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24 | 06 | 2017
Projekttag des Deutsch-Französischen-Gymnasiums PDF Drucken E-Mail

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1Am Dienstag, den 12. April 2016 besuchten zwei Klassen des Deutsch-Französischen Gymnasiums Saarbrücken die Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte und das Wilhelm-Leuschner-Zentrum für einen Projekttag. Den Schülern wurde anhand einer Führung in der Städtischen Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte sowie durch einen Vortrag Wolfgang Hasibethers im Wilhelm-Leuschner-Zentrum die Biographie Wilhelm Leuschners vermittelt. Vor allem wurde seine unermüdliche Arbeit im antifaschistischen Widerstand hervorgehoben. Da das Seminar der beiden Klassen unter dem Thema: „Gib dem Rassismus keine Chance“ steht, sollte nun als Gegenpol auch der Antisemitismus und seine Wirkung in der Nazizeit vertieft werden. Deshalb besuchten die Schülerinnen und Schüler erst das Richard-Wagner-Museum. Hier wurde vor allem auf die Widersprüche in Wagners Verhalten verwiesen. Auf der einen Seite sprach Richard Wagner den Juden ab, Deutsche Musik machen oder inszenieren zu können, auf der anderen Seite wurden aber viele jüdische Sänger, Tänzer und andere Künstler als Mitwirkende in Wagners Werk eingesetzt. Im Anschluss durchstreiften die Schülerinnen und Schüler die Freilichtausstellung „Verstummte Stimmen“ bei dem Besuch des Festspielhauses. Durch die Ausstellung wurde offenbar, dass es im Naziregime nicht auf künstlerisches Talent ankam, da die Ideologie rassistischer Ausgrenzung aus der ‚Volksgemeinschaft’ viele Künstler der Festspiele bedrohte und die Wagnerfamilie selbst diesem Antisemitismus und der Ideologie der sogenannten ‚Deutschen Kunst’ anhing. Viele der damaligen Stars, die wiederholt bei den Bayreuther Festspielen aufgetreten sind, wurden in den Konzentrationslagern ermordet, denn nicht allen gelang eine Emigration in die Schweiz oder nach Amerika.

 

Wir, das Team der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, bedanken uns noch mal ganz herzlich beim Organisator Michel Anna, den begleitenden Lehrern und vor allem bei den sehr disziplinierten und eifrigen Schülerinnen und Schülern. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im November 2016!  

 

 
Gedenkstättenarbeit der Stiftung im 1. Quartal 2016 PDF Drucken E-Mail

- Im Rahmen des lokalen Projekts „Demokratie jetzt!“, das vom Bundesfamilienministerium seit 2016 für die nächsten Jahre finanziell gefördert wird, ist die Wilhelm-Leuschner-Stiftung durch ihren Vorsitzenden im Beirat dieses Projekts vertreten. Insbesondere die Flüchtlingsarbeit und die Kooperation mit verschiedenen Organisationen der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe werden für die Stiftung in den nächsten Monaten im Mittelpunkt der Arbeit stehen. Hierzu fand gemeinsam mit dem DGB am 11. Januar ein Kontaktgespräch mit der Vorsitzenden von „Bunt statt Braun“, Anna Westermann, statt. Sie besichtigte dabei das Zentrum und informierte sich über die Arbeit der Stiftung. 

Im Rahmen der regionalen Arbeit der Stiftung zur Verbreitung des Vermächtnisses von Wilhelm Leuschner fand am 13. Januar 2016 ein Vortrag vor Student_Innen der Geschichte an der Universität Bamberg statt. In der rund zweistündigen Veranstaltung wurde die Arbeit in der Gedenkstätte in Bayreuth und die Biographie Leuschners vorgestellt. Mit dem Seminarleiter Dr. Marcus Mühlnikel, der zugleich wissenschaftlicher Mitarbeiter des im Aufbau befindlichen Instituts für fränkische Landesgeschichte in Thurnau ist, wurde dabei über eine zukünftige Kooperation in Forschung und Lehre besprochen. Diese Zusammenarbeit soll in den kommenden Jahren kontinuierlich ausgebaut werden.

