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23 | 07 | 2016
Willkommen auf den Internetseiten der Wilhelm-Leuschner-Stiftung PDF Drucken E-Mail

Bayreuth ist die Geburtsstadt des Gewerkschafters, Politikers und antifaschistischen Widerstandskämpfers Wilhelm Leuschners, der hier am 15. Juni 1890 geboren wurde. Sein Geburtshaus in Moritzhöfen 25 ist seit September 2003 eine Gedenkstätte zur Erinnerung an sein Wirken. Zugleich ist es ein historischer Lernort für die nachwachsenden Generationen. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung übernimmt seit 2002 die Aufgabe, entsprechend ihrer Satzung, die Gedenkstättenarbeit zu koordinieren und die Bildungsarbeit für die Besuchergruppen in ihrem eigenen Wilhelm-Leuschner-Zentrum durchzuführen. Im Sinne des nachfolgenden Zitats aus der Aufgabenstellung der Bayerischen Gedenkstättenstiftung erfüllt die Stiftung ihr bürgerschaftliches Engagement: „Die Erinnerung an die nationalsozialistische Unrechtsherrschaft wachzuhalten und die geschichtliche Erfahrungen und die daraus gewonnen Erkenntnisse weiterzutragen, ist nicht alleine Aufgabe des Staates, sondern ihrem Wesen nach eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie kann nur erfolgreich sein, wenn sie von den maßgebenden Kräften der Gesellschaft mitgetragen wird und muss diejenigen einbeziehen, die der Gedenkstättenarbeit in besonderer Weise verbunden sind.“

Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung hat sich seit Beginn ihrer Arbeit beim Aufbau der Einrichtung der Gedenkstätte sowie der dann folgenden Bildungsarbeit für die Besuchergruppen von diesem Grundsatz leiten lassen.

Seit 1993 war der Bayreuther Verein für Sozial- und Kulturgeschichte um den Erhalt des Geburtshauses Wilhelm Leuschners bemüht. 1997 wurde es von der Stadt Bayreuth unter Denkmalschutz gestellt und der im Jahr 2000 von den damaligen Eigentümern beantragte Abriss des Geburtshauses konnte durch die Vereinsaktivitäten verhindert werden. Nach der Hausrenovierung durch den neuen privaten Eigentümer konnte in Zusammenarbeit mit der Stadt Bayreuth eine Gedenk- und Bildungsstätte durch die Wilhelm-Leuschner-Stiftung eingerichtet werden. Seit dem damaligen Einzug im Geburtshaus im Jahr 2002 wurde von der Stiftung daran geareitet, die Gedenkstätte aufzubauen und die Bildungsarbeit in einem eigenen Gebäude zu entwickeln. Nach zehn Jahren in Miete im Geburtshaus hat sich die Wilhelm-Leuschner-Stiftung dazu entschieden, ein eigenes Zentrum aufzubauen. Seit Juli 2012 ist die Stiftung in ihrem neuen Gebäude in der Herderstraße 29 und hat das Haus inzwischen zum Wilhelm-Leuschner-Zentrum eingerichtet. Dieses Zentrum ist zugleich der Ort, an dem der Nachlass von Wilhelm Leuschner original aufbewahrt, wissenschaftlich bearbeitet und demnächst im Netz digital veröffentlicht wird.

 
Arbeitsschwerpunkte in der Stiftung im ersten Halbjahr 2016 PDF Drucken E-Mail

 

Im 1. Halbjahr 2016 lag der Schwerpunkt unserer Arbeiten beim Archivprojekt „Digitalisierung des Leuschner-Nachlasses“. In diesem Projekt werden die Originalunterlagen aus dem Nachlass von Wilhelm Leuschner im Staatsarchiv Darmstadt und im Archiv der Wilhelm-Leuschner-Stiftung in Bayreuth vollständig digitalisiert und als sog. „angereicherter Nachlass Wilhelm Leuschner“ im internationalen EAD-Format (Midosa/METS) digital im Netz zugänglich gemacht. Das Projekt wird seit Sommer 2013 von der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf und vom Kulturfonds Bayern finanziell gefördert. Neben dieser Digitalisierung des Leuschner-Nachlasses wird zeitgleich die wissenschaftliche Biographie über Leben und Wirken Wilhelm Leuschners erstellt. Am Ende des Jahres 2016 soll die digitale Datei mit einem Umfang von ca. 30.000 Digitalisaten dann im Netz für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich sein. Auf welcher Plattform dieser Zugang erfolgen wird, muss mit den finanziellen Förderern noch abgestimmt werden. Die wissenschaftliche Archivarbeit erfordert die gesamte Arbeitskapazität der Stiftungmitarbeiter_innen. Trotzdem fand neben dieser wissenschaftlichen Arbeit weiterhinein Schwerpunkt der Gedenkstättenarbeit im Rahmen der städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte statt. Im ersten Halbjahr waren neben der internationalen Arbeit mit dem deutsch-französische Gymnasium Saarbrücken und dem Gymnasium „Fossati da Pasano“ aus La Spezia zahlreiche Gruppen aus dem gewerkschaftlichen Umfeld im Leuschner-Zentrum und besuchten unter Führung der Stiftung die Gedenkstätte. Die Gedenkstätte hat inzwischen in der Archivausstellung im Leuschner-Zentrum einen zweiten Standort, bei dem die Archivalien für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. So wurde am 11. Juni bei der Bayreuther Museumsnacht der Nachlass Leuschners anhand dieser Ausstellung erfahrbar gemacht.

