskämpfers Wilhelm Leuschner im öffentlichen Bewusstsein wach zu halten.Seminarraum
    (2) Der Stiftungszweck wird insbesondere durch folgende Maßnahmen Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner      verwirklicht:  

    1. Entwicklung von schulischen und außerschulischen Bildungsangeboten zu Leben und Wirken von Wilhelm Leuschner und zur Geschichte des 20. Jahrhunderts.

      2.Jugendbildungsarbeit durch internationale Begegnung von jungen Menschen aus Wissenschaft, Forschung, Verbänden und anderen Institutionen im Geiste der sozialen Demokratie.
    2. Förderung der Gedenkausstellung über Wilhelm Leuschner in seinem Geburtshaus Bayreuth und Zusammenarbeit mit anderen Gedenkstätten.

    (3) Die Stiftung verfolgt damit ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinn des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung. 

    Unser pädagogisches Angebot 

    Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung übernimmt im Rahmen der städtischen Gedenkstätte Wilhelm Leuschner in seinem Geburthaus in Bayreuth die pädagogische Betreuung der Besuchergruppen. Die eigens von der Stiftung eingerichtete "Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner" mit ihren PC-Arbeitsplätzen stand bis Ende 2008 für diese Arbeit zur Verfügung. Da der bauliche Zustand der Bildungswerkstatt gesundheitlich nicht mehr für die pädagogische Arbeit geeignet war und diesbezüglich gerichtliche Auseinandersetzungen mit dem Eigentümer anhängig sind verließ die Stiftung Ende 2008 die Räumlichkeiten. Seitdem steht der bisherige Seminarraum im 2. Obergeschoß für die Bildungsarbeit allein zur Verfügung.

    Im Mittelpunkt unserer Bildungsarbeit steht der Deutsche Widerstand gegen die Nazi-Diktatur, für den Wilhelm Leuschners Erbe exemplarischen Charakter hat. Wir bieten Führungen in der Gedenkstätte und Projektarbeit für Schulen und andereWilhelm-Leuschner-Bildungswerkstatt Gruppierungen an, die sich mit der Weimarer Republik und dem NS- Regime auseinander setzen wollen. Weitere Bildungsschwerpunkte sind die ethischen Grundlagen des Widerstands gegen die NS-Herrschaft und dessen Erbe für unsere heutige Demokratie. Darüber hinaus werden historische Themen zur Entwicklung des Sozialstaats und damit verbundener Fragestellungen fächerübergreifend angeboten. In Form exemplarischen Lernens werden sozialgeschichtliche und politische Entwicklungen behandelt, die Grundlage unseres heutigen Gemeinwesens sind. Für Lehrergruppen bieten wir Fortbildungen zu diesen Themen an. Die Stiftung hat ein eigenes digitales Archiv mit Originalen aus dem Familiennachlass Leuschners. Es dient der pädagogischen Arbeit und steht der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung. Weiterhin werden Seminare zur politischen Bildung für schulische und außerschulische Gruppen und internationale Begegnungen angeboten. Gesprächsforen und kulturelle Veranstaltungen zu gesellschaftspolitischen Fragen sind weitere Angebote der Stiftung.  

  • SEMINAR TARIFGESCHICHTE 17. U. 18.03.2008

    Dreitagesseminar zur Tarifgeschichte u. besonderer Berücksichtigung des öffentlichen Dienstes. Seminar für Betriebs– und Personalräte mit Besuch der Gedenkstätte.Referent: Wolfgang Hasibether 

  • INTERNATIONALER PROJEKTTAG 11.03.2008

    Kooperation mit der Frankenakademie Schloss-Weidenberg Schülergruppe aus Saarbrücken, Deutsch-Französisches Gymnasium. Projekttag zum Rechtsextremismus in der Bildungswerkstatt mit Führung in der Gedenkstätte.Leitung: Buser/Hasibether 

  • VERANSTALTUNG ZUR TARIFGESCHICHTE 08.03.2008

    Tarifgeschichte des öffentlichen Dienstes. Die aktuelle Tarifpolitik im Vergleich mit den historischen Vorläufern (Kooperation mit ver.di Oberfranken-Ost).Leitung: Hasibether/Steib 

     

  • PROJEKTTAG 29.02.2008

    Projekttag ‚I. Weltkrieg und Leuschner-Biographie‘ Hauptschulklasse 8b Altstadtschule in der Gedenkstätte. Leitung: Trumpke/Hasibether

  • PROJEKTTAG 28.02.2008

    Hauptschulklasse 8a Altstadtschule beim Projekttag in der Gedenkstätte zum Geschichtsunterricht. Thema: ‚I. Weltkrieg anhand der Leuschner-Biographie‘.Leitung: Oberender/Hasibether

