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15 | 12 | 2017
Willkommen auf den Internetseiten der Wilhelm-Leuschner-Stiftung PDF Drucken E-Mail

Bayreuth ist die Geburtsstadt des Gewerkschafters, Politikers und antifaschistischen Widerstandskämpfers Wilhelm Leuschners, der hier am 15. Juni 1890 geboren wurde. Sein Geburtshaus in Moritzhöfen 25 ist seit September 2003 eine Gedenkstätte zur Erinnerung an sein Wirken. Zugleich ist es ein historischer Lernort für die nachwachsenden Generationen. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung übernimmt seit 2002 die Aufgabe, entsprechend ihrer Satzung, die Gedenkstättenarbeit zu koordinieren und die Bildungsarbeit für die Besuchergruppen in ihrem eigenen Wilhelm-Leuschner-Zentrum durchzuführen. Im Sinne des nachfolgenden Zitats aus der Aufgabenstellung der Bayerischen Gedenkstättenstiftung erfüllt die Stiftung ihr bürgerschaftliches Engagement: „Die Erinnerung an die nationalsozialistische Unrechtsherrschaft wachzuhalten und die geschichtliche Erfahrungen und die daraus gewonnen Erkenntnisse weiterzutragen, ist nicht alleine Aufgabe des Staates, sondern ihrem Wesen nach eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie kann nur erfolgreich sein, wenn sie von den maßgebenden Kräften der Gesellschaft mitgetragen wird und muss diejenigen einbeziehen, die der Gedenkstättenarbeit in besonderer Weise verbunden sind.“

Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung hat sich seit Beginn ihrer Arbeit beim Aufbau der Einrichtung der Gedenkstätte sowie der dann folgenden Bildungsarbeit für die Besuchergruppen von diesem Grundsatz leiten lassen.

Seit 1993 war der Bayreuther Verein für Sozial- und Kulturgeschichte um den Erhalt des Geburtshauses Wilhelm Leuschners bemüht. 1997 wurde es von der Stadt Bayreuth unter Denkmalschutz gestellt und der im Jahr 2000 von den damaligen Eigentümern beantragte Abriss des Geburtshauses konnte durch die Vereinsaktivitäten verhindert werden. Nach der Hausrenovierung durch den neuen privaten Eigentümer konnte in Zusammenarbeit mit der Stadt Bayreuth eine Gedenk- und Bildungsstätte durch die Wilhelm-Leuschner-Stiftung eingerichtet werden. Seit dem damaligen Einzug im Geburtshaus im Jahr 2002 wurde von der Stiftung daran gearbeitet, die Gedenkstätte aufzubauen und die Bildungsarbeit in einem eigenen Gebäude zu entwickeln. Nach zehn Jahren in Miete im Geburtshaus hat sich die Wilhelm-Leuschner-Stiftung dazu entschieden, ein eigenes Zentrum aufzubauen. Seit Juli 2012 ist die Stiftung in ihrem neuen Gebäude in der Herderstraße 29 und hat das Haus inzwischen zum Wilhelm-Leuschner-Zentrum eingerichtet. Dieses Zentrum ist zugleich der Ort, an dem der Nachlass von Wilhelm Leuschner original aufbewahrt, wissenschaftlich bearbeitet und demnächst im Netz digital veröffentlicht wird.

 
Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille an Roland Koch PDF Drucken E-Mail

Leuschner-Stiftung und Förderverein Leuschner-Zentrum gegen Verleihung der Leuschner-Medaille an den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch

In einem offenen Brief an Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich der Vorsitzende der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, Wolfgang Hasibether, gegen die Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille an den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch gewandt. Dessen demokratischen Meriten seien dem Anspruch dieses höchsten hessischen Verdienstordens nicht gewachsen.
Ebenso sprach sich die Mitgliederversammlung des Fördervereins Leuschner-Zentrum am 23.11.17 gegen die Preisverleihung an Roland Koch aus.

Lesen sie hier den offenen Brief zur vorgesehenen Verleihung.

