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AKTIVITÄTEN DES TOLERANZPROGRAMMS REGION BAYREUTH IM HERBST 2013

Die WLS unterstützt als externe Koordinierungsstelle die Aktivitäten des lokalen Aktionsplans Bayreuth. Die nachfolgenden Projekte sind im Herbst 2013 angelaufen. 

Am 19. September 2013 hat der Begleitausschuss des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ in der Region Bayreuth in seiner 6. Sitzung die letzten Projekte gefördert. Damit sind alle Fördermittel für 2013 vergeben.

Im Oktober und November finden Projekte von UNICEF Ortsgruppe Bayreuth (Kinder und die Welt), der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bayreuth, der Werner-Zapf-Stiftung zusammen mit dem Evangelischen Bildungswerk, dem RW 21 und der Volkshochschule Bayreuth, sowie der Evangelischen Jugend Dekanat Bayreuth statt. 

Das Projekt von UNICEF hatte den Auftakt am 12. Oktober 2013 mit einer Musikaufführung von Kinderchören aus Bayreuther Kindertagesstätten unter der Leitung von Valentina König. Dieses Projekt setzt sich bis Ende Dezember 2013 mit der Erarbeitung eines Theaterstücks über die Situation von Kindern in Bangladesh fort. 

Die Deutsch-Polnische Gesellschaft hat am 2. November eine Ausstellung „Frühling im Herbst. Vom polnischen November zum deutschen Mai. Europa der Nationen 1830 bis 1832“ in den Ausstellungsräumen des Alten Schlosses Bayreuth (Maxstraße 6) eröffnet, die bis zum 30. November dauert. Ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung beschäftigt sich mit dem deutsch polnischen Verhältnis und der deutschen Polenbegeisterung im 19. Jahrhundert bis zur Hilfe für Solidarnosc in den 1980er Jahren. Der Vortrag von Professor Jerzy Kalazny befasste sich mit der Entwicklung der deutschen Vormärzbewegung in den 1830er Jahren und beleuchtete die Polenbegeisterung der vorrevolutionären deutschen Bevölkerungskreise vor allen Dingen im Bürgertum, Adels- und Studentenkreisen. Die Sympathie für die polnische Freiheitsbewegung war ein wesentlicher Impuls für die Bestrebungen der deutschen nationalen Einheit. Besonders stellte er die europäischen Grundideen von Freiheitsrechts- und Menschenrechten heraus, wie es dann auch bei der Unterstützung der polnischen Solidarnosc durch die westdeutsche Gewerkschaftsbewegung zum Ausdruck kam. Die Ausstellung zeigt den revolutionären Kampf von November 1830 bis Oktober 1831 der polnischen Freiheitsbewegung für einen unabhängigen polnischen Nationalstaat. Die Ideen der Freiheitsbewegung nahmen die Ideale der französischen Revolution auf und beflügelten den deutschen Vormärz. Nach der Niederlage der polnischen Freiheitsbewegung emigrierten die polnischen Truppen nach Preußen und zogen weiter nach Frankreich. In Deutschland wurden die Emigranten in vielen deutschen Städten begeistert aufgenommen und unterstützt. Die Ausstellung zeigt ein interessantes Kapitel europäischer Freiheitsbewegung im Kampf um Demokratie und Menschenrechte.

 

Weitere Veranstaltungen sind u.a. am 12. November ein Vortrag von Altoberbürgermeister Dr. Dieter Mronz über Johann Georg August Wirth im Seminarraum des Evangelischen Bildungswerks. Das ganze Programm kann unter www.dpg-bayreuth.de heruntergeladen werden. 

 

Bilder von der Ausstellungseröffnung ‚Frühling im Herbst’ am 2. 11.13 ^
(© Wilhelm-Leuschner-Stiftung)

 

Am 4. November wurde die Wanderausstellung im RW 21 „Opfer rechter Gewalt seit 1990“ eröffnet, die bis zum 28. November zu sehen und mit einem pädagogischen Begleitprogramm für interessierte Gruppen aus Schule und Öffentlichkeit verbunden ist.