Am 18. Januar 2016 fand in der evangelischen Kirchengemeinde Heinersreuth ein Vortrag über die Arbeitswelt und das Leben Leuschners statt. Am 30. Januar 2016 wurde im WLZ ein Projekttag mit Neumitgliedern der Gewerkschaft ver.di Oberfranken Ost durchgeführt. Ein Besuch der Gedenkstätte schloss sich an. Die Archivausstellung mit Exponanten zur Entstehung der Einheitsgewerkschaft im Leuschner-Zentrum bot Anschauungsmaterial für den Projekttag.

Die Kooperation mit dem ver.di Landesbezirk Bayern zur Geschichte des gewerkschaftlichen Widerstands fand auch 2016 wiederum statt. Vom 7. bis 12. Februar wurde eine Seminarwoche zur Entstehung der Einheitsgewerkschaft und der gesellschaftlichen Entwicklung in Ost und West auf der Grundlage des Erbes des deutschen Widerstands durchgeführt.
 

Vom 19. Bis 21. Februar fand in Paulushofen ein Seminar des ver.di Bezirks Bayern zur Geschichte der Arbeiterbewegung von den Anfängen bis heute statt. Ein wichtiger Seminarbaustein war dabei der gewerkschaftliche Widerstand der Leuschner-gruppe von 1933 bis 1944.

Seminarraum Paulushofen – Geschichte der Gewerkschaften und Widerstand 18.-20.2.16

Am 18. Februar fand ein Projekttag mit der Jusogruppe Bayreuth im Leuschner-Zentrum und der Gedenkstätte statt. Die Rolle Leuschners in der Weimarer Republik und die Entstehung des Sozialstaats standen im Mittelpunkt der Besichtigung von Archiv im Zentrum und in der Städtischen Leuschner Gedenkstätte.

   

 

Am 1. und 7. März fanden Projekttage im WLZ mit Betriebs- und Personalräten aus dem BRK und im Bildungsbereich statt. Im Mittelpunkt stand dabei die Besichtigung der Archivausstellung im Zentrum, der Gedenkstätte und Themen zur Tradition des Widerstands.

 

 

 

 

Am 2. März fand die erste Sitzung des Begleitausschusses „Demokratie jetzt!“ im Rathaus statt, bei dem die Projekte des ersten Halbjahres insbesondere zur Flüchtlingsarbeit beschlossen wurden.

Im 2. Quartal 2016 wird das Nachlassprojekt zu Wilhelm Leuschner in seine entscheidende Phase eintreten und deshalb nur internationale Kontakte mit den deutsch-französischen Gymnasium Saarbrücken und Schülergruppen aus La Spezia im April durchgeführt werden. Im Juli wird die Arbeit im WLZ bei der Museumsnacht am 11. Bis 12. Juli vorgestellt.

Am 20. Juli 2016 wird eine Veranstaltung zur Erinnerung an den Widerstand Leuschners im Zentrum stattfinden, am 29. September 2016 werden die 12. Bayreuther Gespräche durchgeführt.


Plakat 12. Bayreuther Gespräche als Download!

