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20 | 08 | 2014
Willkommen auf den Internetseiten der Wilhelm-Leuschner-Stiftung PDF Drucken E-Mail

Bayreuth ist die Geburtsstadt des Gewerkschafters, Politikers und antifaschistischen Widerstandskämpfers Wilhelm Leuschner, der hier am 15. Juni 1890 geboren wurde. Sein Geburtshaus in Moritzhöfen 25 ist seit September 2003 eine Gedenkstätte zur Erinnerung an sein Wirken. Zugleich ist es ein historischer Lernort für die nachwachsenden Generationen.    

Im Sinne des nachfolgenden Zitats aus der Aufgabenstellung der Bayerischen Gedenkstättenstiftung erfüllt die Stiftung ihr bürgerschaftliches Engagement:

 "Die Erinnerung an die nationalsozialistische Unrechtsherrschaft wach zu halten und die geschichtlichen Erfahrungen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse weiter zu tragen, ist nicht alleine Aufgabe des Staates, sondern ihrem Wesen nach eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie kann nur erfolgreich sein, wenn sie von den maßgebenden Kräften der Gesellschaft mitgetragen wird, und muss diejenigen einbeziehen, die der Gedenkstättenarbeit in besonderer Weise verbunden sind."

Seit 1993 war der Bayreuther Verein für Sozial- und Kulturgeschichte e.V. um den Erhalt des Geburtshauses Wilhelm Leuschners bemüht. Nachdem es von der Stadt Bayreuth unter Denkmalschutz gestellt wurde und der im Jahr 2000 von den damaligen Eigentümern beantragte Abriss des Geburtshauses verhindert werden konnte, wurde  2003, nach der Hausrenovierung durch die neuen privaten Eigentümer, eine Gedenk- und Bildungsstätte in Kooperation zwischen der Stadt Bayreuth und der Wilhelm-Leuschner-Stiftung eingerichtet. 
 

Auf unseren Web-Seiten können Sie sich über Wilhelm Leuschner, seinen von uns wissenschaftlich betreuten Nachlass sowie über unsere Gedenkstättenarbeit informieren. Unter dem Menüpunkt "Kontakt" können Sie mit uns Verbindung aufnehmen. Für Vorschläge zur Verbesserung unseres Internetangebots wären wir sehr dankbar.
 
Antikriegstag 1. September 2014 im ver.di Bildungszentrum Brannenburg PDF Drucken E-Mail

Im Rahmen der Erstellung von Dokumenten aus dem Leuschner-Nachlass im Stiftungsbesitz entsteht zurzeit eine Ausstellung über die Kriegserfahrungen Wilhelm Leuschners bei seinem Fronteinsatz von 1916 bis 1918 in Weißrußland und in Frankreich. Die von ihm überlieferten Kriegsbilder werden zu einer Ausstellung zusammengestellt, die als Wanderausstellung konzipiert ist. Aus Anlass des 100. Jahrestages des 1. Weltkriegs und des 25. Jahrestages des 2. Weltkriegs wird am Antikriegstag den 1. September 2014, eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und dem ver.di Bildungszentrum Brannenburg durchgeführt. Die Kriegsbilder aus unserem Archiv werden dabei bei einer Ausstellungseröffnung mit einer inhaltlichen Einführung erstmalig der Öffentlichkeit gezeigt. In 10 Themenblöcken werden ca. ein Drittel der über hundert Bilder im Leuschner-Nachlass in der Ausstellung vorgestellt. Sie zeigen einerseits den Schrecken des Krieges im Schützengraben, geben Tagebuchnotizen aus Leuschner Kriegsaufzeichnungen wieder und veranschaulichen andererseits Kriegsidyllen in geselligen Runden in der Etappe der Regimentseinheit Leuschners. 

Die individuellen Kriegserfahrungen einer „verlorenen Generation“ erhellen die politischen Brüche der deutschen Arbeitbewegung und geben uns heute eine Ahnung von den nachfolgenden Katastrophen des 20. Jahrhunderts, die nicht Naturereignisse waren, sondern von Menschen gemacht wurden. Dies nicht zu vergessen und für heute aus den Erfahrungen von früher zu lernen, dient die Ausstellung, die bis Jahresende in Brannenburg zu sehen ist und anschließend in der Archivausstellung des Wilhelm-Leuschner-Zentrums in Bayreuth ein Teil der Dauerausstellung wird.

 
Wilhelm Leuschner und der 20. Juli 1944 PDF Drucken E-Mail

Aus Anlass des 70. Jahrestages des Putschversuches vom 20. Juli 1944 fand im DGB Haus Stuttgart am 16. Juli eine Veranstaltung zur Bedeutung Leuschners für die Putschpläne der Militärs um Graf Stauffenberg statt. Die Tradition der Gedenktage am 20. Juli in den vergangenen Jahrzehnten fokussierte stets die Bedeutung der Militärs bei diesem Attentat auf Adolf Hitler, das die gesamte Führungsspitze des NS-Regimes beseitigen sollte. Der militärische Widerstandskreis um Stauffenberg, der seit 1942 im engen Kontakt mit Wilhelm Leuschner bei der Entwicklung der Putschpläne stand, wurde bei diesen Gedenkveranstaltungen in den historischen Mittelpunkt gestellt.