 
Ausstellungseröffnung ‚Frauen im Widerstand‘ in der Zamirhalle Bayreuth PDF Drucken E-Mail

Am Sonntag, den 12. November 2017 fand in der Zamirhalle Bayreuth die feierliche Eröffnung der Ausstellung „Nichts war vergeblich – Frauen im Widerstand“ statt. Die vom Studienkreis Deutscher Widerstand in Frankfurt herausgegebene Ausstellung widmet sich einem lange vernachlässigten Thema der Widerstandsforschung. Der Widerstand von Frauen in der NS-Zeit war lange Jahre ein vernachlässigter Gegenstand der Zeitgeschichte. Deshalb hatte der Förderverein Leuschner-Zentrum in Zusammenarbeit mit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung für die pädagogische Arbeit zur Erinnerungskultur im Leuschner-Zentrum und der Städt. Leuschner-Gedenkstätte dieses interessante Thema nach Bayreuth geholt.

Den Auftakt der Ausstellung bildete der Eröffnungsabend in der Zamirhalle. Der Förderverein Leuschner-Zentrum in Kooperation mit dem Zamirchor unter der Leitung von Barbara Baier gestalteten diesen Abend. Der Chor bezauberte mit ausgewählten Liedern, unter anderem mit Kompositionen des 1944 im KZ Auschwitz ermordeten Viktor Ullmann, die Besucher und stimmte damit wunderbar auf die Ausstellung ein. Bei der Begrüßung der Gäste wies die Fördervereinsvorsitzende Katharina Dötterl auf die Kooperationen und die finanzielle Unterstützung durch das Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ in der Stadt Bayreuth hin.
Der Vorsitzende der Leuschner-Stiftung, Wolfgang Hasibether, erläuterte in seiner Einführungsrede die Besonderheiten der Ausstellung. In dieser stehen nicht die in der Widerstandsgeschichte zentral beschriebenen Männer des Widerstands, sondern die Biographien von 18 Frauen, die das breite Spektrum der Widerstands- und Opfergruppen in der Zeit der NS-Herrschaft repräsentieren. Von der jüdischen Malerin Lotte Laserstein, von dem Sinti-Mädchen Anna Mettbach und von der Kommunistin Lina Haag ist u.a. die Rede in der Ausstellung. Das Besondere der Ausstellung ist die Vermittlung der unterschiedlichen Weltanschauungen und sozialen Erfahrungen die die Frauenschicksale verkörpern und deren Gleichwertigkeit mit politischen Widerstandsformen. Es gibt keine Widerstandseliten sondern nur Menschen, die sich einem verbrecherischen System in den Weg stellen.
Im Anschluss an die Einführung bot der Zamirchor noch einige Lieder dar und die Besucher des Abends in der Zamirhalle konnte die Ausstellung intensiv anschauen.
Nach dem Ende der Veranstaltung wurde fleißig miteinander angepackt, da die Ausstellung ab Montag, den 13. November im Leuschner-Zentrum von 8-13 Uhr zu sehen ist. Schulgruppen können sich unter der Tel.Nr. 0921-1507269 anmelden und eigene Termine vereinbaren. Die Ausstellung ist bis Mitte Dezember zu sehen.
Der Förderverein Leuschner-Zentrum bedankt sich ganz herzlich bei Barbara Baier und dem Zamirchor für den wunderbaren Abend auch wenn aufgrund des Wetters und der Angebotsdichte am Sonntagabend nicht so viele Besucher kamen wie gewünscht.

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Projekttag ‚Zeitreise Täter und Opfer in Bayreuth 1933 – 1945’ PDF Drucken E-Mail

Am 6.11.2017 besuchten erneut zwei zehnte Klassen des Deutsch-Französischen Gymnasiums Saarbrücken die Gedenkstätte Wilhelm Leuschner und das Leuschner-Zentrum.