 
Archivprojekt Nachlass Leuschner 2012 bis 2016 PDF Drucken E-Mail

Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung hat seit dem Jahr 2000 überwiegend aus den Familien der direkten Nachfahren Leuschners vielfach Objekte des persönlichen Nachlasses erhalten. Insbesondere im Jahr 2004 erhielt die Stiftung von der Enkelin Hannelore Reinwein die Sammlungsstücke aus dem Nachlass der Tochter Katharina Leuschner, die besonders wertvolle Stücke zur Biographie Leuschners enthielt. Im Jahr 2007 wurden erstmals die bis dahin gesammelten Nachlassteile durch finanzielle Förderung der Oberfrankenstiftung archiviert und digitale Aufnahmen erstellt. Zwischenzeitlich kamen aus den Archiven von Bayreuther Bekannten und Verwandten Leuschners weitere Archivalien in die Sammlung, insbesondere im Jahr 2010 erhielten wir aus der mütterlichen Verwandtschaftslinie Leuschners wertvolle Archivalien von seinen Tanten. Dieser Umstand erforderte eine völlige Neuordnung des Bayreuther Nachlassbestandes und es entstand die wissenschaftlichen Notwendigkeit, den gesamten Nachlassbestand in einer einheitlichen Archivverwaltung zusammen zu führen. Da wesentliche Nachlassteile Leuschners seit Februar 1973 im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt aufbewahrt werden, sind die Originalbestände des persönlichen Nachlasses von Wilhelm Leuschner an zwei Standorten konzentriert und damit sie als Primärquelle für die Biographie Leuschner wissenschaftlich ausgewertet werden können, bestand die dringende Notwendigkeit, die Gesamtarchivalien zumindest digital in eine einheitliche Veröffentlichung zu bringen. Dies war der Anlass im Jahr 2011 bei der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf einen Antrag zu stellen, den die Stiftung mit der Bedeutung Leuschners für die Gewerkschaftsgeschichte begründete. Mit Unterstützung der damaligen Bundesvorstandsverwaltung des DGB in Berlin und dem damaligen DGB-Vorsitzenden Michael Sommer und seinem Referenten Konrad Klingenburg gelang es uns, einen Antrag auf finanzielle Förderung für ein zweijähriges Forschungsprojekt zu stellen. Im Juni 2013 wurde uns dieses Forschungsprojekt genehmigt und die finanzielle Unterstützung zugesichert. Nachdem alle Nachlassbestände digitalisiert wurden, begann die Vorbereitung einer Veröffentlichung aller rund 30.000 Digitalisate. Bei der Übersicht aller Archivalien mussten wir feststellen, dass dies in einem Zweijahreszeitraum nicht abgeschlossen werden kann, deswegen haben wir einen Verlängerungsantrag gestellt und arbeiten seit Herbst 2015 an der Erstellung einer digitalen Archivdatei, die nach Fertigstellung im Internet öffentlich zugänglich gemacht werden soll. Zugleich entsteht die Biographie Leuschners in einer Gesamtdarstellung des Lebenswerkes diese bedeutenden Gewerkschafters und Widerstandskämpfers, die vom wissenschaftlichen Leiter erstellt wird. Sie nutzt die Nachlassarchivalien als Primärquellen für die Erstellung der Biographie. Neben dieser umfangreichen Archivbearbeitung dienen die Archivalien in ihrer digitalen Form zugleich für die Ausstellung zum Leben und Wirken Leuschners im Leuschner-Zentrum, in dessen Archivschränken die Originale des Nachlasses im Bayreuther Bestand aufbewahrt sind. Der Vorteil der Bayreuther Archivstücke besteht vor allem darin, dass zahlreiche dreidimensionale Gegenstände aus dem Besitz Leuschners dort aufbewahrt werden und mit der Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Am 13. November 2015 hat der Vorstand der Hans-Böckler-Stiftung mit seinem Vorsitzenden, DGB-Chef Reiner Hoffmann, nun einer Verlängerung des Projekts der Leuschner-Stiftung zugestimmt und damit den Weg zur Beendigung der Archivarbeiten im Laufe des Jahres 2016 frei gemacht.

