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„Film statt Zeitzeuge – Die europäische Erinnerungskultur im Wandel“ – mit diesem Thema beschäftigen sich die 7. Bayreuther Gespräche der Wilhelm-Leuschner-Stiftung am Samstag, 1.10.2011. Unsere wissenschaftliche Tagung findet traditionell jährlich anlässlich des Todestags des in Bayreuth geborenen Widerstandskämpfers Wilhelm Leuschner Ende September statt. In diesem Jahr ist dem Symposium erstmals eine Jugendveranstaltung am Freitag, 30.9.2011 vorangestellt, die von dem Projekt-Seminar ‚Geschichte’ am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium ausgerichtet wird. Veranstaltungsort für die Tagung und die Jugendveranstaltung ist das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium, Königsallee 17 in Bayreuth. Programmflyer und Plakat - hier - als Download. 

Fast 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden die Zeitzeugen immer weniger und ihre Erlebnisse bleiben uns nur noch in Schriftform oder als Videoaufzeichnung. Zunehmend kann die Erinnerung an die deutsche Besatzung und die Verfolgung von Gegnern des Nationalsozialismus in Europa und den Widerstand dagegen nur noch über Medien vermittelt werden. Hinzu kommt, dass die Erinnerung an diese Zeit in den europäischen Ländern unterschiedliche Erfahrungen z. B. der Verfolgung oder des nationalen Widerstands beinhaltet und dass die Wege der Vermittlung auch von Kultur zu Kultur variieren.
Wie also können diese vielfältigen Erinnerungen am besten an kommende Generationen weitergegeben werden? Und besteht die Aussicht auf eine gemeinsame europäische Erinnerungskultur in der Zukunft?

Bei den 7. Bayreuther Gesprächen am Samstag, 1.10.2011 ab 14 Uhr in der Aula des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums stellen diesmal Referenten aus Italien, Tschechien und Deutschland Erinnerungsprojekte aus ihren Ländern vor und laden zur Diskussion ein, wie die Zukunft der europäischen Erinnerungskultur aussehen kann. Blanka Mouralová, Direktorin des neuen Museums der deutschsprachigen Bewohner der böhmischen Länder in Ústí nad Labem/Aussig in Tschechien, wird ihr Museumsprojekt vorstellen und erläutern, wie die Erinnerungen von Zeitzeugen darin verankert wurden. Der italienische Regisseur Massimo Montepagani wird über die Entstehung seines Films „Sant’ Anna – L’eccidio“ berichten, mit dem heute an der Gedenkstätte Sant’ Anna di Stazzema an das Massaker der SS in dem kleinen italienischen Dörfchen nahe La Spezia im Jahre 1944 erinnert wird. Hans Simon-Pelanda, Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg e. V., wird einen Einblick darin geben, wie er die Erinnerungen ehemaliger Häftlinge in seinen Buch- und Filmprojekten festgehalten hat. Wolfgang Hasibether, wissenschaftlicher Leiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, wird über den neuen Dokumentarfilm der Stiftung „Wilhelm Leuschner -  Aufrechter Gang und Humanität“ berichten.

Bereits am Freitag, 30.9.2011 bietet sich ab 18:30 Uhr in der Mensa des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums die Gelegenheit, noch einmal den Bericht zweier Zeitzeugen live zu hören und mit ihnen zu sprechen. Die Teilnehmer/innen des Projekt-Seminars ‚Geschichte’ haben Helga Hosková, Überlebende des KZ Theresienstadt, und Enio Mancini, Überlebender des Massakers von Sant’ Anna di Stazzema, eingeladen, vor allem jungen Menschen von ihrer Erfahrung unter der deutschen Besatzung in Tschechien und Italien zu berichten. Auch erwachsene Besucher sind herzlich willkommen! Vor dem Gespräch mit Frau Hosková und Herrn Mancini wird ein Kurzfilm zu dem Thema „Verfolgung durch die deutschen Besatzer“ hinführen. Im Anschluss werden Frau Hosková und Herr Mancini von ihren Erlebnissen berichten, und die Besucher haben Gelegenheit, selbst Fragen an sie zu stellen.

Das musikalische Rahmenprogramm wird am Freitag durch Hans Nerlich, Schüler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums, und am Samstag in traditioneller Weise durch den Pianisten Dietrich Lorenz gestaltet. Für das leibliche Wohl der Besucher wird an Freitag und Samstag mit einem Buffet gesorgt. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.

Programmflyer und Plakat - hier - als Download.

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