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28 | 02 | 2017
Geschichte der Stiftung Drucken E-Mail

Im März 2000 erfuhr der Vorstand des Vereins für Kultur und Sozialgeschichte in Bayreuth vom An trag der damaligen Eigentümer an die Stadt Bayreuth das seit 1998 denkmalgeschützte Geburtshaus von Wilhelm Leuschner abreißen zu lassen. Die Begründung war die mangelnde Nutzbarkeit durch den baulichen Zustand des 1878 erbauten Hauses. Der Vereinsvorstand beschloss seine schon seit 1996 gestarteten Initiativen zu bündeln und Öffentlichkeit über den beabsichtigten Abriss herzustellen.

In einer Briefaktion an angesehene Persönlichkeiten des politischen Lebens, wie Altbundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker, den ehemaligen Bundesminister und SPD-Vorsitzenden Dr. Hans-Jochen Vogel und viele andere, wurde um Unterstützung für den Erhalt des Hauses gebeten. Zugleich startete der Verein eine Aktion ‚Bausteine für das Leuschner-Haus‘ und legte seine Vorstellungen zur Errichtung der Gedenkstätte in der Öffentlichkeit vor. Ein Aquarell der Bayreuther Heimatmalerin Christl Gollner vom Geburtshaus wurde als Postkarte für die Bausteinaktion eingesetzt.

Die prominenten Unterstützer, wie Altbundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker u.a. setzten sich in Briefen an den Bayreuther Oberbürgermeister für den Erhalt des Geburtshauses ein. Besondere Unterstützung erfuhr die Initiative des Vereins durch den Einsatz von Prof. Dr. Peter Steinbach, dem wissenschaftlichen Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin. Mit ihm fand am 30. November 2000 eine Veranstaltung zur Rettung des Leuschner-Hauses im Alten Rathaus Bayreuth statt, bei der die Konzeption zum Erhalt des Hauses und der zukünftigen Nutzung vorgelegt wurde. Eine Dokumentation dieser Veranstaltung mit dem Konzept der Nutzung wurde im Januar 2001 veröffentlicht.

Ursprünglich hatte der Oberbürgermeister der Stadt bei dieser Veranstaltung den Ankauf des Hauses durch die öffentliche Hand angekündigt. Im März 2001 wurde gemeinsam mit dem Evangelischen Bildungswerk Bayreuth eine Veranstaltung zur inhaltlichen Arbeit der Gedenkstätte durchgeführt und im Frühjahr 2001 wurde klar, dass es keine Mehrheit im Bayreuther Stadtrat für den Ankauf des Geburtshauses geben würde. So musste eine andere Lösung gesucht werden. Ein privater Käufer bot sich an, das Grundstück zu erwerben und das Geburtshaus zu sanieren und versprach die Vermietung an Stadt und Verein, damit diese das Gedenkstättenprojekt verwirklichen könnten. Durch die Vermittlung der Vereinsvorstände Hacker und Hasibether wurde in langen Verhandlungen mit der Stadtspitze der Weg zum Ankauf und der baurechtlichen Voraussetzungen für die Sanierung geebnet.

Im Sommer 2001 begannen die Sanierungsarbeiten und fanden ihren Abschluss im Sommer 2002. Die Stadt Bayreuth erklärte sich zur  Trägerschaft der Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte trotz überhöhten Mietpreises bereit und mietet zum 1. Juni 2002 die Räume im Erdgeschoss des Geburtshauses an. Um die pädagogische und inhaltliche Unterstützung der Gedenkstätte auf Dauer zu gewährleisten, wurde von den Familien Hasibether und Übergabe der StiftungsurkundeHöhn mit Unterstützung des Vereins im März 2002 die Wilhelm-Leuschner-Stiftung mit einem Stiftungskapital von 50.000 € und mit Sachwerten von Archiv und Büroausstattung in Höhe von 35.000 € gegründet. Dieser Kapitalstock ist seither die Basis für die Arbeit im Geburtshaus von Wilhelm Leuschner. Am 5. April 2002 wurde die Stiftung von der Regierung von Oberfranken anerkannt.  Zur selben Zeit entwickelte Wolfgang Hasibether einen Konzeptvorschlag für die Gedenkstätte für das Kulturreferat der Stadt Bayreuth und gemeinsam wurde die Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin begonnen.

Am 1. Juli 2002 erfolgte der Einzug der Stiftung im Dachgeschoß des Geburtshauses. Der dreiköpfige Stiftungsvorstand mit Wolfgang Hasibether, Fritz Höhn und Christa P. Meist übernahm die Geschäftsführung. Neben den organisatorischen Arbeiten zum Aufbau der Stiftungstätigkeit begannen die Vorbereitungen zur Gedenkausstellung über Leben und Wirken von Wilhelm Leuschner. Eine Grundlage für diese Arbeiten bildeten die vom Enkel Wilhelm Leuschners an die Stiftung übergebenen Unterlagen aus dem Familienbesitz des Leuschner-Sohnes. Zahlreiche Bilder und Schriftstücke aus dem Leben Wilhelm Leuschners wurden in das Archiv der Stiftung aufgenommen. Die wissenschaftliche Forschung von Wolfgang Hasibether für die Biografie Wilhelm Leuschners boten die inhaltliche Voraussetzung für das Ausstellungskonzept und die Gestaltung der Gedenkausstellung.

StiftungsratswahlAm 10. August 2002 erfolgte im Alten Rathaus der Stadt Bayreuth die Konstituierung des Stiftungsrates der Wilhelm-Leuschner-Stiftung mit elf Mitgliedern. Vorsitzender wurde der Historiker Hans-Otto Hemmer aus Düsseldorf von den ‚Gewerkschaftlichen Monatsheften‘. Sein Stellvertreter wurde der Anwalt Dr. Stefan Specht, der auch CSU-Stadtrat in Bayreuth ist. Weiterhin wirkten im Stiftungsrat mit: Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz, der Leuschner-Enkel Wilhelm Leuschner aus Düsseldorf, der bayerische DGB-Chef MdB Fritz Schösser, MdEP Klaus Hänsch aus Düsseldorf, Bundesminister a.D. Norbert Blüm aus Königswinter, als Vertreterin der Stifterfamilien die Kunsthistorikerin Ursula Leibinger-Hasibether, aus dem hessischen Wissenschaftsministerium Elisabeth Abendroth, MdL Wolfgang Hoderlein, Kulmbach (im August 2004 ausgeschieden; neu: Oskar Brückner aus Bayreuth, GEW-Landesvorsitzender Bayern) und Prof. Dr. Peter Steinbach von der Universität Karlsruhe.

Im Jahr 2002 wurden neben der Arbeit der Erstellung der Ausstellung in der Gedenkstätte vor allem die zukünftigen Ziele der Stiftung in zahlreichen Veranstaltungen vorgestellt und die Arbeit in der Geschäftsstelle organisatorisch und finanziell aufgebaut. In langwierigen Verhandlungen wurde der Mietvertrag über die Büro- und Archivräume im Dachgeschoss des Leuschner-Hauses mit den Eigentümern abgeschlossen.  

 

 
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