 
Projekttage im Leuschner-Zentrum und Gedenkstätte PDF Drucken E-Mail

Auch im Herbst 2015 haben wir die Veranstaltung anlässlich des 125. Geburtstages von Wilhelm Leuschner (geboren 15. Juni 1890) im Rahmen von Projekttagen für Studenten- und Schülergruppen fortgesetzt. Dieses von der Oberfrankenstiftung geförderte Projekt vermittelt die inzwischen fertig gestellte Archivausstellung im Leuschner-Zentrum im Rahmen von Bildungsveranstaltungen an junge Leute. Am 24. Oktober 2015 besuchte eine Studiengruppe (Aktion Sühnezeichen Friedensdienste Gruppe Bayreuth) das Leuschner-Zentrum und wurde mit Leben und Wirken Wilhelm Leuschners vertraut gemacht. Wie bei vielen Besuchergruppen in der Gedenkstätte kannte vorher niemand von den Teilnehmenden die historische Person Wilhelm Leuschner. Nach einer kurzen Filmvorführung zum Leben Wilhelm Leuschners wurde der Nachlass Leuschners anhand der Archivausstellung im Zentrum gemeinsam besichtigt und Erläuterungen zu den wichtigsten Lebensstationen Leuschners in Bayreuth, Darmstadt und Berlin gegeben. Im Anschluss an die Lerneinheit im Zentrum ging die Gruppe gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Leiter der Stiftung in die städtische Gedenkstätte, um am historischen Ort des Geburtshauses Leuschners vor allen Dingen mit den Stationen seines Lebens in Bayreuth und Darmstadt vertraut gemacht zu werden. In der anschließenden Diskussion erfuhr die Gruppe der Studierenden die Bedeutung der Widerstandsaktionen Leuschners im Rahmen des von ihm aufgebauten Widerstandsnetzes der gewerkschaftlichen Vertrauensleute. Nach dem Besuch der Leuschner-Gedenkeinrichtungen hatten die Teilnehmenden einen umfassenden Eindruck von der Bedeutung Leuschners im deutschen Widerstand. 

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Deutsch-Französisches Gymnasium Saarbrücken bei der Wilhelm-Leuschner-Stiftung PDF Drucken E-Mail

Seit 2004 besteht ein Kontakt der Wilhelm-Leuschner-Stiftung zum deutsch-französischen Gymnasium in Saarbrücken. In regelmäßiger Widerkehr besuchen seit dem Schulklassen des Gymnasiums die Region Bayreuth und absolvieren ein umfangreiches Studienprogramm in einer Exkursionswoche. Früher waren die Schulgruppen in Begegnungsstätte Weidenberg untergebracht und zuletzt im Falkenhaus in Speichersdorf. Dort waren sie auch heuer wieder untergebracht. Die diesjährige Exkursion nach Oberfranken in der Woche vom 02. bis 07. November 2015 stand unter dem Studientitel. „Gib Extremisten keine Chance!“ Neben dem Besuch des Konzentrationslagers Flossenbürg, des Dokumentationszentrums in Nürnberg und einer Besichtigung des deutsch-deutschen Museums in Mödlareuth stand am Dienstag, den 3. November 2015 ein Projekttag im Wilhelm-Leuschner-Zentrum und der Leuschner-Gedenkstätte auf dem Programm. Anschließend besuchte die Gruppe noch das Richard-Wagner-Museum und die Ausstellung „Verstummte Stimmen“ vor dem Festspielhaus in Bayreuth. Die Schülergruppe war unter der Leitung von Michel Anna, der seit über zehn Jahren diesen Kontakt nach Bayreuth organisiert, und den Klassenlehrern Claus Collet und Julia Pastacamp. Die Schüler der beiden Klassen der Jahrgangsstufe 9 stammen sowohl aus dem Grenzgebiet Frankreichs (Region Metz) wie auch aus der Region Saarbrücken und besuchen einen bilingualen Gymnasialzweig. Der Projekttag vermittelte der Schulgruppe sowohl die Biographie Leuschners unter besonderer Akzentuierung von Leuschners Engagement der deutsch-französischen Aussöhnung in den 1920er Jahren wie auch der Bedeutung seines Widerstands im 3. Reich. Es wurden aktuelle Bezüge zur Naziszene in Oberfranken hergestellt und die Aufklärungsarbeit der Leuschner-Stiftung gegenüber diesen rechtsradikalen Strömungen erläutert. In Gruppendiskussionen wurden die Ideologie der Nazis anhand der Begriffe Volksgemeinschaft, Rassenideologie und dabei insbesondere des Antisemitismus erarbeitet. Die Wirkungen des Antisemitismus wurden im Anschluss bei dem Besuch am Festspielhaus der Ausstellung „Verstummte Stimmen“ weiter vertieft. Mit dem Organisator des Austauschprogramms Michel Anna wurde ein nächster Besuch von Schülergruppen im April 2016 vereinbart. 