  • PROJEKTTAG 27.02.2008

    Projekttag in der Bildungswerkstadt zur Entstehung von Vorurteilen. Klasse 9a Altstadtschule in der Gedenkstätte. Leitung: Peter Weintritt 

  • AUFTAKTVERANSTALTUNG ZUM BILDUNGSJAHR 2008 15.01.2008

    Auftaktveranstaltung zum Bildungsjahr 2008 mit Stadtratskandidatinnen und Kandidaten zur Wahl am 2. März 2008. Vorstellung des Bildungsjahres in der Gedenkstättenarbeit und Diskussion über die Zukunft der Leuschner-Gedenkstätte. Moderation: Hasibether 

  • Projekttag

    Projekttag Klassen 8a und 8b Hauptschule
    Altstadt-Bayreuth zum Thema ‚Deutsche
    Monarchie ab 1871’.Leitung: Trumpke/Oberender/Hasibether 

  • FRANZ MÜNTEFERING

    Am Freitag, den 7. Oktober 2005 besuchte der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Franz Müntefering, die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte der Stadt Bayreuth uFranz Münteferingnd die Bildungseinrichtung der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Leuschner-Geburtshaus. Er zeigte sich sehr beeindruckt von der in den vergangenen drei Jahren geleisteten Arbeit und versprach seine nachdrückliche Unterstützung für diese Einrichtung. Nach seiner festen Überzeugung kann nur die Erinnerung an die Vergangenheit auch die Bewältigung der Zukunft ermöglichen. Eintrag Franz Münteferings in das Besucherbuch der Gedenkstätte „Dank und Anerkennung den beiden Einrichtungen der Stadt Bayreuth und der Wilhelm-Leuschner-Stiftung für diese Erinnerung an einen großen Sohn der Stadt und bedeutenden Sozialdemokraten. Es ist wichtig, auch den nächsten Generationen zu zeigen, wohin Nazi-Denken und Handeln führt und was Demokraten leisten können. Nie wieder darf solches passieren in Deutschland.

  • "DER 20. JULI" SECHZIG JAHRE DANACH

    Besonders beachtete Veranstaltungen der Stiftung waren die Aktivitäten zum sechzigsten Jahrestag des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 und der Ermordung Leuschners durch die Nationalsozialisten am 29. September 1944. Drei Veranstaltungen in der Bildungswerkstatt am 17. und 18. Juli 2004, am 26. August 2004 und in der Berliner Gedenkstätte des Deutsechzig Jahre danachschen Widerstands am 29. September 2004 gemeinsam mit dem DGB-Bundesvorstand wurden von der Stiftung zur Erinnerung an diese Gedenktage durchgeführt.

    Schauspieler des Stauffenberg-Projekts aus Berlin führten im Hof der Gedenkstätte eine szenische Lesung des Theaterstücks von David Sternberg am Wochenende 17. und 18. Juli 2004 auf. Damit wurde an den sechzigsten Jahrestages des Umsturzversuchs des deutschen Widerstandes gegen Adolf Hitler gedacht. An zwei Tagen wurden mehrere Diskussionsrunden, Führungen und zwei Aufführungen des Theaterstückes veranstaltet. Über zweihundert Besucher fanden bei Sommerhitze den Weg in die Gedenkstätte und zu den insgesamt sechs Veranstaltungen. Schirmherr war der Bayreuther Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz.

     

  • ERÖFFNUNG DER BILDUNGSWERKSTATT WILHELM LEUSCHNER

    Nach dreijähriger Projektarbeit mit der Sanierung des Leuschner-Geburtshauses und der Eröffnung der städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte ist der dritte und letzte Schritt getan für die Erinnerungsarbeit an den Widerstandskämpfer Wilhelm Eröffnung der Bildungswerkstatt Wilhelm LeuschnerLeuschner. Die ,Bildungswerkstatt Wilhelm Leuschner’ im Rückgebäude des Leuschner-Geburtshauses ist saniert und die pädagogische Begleitung für die Besuchergruppen kann dort ab sofort stattfinden. 

    Aus diesem Anlass fand am Samstag, den 28. Februar 2004 um 11.00 Uhr in der Bildungswerkstatt im Rückgebäude des Geburtshauses Moritzhöfen die offizielle Eröffnung mit folgendem Programm statt:

    Begrüßung Hans Otto Hemmer, Stiftungsratsvorsitzender
    Grußworte Hans Angerer, Regierungspräsident, Vorsitzender der Oberfrankenstiftung
    Dr. Dieter Mronz , Oberbürgermeister
    Ausstellungseröffnung
    Bilder des Stiftungsarchivs in der Bildungswerkstatt
    Erläuterungen:  Wolfgang Hasibether
    Führungen in der Gedenkstätte
    Anschließend kleiner Imbiss in der Bildungswerkstatt

     

     

     

  • KONSTITUIERENDE SITZUNG DES STIFTUNGSRATES

    StiftungsratAm 10. August 2002 fand im Saal des Alten Rathauses in Bayreuth öffentlich die
    konstituierende Sitzung des Stiftungsrates der Wilhelm-Leuschner-Stiftung statt.
    Für die Stadt Bayreuth brachte Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz seine Zufriedenheit darüber zum Ausdruck, dass es gelungen sei, den Abriss des Geburtshauses von Wilhelm Leuschner zu verhindern und das Haus angemessen
    zu gestalten und einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.  