Unter dem Titel ‚Zeitreise – auf den Spuren der Geschichte zu Widerstand und Opfern im Nationalsozialismus’ führte der Vorsitzende der Leuschner-Stiftung, Wolfgang Hasibether, die Schülerinnen und Schüler durch die Gedenkstätte und schilderte anhand der Biographie Leuschners das Ausmaß und die Wirkung des deutschen Widerstands gegen Adolf Hitler und sein Verbrecherregime. Anschließend nach dem Besuch im Zentrum ging es auf Spurensuche zur Geschichte Bayreuths in der NS-Zeit mit Hilfe der von der Stiftung als Projektmaterial erarbeiteten Broschüre ‚Zeitreise – jüdisches Leben in Bayreuth’ von der Gedenkstätte durch den Hofgarten zur Villa Wahnfried. Die Rolle der Wagner-Familie und deren Antisemitismus wurde am historischen Ort mit Verweis auf das früher so genannte ‚Chamberlain-Haus’ und das Siegfried Wagner Haus die historische Rolle der Familie erläutert. Am Sternplatz mit dem dort im Krieg zerstörten ‚Braunen Haus’ und dem Sonnen-Saal wurde die NS-Geschichte Bayreuths erläutert und vor dem Markgräflichen Opernhaus die wechselvollen Stationen Bayreuther Geschichte seit der Markgrafenzeit behandelt.
An der Synagoge in der Münzgasse wurde die Geschichte der jüdischen Gemeinde und ihre Verfolgung in der NS-Zeit erzählt. Die Broschüre mit ihren Bildern zur Erinnerung an das jüdische Geschäftsleben der Weimarer Zeit ließ der Schülergruppe die untergegangene Epoche lebendig werden. Erinnert wurde an die Gräuel der Pogromnacht vom 9. November 1938 und deren Auswirkungen in Bayreuth.
Die historische Zeitreise endete am Festspielhaus – La maison d'opéra nationale allemande – als Symbol auch des Deutschen Nationalismus, wie es in der NS-Zeit inszeniert wurde. Die Dauerausstellung an der Wagner-Büste von Arno Breker – Verstummte Stimmen – zeigte der deutsch-französischen Gruppe die Verfolgung jüdischer Künstler in der NS-Zeit und zugleich die Widersprüche der Geschichtspflege in Bayreuth der vergangenen Jahrzehnte. Einerseits die Wagner-Skulptur im Rosengarten des Festspielparks des gefeierten NS-Künstlers Arno Breker, dort mit anderen Denkmälern von Cosima Wagner und Franz Liszt seit den 1960er Jahren aufgestellt, und andererseits die seit 2012 fest installierte Ausstellung ‚Verstummte Stimmen’ mit den Kurzbiographien von verfolgten jüdischen Künstler_innen, die in der Festspielgeschichte damit dauerhaft erinnert sind. Ein Widerspruch, den die Schüler_innen heftig diskutierten. Ein fünfstündiger Projekttag in Bayreuth, mit der unermüdlichen Übersetzung ins Französische durch den Leiter der Gruppe, Michel Anna, der in Erinnerung bleiben wird.

Michel Annah mit Schülern in Bayreuth

 
13. Bayreuther Gespräche 2017 PDF Drucken E-Mail

Am 29. September 2017 fanden im Wilhelm-Leuschner-Zentrum die 13. Bayreuther Gespräche statt. Wie in den letzten 12 Jahren waren auch diesmal wieder die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, der Förderverein Leuschner-Zentrum und der DGB Oberfranken Mitveranstalter. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung lud dieses Jahr zur offenen Diskussion zum Thema Erinnerungskultur in der Region ein. Hierzu waren vier Referent_innen eingeladen, die den über 40 Gästen ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Erinnern im Landkreis Bayreuth bzw. in ganz Oberfranken schildern konnten.