Die Rolle des gewerkschaftlichen Widerstand und des Widerstands der deutschen Arbeitbewegung gegen das NS-Regime spielte dabei bis heute keine tragende Rolle. Durch die Forschungen der letzten Jahrzehnte ist jedoch festzuhalten, dass die Militärs ihren Staatsstreich niemals versucht hätten, hätte es nicht das zivile Widerstandsnetz, dessen zentraler Mittelpunkt Wilhelm Leuschner war, gegeben. Ohne dieses Netz der gewerkschaftlichen Vertrauensleute, das Wilhelm Leuschner seit 1934 in verschiedenen Etappen immer wieder neu aufbauen musste, und das im Sommer 1944 im Untergrund bereit stand, nach dem erfolgreichen Putsch, die Macht zu übernehmen, hätten die Militärs diesen Staatsstreich niemals durchführen können.

 
10. Bayreuther Gespräche PDF Drucken E-Mail

Reiner Hoffmann, DGB Vorsitzender

Am Samstag, den 27. September 2014 – Zentrale Gedenkveranstaltung zum 70. Todestag Wilhelm Leuschners: Es spricht der DGB-Bundesvorsitzende Reiner Hoffmann in Bayreuth

Seit 2005 finden die Bayreuther Gespräche als Traditionsveranstaltung der WLS immer zum Todestag Wilhelm Leuschners statt. Heuer zum zehnten Mal. In diesem an Gedenktagen reichen Jahr 2014 wird auch an den 70. Todestag von Wilhelm Leuschner erinnert. Er wurde am 29. September 1944 in Berlin-Plötzensee von den NS-Schergen ermordet. Sein Widerstandsnetz der gewerkschaftlichen Vertrauensleute war wesentlich an den Putschplänen des 20. Juli 1944 beteiligt. Ohne seine Widerstandsstruktur im Untergrund, die bereit stand, die Macht zu übernehmen, hätten die Militärs um Graf Stauffenberg niemals das Attentat auf Adolf Hitler gewagt. Nach dem Scheitern des Putsches versteckte sich Leuschner wie viele andere im Untergrund. Durch Verrat wurde er am 16. August 1944 von der Gestapo entdeckt und am 7. und 8. September vor den sog. Volksgerichtshof des Blutrichters Roland Freisler gestellt. In einem Schauprozess wurde er zum Tode verurteilt und nach dreiwöchiger Folter am 29. September 1944 hingerichtet. Seine letzten Worte kurz vor dem Tod, „schafft die Einheit“, sind als Vermächtnis des Arbeiterwiderstands in die Geschichte der deutschen Gewerkschaften eingegangen. 

Aus diesem Anlass wird als Hauptredner der Veranstaltung in der Zamirhalle in Bayreuth bei den Bayreuther Gesprächen der neu gewählte DGB-Bundesvorsitzende Reiner Hoffmann eine Gedenkrede halten.  

Er wird sich mit der Bedeutung des Organisationsprinzips, der Idee der Einheitsgewerkschaft für die heutigen Gewerkschaften beschäftigen, ebenso wie mit deren möglicher kultureller Bedeutung für die Einheit der Arbeitnehmerbewegungen in Europa und der Welt. Die wesentlichen Merkmale des Widerstandes von Wilhelm Leuschner, die Verteidigung der Menschenrechte, die Grundlagen des sozialen und demokratischen Rechtsstaates und das Organisationsprinzip der Einheitsgewerkschaft sind die Diskussionsgrundlagen für das wissenschaftliche Symposium der Bayreuther Gespräche 2014. Die Idee der Einheit sozialer Bewegungen, die er gemeinsam mit dem christlichen Gewerkschafter Jakob Kaiser entwickelte, werden dabei aus den Wurzeln des Widerstandes hergeleitet und der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung gegenüber gestellt. 

Der Widerstand gegen das  NS-Regime in Europa wird durch italienische Referent_innen aus La Spezia, der Partnerstadt Bayreuths, beispielhaft erläutert. Sie werden den gewerkschaftlichen Widerstand in der dortigen Region vor 70 Jahren vorstellen, ebenso wie die Erinnerungsorte, die an die SS-Massaker 1944 in Norditalien erinnern. 

Dieser Brückenschlag zwischen dem gewerkschaftlichen Widerstand in Deutschland und Italien soll dazu beitragen, die Bayreuther Gespräche zum Ausgangspunkt für ein Projekt „Erinnerungsorte in den Regionen Bayreuth und La Spezia“ zu machen. 

Im Jahr 2015 soll ein Projekt mit Jugendlichen entstehen und Begegnungsfahrten mit den italienischen Partnern der Organisation der Deportierten in La Spezia organisiert werden. Aus den Erfahrungen des europäischen Widerstands soll so eine zukunftsweisende Friedenspolitik für Europa mitgestaltet werden.

Zu den Bayreuther Gesprächen sind alle interessierten Bürger_innen aus unserer Region herzlich eingeladen.