Deutsch-Französisches Gymnasium besucht Gedenkstätte

 
11. Bayreuther Gespräche 2015 PDF Drucken E-Mail

Am Samstag den 26. September 2015 fanden im Wilhelm-Leuschner-Zentrum in Bayreuth die 11. Bayreuther Gespräche statt. Mit wissenschaftlichen Experten wurde das Thema „Biographische  Quellen in der Erinnerungskultur“ behandelt.

 Nach einleitenden Worten durch den wissenschaftlichen Leiter der Wilhelm-Leuschner-Stiftung Wolfgang Hasibether, verlas Frau Röhler, Leiterin des Kulturamtes der Stadt das Grußwort der Oberbürgermeisterin der Stadt Bayreuth Brigitte Merk-Erbe, die Notwendigkeit der Erinnerungsarbeit an Wilhelm Leuschner betonte und der Stiftung für ihr Engagement dankte. Der DGB-Regionsgeschäftsführer für den Bezirk Oberfranken Mathias Eckardt richtete anschließend seine Grußworte an die rund 30 Besucher der Veranstaltung und erinnerte an den Vater der Einheitsgewerkschaft, dessen gesellschaftliches und politisches Engagement in Bayreuth und Europa nicht vergessen werden dürfe und durch das Engagement im Leuschner-Zentrum mit dem Nachlass Leuschners auch davor bewahrt würde.

Nach kurzen Vorträgen von Dr. Hans Simon-Pelanda (Bürgerinitiative KZ-Gedenkstätte Flossenbürg aus Regensburg), Dr. Barbara Distel (ehemalige Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau) und Dr. Willy Buschak (DGB Sachsen und Fachautor zum Gewerkschaftlichen Widerstand, Dresden) über die Bedeutung von biographischen Quellen, begann eine rege Diskussion mit dem Plenum. Was kann man anhand von biographischen Quellen und  ihrer subjektiven Färbung über die Vergangenheit  erfahren? Was sagen fehlende Selbstzeugnisse über eine Zeit aus? Dr. Simon-Pelanda referierte darüber wie Schulkinder leichter den Einstieg in die NS-Zeit bekommen können. Selbstzeugnisse sprechen die Jugendlichen mehr an als schlichte Daten und Zahlen. Er berichtete über sein Projekt über das KZ–Außenlager Colosseum in Regensburg und wie die Schulkinder Zeitzeugen aufgespürt haben und diese zu Vorkommnissen während der Nazizeit befragt haben. Dies war so interessant für die Jugendlichen, dass diese sogar Samstag und Sonntag an diesem Projekt gearbeitet haben.

Dr. Barbara Distel stellte vor allem heraus das Archive und schriftliche Dokumente sehr wichtige Mittel sind, um hauptsächlich die Jugendlichen an eine Geschichte heranzuführen, die lange zurückliegt. Durch das aufgeschriebene Erlebte können sie an dem vergangenen Geschehen teilhaben und die Geschichte besser begreifen. Die biographischen Quellen wecken ihr Interesse weit mehr als trockene Geschichtsfakten.

Dr. Willy Buschak zeigte in seinem Vortrag die weitverzweigten Netze des gewerkschaftlichen Widerstands auf. Vor allem am Beispiel der Internationalen Transportarbeiter Föderation machte er deutlich wie stark der Widerstand innerhalb der Gewerkschaften war, obwohl diese sofort nach der Machtübernahme durch die Nazis zerschlagen wurden und dass es genug Pläne und Programme gab für einen Umsturzplan gegen die Nationalsozialisten.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Auffassung des Politologen und Wagnerforschers Professor Dr. Bermbach aus dem ehemaligen Wohnhaus Houston Stewart Chamberlains in Bayreuth, das heute als Jean-Paul-Museum dient, ein Forschungsinstitut zu machen und dort über dessen antisemitische Rasseideologie und Verbindung zur Wagnerfamilie zu forschen.