Die Kooperationsverhandlungen mit der Stadt Bayreuth über einen Vertrag zur finanziellen Absicherung der Gedenkstättenarbeit der Stiftung wurden im ersten Halbjahr intensiviert und wir hoffen, diese erfolgreich im zweiten Halbjahr mit dem Kulturreferat der Stadt Bayreuth abschließen zu können. Hierzu tagte der Stiftungsrat in einer Sondersitzung und unsere auswärtigen Stiftungsratsmitglieder nahmen Gesprächskontakt mit dem Bayreuther Rathaus auf.

Die Sanierung des Leuschner-Zentrums wurde Anfang 2016 endgültig abgeschlossen und vom Bezirk Oberfranken und der Oberfrankenstiftung finanziell mit einem kleineren Beitrag bedacht.

Im zweiten Halbjahr 2016 werden die 12. Bayreuther Gespräche mit der Lesung von Sabine Friedrich aus ihrem Roman über den deutschen Widerstand wieder der Höhepunkt des Herbstprogramms sein. 

 
Bayreuther Museumsnacht PDF Drucken E-Mail

Wilhelm Leuschner Gedenkstätte BayreuthAm Samstag, 11. Juni, fand die Bayreuther Museumsnacht statt. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung beteiligte sich mit ihrem Leuschner-Zentrum und der darin befindlichen Archivausstellung über Leben und Wirken von Wilhelm Leuschner an dieser inzwischen zur Institution gewordenen Einrichtung Bayreuths.

Pünktlich um 19 Uhr standen die ersten Besucher vor der Tür und wurden in ca. einer Stunde durch das Zentrum geführt und die Ausstellung über Wilhelm Leuschner, die ausschließlich aus Archivgegenständen und Dokumenten aus dem Nachlass Leuschners zusammengestellt wurde. Anschließend folgte ein kleiner Sparziergang durch Moritzhöfen zu den Orten der Kindheit von Wilhelm Leuschner, z. B. das Kasernenviertel und der Röhrensee, um dann in der Gedenkstätte Leuschners in seinem Geburtshaus zu enden. Dort wurde durch die Ausstellung geführt. Die Mitarbeiter der Stiftung waren so zwischen 19 und 21 Uhr gut ausgelastet. Die Besucherzahlen hätten höher sein können, insgesamt war wohl die Beteiligung an der diesjährigen Museumsnacht nicht so gut wie in den vergangenen Jahren. Nichtsdestotrotz konnten sich die Besucher über die Arbeit der Stiftung und deren Gedenkstättenpädagogik informieren.

 
Projekttag der Leuschner-Stiftung mit Klassen aus La Spezia PDF Drucken E-Mail

Projekttag La Spezia / ItalienBereits zum sechsten Mal veranstaltete die Leuschner-Stiftung am 29. April 2016 einen Projekttag mit zwei Schulklassen aus La Spezia im Wilhelm-Leuschner-Zentrum und der Gedenkstätte. In diesem Jahr besteht die Schulpartnerschaft zwischen dem Richard-Wagner-Gymnasium Bayreuth und dem Gymnasium 'Fossati da Passano' in La Spezia seit 30 Jahren. Die letzte Aprilwoche 2016 in Bayreuth war deshalb diesem Jubiläum gewidmet. Schon vor einigen Wochen wurde das Jubiläum in La Spezia begangen. 