Hier finden Sie den Programmflyer!

 
Kooperation der Wilhelm-Leuschner-Stiftung mit dem Hessischen Staatsarchiv Darmstadt PDF Drucken E-Mail

Seit Sommer 2013 hat die Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Zuge des Aufbaus des Wilhelm-Leuschner-Zentrums in der Herderstraße 29 ein Projekt entwickelt, den Nachlass Leuschners im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt und dem Nachlass Leuschners im Archiv der Stiftung digital zusammen zu führen. Dieses Archiv soll mit anderen Sammlungsstücken im Wilhelm-Leuschner-Zentrum ab 2015 der Öffentlichkeit sowohl bei der Gedenkstättenpädagogik als auch bei anderen Bildungsveranstaltungen zugänglich gemacht werden. Im Zuge der Sanierung des Leuschner-Zentrums wird im Herbst 2014 nach Abschluss der Bausanierung im Untergeschoß des Zentrums eine Archivausstellung in Ergänzung zur Ausstellung im Leuschner-Geburtshaus eingerichtet. Sowohl in elektronischer wie in analoger Weise werden Archivbestände für Besucher ausgestellt als auch als pädagogisches Material für die Gedenkstättenarbeit eingesetzt. Dieses Projekt wird von der Hans-Böckler-Stiftung für zwei Jahre finanzielle unterstützt, ebenso wie der Kulturfonds Bayern einen Teil der Kosten bezuschusst. Im Rahmen dieses von 2013 bis 2015 laufenden Projekts wird am 29. September 2014 im Haus des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt ein wissenschaftliches Symposium anlässlich des 70. Todestages von Wilhelm Leuschner stattfinden. Das Darmstädter Archiv veranstaltet dieses Symposium in Kooperation mit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und wird über den Nachlass Leuschners in Bayreuth und Darmstadt informieren. Weiterhin werden Dr. Axel Ulrich, Prof. Dr. Peter Steinbach, Prof. Dr. Michael Schneider und andere über die Bedeutung Wilhelm Leuschners im deutschen Widerstand gegen das NS-Regmine referieren. Die Tagung würdigt die zentrale Rolle Leuschners in Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944 und den Putschversuch des militärischen Widerstandes.

Hier finden Sie den Programmflyer!
 
Gedenkveranstaltung am 29.09.2014 PDF Drucken E-Mail

Der DGB Hessen und der DGB Region Frankfurt veranstalten am 70. Todestag Wilhelm Leuschners, am 29.September 2014, um 19.00 Uhr im Frankfurter DGB-Haus eine Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Ermordung von Wilhelm Leuschner.
Bei dieser Veranstaltung werden die beiden Stiftungsmitglieder, Dr. Axel Ulrich und Wolfgang Hasibether, über die Wirkung und das Vermächtnis Wilhelm Leuschners für heute sprechen.
Der Vater der Einheitsgewerkschaft wird bei dieser Veranstaltung in seiner Wirkung als maßgeblicher Gewerkschafter in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Begründer der Idee der Einheitsgewerkschaft und in seinem Wirken im Widerstand gegen den Hitler-Faschismus von den Referenten ausführlich gewürdigt.

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Erfolgreiche Museumsnacht PDF Drucken E-Mail

Wie seit 2004 hat sich die Wilhelm-Leuschner-Stiftung auch heuer wieder am Samstag, den 17. Mai 2014 an der Museumsnacht der Stadt Bayreuth beteiligt. In der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte wurde ab 19.00 Uhr ein Dokumentarfilm zum Leben und Wirken Wilhelm Leuschners den Besuchern vorgeführt. Im Mittelpunkt der Führungen war der Todestag von Wilhelm Leuschner, der sich heuer am 29. September zum 70. Mal jährt.

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Internationale Begegnung La Spezia PDF Drucken E-Mail

Vom 12.04. bis 19.04.2014
In der Karwoche 2014 absolvierte in Vorbereitung der 10. Bayreuther Gespräche der Vorstand der Wilhelm-Leuschner-Stiftung in La Spezia ein Programm zur Erinnerungskultur in dieser Partnerregion Bayreuths. Von Fabrizio Dellepiane, aus der Stadtverwaltung La Spezia, unserem langjährigen Kooperationspartner, wurde ein umfangreiches Begegnungsprogramm zusammengestellt.

Am Anfang der Woche besuchten wir das Istituto Superiore „Agostino Fossati – Manfredo Da Passano“ La Spezia. Unter der fachkompetenten Führung von Silvia Segalla, der dortigen Deutschlehrerin und Beauftragten für europäische Kontakte, lernten wir die Einrichtung des technisch und naturwissenschaftlich ausgerichteten Gymnasiums kennen und im Gespräch mit Prof. Paolo Manfredini unterhielten wir uns über die Möglichkeiten des Schüleraustausches zwischen Bayreuth und La Spezia. Zugleich konnten wir uns mit dem Schulleiter, der an diesem Tag zum Präsidente di Consiglio Communale gewählt wurde, über die Stadtpolitik in La Spezia im Vergleich zur Kommunalpolitik in Bayreuth austauschen.

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