Die Ausstellung, die von der Werner-Zapf-Stiftung nach Bayreuth geholt wurde, portraitiert Menschen, die seit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 rechten Gewaltanschlägen zum Opfer gefallen sind. Von 1990 bis 2012 sind mindestens 169 Menschen durch rechte Gewalt umgekommen. 

Die Ausstellung, bei der viele Opfer nicht mit Bild zu sehen sind, ist eine Dokumentation über das Verdrängen und Relativieren rechter Gewalt. Die Ausstellungsmacherin, die Künstlerin Rebecca Forner, zitierte bei der Eröffnung Aussagen von Presseorganen, die ihr bei ihrer Suche nach Bildern der Opfer nur sagten: „Das sind nur Durchlaufbilder von Randereignissen, die nicht interessieren, sie werden nicht archiviert“. Die Absicht der Ausstellung ist daher auch den Opfern Namen und ein Gesicht zu geben.

 Rebecca Forner bei der Ausstellungseröffnung am 4.11.13 im RW 21 (© Wilhelm-Leuschner-Stiftung) 

Kostenlose Führungen für Einzelbesucher finden am 06.11. um 10.30 Uhr am 09.11. um 11.00 Uhr, am 15.11. um 17.00 Uhr, am 21.11. um 18.00 Uhr um am 26.11. um 11.00 Uhr statt. Weitere Termine für Gruppenführungen können unter der Telefonnummer 0921 - 50 70 90 97 erfragt werden. Das Evangelische Bildungswerk, die Volkshochschule und das Iwalewa Haus bieten ein umfangreiches Begleitprogramm an. So erinnert z.B. am 09.11.13 um 19.00 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus eine Veranstaltung an die Reichspogromnacht von 1938 mit Professor Dr. Horst Rupp unter dem Titel „Der Großvater als Täter“.

Die weiteren Veranstaltungen sind in einem umfangreichen Flyer als download auf der Internetseite der Stadt Bayreuth unter www.bayreuth.de nachzulesen. 

Für Schulen kann unter der o.a. Telefonnummer eine pädagogische Begleitung vereinbart werden. 

Am 09. November 2013 wird eine Ausstellung im Schülercafe Adebar, Ludwigstraße 29 in Bayreuth um 15.00 Uhr eröffnet. Der israelische Schriftsteller Sagy Cohen hat zusammen mit der Evangelischen Jugend Bayreuth das „Projekt 75“ durchgeführt. Junge Menschen verschiedener schulischer Einrichtungen in Bayreuth näherten sich dem historischen Themenkomplex der Pogromnacht der Nazis vom 09. auf den 10. November 1938 (75. Jahrestag) mit den Mitteln kreativer Gestaltung. Die Ergebnisse und Arbeiten werden in der Ausstellung bis zum 22.11.13 zu sehen sein. 

Alle Projekte wurden mit Mitteln des Bundesprogramms „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ unter der Federführung der lokalen Koordinierung in der Stadt Bayreuth finanziell ermöglicht. Das Bundesprogramm in Bayreuth wird seit 2011 durchgeführt und dient der Vernetzung von zivilgesellschaftlichen Trägern in Stadt und Landkreis Bayreuth zur Förderung von Bildungsprogrammen und Aktionen für die Aufklärung gegen rechte Gewalt, Abbau von Vorurteilen gegenüber gesellschaftlichen Minderheiten und der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. 

Bisher wurden in diesen drei Jahren insgesamt 42 Projekte von 13 zivilgesellschaftlichen Trägern in Bayreuth und Speichersdorf mit insgesamt rund 240.000 Euro gefördert. Auch im Jahr 2014 wird im Rahmen des Lokalen Aktionsplans dieses Programm in Bayreuth, Speichersdorf und Warmensteinach fortgesetzt. 

Am Freitag 13.12.13 wird um 15.00 Uhr im Cafe Klatsch am Bayreuther Menzelplatz 8 eine öffentliche Veranstaltung vom Begleitausschuss des Toleranzprogramms für die Träger und weitere interessierte Initiativen durchgeführt. Dabei sollen die Antragsmodalitäten für Neuanträge im Jahr 2014 und ein Rückblick auf die bisher durchgeführten Projekte vorgestellt werden.

 

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