Im Rahmen des Austauschprogramms „Erasmus“ der Europäischen Union finden regelmäßig Bildungswochen in La Spezia und im Gegenzug in Bayreuth statt. Eingebettet in die Projektwoche ist auch seit Jahren ein Projekttag in Zusammenarbeit mit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung. Damit wird die Städtepartnerschaft  zwischen Bayreuth und La Spezia mit Leben erfüllt. In diesem Jahr war für die Begegnungsarbeit als neuer Aspekt der Besuch des Leuschner-Archivs im Wilhelm-Leuschner-Zentrum und die Projektarbeit anschließend in der städtischen Leuschner-Gedenkstätte. Rund 30 Teilnehmende wurden an diesem Vormittag mit Leben und Vermächtnis Wilhelm Leuschners vertraut gemacht. Im Sommer ist ein Gegenbesuch der Stiftung in Einrichtungen italienischer Gedenkstätten in den Norditalienischen Provinzen Ligurien und Toskana beabsichtigt. Hierbei soll die Projektarbeit vertieft werden. Zurzeit werden die italienischen Texte zur Leuschner-Gedenkausstellung mit Hilfe der Deutschlehrerin Rossela Zeni vom 'Istituto Fassato da Passano' in La Spezia bearbeitet und wird dann Eingang in die Projekttagmaterialien finden.

 
„Spuren des Widerstands im Bayreuther Land - Vorbilder für die Demokratie von Heute“ PDF Drucken E-Mail
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Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung wird im Jahr 2016 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ das Projekt „Spuren des Widerstands im Bayreuther Land - Vorbilder für die Demokratie von Heute“ ins Leben rufen. Das Projekt behandelt Widerstandskämpfer aus dem Landkreis Bayreuths und soll ihre Vorbildfunktion für unsere heutige Demokratie hervorheben. Im November wird dann mit den zwei Schulklassen des Deutsch-Französischen Gymnasiums Saarbrücken dieses Projekt zum ersten Mal mit den Klassen vertieft. Es wird eine Broschüre entstehen, in welcher Arbeitsmaterialien, Arbeitsaufträge und Texte enthalten sind. Dieses Projekt wird von der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Bayreuth gefördert und wir hoffen noch viele Projekttage zu diesem Thema durchführen zu können.

 
Projekttag des Deutsch-Französischen-Gymnasiums PDF Drucken E-Mail

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1Am Dienstag, den 12. April 2016 besuchten zwei Klassen des Deutsch-Französischen Gymnasiums Saarbrücken die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte und das Wilhelm-Leuschner-Zentrum für einen Projekttag. Den Schülern wurde anhand einer Führung in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte sowie durch einen Vortrag Wolfgang Hasibethers im Wilhelm-Leuschner-Zentrum die Biographie Wilhelm Leuschners vermittelt. Vor allem wurde seine unermüdliche Arbeit im antifaschistischen Widerstand hervorgehoben. Da das Seminar der beiden Klassen unter dem Thema: „Gib dem Rassismus keine Chance“ steht, sollte nun als Gegenpol auch der Antisemitismus und seine Wirkung in der Nazizeit vertieft werden. Deshalb besuchten die Schülerinnen und Schüler erst das Richard-Wagner-Museum. Hier wurde vor allem auf die Widersprüche in Wagners Verhalten verwiesen. Auf der einen Seite sprach Richard Wagner den Juden ab, Deutsche Musik machen oder inszenieren zu können, auf der anderen Seite wurden aber viele jüdische Sänger, Tänzer und andere Künstler als Mitwirkende in Wagners Werk eingesetzt. Im Anschluss durchstreiften die Schülerinnen und Schüler die Freilichtausstellung „Verstummte Stimmen“ bei dem Besuch des Festspielhauses. Durch die Ausstellung wurde offenbar, dass es im Naziregime nicht auf künstlerisches Talent ankam, da die Ideologie rassistischer Ausgrenzung aus der ‚Volksgemeinschaft’ viele Künstler der Festspiele bedrohte und die Wagnerfamilie selbst diesem Antisemitismus und der Ideologie der sogenannten ‚Deutschen Kunst’ anhing. Viele der damaligen Stars, die wiederholt bei den Bayreuther Festspielen aufgetreten sind, wurden in den Konzentrationslagern ermordet, denn nicht allen gelang eine Emigration in die Schweiz oder nach Amerika.

 

Wir, das Team der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, bedanken uns noch mal ganz herzlich beim Organisator Michel Anna, den begleitenden Lehrern und vor allem bei den sehr disziplinierten und eifrigen Schülerinnen und Schülern. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im November 2016!  

