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MULTIPLIKATORENFAHRT NACH LA SPEZIA IM AUGUST

In der ersten Augustwoche 2011 besuchte eine Delegation der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und des Vorstandes des Fördervereins Leuschner-Haus die Bayreuther Partnerstadt La Spezia in Ligurien. Der Besuch diente der Pflege und dem Ausbau von Kontakten in die Partnerstadt in den Bereichen wissenschaftliche Forschung und Jugendaustausch. Zu diesem Zweck nahmen die Teilnehmer/innen der Fahrt eine Reihe von Gesprächs- und Besichtigungsterminen in La Spezia sowie an Erinnerungsorten in den Provinzen Ligurien und Toskana wahr. In den Jahren 1943 bis 1945 war diese Region Italiens eine Hochburg des Widerstands gegen die deutschen Besatzer.
GedenkStätte St. Anna
Den Auftakt bildete ein Treffen mit Patrizia Gallotti, der Leiterin des „Istituto spezzino per la storia della Resistenza e dell’Età Contemporanea“ in La Spezia, und ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiter Maurizio Fiorillo. Als Vertreter der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft La Spezia nahmen deren Präsidentin Chiara Cozzani und Fabrizio Dellepiane, Rechtsdirektor der Stadtverwaltung La Spezia, ebenfalls an dem Treffen teil.


An dem 1972 gegründeten Institut wird zur Geschichte des Widerstands in der Region Ligurien gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg geforscht. Neben wissenschaftlichen Publikationen ist aus dieser Forschungsarbeit ein umfangreiches Archiv mit zahlreichen Dokumenten und Fotoaufnahmen hervorgegangen, in das die Delegation Einblick nehmen durfte. Herr Fiorillo gab zu einer Auswahl dieser Dokumente und Fotografien Erläuterungen. Des Weiteren erklärte er, wie diese Archivalien in der pädagogischen Arbeit des Instituts mit Schulklassen eingesetzt werden. Im Hinblick auf die Forschung der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zum europäischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus regten Frau Gallotti und Herr Fiorillo an, im kommenden Jahr eine gemeinsame Publikation des Instituts und der Stiftung vorzubereiten. Ebenfalls soll im Rahmen des Jugendaustauschs zwischen den Partnerstädten gemeinsam ein pädagogisches Angebot für Jugendgruppen und Schulklassen erarbeitet werden. Dieses neue Seminarangebot soll einen Besuch des Instituts in La Spezia und der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte in Bayreuth inhaltlich miteinander verknüpfen.

Während das „Istituto spezzino per la storia della Resistenza e dell’Età Contemporanea“ seine Arbeitsschwerpunkte in den Bereichen Forschung und Archivierung setzt, ist das „Museo Audiovisio Della Resistenza“ in Fosdinovo, etwa 40 Kilometer von La Spezia entfernt, vorrangig ein Ort der Erinnerungsvermittlung. Die im Jahr 2000 eröffnete Ausstellung präsentiert Zeugnisse von Zeitzeugen des Kampfes gegen die deutsche Besatzung in Form von Videoaufzeichnungen. Darunter befinden sich Berichte von Partisanen, aber auch von italienischen Zivilisten, die die Aufständischen unterstützten oder von den Deutschen in Konzentrationslager verschleppt wurden. Mittels modernster Computertechnik können die Zeugnisse von den Besuchern individuell auf großformatigen Bildschirmen abgerufen werden. Die Delegation der Stiftung und des Fördervereins erhielt von einer Mitarbeiterin des Museums eine Führung durch die Ausstellung. Fabrizio Dellepiane und Maurizio Fiorillo begleiteten den Besuch, wobei Herr Dellepiane die Übersetzung ins Deutsche übernahm. Die Führung diente nicht nur zur Vermittlung historischer Fakten, sondern auch das Ausstellungskonzept und die zugrunde liegende Technik wurden vorgestellt und diskutiert. Dies geschah im Hinblick auf eine Überarbeitung der Ausstellung in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte sowie die zukünftige Vermittlungsarbeit dort.


Vertieft wurde im Rahmen des Besuchs in La Spezia der Kontakt zur Gedenkstätte Sant’Anna di Stazzema, etwa 70 Kilometer von La Spezia entfernt. Am 12. August 1944 hatten SS-Einheiten in dem kleinen Dörfchen in der Versilia ein Massaker verübt, bei dem etwa 560 Zivilisten, vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen, ermordet wurden. Heute befindet sich in Sant’Anna eine Gedenkstätte, die den Ereignissen an jenem Tag sowie dem Kampf der Partisanen gegen die deutsche Besatzung gewidmet ist. Bereits im letzten Herbst hatten Enio Mancini, Überlebender des Massakers, und Giovanni Cipollini, Historiker und Mitglied des Gedenkkomitees für die Märtyrer von Sant’Anna, an den 6. Bayreuther Gesprächen teilgenommen. Die Bayreuther Delegation traf beide in Sant’Anna wieder, und es wurde vereinbart, dass Herr Mancini in diesem Jahr als Zeitzeuge bei der Jugendveranstaltung der Wilhelm-Leuschner-Stiftung am 30.9.2011 sprechen wird. Herr Mancini wird begleitet von Massimo Montepagani. Der italienische Regisseur ist verantwortlich für den zum Großteil animierten Informationsfilm „Sant’Anna – L’eccidio“, der an der Gedenkstätte in Sant’Anna gezeigt wird. Da das Thema der diesjährigen Bayreuther Gespräche „Film statt Zeitzeuge – Die europäische Erinnerungskultur im Wandel“ lautet, wurde Herr Montepagani eingeladen, diesen Film in Bayreuth vorzustellen. Im Rahmen des Besuchs in Sant’Anna fand ein Kennenlernen mit Herrn Montepagani statt, und es wurde besprochen, welche Schwerpunkte bei seinem Vortrag gesetzt werden sollen. Hinsichtlich der Durchführung zukünftiger Jugendaustausche informierte sich die Delegation bei einer Führung über die neu gestaltete Ausstellung der Gedenkstätte. Die Führung wurde durchgeführt von dem ehemaligen Partisanen Moreno Costa, dem Präsidenten der Sektion Pietrasanta der Partisanenvereinigung A.N.P.I. Stiftungsratsmitglied Ursula Leibinger-Hasibether übernahm die Übersetzung ins Deutsche. Im Anschluss an die Besichtigung der Ausstellung führte Enio Mancini die Bayreuther Delegation durch die Außenanlagen der Gedenkstätte mit dem sogenannten Friedenspark. Er verdeutlichte nochmals den Ablauf des Massakers und mit welchen Gedenkinitiativen heute an diesem Ort daran erinnert wird.


Zum Abschluss des Aufenthalts fand nochmals ein Treffen mit Fabrizio Dellepiane im Rathaus von La Spezia statt. Bei diesem Treffen wurde die Idee zukünftiger Jugendaustausche zwischen den beiden Städten, die einen Besuch sowohl in der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte betreut durch die Wilhelm-Leuschner-Stiftung als auch an den italienischen Erinnerungsorten in La Spezia selbst und dem Umland beinhalten, gefestigt. Herr Dellepiane wird zusammen mit Herrn Fiorillo im Herbst die 7. Bayreuther Gespräche besuchen, um sich vor Ort über die Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und die Situation der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte zu informieren.

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