Frau Dr. Distel mahnte vor der Macht der Symbolkraft und was ein solches Haus für Zeichen an die Gesellschaft ausstrahlen würde. Denkbar wäre, dass es zu einer Pilgerstätte werden würde, wie das unweit in Wunsiedel liegende Grab Rudolf Hess’, das zwar längst aufgelassen ist, aber nach wie vor Nazis zu Demonstrationen anzieht. Willy Buschak plädierte dafür, Chamberlain wenn schon, dann nur im Zusammenhang mit Wagner abzuhandeln. Im Bezug zum Erinnern an Wilhelm Leuschner in Bayreuth sei es notwendig auf den gewerkschaftlichen Widerstand mehr Stolz zu entwickeln und im steten Erinnern nicht nachzulassen. Auch Frau Distel sieht die Notwendigkeit Chamberlain innerhalb der Wagnerausstellung zu behandeln und ihm kein solitäres Erinnern zu geben.

In der Diskussion mit den Besuchern wurde mehrheitlich die Auffassung vertreten, dass die Kosten für ein Institut zur Erforschung der Chamberlain-Quellen in keinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand stehen. Wolfgang Hasibether erinnerte an die ständigen Probleme die Erinnerungskultur in Bayreuth zu finanzieren. Die Quellen des Leuschner- Nachlasses im Archiv der Stiftung würden aufwendig digitalisiert und in der Bildungsarbeit im Rahmen der Leuschner-Gedenkstätte an die Besuchergruppen vermittelt. Dies sei klassische Gedenkstätten- und Museumsarbeit im Sinne des Themas der Bayreuther Gespräche: Sammeln, Forschen, Ausstellen und Vermitteln.

Im Anschluss an die Diskussion wurde, während eines Rundgangs, das im Keller des Wilhelm-Leuschner-Zentrums entstandene Archiv gezeigt. Es wurde in den nun fertig gestellten Räumen ein Ort geschaffen, an welchem der Nachlass Leuschners professionell aufbereitet zugänglich gemacht wurde. 

Für die musikalische Begleitung des Abends sorgten Herbert Schmid und Theresa Weidhas aus Weiden. Mit Gitarre, Querflöte und Gesang wurden die Besucher noch lange unterhalten.

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Wilhelm-Leuschner-Stiftung gedenkt der Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 PDF Drucken E-Mail

Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung hat am 71. Jahrestag des Umsturzversuchs am 20. Juli 1944 der Rolle des Widerstandskämpfers Wilhelm-Leuschner gedacht. Insbesondere die öffentliche Verdrängung des Anteils des gewerkschaftlichen Widerstandsnetzes, dessen Kopf Wilhelm Leuschner war, wurde bei der Veranstaltung am 20. Juli 2015 im Wilhelm-Leuschner-Zentrum gedacht. Die Rede des DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann am gleichen Tag in Berlin, war dabei Gegenstand der Diskussion. Wir dokumentieren diese hier – download Rede
Zur Bedeutung des gewerkschaftlichen Widerstands dokumentieren wir ebenso die Aussagen von Prof. Dr. Siegfried Mielke in einem Gespräch mit Gemma Pörzgen vom Berliner Tagesspiegel am 20.07.2015  zur Bedeutung des 20. Juli 1944 in der deutschen Erinnerungskultur – download Interview

 
Harald Weinberg, MdB im Leuschner-Zentrum PDF Drucken E-Mail

Harald Winberg MdBBereits zum zweiten Mal war MdB Harald Weinberg, Linksfraktion im Deutschen Bundestag, zu Gast bei der Wilhelm-Leuschner-Stiftung. Anlässlich einer Aktion zur Verbesserung der Beschäftigungssituation im Gesundheitswesen besuchte er das neu eröffnete Leuschner-Zentrum. Im Rahmen der Sommertour informierte er sich über den aktuellen Stand des Archiv-Projekts, welches durch die Hans-Böckler-Stiftung gefördert wird und besichtigte die Archiv-Räume der Stiftung mit dem dort verwahrten Nachlass Leuschners. Selbst Mitglied des Fördervereins Leuschner-Zentrums versicherte er dem Stiftungsvorstand sich auch weiterhin für Spenden für die unverzichtbare Arbeit der Stiftung zur Wahrung des Vermächtnisses Leuschners einzusetzen.

 
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