 

 
Gedenkstättenarbeit der Stiftung im 1. Quartal 2016 PDF Drucken E-Mail

- Im Rahmen des lokalen Projekts „Demokratie jetzt!“, das vom Bundesfamilienministerium seit 2016 für die nächsten Jahre finanziell gefördert wird, ist die Wilhelm-Leuschner-Stiftung durch ihren Vorsitzenden im Beirat dieses Projekts vertreten. Insbesondere die Flüchtlingsarbeit und die Kooperation mit verschiedenen Organisationen der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe werden für die Stiftung in den nächsten Monaten im Mittelpunkt der Arbeit stehen. Hierzu fand gemeinsam mit dem DGB am 11. Januar ein Kontaktgespräch mit der Vorsitzenden von „Bunt statt Braun“, Anna Westermann, statt. Sie besichtigte dabei das Zentrum und informierte sich über die Arbeit der Stiftung. 

Im Rahmen der regionalen Arbeit der Stiftung zur Verbreitung des Vermächtnisses von Wilhelm Leuschner fand am 13. Januar 2016 ein Vortrag vor Student_Innen der Geschichte an der Universität Bamberg statt. In der rund zweistündigen Veranstaltung wurde die Arbeit in der Gedenkstätte in Bayreuth und die Biographie Leuschners vorgestellt. Mit dem Seminarleiter Dr. Marcus Mühlnikel, der zugleich wissenschaftlicher Mitarbeiter des im Aufbau befindlichen Instituts für fränkische Landesgeschichte in Thurnau ist, wurde dabei über eine zukünftige Kooperation in Forschung und Lehre besprochen. Diese Zusammenarbeit soll in den kommenden Jahren kontinuierlich ausgebaut werden.

Am 18. Januar 2016 fand in der evangelischen Kirchengemeinde Heinersreuth ein Vortrag über die Arbeitswelt und das Leben Leuschners statt. Am 30. Januar 2016 wurde im WLZ ein Projekttag mit Neumitgliedern der Gewerkschaft ver.di Oberfranken Ost durchgeführt. Ein Besuch der Gedenkstätte schloss sich an. Die Archivausstellung mit Exponanten zur Entstehung der Einheitsgewerkschaft im Leuschner-Zentrum bot Anschauungsmaterial für den Projekttag.

Die Kooperation mit dem ver.di Landesbezirk Bayern zur Geschichte des gewerkschaftlichen Widerstands fand auch 2016 wiederum statt. Vom 7. bis 12. Februar wurde eine Seminarwoche zur Entstehung der Einheitsgewerkschaft und der gesellschaftlichen Entwicklung in Ost und West auf der Grundlage des Erbes des deutschen Widerstands durchgeführt.
 

Vom 19. Bis 21. Februar fand in Paulushofen ein Seminar des ver.di Bezirks Bayern zur Geschichte der Arbeiterbewegung von den Anfängen bis heute statt. Ein wichtiger Seminarbaustein war dabei der gewerkschaftliche Widerstand der Leuschner-gruppe von 1933 bis 1944.

Seminarraum Paulushofen – Geschichte der Gewerkschaften und Widerstand 18.-20.2.16

Am 18. Februar fand ein Projekttag mit der Jusogruppe Bayreuth im Leuschner-Zentrum und der Gedenkstätte statt. Die Rolle Leuschners in der Weimarer Republik und die Entstehung des Sozialstaats standen im Mittelpunkt der Besichtigung von Archiv im Zentrum und in der Städtischen Leuschner Gedenkstätte.

   

 

Am 1. und 7. März fanden Projekttage im WLZ mit Betriebs- und Personalräten aus dem BRK und im Bildungsbereich statt. Im Mittelpunkt stand dabei die Besichtigung der Archivausstellung im Zentrum, der Gedenkstätte und Themen zur Tradition des Widerstands.

 

 

 

 

Am 2. März fand die erste Sitzung des Begleitausschusses „Demokratie jetzt!“ im Rathaus statt, bei dem die Projekte des ersten Halbjahres insbesondere zur Flüchtlingsarbeit beschlossen wurden.

Im 2. Quartal 2016 wird das Nachlassprojekt zu Wilhelm Leuschner in seine entscheidende Phase eintreten und deshalb nur internationale Kontakte mit den deutsch-französischen Gymnasium Saarbrücken und Schülergruppen aus La Spezia im April durchgeführt werden. Im Juli wird die Arbeit im WLZ bei der Museumsnacht am 11. Bis 12. Juli vorgestellt.

