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16 | 08 | 2018
Projekttag ‚Zeitreise Täter und Opfer in Bayreuth 1933 – 1945’ Drucken E-Mail

Am 6.11.2017 besuchten erneut zwei zehnte Klassen des Deutsch-Französischen Gymnasiums Saarbrücken die Gedenkstätte Wilhelm Leuschner und das Leuschner-Zentrum.

Unter dem Titel ‚Zeitreise – auf den Spuren der Geschichte zu Widerstand und Opfern im Nationalsozialismus’ führte der Vorsitzende der Leuschner-Stiftung, Wolfgang Hasibether, die Schülerinnen und Schüler durch die Gedenkstätte und schilderte anhand der Biographie Leuschners das Ausmaß und die Wirkung des deutschen Widerstands gegen Adolf Hitler und sein Verbrecherregime. Anschließend nach dem Besuch im Zentrum ging es auf Spurensuche zur Geschichte Bayreuths in der NS-Zeit mit Hilfe der von der Stiftung als Projektmaterial erarbeiteten Broschüre ‚Zeitreise – jüdisches Leben in Bayreuth’ von der Gedenkstätte durch den Hofgarten zur Villa Wahnfried. Die Rolle der Wagner-Familie und deren Antisemitismus wurde am historischen Ort mit Verweis auf das früher so genannte ‚Chamberlain-Haus’ und das Siegfried Wagner Haus die historische Rolle der Familie erläutert. Am Sternplatz mit dem dort im Krieg zerstörten ‚Braunen Haus’ und dem Sonnen-Saal wurde die NS-Geschichte Bayreuths erläutert und vor dem Markgräflichen Opernhaus die wechselvollen Stationen Bayreuther Geschichte seit der Markgrafenzeit behandelt.
An der Synagoge in der Münzgasse wurde die Geschichte der jüdischen Gemeinde und ihre Verfolgung in der NS-Zeit erzählt. Die Broschüre mit ihren Bildern zur Erinnerung an das jüdische Geschäftsleben der Weimarer Zeit ließ der Schülergruppe die untergegangene Epoche lebendig werden. Erinnert wurde an die Gräuel der Pogromnacht vom 9. November 1938 und deren Auswirkungen in Bayreuth.
Die historische Zeitreise endete am Festspielhaus – La maison d'opéra nationale allemande – als Symbol auch des Deutschen Nationalismus, wie es in der NS-Zeit inszeniert wurde. Die Dauerausstellung an der Wagner-Büste von Arno Breker – Verstummte Stimmen – zeigte der deutsch-französischen Gruppe die Verfolgung jüdischer Künstler in der NS-Zeit und zugleich die Widersprüche der Geschichtspflege in Bayreuth der vergangenen Jahrzehnte. Einerseits die Wagner-Skulptur im Rosengarten des Festspielparks des gefeierten NS-Künstlers Arno Breker, dort mit anderen Denkmälern von Cosima Wagner und Franz Liszt seit den 1960er Jahren aufgestellt, und andererseits die seit 2012 fest installierte Ausstellung ‚Verstummte Stimmen’ mit den Kurzbiographien von verfolgten jüdischen Künstler_innen, die in der Festspielgeschichte damit dauerhaft erinnert sind. Ein Widerspruch, den die Schüler_innen heftig diskutierten. Ein fünfstündiger Projekttag in Bayreuth, mit der unermüdlichen Übersetzung ins Französische durch den Leiter der Gruppe, Michel Anna, der in Erinnerung bleiben wird.

Michel Annah mit Schülern in Bayreuth

 
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