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Gedenkstättenarbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im I. Halbjahr 2017 PDF Drucken E-Mail

Im ersten Halbjahr 2017 führte die Stiftung mehrere Projekttage und Seminare im Rahmen ihrer Gedenkstättenarbeit durch. Zum Holocaust-Gedenktag, kamen zahlreiche Jugendliche und BesucherInnen, um sich den Vortrag von Dr. Ulrich Schneider zum Widerstand in Europa in den 1920er bis 1940er Jahren anzuhören und mit ihm zu diskutieren. Die Internationale Begegnung mit La Spezia in der Gedenkstätte wurde fortgesetzt. Arbeit der Stiftung als Begleitausschuss "Demokratie Leben" wird fortgeführt. Vernetzung der Stiftungsaktivitäten in der Region – Zusammenarbeit mit der neuen Jugendherberge. Im gesamten ersten Halbjahr wurden neben der Gedenkstättenarbeit die Archivprojekte der Stiftung zum Nachlass Leuschners und der verschiedenen gewerkschaftlichen Aktenmaterialien sowie der Nachlass von Ewald Naujoks bearbeitet. Detailierte Informationen erhalten Sie über den Link Weiterlesen.

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„Spuren des Widerstands im Bayreuther Land - Vorbilder für die Demokratie von Heute“ PDF Drucken E-Mail
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Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung wird im Jahr 2016 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ das Projekt „Spuren des Widerstands im Bayreuther Land - Vorbilder für die Demokratie von Heute“ ins Leben rufen. Das Projekt behandelt Widerstandskämpfer aus dem Landkreis Bayreuths und soll ihre Vorbildfunktion für unsere heutige Demokratie hervorheben. Im November wird dann mit den zwei Schulklassen des Deutsch-Französischen Gymnasiums Saarbrücken dieses Projekt zum ersten Mal mit den Klassen vertieft. Es wird eine Broschüre entstehen, in welcher Arbeitsmaterialien, Arbeitsaufträge und Texte enthalten sind. Dieses Projekt wird von der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Bayreuth gefördert und wir hoffen noch viele Projekttage zu diesem Thema durchführen zu können.

 
Projekttage im Leuschner-Zentrum und Gedenkstätte PDF Drucken E-Mail

Auch im Herbst 2015 haben wir die Veranstaltung anlässlich des 125. Geburtstages von Wilhelm Leuschner (geboren 15. Juni 1890) im Rahmen von Projekttagen für Studenten- und Schülergruppen fortgesetzt. Dieses von der Oberfrankenstiftung geförderte Projekt vermittelt die inzwischen fertig gestellte Archivausstellung im Leuschner-Zentrum im Rahmen von Bildungsveranstaltungen an junge Leute. Am 24. Oktober 2015 besuchte eine Studiengruppe (Aktion Sühnezeichen Friedensdienste Gruppe Bayreuth) das Leuschner-Zentrum und wurde mit Leben und Wirken Wilhelm Leuschners vertraut gemacht. Wie bei vielen Besuchergruppen in der Gedenkstätte kannte vorher niemand von den Teilnehmenden die historische Person Wilhelm Leuschner. Nach einer kurzen Filmvorführung zum Leben Wilhelm Leuschners wurde der Nachlass Leuschners anhand der Archivausstellung im Zentrum gemeinsam besichtigt und Erläuterungen zu den wichtigsten Lebensstationen Leuschners in Bayreuth, Darmstadt und Berlin gegeben. Im Anschluss an die Lerneinheit im Zentrum ging die Gruppe gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Leiter der Stiftung in die städtische Gedenkstätte, um am historischen Ort des Geburtshauses Leuschners vor allen Dingen mit den Stationen seines Lebens in Bayreuth und Darmstadt vertraut gemacht zu werden. In der anschließenden Diskussion erfuhr die Gruppe der Studierenden die Bedeutung der Widerstandsaktionen Leuschners im Rahmen des von ihm aufgebauten Widerstandsnetzes der gewerkschaftlichen Vertrauensleute. Nach dem Besuch der Leuschner-Gedenkeinrichtungen hatten die Teilnehmenden einen umfassenden Eindruck von der Bedeutung Leuschners im deutschen Widerstand. 

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