    Prof. Dr. Peter Steinbach, Universität Karlsruhe und Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, skizzierte in seinem Vortrag die Persönlichkeit, den Lebensweg und die politische Arbeit Wilhelm Leuschners und würdigte dessen unbeirrtes Eintreten für eine gerechte, demokratische und friedliche Gesellschaft.  

    Wolfgang Hasibether umriss in aller Kürze den Weg von den ersten Initiativen für eine Gedenkstätte in den Räumen des Geburtshauses bis zur Errichtung der Stiftung, der baldigen Einrichtung einer Gedenkausstellung und der zukünftigen Bildungsarbeit in den noch im Bau befindlichen Seminarräumen des Anwesens Moritzhöfen 25.
  • EINZUG IN DAS LEUSCHNER GEBURTSHAUS

    Am 2. Juli 2002 berichtet der Nordbayerische Kurier über den Einzug der Wilhelm-Leuschner-Stiftung in das EinzugLeuschner Geburtshaus in Moritzhöfen. Dort wird in naher Zukunft eine Gedenkstätte zu Ehren des Widerstandskämpfers Wilhelm Leuschner eingerichtet, die von der Stiftung mit einem pädagogischen Begleitprogramm die inhaltliche Arbeit der Gedenkstätte übernimmt. 

  • ERSTE MÖBEL FÜR DIE WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG

    Mit der Anlieferung der ersten Möbelstücke bezog gestern die Wilhelm-Leuschner-Stiftung ihre Büroräume im frisch renovierten Geburtshaus des Widerstandskämpfers in Moritzhöfen 25. Unser Bild zeigt (von links) die Mitarbeiter Fritz Höhn, Ursula Leibinger-Hasibether, Wolfgang Hasibether und Margit Bock-Höhn bei der Übernahme der Einrichtung. In naher Zukunft wird im Erdgeschoss eine Gedenkausstellung zu Ehren des 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichteten Gewerkschafters eingerichtet, während in den hinteren Räumen des Anwesens im Jahr 2003 Seminarräume entstehen.

     

     

     

     

     

  • ÜBERGABE DER ANERKENNUNGSURKUNDE AN WILHELM-LEUSCHNER-STIFTUNG

    Ende April 2002 wurde vom Ltd. Regierungsdirektor Hümmer in Vertretung des Regierungspräsidenten an den UrkundeVorsitzenden des Stiftungsvorstandes, Wolfgang Hasibether, die Anerkennungsurkunde für die Wilhelm-Leuschner-Stiftung überreicht.

    Damit wurde die jahrelange Arbeit für den Erhalt des Wilhelm-Leuschner-Geburtshauses in Moritzhöfen 25 mit der öffentlich-rechtlichen Anerkennung der eingetragenen Stiftung zum Gedenken an den Widerstandskämpfer Wilhelm Leuschner gekrönt.

    Die Stiftung ist der Grundstein für die zukünftige Arbeit im Wilhelm-Leuschner-Geburtshaus. Zusammen mit der Stadt Bayreuth, die die Ausstellung zum Gedenken an Wilhelm Leuschner im Geburtshaus verantwortet und finanziert, wird die Wilhelm-Leuschner-Stiftung die Bildungsarbeit im Rückgebäude des Hauses organisieren und die Vermittlung des Gedächtnisses an den  deutschen Widerstand, der im historischen Datum des 20. Juli 1944 kulminiert, auf Dauer sichern. 

    Das politische Vermächtnis des 1890 in Bayreuth geborene Gewerkschafters und Politikers Wilhelm Leuschner wird durch die Initiative der Familien Hasibether und Höhn in der Rechtsform der Stiftung auf Dauer im historischen Gedächtnis der deutschen Gesellschaft präsent bleiben.

    Ab Herbst 2002 soll im Geburtshaus von Wilhelm Leuschner eine Station des Gedenkens an den deutschen Widerstand eingerichtet werden und so neben den Erinnerungsstätten in Nürnberg und Flossenbürg auch in Bayreuth eine Gedenkstätte die historische Erinnerungsarbeit für Schulen und Verbände zur Weitergabe an die nachwachsenden Generationen ermöglichen.

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