Am 20. Juli 2016 wird eine Veranstaltung zur Erinnerung an den Widerstand Leuschners im Zentrum stattfinden, am 29. September 2016 werden die 12. Bayreuther Gespräche durchgeführt.


Plakat 12. Bayreuther Gespräche als Download!

 
Archivprojekt Nachlass Leuschner 2012 bis 2016 PDF Drucken E-Mail

Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung hat seit dem Jahr 2000 überwiegend aus den Familien der direkten Nachfahren Leuschners vielfach Objekte des persönlichen Nachlasses erhalten. Insbesondere im Jahr 2004 erhielt die Stiftung von der Enkelin Hannelore Reinwein die Sammlungsstücke aus dem Nachlass der Tochter Katharina Leuschner, die besonders wertvolle Stücke zur Biographie Leuschners enthielt. Im Jahr 2007 wurden erstmals die bis dahin gesammelten Nachlassteile durch finanzielle Förderung der Oberfrankenstiftung archiviert und digitale Aufnahmen erstellt. Zwischenzeitlich kamen aus den Archiven von Bayreuther Bekannten und Verwandten Leuschners weitere Archivalien in die Sammlung, insbesondere im Jahr 2010 erhielten wir aus der mütterlichen Verwandtschaftslinie Leuschners wertvolle Archivalien von seinen Tanten. Dieser Umstand erforderte eine völlige Neuordnung des Bayreuther Nachlassbestandes und es entstand die wissenschaftlichen Notwendigkeit, den gesamten Nachlassbestand in einer einheitlichen Archivverwaltung zusammen zu führen. Da wesentliche Nachlassteile Leuschners seit Februar 1973 im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt aufbewahrt werden, sind die Originalbestände des persönlichen Nachlasses von Wilhelm Leuschner an zwei Standorten konzentriert und damit sie als Primärquelle für die Biographie Leuschner wissenschaftlich ausgewertet werden können, bestand die dringende Notwendigkeit, die Gesamtarchivalien zumindest digital in eine einheitliche Veröffentlichung zu bringen. Dies war der Anlass im Jahr 2011 bei der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf einen Antrag zu stellen, den die Stiftung mit der Bedeutung Leuschners für die Gewerkschaftsgeschichte begründete. Mit Unterstützung der damaligen Bundesvorstandsverwaltung des DGB in Berlin und dem damaligen DGB-Vorsitzenden Michael Sommer und seinem Referenten Konrad Klingenburg gelang es uns, einen Antrag auf finanzielle Förderung für ein zweijähriges Forschungsprojekt zu stellen. Im Juni 2013 wurde uns dieses Forschungsprojekt genehmigt und die finanzielle Unterstützung zugesichert. Nachdem alle Nachlassbestände digitalisiert wurden, begann die Vorbereitung einer Veröffentlichung aller rund 30.000 Digitalisate. Bei der Übersicht aller Archivalien mussten wir feststellen, dass dies in einem Zweijahreszeitraum nicht abgeschlossen werden kann, deswegen haben wir einen Verlängerungsantrag gestellt und arbeiten seit Herbst 2015 an der Erstellung einer digitalen Archivdatei, die nach Fertigstellung im Internet öffentlich zugänglich gemacht werden soll. Zugleich entsteht die Biographie Leuschners in einer Gesamtdarstellung des Lebenswerkes diese bedeutenden Gewerkschafters und Widerstandskämpfers, die vom wissenschaftlichen Leiter erstellt wird. Sie nutzt die Nachlassarchivalien als Primärquellen für die Erstellung der Biographie. Neben dieser umfangreichen Archivbearbeitung dienen die Archivalien in ihrer digitalen Form zugleich für die Ausstellung zum Leben und Wirken Leuschners im Leuschner-Zentrum, in dessen Archivschränken die Originale des Nachlasses im Bayreuther Bestand aufbewahrt sind. Der Vorteil der Bayreuther Archivstücke besteht vor allem darin, dass zahlreiche dreidimensionale Gegenstände aus dem Besitz Leuschners dort aufbewahrt werden und mit der Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Am 13. November 2015 hat der Vorstand der Hans-Böckler-Stiftung mit seinem Vorsitzenden, DGB-Chef Reiner Hoffmann, nun einer Verlängerung des Projekts der Leuschner-Stiftung zugestimmt und damit den Weg zur Beendigung der Archivarbeiten im Laufe des Jahres 2016 frei gemacht.

 
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